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Niederdeutsche
DENKMÄLER,
Herausgegeben
vom
Verein für niederdeutsche Sprachforschung.
Band I.
BREMEN, 18738.
Verlag von J. Kühtmann’s Buchhandlung.
U, L, Fr, Kirchhof 4.
GERHARD VON MINDEN.
Von
W. Seelmann.
NINE ENNINNANLINIIIINLIENING
BREMEN, 1878.
Verlag von J, Kühtmann’s Buchhandlung.
UV. L, Fr. Kirchhof 4,
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Druck von Diedr, Soltau in Norden,
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Inhalt.
Seite
. Einleitung.
I. Die entstehung der mnd. litteratur .....ceeeeeeeccseneneeeenennnn IX
II. Ist Gerhard von Minden der verfasser® .......uccceaneeeeuenen. XIX
III. Die lateinischen fabelbücher .............. ee en XXI
IV. Die quellen Gerhards ................ SUR EEE xXV
V. Heimat, alter und stand des verfassers .......cceeeaeccaeeneensen XXX
VL Die handschrift ..........ennnen: EU RIMARITREN ARE XXX
VL: Wiggeris ausgabe ei er XXXIll
VIII. Die überlieferung des textes ...un.cenceeeneeeneeeneeeneenen XXYIV
IX. Der reim ee IUCN REN IE RSEHIE UNIFEER XXXIX
X. Der versbau nn ekeeemnenensmenennennen XL
KT. "Schlussn Nessie XLVI
Nachwort anerkennen XLVII
Text,
Fab: > VOLWOLL ee ee een, 1
I. Hahn und edelstein ........cceceeaeseeeeneeneseenennnneennneeenen een 2
II. Lamm und wolf am bache ....... cc. Re 3
II]: Brosch und maus. une 5
IV. Hund und schaf vor gericht ........ccccceeeeeeeeeeneeaeeeeeeeene nn 8
V. Hund und käse (schatten) ......ecceeneeeaeesesneenenenensnnnerser nenn 9
Vi: Böwenanlel run ea 10
VII, Dieb und sonne wollen heiraten "....ccaceeeeeeeneessnennnnnnnenennen 11
VIIE. Wolf und kranieh uch erkenne 12
IX. Guter und schlechter hund .........cceeaeeeseeaneennenneensneren nn 14
3. -Dorf-:und Feldmass nee 15
XXX.
XXXL
XXXI.
XXXIL
XXXIV.
XXXV.
XXXVl
XXXVL.
XXXVIL
XXXIX.
XL.
XLI
XLI.
XLIII
XLIV.
XLV.
XLVI.
XLVU.
XLVII
XLIX.
Adler raubt junge füchse ..........c.ccccceeeeseeeeeesensnnnnnennennn
Adler, krähe und schnecke
Rabe und käse
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Proschkönige ac nee
Habicht, schutzherr der tauben
Dieb und hund
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Wolf und kluges lamm
Hirt und dankbarer löwe
Lowerund perl sent en ee
Fledermaus .............. Re ee
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..... 1. 1, 22,0, eva a mer 1er 200er
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Untreue wittwe
Widerspänstiges weib ohne zunge
Widerspänstiges weib ertrinkt
Schmeichelnde buhlerin
Nachtigal und habicht
Schafe den wölten die hunde überliefernd
Axt und bäume
.or Boten re krreerrree
....2.26 00 00T Tree
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Magen und glieder
Dieb und käfer
Mann von der frau betrogen
Einäugiger schätzt ein pferd
Teufel und dieb
Ungenügsamer beter ......ccecasseesessanensenensnneeneennnnenenn en
Missgünstiger beter
Fuchs und mond
Fuchs und hahn
Fuchs und taube
Habicht und tauben
Tier- nnd käferfehde
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LI. Berg eine maus gebärend ........cessensseneenesnennsnnennensenne nenn 76
LIT. ‚Bund m. alter. 2.2.02. eeeewaissensen 77
LIT. Bock und Wo here 78
LIV.. Rabe: in pfauenteden. ua. ak 8l
LV. Fuchs, wolf und kranker löwe ......cceccsnesuenensuesseeneneeane nenn 82
LVI. Ameise und fliege........cesseonaseneeeonensennenennenssnnnen rennen ou 86
LVI. Affe will den fuchsschwanz teilen nennen 87
JY2ll.: Krähe: und schafer unse 89
BIN. Pferd und.esel 1 ee a
LX, Fuchs und saure trauben ....cceeeneeesesseesnneneesnsnesnnneenneenenn 92
ST. ‚Hirsch und plerd „ae 3
LXII. Ameise und heimchen .....ucceeaseasensnsennennenerennenenn rennen 96
LXI. Esel wünscht den tod ....ecsesseesnessneseeaseenoneonenonsnsun nun 97
.LXIV. Alter und junger wolf bei der IMEE enaannennneeneenenenennenn 98
LXV. Wolf als reichsverweser .......ceeceeseaesenesensersenerensensenenenenen 99
EXVL. Wo und raber a... seele 102
LXVIL Eselsgeschrei und löwe ......uccceeceneeseseneeeneneneeeennenenennne en 105
LXVII. Fussspuren in der löwenhöhle .........ecueesecseesenesseeseneeseaesen 104
_ LXIX. Der gemalte löwe .....cnnneennenesemeenseenenenene nennen 105
LXX. Altes wiosel aeannenennennunnennennnnnenennennnneenenennennenn 106
LXXI. Rache des panters ...........cceecsneesnusnnnneneenennnesnnnnennenen 107
LXXI Kranker igel und wolf .......cceeeeeeeseaesseeeesnenenennsenenenerenen 109
LXXII. Schmied und schwert ....cceeneeaenessnenennennnnsnnnenunennenn anne 110
LXXIV.- ‚Der vogellängen: „es... See 111
LXXV. Frosch bläst sich auf .......cccceaeeeeeesenennenesnsnene nennen 112
LXXVI. Kranich beim fuchs zu gaste .......c.ccceeeeeecenennennenenerenn 113
LXXVI. Kranke elle ................. WERE, SAT ONE EEE NEST HUREN 114
LXXVII. Wolf und fuchs vor dem richter ke 115
LXXIX. Unzufriedener pfau ........ccceecseseeeenenesnnnnnsnensnenneennen nenn 115
LXXX. Das gegessene herz .........cccceeeennecuenasnnnnesnenensaneneenenennn 116
LXXXI Wolf und igel verbündet .......cceeeneesennsenunnenennnnenenennnenen 118
LXXXIU. Mann und ochse ......ceeeecaeeensneennannsnnenrenennennnnennneneenen 120
LXXXII, Hasen wollen sich ertränken ken 121
LXXXIV. Hase mit hirschgeweih ......ccaccceeeeenaenensnenenennenenennennnnense 122
LXXXV. Löwe und affenjunges .ucceeeeeeeeneennenenenennneennnnen nenn 123
LXXXVI Der athem wärmend und kühlend .. cn 124
LXXXVII. Die beim turnier abfallende perrücke .ueenen 127
LXXXVII. Eichbaum und rohr .....uaeeessenensnaenensesenennennenesennenn 129
VI
Fab,
LXXXIX.
XC.
xXCl.
XCH,
XCII.
XCIV.
XCV.
XCVL
XCVLI.
XCVIM.
XCHX.
C.
Cl
CH.
CI.
Lesarten und anmerkungen
Vorbemerkung
Adler und falke,....occceeecsee
Katze und fuchs
Wolf und nistende tauben
Krebsgang
siehe zu fab. LXXV
Der gierige und missgünstige
Beichte des wolfes, fuchses und esels
Die königswahl der bäume
Affe als könig
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siehe zu fab, XX 000er
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157
161
168
165
191
206
De a a
Einleitung.
I.
Die entstehung der mnd. litteratur.
Die strömungen des geistigen lebens, die der mittelniederdeutschen
litteratur inhalt und richtung geben, laufen jahrhunderte lang neben
denen her, welche die mittelhochdeutsche dichtung erfüllen, ohne dass
die einen auf die anderen einwirken.
Die mhd. dichtung ist emporgeblüht, indem die ober- und mittel-
deutschen landschaften sie in gemeinsamer teilnahme entwickelten.
War in Schwaben eine dichtung von hervorragender bedeutung ge-
schaffen, so wurde sie dem bairischen dichter vorbild und spiegel
eigenen werkes, und umgekehrt konnte dieser auch unter Allemannen
und Franken dankbare leser und wetteifernde nachahmer finden. Die
dichtung der einzelnen landschaften ward durch den allgemeinen
aufschwung der mhd. litteratur gehoben und verstärkte ihn ihrerseits.
Ohne anteil an der entwicklung der süddeutschen schwester,
sie nicht fördernd, von ihr nicht gefördert, entstand und erwuchs die
mnd. litteratur. Vollständig unabhängig von einander stehen sich
beide wie litteraturen verschiedener völker gegenüber.
Zwar an gegenseitigem stoffaustausch hat es nicht gefehlt. Als
die mhd. dichtung ihren höhepunkt bereits erreicht hatte, war für
die prosaische litteratur in Süddeutschland fast noch nichts geschehen,
und ihm in rechts- und geschichtsschreibung Sachsen weit überlegen.
Dorthin richtete man deshalb den blick, als das bedürfnis nach zu-
sammenhängender darstellung der geschichte und des rechtes sich
fühlbar machte. Die sächsische weltchronik fand bairische bearbeiter
und fortsetzer. Ebenso wurde der Sachsenspiegel als Spiegel deutscher
leute und in fernerer gestaltung als Schwabenspiegel hochdeutsch
bearbeitet. |
Umgekehrt sind die sprüche Freidanks, bruder Philipps Marien-
leben, eine legende Barthel Regenbogens, Ottos von Diemeringen be-
arbeitung der orientreise Mandevilles u. a. in die niederdeutsche
mundart umgeschrieben worden. Aber wenn man auch aus der mhd.
litteratur herübernahm, was der eigenen richtung entsprach, so wurde
diese selbst doch nicht im geringsten durch oberdeutsche einflüsse
b
x Einleitung.
bestimmt. Gerade die hauptwerke der mhd. litteratur widersprachen
ihr zumeist, und bekanntschaft mit ihnen findet sich, wenn wir von
einem besonderen fall absehen, der später seine erklärung finden wird,
nur in einer einzigen mınd. dichtung, in der ein bezug auf Wolframs
Parcival enthalten ist. Aber auch diese einzige ausnahme erledigt
sich dadurch, dass jener bezug allem anscheine nach aus der hoch-
deutschen quelle des gedichtes in die nd. bearbeitung hineinge-
flossen ist!).
Im gegensatz zu dem leichtlebigeren Süddeutschen legt der
Niedersachse die empfindung des herzens ungern auf die zunge, ab-
gehalten durch ein gefühl wie scham, als ob laute kundgebung inner-
licher stimmung diese entweihe und seiner ernsten würde abbruch
tue, und ebensowenig wie der wechsel ist ihm das schnelle auf-
schwellen des gefühls eigen, jene trunkenheit des herzens, von der der
mund überfliesst.
Die zurückhaltung bei gefühlsäusserungen, die hervorkehrung
verstandesmässiger betrachtung kann erklären, dass die lyrik nicht
gedeihen mochte, wie sehr auch die weiche innige klangfarbe’ der nd.
mundart dazu hätte einladen können. Dass aber auch die erzählende
dichtung der mhd. litteratur keinen einfluss auf die mittelnieder-
deutsche gewinnen konnte, bewirkten weniger eigentümlichkeiten des
volkscharakters als äussere umstände Für die mhd. dichtung sind
die anschauungen des ritterstandes, für die mnd. die des bürgertums
massgebend gewesen.
Die mhd. epen feiern helden, welche gelegenheit zu kämpfen
aufsuchen und durch einzelkraft wundertaten verrichten. Der nord-
deutsche bürger kann sich für den ruhm eines standes, der ihn hasst
und den auch er zu hassen reichlich ursache hat, nicht erwärmen.
Sein historisches lied singt schadenfroh, wie die bürgergemeinde den
fehde- und beutelustigen ritter zu fall bringt, und die liebste unter-
haltung ist ihm zu hören, wie der schwache durch kluge listen und
behende reden über den mächtigen triumphirt.
Der gegensatz von ritter- und bürgertum bestand freilich auch
in Süddeutschland, aber hier, wo die kastenartige trennung der stände,
wie sie in Norddeutschland besteht, hinter der heiteren geselligkeit
des persönlichen verkehrs zurücktritt, wurde er weniger schroff em-
pfunden, und der bürgerliche dichter konnte den rittern erst ein
nachahmender genosse, dann ihr litterarischer erbe werden, unter
dessen händen die mhd. diehtung zwar ihre vorzüge, aber auch die
einseitige richtung auf verherrlichung des rittertums verlor und so
für den späteren übergang zur gemeindeutschen dichtung vorbereitet
wurde.
Eine wenigstens zum teil selbständige stellung behauptet die
1) In einem noch ungedruckten gedichte heisst es Ik enweyt nicht yfft du
hest gelesen Van dem werden Gamereth Wo dene de leue betwungen het Dat
siner, eyn morinne hadde gewalt Unde dat durch se de helt balt Maniger node syk
bewach (ms. germ. berol. oct. 186 bl. 48).
Kinleitung, | | | | x
geistlichkeit. Sie vermittelt der nationalen litteratur, was aus latei-
nischen büchern zu lernen ist, und gibt ihren sonderbestrebungen
durch behandlung ascetischer und legendarischer stoffe ausdruck. Im
übrigen lässt sie sich durch persönliche beziehungen zu litterarischer
tätigkeit bestimmen und durch die herrschende geschmacksrichtung
leiten. Am Rhein ist sie ritterlich gestimmt, in Sachsen zeigt wenig-
stens der niedere klerus vollständige gesinnungsgleichheit mit dem
bürgerstande, dem er entstammt. | |
Wir haben im einzelnen nachzuweisen, warum nur bürgerstand
und geistlichkeit die richtungen bestimmt haben, welche die mnd.
_ litteratur eingeschlagen hat.
In Süddeutschland galt von altersher der sächsische ritter
als roh und wild). Kreuzzüge und turniere führten ihn endlich in
die feineren kreise der fränkischen und bairischen standesgenossen,
der verkehr mit diesen erzeugte das bestreben ihnen nachzueifern,
zunächst in den formen des höfischen anstandes, dann auch in der
pflege höfischer poesie. Dichter und spielleute ziehen aus Süd-
deutschland bis an die küsten der Nord- und Ostsee, gern gesehene
gäste in dortigen schlössern?). Die lust am hören und der eigene
reiz, den der dichterlorber ausübt, wecken bald die lust zu eigenen
versuchen. Aber nicht in heimischer mundart, sondern in der hö-
fischen, fremden beginnt man zu dichten. Ist doch nicht allein die
dichtung der lehrer vorbild, auch ihre mundart dünkt feiner, vor-
nehmer zu sein, und gar zu gern mengt man oberdeutsche formen
unter die heimischen. Wer urkundensammlungen westfälischer und
niedersächsischer städte durchblättert, wird auf reichliche belege für
_ die ausgesprochene behauptung stossen. In schriftstücken, welche aus
den städtischen kanzleien hervorgegangen sind, pflegt man die mundart
rein zu finden, in ritterlichen urkunden dagegen verrät sich mehr und
mehr, und zunächst im binnenlande, das streben zum oberdeutschen?).
t) Vgl. Scherer, gesch. d. dtsch. dicht. im 11. u. 12. jh. s. 23.
?) Beziehungen mhd. dichter zu nordelbischen herren behandelt Müllenhoff,
Nordalbingische studien III (1846), s. 91--102.
®) Dabei ist jedoch n:cht ausser acht zu lassen, dass unter den urkunden,
welche städte ausgestellt haben, diesen gewiss eine grosse anzahl fertig geschrieben
von seiten der ritter zur unterschrift und zur untersiegelung vorgelegt war. Darüber
dass urkunden schon in alter zeit von den empfängern geschrieben und von den aus-
stellern nur untersiegeit sind, vergl. den aufsatz von Foltz über die siegel der
deutschen könige und kaiser im Neuen Archiv d, Ges. für ält, dtsch. Geschichts-
kunde III s. 15, wo es heisst “in gewissen perioden Ottos I. und vielleicht auch noch
später — die untersuchungen hierüber sind noch nicht zum abschluss gekommen —
gibt es originale, an denen auch nicht der kleinste teil von einem kanzleibeamten
geschrieben ist.’ Bemerkenswert ist ferner, dass an einer urkunde oft mehr wie
ein schreiber tätig gewesen sein kaun, einen fall aus späterer zeit erzählt Laurent
Aachener stadtrechnungen s. 43, für ältere zeit vgl. Sickel, acta karolinorum I,
s. 300. Auch der einfluss der formelbücher — der briefsteller des mittelalters —
anf den sprachlichen ausdruck der urkunden ist ebenso zu beachten wie der gewiss
häufige fall, dass die verschiedenen bei einer urkunde beteiligten parteien concepte
‘ mitbrachten und auf grundlage derselben über den wortlaut der aufzusetzenden ur-
kunde verhandelt wurde. |
b*
xo Einleitung.
So wurdo der mnd. dichtung die teilnahme fast des gesammten nord-
deutschen adels und die kraft einer anzahl männer ontrissen, welche
mit der fromden mundart ringend und anders gearteten dichtern
nachahmend sicher nicht das geleistet haben, was sie in heimischer
mundart, aus eigenor eigenart heraus, hätten schaffen können. So
Berthold von Holle, der im bistum Hildesheim zu hause war, und
sein älterer landsmann Eilhart von Oberge, Albrecht von Halberstadt,
Brun von Sconebeck, Eberhard Cersno aus Minden, der sachse Rume-
land, Herman der Damen, der westfale Johan von Soest!) u. a.
Soweit die geistlichkeit den rittern nahe stand, schloss auch
sie sich deren anschauungen an. Der dichter der für fürstlichen ge-
brauch verfassten braunschweigischen reimchronik ist in der höfischen
litteratur bewandert, er kennt Wolfram, den pfaffen Kunrad, vielleicht
auch die Encit?). Nehmen wir nun aber auch an, dass die sprache
des dichters wesentlich niederdeutsch gewesen sei und nur in wenigen
fällen oberdeutsche cintlüsse zeige, so ist cs doch bemerkenswert,
dass von den zwei handschriften, welche erhalten sind, die ältere —
nach Weilands ansicht dem dichter gleichzeitig und vielleicht hand-
exemplar eines braunschweigischen prinzen — hochdeutsch ist und
cine grosse zalıl formen enthält, welche wie das irrtümlich verschobene
werzscaph für wertscaph, zost für Yjost nur durch das erfolglose streben
die eigne mundart zu verläugnen entstanden sein können?). Hin-
widerum ist die jüngere hs., welche für bürgerliche Leser geschrieben
ist, niederdeutsch, trotzdem ihre vorlage hochdeutsch wart).
Das fahrende volk der spielleute, welche in der mhd. littera-
turgeschichte so bedeutungsvoll auftreten, wanderte auch in der nord-
deutschen tiefebene, der eine von ritter zu ritter, der andere in die
städte und mit den hansischen schifien zu den stapelplätzen des
deutschen handels. Wie sie sich von burg zu burg singen, schildert
das gedicht von Namelos, dass sie ‘gut für ehre’ nehmen, weiss auch
Gerhard’); zwei derselben, beflissen durch närrische nachahmung
ritterlichen tjostes heiterkeit zu erregen, sind in der livländischen
sammlung abgebildet‘). Als vorleser und bearbeiter mancher mnd.
dichtungen verrät sie die sich oft findende forderung, dem vorleser
einen frischen trunk zu reichen, besonders häufig im Flos der Wolfen-
i) Vgl. über ihn J. Grimm, kl, schriften V, s.468 und Martin in Zuchers
zeitschrift I, 3. 177. —
2) Vgl. Kohlmann, Die Braunschw. reimchronik auf ihre quellen geprüft.
Kiel, dissert., 1876 s. 12 und 3. — |
| 3) Vgl. die einleitung Weilands, Deutsche chroniken II, s. 457 f. —
*#) Ebds. s. 454 f.
5) Vgl. fab. 100. —
6) Auf bl. 66, der eine unbekleidet, der andere in gewändern, welche zur
hälfte rot, zur hälfte grün sind, beide auf steckenpferden und mit lanzen, welche an
der spitze anstatt fähnchen kleine windmülhlchen tragen, wie sie kinder sich aus
papier oder brettstückchen zu machen pflegen, um damit gegen den wiud zu laufen
und sie so in bewegung zu seizen. Eine andere zeichnung, auf bl. 67, enthält zwei
leute in bürgerlicher kleilung. Vgl. ferner mnd. wörterb. u. löispreker.
Einleitung. XIII
büttler sammlung, dessen schreiber und vorleser den durch die
erzählung in spannung versetzten zuhörern seinen durst in immer
kürzeren pausen kundtut, das erste mal, nachdem er über 500 verse
gelesen hatte, dann ertönt schon nach 400 We dit wil horen vortlesen
De schal dem leser drinken geven, dann dasselbe nach 300, 200 und
schliesslich nach 100 versen'). Manche schreiber haben dergleichen
die erzählung unterbrechende trunkforderungen in ihren abschriften
ausgelassen und nur zu schluss der einzelnen gedichte beibehalten,
wie z. b. der schreiber der Stockholmer sammlung, der jedoch, einmal
unachtsam abschreibend, mitten im Namelos v. 667 Me schenke und
geve uns drinken dan Ick wil ein ander heven an belassen hat.
Spielleute, welche aus Franken oder Baiern kamen, mögen man-
ches mhd. gedicht nach Sachsen mitgebracht haben. Aber weil für
die wahl dessen, was sie in nd. mundart sangen und sagten, nicht
ihre eigene neigung entschied, sondern der geschmack derer, von
denen sie ‘gabe gehrten’, so wurden nur solche stoffe von ihnen mnd.
bearbeitet, welche dem norddeutschen städter zusagten. Dafür durften
sie, oft weithergewandert, auf nachsicht rechnen, wenn formen fremder
mundart sich in ihr niederdeutsch mischten. Denn der häufige ver-
kehr mit verschieden redenden leuten hatte in jener zeit das ohr ge-
wöhnt, keinen anstoss an mundartlichen eigentümlichkeiten zu nehmen
und das verständnis dafür geschärft.
Wie die mnd. dichtung auf die gönnerschaft und mitwirkung
der edlen geschlechter hat verzichten müssen, so ist sie auch des
erbes der vorzeit, der deutschen heldensage, verlustig gegangen.
In mnd. gedichten fehlt es fast gänzlich an zeugnissen für die-
selbe. Gerhard 41,5 und Wolfenb. Esop 104,5 kennen alte sagen,
in denen schätze von drachen gehütet werden, und im Reineke Vos
wird an drei stellen Ermenrichs schatzes gedacht.
Mehr ausbeute gewähren die chroniken. Der Quedlinburger
annalist weiss im 11. jh. von Ermanerich zu erzählen und gedenkt'
der lieder, welche die bauern von Dietrich von Bern sangen. Ähn-
lich heisst es in einer Halberstädter chronik späterer zeit darumme
wart he geheten Diderik van Derne, unde is de Diderik, dar de bur
van singhet. Die sächsische weltchronik 135, 1 sagt zu der geschichte
Dietrichs i2 wirt vun eme manich logentale gedan?).. Was diese u. a.
stellen andeuten, dass die Dietrichssage in Norddeutschland überall
bekannt war, das versichert der verfasser der in nordischer sprache
niedergeschriebenen Thidrekssaga ausdrücklich’), Derselbe hat im
13. jh. von kaufleuten aus Bremen, Münster und Soest, welche nach
.) Genau gezählt vs. 589. 954. 1266. 1467. 1576.
Vgl. W. Grimm, deutsche heldensage, n. 18, 4. 48b. 124. 129. 1306, 1304,
166, Mullenhoff zeugnisse und exc. n. 30h. in Haupts zeitschr. 12, s. 373. —
®) Die auf die gewährsleute des verfassers bezüglichen stellen sind von W.
Grimm, heldensage n. 81, und Raszmann, deutsche heldensage II, s. V f. ge-
saınmelt, von Dörin g in Zachers zeitschr. II, s.3 ff. und bei Raszmann Nitlunga-
saga besprochen,
XIV Einleitung.
seiner heimat gekommen waren, sich die sage erzählen und ihre alten
gesänge mitteilen lassen.
‘Und wonn du’ sagt die vorrede ‘einen mann aus jeder stadt
im ganzen Sachsenlande nimnist, so werden alle diese sage auf die-.
selbe weise erzählen. Das bewirken ihre alten licder.’
Wie jene oben mitgeteilten stellen voraussetzen lassen, kannten
mönch und bürger diese sagen auch noch in späterer zeit, aber sie
sahen auf sie horab wie auf ammenmährchen, — logentale sagt eine
der chronikon — und die spielleute durfton die allbekannten ge-
schichten um so weniger zum vortrage bringen, als auch sie das
rittortum verhorrlichen halfen.
Nur der landmann hatto seino freude an den alten liedern.
Aber er hatte weder das bedürfnis noch die fähigkeit niederzuschreiben,
was er fost im gedächtnis besass, so dass wir nur einem günstigen
zufalle das erhaltene bruchstück eines Rosengartens, dessen sprache
nach Westfalen weist, verdanken können!). Die übrigen nd. gedichte,
welche stoffe der heldensage behandeln, stammen aus spätester zeit
und was von allen übrigen feststcht, dass sie nach hochdeutscher
vorlage gearbeitet sind, das wird wol auch von dem drucke von
1560 gelten, welcher als Ermanrikes dot neuerdings wieder ahge-
druckt ist?).
Zwei ständo also, die bürger und der niedere clerus, haben
allein die richtungen bestimmt, welche die mnd. litteratur einge-
schlagen hat. Wie beide stände für diesolbe wirksam gewesen sind,
bleibt uns darzulegen übrig.
Die norddeutschen kaufleute, welche mit dem auslande han-
delten, führten ihre schiffe zu günstig gelegenen landesstellen der
fremden küste, ebendahin brachten die einheimischen, was sie zum
austausche zu bieten hatten. Der verkehr centralisirte sich bald auf
bestimmte orte. Hier lagen stets in grosser anzahl schiffe der ver-
schiedensten deutschen see- und stromstädte vor anker. Die gemein-
samkeit des interesses führte vereinbarungen zu gegenseitiger förde-
rung, zu gegenseitigem schutze und zur errichtung eigener lagerräume
und wohngebäude herbei, und so entstanden die hansen in Wisby,
Bergen, London, Nowgorod, Reval usw., deren ausgedehnte höfe winter
wie sommer eine grosse anzahl deutscher kaufleute in sich vereinigten.
Das bedürfnis, die langeweile der winterabende, welche mit spiel
hinzubringen die hausordnung der hansen nicht immer gestattete?), zu
verkürzen, hiess jeden willkommen sein, der erzählungen vorlesen konnte,
wenn der unterhaltungsstoff, welchen gegenseitige mitteilung eigener
erlebnisse bot, erschöpft war.
!) Vgl. Haupts zeitschr. 5, s. 869 und Müllenhoff zur gesch der Nibelunge
not. s. 13 —
2) Konince Ermenrikes döt hg. von. K. Goedeke, Hannover 1851. Ueber je
ein nd, lied von Sigenot, Laurin und Siegfrid vgl. Goedeke, dtsch. dichtung im
mittelalter, s. 452. 522. 553.
®) Lappenberg urkundl. gesch. des stahlhofes in London s. 26.
Einleitung. | i XV
Die meisten erzählenden gedichte der mnd. litteratur sind zu
sammlungen vereinigt auf uns gekommen. Von der mehrzahl der
letzteren lässt sich beweisen, dass sie zur vorlesung bestimmte nieder-
schriften für im auslande weilende, also für hansische kaufleute
sind').
Das hartebok, eine jener sammlungen, ist, wie sichere über-
lieferung besagt, eigentum einer -kaufmannsgilde, deren mitglieder
nach den Niederlanden handelten, der Flanderfahrer gewesen, und
wie es scheint nach niederländischen quellen von einem geistlichen
gearbeitet, vielleicht von dem priester irgend eines hansischen
hofes?).
In der Stockholmer sammlung hat ein früherer besitzer an-
gemerkt, was er auf einer reise von ‘den schegen orde’ über Anclam
bis ‘to polstze’ für zehrung verausgabt hat?). Geschrieben aber soll
die hs. in Dänemark sein, denn für o ist mitunter das auch heute
noch im dänischen gebräuchliche o verwendet. Da es nun in Kopen-
hagen, Helsingör, Roskild auf Seeland, Swineborg (jetzt Svendborg)
auf Fühnen, Borlem und Aalborg auf Jütland deutsche kaufleute
gab, welche dort ansässig geworden?) und an den gebrauch der dä-
nischen sprache und schrift gewöhnt waren, so ist es immerhin mög-
lich, dass einer dieser kaufleute jene buchstabenformen sich auch in
einem deutschen buche hat entschlüpfen lassen. Doch kann der
schreiber auch ein Däne gewesen sein. Denn das niederdeutsche war
an den küsten des baltischen meeres allentlhalben bekannt, solange
der hansische städtebund durch handel und äussere machtstellung
dort herrschte. Zwischen den skandinavischen reichen und den deutschen
städten werden nd. briefe gewechselt, der dänische könig Waldemar IV.
hat nd. spottverse auf die hansa verfasst), dichtungen der in frage
stehenden hs., nämlich Flos und Namelos, sind in das schwedische
übersetzt worden?).
Die livländische sammlung”), jetzt in er königlichen biblio-
thek zu Berlin, ist wie mehrfache subscriptionen besagen i. j. 1431
in Livonia per manus Johannis geschrieben. ‘In Livonia’ — so hat
sicher kein eingeborner Livländer geschrieben, ebenso wenig wie ein
Stettiner oder Wolliner ein brief aus ‘in Pommern’ ohne angabe der
stadt, wo er schreibt, datiren würde. Wol aber konnte, wer zu
1) Den inhalt der einzelnen sammlungen verzeichnen Goedeke grundrisz
$ 99, wo jedoch die jütische und die Stockholmer zusammengeworfen sind, und
Oeste rley niederdeutsche dichtung s. II, IV. —
”) Abgedruckt in Staphorst, Hamburg. kirchengesch, I, 4, 175 ft, vgl.
Lappenberg in der zeitschr. für Hamburg. gesch. II (1847), s. 617. —
®) Vgl. Haupts zeitschr. 5, s. 405.
*) Beer geschichte des welthandels I, s. 258. —
5) Siehe Dahlmann, gesch. von Dännemark II, s. 12 —
e) @ findet sich auch in urkunden deutscher Ostseestädte, sein vorkommen allein
ist also noch nicht beweis für die dän. heimat der hs.
u N Beschrieben in Bibliotheca Hoffmanni Fallerslebensis, Leipzig 1846,
5 R ZEN
Pa. er Kr ze er a 3
XVI | Einleitung.
schiff von Deutschland nach Riga oder Reval gekommen war, sich so
ausdrücken.
Der schreiber der Wolfonbüttler sammlung gehört anscheinend
in die nachbarschaft des harzes, aber ihren zusammenhang mit den
übrigen sammlungen beweist der umstand, dass sie die gedichte
Kranichhals und Frauenlob!) mit dem Hartebok, Flos mit der Stock-
holmer und livländischen, den Theophilus zun teil mit der Stockholmer
sammlung gemeinsam hat.
Die erfahrung, welche man im auslande gemacht hatte, dass der
einzelne, welcher auf sich allein angewiesen allen gefahren preisgegeben
war, im verbande mit anderen schutz und förderung finde, wurde für die
heimatlichen verhältnisse fruchtbar. Die sächsichen, westfälischen
und die von ihnen colonisirten wendischen städte begannen sich in
engeren und weiteren verbänden zu einigen, stark durch gegenseitigen
schutz konnten sie den angriffen des adels ohne angst entgegensehen
und ihren blick auf die entwicklung ihrer gemeinwesen richten.
Rechtsbücher und chroniken?), gereimte und ungereimte, ent-
standen in einer fülle, die erstaunlich ist, aber während diese zweige
der prosalitteratur üppig emporschossen, trieb in den bürgerlichen
kreisen die poesie nur kümmerliche sprossen. Das historische lied?) '
ist fast das einzige, was sie vor der reformation hervorgebracht hat,
und auch in diesem kommt ausser selbstbewusstem gemeindesinn selten
anderes als der höhnende spott zum ausdruck, der über die feinde der
stadt ergossen wird. Daneben begegnet nur noch die gnomik, eine
dichtungsart, welche mehr dem intellectuellen als dem aesthetischen
genusse dient und welche in gleicher weise von weltlichen wie reli-
giösen dichtern gepflegt eine ansehnliche litteratur aufzuweisen hat.
Die handelsverbindung mit Flandern und die leichtigkeit, aus
der verwandten mundart in die heimische zu übertragen, veranlassten
vielfache bearbeitungen niederländischer werke. Mehr aber als die
weltliche entlehnte, wie wir sehen werden, die religiöse litteratur den
Niederlanden.
Bei weitem mehr denkmäler, als die bedürfnisse der bürger-
lichen kreise erzeugt haben, verdankt die mnd. litteratur den bestre-
bungen der religiösen vereine und besonders der brüderschaften des
gemeinsamen lebens, welche sich von Holland aus, wo sie im 14. jh.
entstanden waren, ziemlich schnell über Norddeutschland verbreiteten.
Der klerus hat zwar das grosse verdienst, dass mönche -und
priester die ersten gewesen sind, welche sich der mnd. volkssprache
zu umfangreichen werken bedienten, aber es waren doch nur aus-
nahmefälle, wenn sie dieselbe der lateinischen sprache vorzogen. Sie
schrieben deutsch, weil gönner es so wünschten oder weil ihre aus-
arbeitungen für religiöse genossenschaften, denen laien angehörten,
bestimmt waren.
1) Vgl. Vruwenlof etc. hg. von C. Schröder, Erlangen 1869, s. 3.
2) Eine übersicht der nd. reimchroniken bei Mone, quellen I, s. 218. —
®) Einen teil derselben verzeichnet Goedeke grundrisz $ 98.
Einleitung. | | | XVII
Im gegensatz dazu bedienten sich die brüderschaften des ge-
gemeinsamen lebens vorzugsweise der heimischen mundart‘). Sie
hatten es sich zur aufgabe gemacht, das religiöse leben der laien
“zu heben, und glaubten, dass belehrung in religiösen dingen am
ehesten dazu beitrage. Um diese geben zu können, trachteten sie
mit erfolg darnach, den gesammten unterricht in den städten, wo sie
sich niedergelassen hatten, in ihre hand zu bringen, und ein nicht
minderes gewicht wie auf den mündlichen unterricht legten sie auf
die belehrung durch bücher. Doch nicht nur die entstehung deut-
scher bücher veranlassten sie, in grossartiger weise sorgten sie auch
für ihre verbreitung. Gewerbsmässig wurde in den brüderhäusern das
abschreiben von büchern betrieben; als die kunst des buchdrucks
erfunden war, musste auch sie den bestrebungen der brüderschaften
dienen, und wo es nur angieng, setzten sie die presse in tätigkeit?).
Nachdem im schnellen aufschwunge sich die norddeutschen
städte reichtum und macht erworben hatten, begannen in dem neuen
geschlechte, das den kampf ums dasein nicht mehr zu kämpfen
hatte, sich bedürfnisse des geistes und herzens machtvoll geltend zu
‚machen, vor allem die des letztern. Denn als von der zweiten hälfte
des 14. jh. an wie strafgerichte gottes pest, erdbeben, überschwem-
mungen, teurungen Deutschland heimsuchten, der tod in schrecklicher
gestalt iiberall drohte, wuchs das verlangen das heil der seele zu
sichern, und wie man sich in dieser zeit zu jedwedem in zünften
und gilden zusammentat, trieb es männer wie frauen religiöse
vereinigungen zu bilden, um in gemeinsamer andacht trost zu
suchen?). |
Dem allgemeinen bedürfnis kamen die brüderschaften entgegen,
und weil der klerus dem bürger wolwollte und gegen dessen beleh-
rung nicht eingenommen war, litt er, dass jene übernahmen, wozu
er in seiner abgeschlossenheit selten neigung verspürte.
Das nächste ergebnis davon, dass die brüderschaften ihre
- litterarische wirksamkeit begonnen hatten, war die entstehung zahl-
loser erbauungsbücher in deutscher sprache, denn nach ihnen ver-
langte das religiöse bedürfnis der laien und man bedurfte ihrer auch
bei den andachten, zu denen sich in den brüderhäusern die mit-
glieder derselben mit laien vereinigten, welche der lateinischen spra-
che unkundig waren. |
1) Ueber die brüderschaften im allgemeinen ist besonders zu vergleichen
Delprat Verhandeling over de Broederschap van G. Grote ete. Utrecht 1830,
deutsch von Monike Leipzig 1840 und C. Ullmann Johann Wessel, Hamburg
1834 s. 389—448, über ihre anwendnng der volkssprache letzterer s. 428 ff.
?) Götze, ältere gesch. der buchdruckerkunst in Magdeburg. I (1872)s. 12 f.;
Lisch geschichte d. buchdruckerkunst in Mecklenburg, im 4. jahrg. der Jahrbücher
des vereins für mekl. gesch. (1839). —
®) Vgl. Wackernagel in Haupts zeitschr. 9, s. 302. Die litteratur über
die religiösen vereine verzeichnet Ullmann s. 391. Unter ihnen treten am bedeutend-
sten die beguinenvereine hervor, welche schon, bevor die brüderschaften ihre wirk-
samkeit begannen, nach gründung von schulen strebten. | |
XVIUI Einleitung.
Besonderer erwähnung verdienen ihrer zahlreichen handschriften
und drucke wegen die nd. bearbeitungen der horae canonicae.
Das regelmässige gebet aus derselben war den klerikern zur pflicht
gemacht, hohen himmlischen lohn sicherten sie sich dadurch, während
auf der anderen seite unterlassung auch nur einer hore für tot-
sünde galt. Die religiösen vereine suchten das mönchtum in freier
weise nachzuahmen, um gleich ihm höhere anrechte auf dereinstige
seligkeit zu besitzen, sie nahmen deshalb die horenandacht auf und
beteten sie, weil ihnen die kenntnis der lateinischen bücher abgieng,
aus deutschen büchern.
Nachhaltigere wirkungen versprachen sich die brüderschaften
von der belehrenden litteratur. Verdeutschungen der bibel und ein-
zelner bücher derselben, legenden und heiligenleben, welche vorbilder
für das eigene leben zeigen sollten, abhandlungen über die sünden,
anweisungen zu christlichem leben und zur beobachtung guter sitten!)
udgl. wurden in rascher folge veröffentlicht. Bemerkenswert ist
dabei, dass die moralische litteratur die dogmatische überwiegt. Es
entspricht dies vollständig dem wesen der brüderschaften, welche von
der im klerus gern gepflogenen dialektik über dogmatische streit-
fragen und von kasteiender ascese gleich weit entfernt den schwer-
punkt des religiösen zusammenlebens nicht in eine speculative, son-
dern praktische tätigkeit verlegen.
Die brüderschaften waren von Holland über Emmerich Münster
Köln usw. in Deutschland eingewandert, so komnit es, dass einer an-
zahl mnd. dichtungen rheinische, anderen holländische quellen zu
grunde liegen, und umgekehrt die verbindungen zwischen den ein-
zelnen brüderhäusern bewirken, dass nd. bücher an den Rhein und
nach Holland gelangen.
Noch bedeutungsvoller als ihre eigenen leistungen sind die fol-
gen ihres wirkens. Die stadt- und domschulen Norddeutschlands,
ohnehin des hohen schulgeldes wegen nur für wenige zugänglich, be-
fanden sich in trauriger verfassung. Die brüderschaften dagegen
lehrten unentgeltlich, ihre unterrichtsanstalten wurden von viel hun-
derten besucht und ein lebendiges streben herrschte unter ihren
schülern, so dass auch diese träger der bestrebungen wurden, welche
die lehrer beseelten, und belehrung in weiten kreisen verbreiteten.
Viele errangen auch die weihen, traten zu dem geistlichen stande
über und trugen in ihn mannigfache anregung hinein, durch deutsche
schriften für die belehrung des volkes zu wirken.
| Die nd. werke, welche die vereinigte tätigkeit geistlicher und
bürgerlicher schriftsteller in den letzten fünfzig jahren vor der re-
formation geschaffen hat, können durch ihre menge staunen erregen.
Der oberdeutschen litteratur derselben zeit stehen sie nach durch
1) und äusseren anstandes, weshalb auch tischzuchten udgl. litteratur die
brüderschaften förderten. Bei ihren mahlzeiten war jedesmal einer corrector errorum
in mensa, der die unziemlichkeiten zu rügen hatte, die bei tische vorfielen. Ull-
mann 8, 424,
Einleitung. XIX
den mangel selbständiger dichterischer leistungen wie überhaupt durch
die vornachlässigung eigener stofferfindung. Dagegen gebührt ihnen
der vorzug in stilistischer beziehung. Der sprachliche ausdruck ist
treffend und ungesucht, die perioden sind durchsichtig, die ganze rede
fliessend und, wo nicht der stoff zur trockenheit zwingt, munter und
lebendig. Auch das ist bemerkenswert, dass von Westfalen bis
Livland eine ziemlich reine und einheitliche mundart herrscht, wäh-
rend bei den hochdeutschen schriftstellern jener zeit sich starke dia-
lektische abweichungen geltend machen.
Die trennung der mnd. litteraturentwicklung von der süd- und
mitteldeutschen , welche der gegensatz von ritter- und bürgertum
verschuldet hatte, wurde durch einen höheren gegensatz aufgehoben.
Dieser gegensatz war der religiöse, der gegensatz von prote-
stantismus und katholicismus.. In ihm geht das geistige leben
Norddeutschlands im 16. jh. auf, nicht weniger als etwa 117 von
188 nd. druckwerken der jahre 1520—1530 sind durch ihn hervor-
gerufen!), er hat zur folge, dass die norddeutschen städte von der
Wittenberger universität ihre prediger und rektoren erhalten, und die
sprache derselben in der schule, der kirche, den kanzleien und weiter
sich einbürgert. |
Von da ab vereinigt die gemeinsame schriftsprache die litteratur-
bestrebungen von Nord- und Süddeutschland, und ersteres erhält,
zumeist durch kritik und doktrin, entscheidenden einfluss auf die
entwicklung unserer nationallitteratur.
Von dem umrisse, den wir gezeichnet haben, waren für das
verständnis und die würdigung Gerhards vou Minden nur einzelne
züge notwendig, aber wir gaben auch die übrigen, weil sie nur im
zusammenhange mit diesen verständlich sind. : Ehe wir jedoch auf
die stellung, welche Gerhard in der mnd. litteratur einnimmt, unseren
blick richten, sind noch die fragen zu erledigen, welche uns in den
nächsten abschnitten beschäftigen werden.
IL,
Ist Gerhard von Minden der verfasser ?
Die beiden grossen fabelwerke, die uns in mnd. sprache erhalten
sind, ein in einer Wolfenbüttler handschrift überlieferter Esop und der
in dem vorliegenden bande herausgegebene dichter, stehen in einem
nahen verhältnisse zu einander. Denn wie an späterer stelle gezeigt
werden wird, kann es keinem zweifel unterliegen, dass der letztere den
ersteren an vielen stellen benutzt, an manchen geradezu ausgeschrieben
hat, dass also der Wolfenbüttler Esop von beiden der ältere, wahr-
scheinlich derjenige ist, der zuerst einen mnd. Esop dichtete.
1) Meiner zählung liegen die angaben in Schellers bücherkunde zu grunde,
XX Einleitung.
Als dichter des anderen, jüngeren gilt nach der allgemeinen
und wie ich glaubo irrtümlichen ansicht der Decan Gerhard, dessen
das vorwort gedenkt. In diesem wird erzählt, dass Acsop der erste
gowesen sei, der fabeln geschrieben habe, später seien diese in das
lateinische übersetzt und nach England hin gelangt, vs. 33 fährt dann
der dichter fort
Sint heft an dudesch ök ein here
ein del bracht dusser besten mere.
Gerard heit he unde was deken
to Minden. So we ök spreken
wolde dat al sunder wän,
dat vun Godes bort do weren gän
dusent unde drehundert jär
unde seventich, de hedde wär.
(enau genommen ist in diesen versen nur gesagt, dass ein ge-
wisser Gerhard, der in Minden decan war, einen deutschen Esop
nach lateinischer vorlage gedichtet und denselben im jahre 1370 ent-
weder verfasst oder beendet hat. Ob dieser Esop aber der vorliegende
oder ein anderer sei, ist aus der angeführten stelle nicht mit sicher-
heit zu entnehmen.
| Die seitherige ansicht, dass der verfasser, wie das sonst in an-
deren dichtungen nicht selten ist, in dritter person von sich berichtet
habe und der genannte Gerhard sei, zu widerlegen wird möglich sein,
wenn der nachweis geführt werden kann, dass das ihm zugeschriebene
werk weder nach Minden weist noch ums jahr 1370 sondern bedeutend
später verfasst ist.
- Gegen Minden als entstehungsort der dichtung lässt sich nur
zweierlei anführen, zwar unbedeutende sächelchen, aber der art, dass
sie-nicht dadurch sich erklären, dass der dichter, in anderer gegend
geboren, sich in Minden seines heimischen dialektes bedient habe.
Fab. 94 erzählt der dichter, wie ein frosch sich für einen arzt
ausgegeben habe, und gebraucht für frosch das nd. pogye, hält es je-
doch für notwendig das genannte wort seinen lesern zu erläutern,
denen es also unbekannt gewesen sein muss, was auch dadurch be-
stätigt wird, dass ein abschreiber sich veranlasst gesehen hat, g»ogge
durch ein beigeschriebenes ufse zu erklären, ein glossem, das später
in den text geraten ist. In der tat gibt es nd. gegenden, wo das
wort pogge gänzlich unbekannt ist, zu diesen gehört aber nicht das
bistum Minden. Vergl. zu fab. 94, 1—3.
Fab. 13, 1—9 fühlt sich der dichter ferner veranlasst, seine
erzählung, dass ein rabe einen käse im schnabel fortgetragen habe,
durch die versicherung glaubhaft zu machen — dat men spreke nicht
von mi sagt er dat dut bök al ein logene si -—— dass es gegenden gäbe,
wo man aus der milch einer kuh nicht wie in Friesland einen ein-
zigen, sondern viele, in Thüringen und Hessen an hundert kleine
käse bereite. Diese auslassung zwingt zu der annahme, dass in der
gegend, wo Gerhard seine leser dachte, nur käse wie die holländischen
Einleitung. | xxi
von grossen gewichte bekannt waren. Im mindenschen werden, wie
ich höre, von den bauren kleinere käse bereitet, und so weist auch
dieses — denn die zähigkeit des niederdeutschen landmanns in be-
wahrung alter gewohnheiten ist bekannt — auf eine andere heimat
der dichtung hin, oder aber man müsste annehmen, dass Gerhard in
Minden dichtete, der herr aber (vgl. fab. 76, 1) für den er schrieb,
weit davon entfernt wohnte, und Gerhard auf ihn rücksicht nahm.
Vollständig beweisend ist der nachweis, dass die dichtung nicht
in das jahr 1370, sondern in das erste jahrzchnt des 15. jahrhunderts
und wahrscheinlich in die jahre 1402—1404 gehört.
Der verfasser versichert unmittelbar aus den munde des königs
Waldemar von Dänemark und zwar vor etwa fünfzig jahren die er-
zählung, welche fab. 89 zu grunde liegt, dereinst gehört zu haben,
was also, wenn der verfasser um 1370 dichtete, ums jahr 1320 ge-
schehen sein müsste. Gemeint kann aber nur Waldemar IV. sein,
der erst 1340 zur regierung kam und 1375 starb. Nun wäre aller-
dings, wie Wiggert annimmt, denkbar, dass Waldemar als prinz die
fabel erzählt hätte und von dem dichter mit dem nachmaligen titel
genannt würde, wenn nicht folgende tatsache diese annahme wider-
legte. | |
Der dichter hat dies erzählte begebnis von könig Waldemar an
demselben orte vernommen, wo es sich ereignet hatte, an einer stelle
der dänischen küste. Nach Dänemark ist aber Waldemar, der seine
jugend am hofe Karls IV. in Böhmen verlebt hat, erst nach dem tode
seines ihm feindlichen vorgängers zurückgekehrt, um den thron in
anspruch zu nehmen, die fabel kann also, da das im j. 1340 geschah,
nicht vor 1390 gedichtet sein.
Befreit von dem zwange die erklärung der historischen bezüge,
welche sich in den fabeln finden, in der geschichte der zeit vor 1370
zu suchen, werden zwei stellen der fab. 102 verständlich und geben
hinwiederum genaueren aufschluss über die zeit, in der die dichtung
entstanden ist. |
Fab. 102, 65 sagt der nussbaum: ‘lieber will ich starke schläge
erdulden, als ein böhmischer könig in Dänemark sein, denn dann
müsste ich bald sterben.” In diesen worten liegt eine anspielung auf
eine begebenheit, welche, weil sie ohne einfluss auf den gang der
geschichte geblieben ist, in den geschichtsbüchern kaum berührt ist,
dio aber der umstände wegen, unter denen sie vor sich gieng, in
ganz Norddeutschland seiner zeit grosses aufsehen gemacht hat und
überall bekannt geworden war.
Der erbe der gesammten skandinavischen reiche, der junge
könig Oluf, war i. j. 1397 schnell und plötzlich gestorben, vergiftet
von seiner herrschsüchtigen mutter Margarete, wie einige glaubten,
andere behaupteten dagegen, er sei nur verschwunden, eines tages
werde er wıiederkehren, um sein erbe anzutreten. Ein böhme, der
sohn eines bauern in Eger, dem verstorbenen Oluf aufs täuschendste
ähnlich und von norwegischen kauflouten, die ihn in Thorn sahen,
xx / Einleitung.
für jenen gehalten, gab sich für ihn aus und gieng unter zusicherung
freien geleites und dem versprechen, wenn er wirklich könig Oluf
wäre, in seine rechte eingesetzt zu werden, nach Dänemark. Bei der
angestellten untersuchung stellte sich dann freilich, wie es heisst,
heraus, dass er nicht cinmal der sprache seiner vorgeblichen heimat
mächtig war, und auf befehl der königin Margarete ward er zu
Michaelis 1402 zwischen Skansr und Falsterbode verbrannt. Bei
Skanor befand sich das fischerlager der hansen, die dorthin jährlich
zwischen Johannis und Martini aus allen küstenstädten ihre schiffe
schickten. Unter den augen der hansischen fischer fand also die
verbrennung des unglücklichen statt, und wenig wochen später
musste die kunde davon an den küsten und die ströme Deutschlands
hinauf sich verbreiten, so dass frühestens zu ende des jahres 1402
Gerhard auf den böhmischen kronprätendenten, der in Dänemark an-
statt eines thrones einen schnollen tod gefunden hatte, den nussbaum,
der die königliche ehre ausschlug, anspielen lassen konnte!).
In dieselbe zeit verweist eine andere stelle, welche auf die i.
j. 1400 erfolgte wahl Ruprechts von der Pfalz zum deutschen könige
bezug nimmt. Fab. 102, 135 heisst es:
De van den schopen is genomen
de is nu to dem konninkrike komen.
Im gegensatze zu seinen vorgängern war Ruprecht, kurfürst
von der Pfalz, nicht aus königlichem geschlechte und auf seino wahl
zum könige kann der bramber, dem der vorwurf gemacht wird, den
bäumen nicht ebenbürtig zu sein, in der fabel wol hinweisen. Mit
schopen sind die rheinischen kurfürsten gemeint, welche (der erz-
bischof von Mainz als vorsitzender, die übrigen drei als beisitzer oder
schöffen) am 20. august 1400 über könig Wenzel ‘in gerichtes stad’
erkannt und ihn durch ihr ‘urteil und sententie’ für abgesetzt erklärt
haben. Die richterliche bedeutung tritt ausserdem noch gerade bei den
kurfürsten von der Pfalz (pfalzgrafen vom Rhein) darin hervor, dass
der kaiser nur bei ihnen gerichtlich belangt werden konnte und sie
reichsvicare d. i. vertreter des kaisers im falle seiner abwesenheit
oder einer sedisvacanz innerhalb der lande fränkischen rechtes sind.
Fassen wir zusammen, was sich ergeben hat. Wenn Gerhard
der verfasser des ihm beigelegten werkes wäre, so müsste dieses in
Minden 1370 gedichtet sein. Es zeigte sich aber, dass der dichter
andere leser als Mindensche voraussetzte, ferner dass die fabeln nicht
1370, sondern viel später gedichtet sind.
| Gerhard von Minden kann also nicht der verfasser der ihm bis-
her zugeschriebenen fabeln sein, sondern muss ein anderes, älteres
'fabelwerk verfasst haben. Es kann nach dem oben gesagten nicht
zweifelhaft sein, dass dieses werk in dem Wolfenbüttler Esop erhalten
1) Jahrbücher Johannes Lindenblatts heraus. von Voigt und Schubert,
Königsberg 1823, s. 153. 154; Grautoff Lübeckische chron. II, s. 468; Jahn
Danmarks historie under unionskongerne, Kjobenhavn 1835, s. 39; Dahlmann,
gesch, Dännemarks III, s. 150.
Einleitung. | | XXIn
ist, denn wenn der dichter in dem vorworte sich nicht selbst genannt
hat, so kann er nur die absicht gehabt haben, wenigstens durch
lobende erwähnung den von ihm oft geplünderten verfasser des äl-
teren werkes zu entschädigen, oder, wenn er nach dem vorgange der
lateinischen fabelschreiber daran keinen anstoss nahm, der wahrheit
gemäss zu bekennen, dass nicht er, sondern jener Gerhard von Minden
der erste (ihm bekannte) deutsche fabelschreiber sei.
Ich habe in der vorstehenden untersuchung eine möglichkeit
ausser acht gelassen, welche für die frage nicht ohne bedeutung ist,
nämlich den fall, dass der dichter das vorwort i. j. 1370 verfasst und
zu der ausarbeitung der fabeln mehr wie dreissig jahre gebraucht hat.
Ich glaube nicht, dass man dieser möglichkeit auch nur geringe
wahrscheinlichkeit beilegen wird, aber ich kann mich irren und habe
mich deshalb gescheut auf dem titel dieses bandes Gerhards namen
fortzulassen und etwa ‘Magdeburger Esop’ zu setzen, wie ich mich
auch in einleitung und anmerkungen Gerhards namen in hergebrachter
weise bedient habe.
II.
Die lateinischen fabelbücher.
Der nächste abschnitt wird von den quellen Gerhards handeln,
grösstenteils lateinischen fabelbüchern, und es wird die kenntnis des
verhältnisses, in dem diese zu einander stehen, bei unserer unter-
suchung vorausgesetzt werden müssen, weshalb ich das wesentliche
darüber berichte.
Das mittelalter hat nur wenige fabeln selbständig erfunden und
sich begnügt, die ihm durch eine prosaparaphrase des Phaedrus
bekannt gewordenen aesopischen fabeln sowie die des Avianus
immer von neuem in geänderter form zu erzählen, prosa ward versi-
ficiert, verse wurden wieder zu prosa, der eine bearbeiter kürzt, der
andere schmückt aus, und auch die zahl und auswahl der fabeln
schafft verschiedenheiten zwischen den einzelnen sammlungen.
Aesopus selbst und Phaedrus waren verschollene bücher, für
unseren zweck kommen also nur ihre mittelalterlichen bearbeitungen
in betracht.
Der sog. Romulus ist die älteste derselben, eine sammlung von
80 in prosa erzählten fabeln, welche, wie ein das vorwort vertretender
brief sagt, ein gewisser Romulus zum gebrauch für seinen sohn ver-
anstaltet hat. Die erzählung in denselben ist verhältnissmässig
knapp und schliesst sich in inhalt und wendungen an Phaedrus an.
Anonymus Neveleti. Aus den fabeln des Romulus entstand,
wahrscheinlich im 12. jh., eine sammlung von 60 fabeln in ele-
gischen versen, deren dichter unbekannt ist und welche nach Nevelet,
von dem sie in seiner Mythologia aesopica 1610 von neuem zum
xXXIV Einleitung,
abdruck gebracht waren, benannt sind. Die erzählung tritt in ihnen
hinter rhetorischen wendungen zurück, so dass oft nur wenig von ihr
übrig bleibt.
Aesopus moralisatus. Die schwierigkeit die erzählung in den
fabeln des Nevelet, welche sich durch ihre form und sprache für
memorirübungen in den schulen!) empfohlen und deswegen grosse
verbreitung gefunden hatten, im richtigen zusammenhange zu ver-
stehen, führte dazu die erzählung hinter einer jeden fabel in prosa
zu wiederholen, und schon in einer der ältesten handschriften, dem
Berliner cod. ms. lat. 8° n. 87. finden sich solche kurze inhaltsan-
gaben, bei deren anfertigung die paraphrase des Romulus benutzt
und dessen prologus entlehnt ist. Später gewann die prosa an aus-
dehnung, sie gieng auf einzelheiten der erzählung näher ein, auch
die moralische nutzanwendung wurde als moralitas utilitas allegoria
erweitert, ebenso der prolog des Romulus, der hier zum römischen
kaiser wird und dessen fabeln der könig Alfred in das englische soll
haben übersetzen lassen. Diese bearbeitung erfreute sich grosser
verbreitung, als Aesopus moralisatus, Arsopus cum commento usw. ist
sie bis 1500 in nicht weniger als etwa 40 ausgaben gedruckt worden,
von denen ein grosser teil auf Köln und die Niederlande kommt, 11
allein aus Deventer stammen, dem hauptsitze der brüderschaften des
gemeinsamen lebens, welche hier eine berühmte und stark besuchte
lateinische schule besassen, in der ohne zweifel nach dem Aesopus
moralisatus unterrichtet wurde. Zu bemerken ist, dass die ver-
schiedenen drucke häufig dadurch von einander abweichen, dass worte
und sätze, die sich in dem einen finden, in dem anderen fehlen.
Besonders ist das der fall innerhalb der moralischen anwendungen,
es müssen also diese für die drucke erweitert sein und in den hand-
schriften der zeit, in welcher der sogen. Gerhard von Minden lebte,
einfachere gestalt gehabt haben.
- Erweiterter Romulus (Aomulus Gottingensis, Romulus Roberti).
Lesern, welche in den fabeln nur unterhaltung suchten, konnte nichts
daran liegen in ihren exemplaren die verse des anonymus neben der
. allein gelesenen paraphrase und mit dieser verbunden lange morali-
sationen zu finden, dagegen musste sich ihr bestreben auf eine mög-
lichst reichhaltige sammlung richten. Der Romulus hatte den vor-
zug mehr fabeln zu bieten als der anonymus, er stand ihm in der
als Aesopus moralisatus bekannten bearbeitung aber darin nach, dass
seine erzählungen zu knapp gehalten waren. Es wurden deshalb die
fabeln des Romulus mit benutzung und nach dem vorbilde der para-
phrase im Aesopus moral. umgearbeitet, und ihnen eine anzahl
fabeln aus z. t. unbekannten quellen hinzugefügt. So entstand ein
1) Schon in Eberhardi Bethuniensis (a. 1212) verzeichnisse von schulautoren
wird der anonymus unter der benennung Aesopus aufgeführt, und noch Lilius Gy-
raldus, geboren 1479, nennt diese fuabeln das gemeinste schulbuch zur zeit seiner
jugend. Both in s, aufsatze Die mittelalterl. sammlungen lat, tierfabeln. Philologus
I, (1846) s. 526, 0 Ä ja |
_ Einleitung. Eh m: xxV
neuer Romulus, der sowol durch die zalıl seiner fabeln als auch durch
breitere ausführung der einzelnen erzählungen von dem alten wesent-
lich abweicht, und von dem bis jetzt drei handschriften bekannt
sind, zwei Pariser, aus welchen Robert in seinen Fables inedites
des XIIe XIIIe et XIVe siöcles et fables de La Fontaine, Paris 1825,
tom. II, 547—562 eine anzahl fabeln veröffentlicht hat, und eine
Göttinger, cod. theol. 140 fol., über welche Oesterley in seinem
Romulus s. XXXI ff. und s. 102—121 mitteilungen gemacht hat.
Dieser erweiterte Romulus stimmt stellenweise mit der paraphrase
des Aesopus moral. wörtlich überein, eine benutzung des einen durch
den anderen hat also sicher stattgefunden, und zwar hat, wie ich.
glaube, der compilator, welchem wir den erweiterten Romulus ver-
danken, entlehnt, selbstverständlich nicht aus einem texte, wie ihn
die drucke des Aesopus moral. bieten, aber doch aus einer älteren
handschrift, welche den drucken sehr ähnlich war. Bei dem mangel
einer grösseren zahl von handschriften bin ich ausser stande meine
ansicht beweisen zu können, aber ich möchte wenigstens auf einen
punkt hinweisen. Die erste fabel des Romulus Gotting. handelt
ebenso wie der ursprüngliche Romulus fab. 1 von hahn und perle,
trotzdem ist sie de gallo et iaspide überschrieben, was nur zum ano-
nymus stimmt und deshalb wol auch aus ihm stammt.
Avianus. Der zweite der römischen dichter, aus welchen die
mittelalterlichen fabelerzähler schöpfen, war Avianus, dessen werk
zwar in zahlreichen handschriften verbreitet war, daneben aber auch
ähnliche bearbeitungen erfahren hat wie die fabeln des Phaedrus.
Avianus paraphrase. Das gleiche bedürfnis wie beim anonymus
Neveleti rief prosaische inhaltsangaben der avianischen fabeln hervor.
Dieselben sind in den handschriften, aus welchen Fröhner in seiner
ausgabe des Avianus, Leipzig 1862, beispiele mitgeteilt hat, noch
kurz, in dem drucke Apologus Aviani, (Daventriae) 1494. 4° dagegen
ganz in der weise des Aesopus moral. ausgeführt.
Ein Prosaavianus ist endlich im unmittelbaren anschluss an
den erweiterten Romulus in der oben erwähnten Göttinger handschrift
enthalten.
IV.
Die quellen Gerhards.
In der einleitung zum Romulus hat Oesterley s. XXIX. die
behauptung aufgestellt, die quelle Gerhards wie des Wolfenbüttler
Esops sei ein vermehrter Romulus der art gewesen, wie er in der
Göttinger fassung vorliege, die annahme einer oder mehrerer quellen
anderer art erscheine völlig ausgeschlossen, und giebt als grund zu
dieser annahme grosse übereinstimmung in der reihenfolge der fabeln
und augenscheinliche benutzung des im Romulus Gotting. sich findenden
prologus an.
c
Ten
XXVI Einleitung.
Was den Wolfenbüttler Esop betrifft, so ist die annahme einer
einzigen quelle und zwar der genannten art richtig, er stimmt im
gange und in den zügen der erzählung mit dem Romulus Gotting.
durchweg überein und bietet nichts, was auf benutzung anderer
quellen deutet, wenn von dem prolog und drei fabeln abgesehen
wird. Letztere finden sich im Romulus Gotting. nicht und ersteren
hat der prolog in derselben form als quelle vorgelegen, in welcher
ihn der ursprüngliche Romulus bietet. Wir werden demzufolge als
quelle des. Wolfenbüttler Esops einen Romulus anzunehmen haben,
der im allgemeinen dem Romulus Gotting. ganz gleich war, aber
einige in ihm fehlende fabeln und den prologus in aiter fassung
enthielt.
Weniger einfach ist die frage nach den quellen, welche Gerhard
benutzt hat, und nicht eine einzige, sondern eine ganze reihe derselben
wird ihm die untersuchung nachweisen können.
1. Aesopus moralisatus. Die behauptung, dass dem dichter als
er sein vorwort schrieb der prologus des Romulus Gotting. vorgelegen
habe, ist insofern richtig, als man nicht wie Oesterley die weitere
folgerung daraus zieht, dass er diesen prologus eben aus einem er-
weiterten Romulus kennen gelernt haben müsse. Andernfalls müsste
der nachweis geführt werden können, dass dem dichter ein anderes
fabelwerk, welches denselben prologus enthält, der Aesopus moralisatus
unbekannt gewesen sei. Ganz im gegenteil ergiebt sich gerade
dieser als quelle für das vorwort zu erkennen. In ihm schliesst
sich, was im Romulus nicht der fall ist, an den prosaischen prologus
mit historischen angaben eine aus dem anonymus Neveleti stammende
auseinandersetzung in elegischen versen über das vergnügen und den
nutzen, welchen die leser aus den fabeln schöpfen können. Dieses
im Romulus fehlende stück hat Gerhard augenscheinlich benutzt, wie
die vergleichung mit dem in den anmerkungen abgedruckten latei-
nischen texte und besonders der schluss zeigt:
Verborum lenitas morum fert pondus honestum,
et nucleum celat arıda testa bonum.
De lichten wort an lichter mere
de dreget dicke doget unde ere.
An dorrer schellen schulet gerne
wolsmeckende unde sote kerne.
Es ist in den anmerkungen zu den einzelnen fabeln nachge-
wiesen wie oft Gerhard aus dem Aesopus moralisatus geschöpft hat
und es erübrigt hier nur zu bemerken, dass besonders die prosaische
paraphrase und zumeist ihre moralisationen herangezogen sind. Die
an erzählungsstoff armen distichen sind eigentlich nur im vorwort
stark benutzt, in den fabeln nur selten z. b. zu fab. 30, 34 ff.
Sis meu simque tuus, nos decet aequus amor,
Vivere non vellem, nist mecum vivere velles
Tu mihi sola salus, tu mihi sola quies.
Du bist min unde ik bin din
Einleitung. XXVo
nicht ane di wil ik wesen
nicht ane di mach ik nesen —
du bist mi lef also min l,if
du bist min tröst unde al min raste —-
2. Wolfenbüttler Esop. Bei sonstiger grosser verschiedenheit
stimmen stellenweise Gerhard und der Wolfenb. Esop so wörtlich mit
einander überein, dass an eine zufällige durch benutzung derselben
quelle etwa erklärliche gleichheit nicht zu denken ist, und eine ent-
lehnung vorliegen muss, die sich, abgesehen von dem erzählungsstoff,
im allgemeinen nur auf einzelne verse erstreckt, vereinzelt aber auch
grössere ausdehnung annimmt, man vergleiche nur Gerhard fab. 37
mit dem in den anmerkungen abgedruckten entsprechenden stücke
aus dem Wolfenb. Esop. Noch mehr stimmen Gerhard fab. 96 und
Wolfenb. Esop. fab. 88, wo die abweichungen — sie sind in den an-
merkungen mitgeteilt — nicht bedeutender sind als in verschiedenen
handschriften manches alten dichters.
Darüber kann kein zweifel sein, dass Gorhard entlebnt hat und
der Wolfenb. Esop der ältere ist. Gerhard beginnt fab. 102, 63 die
moral
Men secht dat de bräm bedude
de snoden dunkelguden lude.
der Wolfenb. Esop fab. 93, 85
By dissem brame ik bedude
Valsche dunkelgude lude.
Mehr beweist noch eine vergleichung beider mit den quellen. Wäh-
rend, wie schon oben bemerkt ist, nirgends sich im Wolfenb. Esop
sachen finden, die aus anderer quelle wie dem Romulus Gotting.
stammen, ist Gerhard voll von solchen, und wo das auch immer der
fall ist, weichen beide von einander ab. Auch enthält der Wolfenb.
Esop. gemeinsam mit dem Romulus Gotting. eine anzahl fabeln, die
bei Gerhard fehlen, also nicht von ihm entlehnt sein können.
3. Erweiterter Romulus. Bei dem abhängigkeitsverhältnisse
Gerhards zum Wolfenb. Esop ist es kein wunder, wenn eine ver-
gleichung der niederdeutschen dichter mit dem Romulus Gotting.,
angestellt zu dem zwecke, zu sammeln, was von den angaben des
Romulus sich nur in einem der deutschen dichter findet, viele stellen
aus dem Wolfenb. Esop ergiebt, im Gerhard im allgemeinen nur
solche, die aus dem mit dem Romulus Gotting. oft gleichlautenden
Aesopus moral. geschöpft sind oder sein können. Daneben findet
sich jedoch, dass Gerhard und der erweiterte Romulus einigemal
übereintreffen, wo weder der Wolfenb. Esop noch der Aesopus moral.
vermittelt haben können, eine übereinstimmung, welche beweist, dass
der lateinische text eines erweiterten Romulus Gerhard zur Hand
war und hin und wieder benutzt worden ist. Fab. 38 z. b. ist von
Gerhard nach Wolfenb. Esop. fab. 101 bearbeitet, wie die herüber-
nahme mancher wendung beweist. Dagegen zeigt v. 60 :k mane di
bi dem hagedorne darbi etc. unverkennbar die benutzung von Romulus
c*
XXVIl Einleitung.
app. 35 moneo te per albam spinam quae nostri foederis est testis et
obses. Der Wolfenb. Eosp 101, 47 hat Ik mane dik diner stolten
wort, De ık van diık hän gehört. |
Fab. 80 behauptet der fuchs, als er beschuldigt wird, das herz
des hirsches gefressen zu haben, letzterer hätte überhaupt kein herz,
denn sonst wäre derselbe, da er dreimal gelegenheit zur überlegung
gehabt hätte, sicher nicht zum löwen gekommen (Gt hebbet dit vil
wol gehört, Do me den hert nu tastede an Wo he berät jo dries wan
Unde hedde vor uns jo wol genesen Hedde an om 5j0o hertes icht ge-
wesen). Worin diese dreimalige gelegenheit bestand, ist nicht er-
zählt, und da die betreffende äusserung des fuchses im Wolfenb.
Esop fehlt, wird die ganze stelle erst durch die vergleichung des
erweiterten Romulus verständlich, den Gerhard hier benutzt. haben
muss. Vergl. zu fab. 80, 55.
Die drei genannten quellen sind mit einander nah verwandt
und enthalten z. t. ‘dieselben fabeln. Gerhard hat nun bei der be-
arbeitung dieser fabeln sich nicht auf die bonutzung einer einzigen
quelle und die getreue wiedergabe der überlieferten erzählung be-
schränkt, sondern hat in freister weise aus jeder vorlage ausgewählt,
in contaminirendem verfahren teile und züge der verschiedenen ihm
vorliegenden fassungen mit einander verbunden und nicht selten nach
eigener erfindung geändert und zugetan.
Gerhards eigener art zu erzählen steht die paraphrase des Ae-
sopus moral. am nächsten und ihr folgt er besonders gern. Nächst-
dem, und in der mitte und zu ende seinos werkes mehr als zu anfang,
hat er den Wolfenb. Esop fleissig benutzt, der als eine ziemlich treue
nacherzählung des erweiterten Romulus diesen entbehrlich machte.
Dass letzterer aber trotzdem stellenweise verglichen wurde, haben
wir eben gesehen.
Ehe ich zu den übrigen quellen Gerhards übergehe, gebe ich
noch nachstehende zusammenstellung, welche trotz ihrer kürze das
verhältnis der niederdeutschen dichter zu ihren quellen veranschau-
lichen und die art und weise zeigen kann, wie Gerhard unter den
quellen auswählt, bald diese bald jene bevorzugt, contaminirt und ändert.
fab. 1.
Romulus hahn und perle. - Aesopus mor. hahn und edelstein.
Wrb. Esop hahn und perle. Gerhard hahn und edelstein.
Ä fab, 4.
Fomulus hund wolf geier. Aesopus mor. hund wolf weihe geier.
Wfb. Esop hund wolf geier. Gerhard hund wolf weihe.
fab. 5.
Romulus hund und käse. Aesopus mor. hund und fleisch.
Wfb. Esop hund und käse. Gerhard hund und käse.
fab. 6.
JLomulus löwe ochse wolf. Aesopus mor. bock widder kuh.
Wfb. Esop löwe ochse wolf. Gerhard bock widder kuh.
Einleitung. er u XXIX
Tab. 16.
Romulus löwe in der grube. Aesopus mor. löwo im netz.
Wfb. Esop löwe in der grube. Gerhard löwe im netz.
4. Avianıus. Nächst Wolfenb. Esop und Aesopus moral. sind am
meisten die fabeln Avians benutzt worden, nämlich zu fab. 85. 86.
87. 88. 93. 94. 98. 100 und es scheint, als wenn auch dieser latei-
nische dichter in einem mit paraphrase versehenen exemplare vor-
gelegen hat. Wenigstens erklärt sich die ähnlichkeit von fab. 88.
mit der in den anmerkungen abgedruckten fassung des Apologus
Aviani am leichtesten durch die annahme, dass zu beiden dieselbe
ältere paraphrase benutzt worden ist. Bemerkenswert ist die grosse
freiheit, mit der Gerhard die Avian entnommenen erzählungen um-
gestaltet hat, so dass sie nach anlage, ausführung im einzelnen und
moral oft wesentlich andere geworden sind (vergl. besonders fab. 88
mit Aviani fab. 10). Es erklärt sich dieser umstand dadurch, dass
die aesopische fabeln schulbuch waren und der dichter deshalb be-
denken trug wesentliche änderungen mit ihnen vorzunehmen, bei
Avianus dagegen dieses bedenken fortfiel.
5. Poenitentiarius._ Die quelle von fabel 101 ist der Poeniten-
tiarius sive Asinarius, eine längere lateinische dichtung in distichen,
welche zuerst von Flacius Illyricus (varia de corrupto ecclesiae statu
poemata, Basileae 1557. s. 199), dann von J. Grimm im Reinhart
s. 397 und zuletzt von Kritz in einem Erfurter nn (de
codicibus bibliothecae amplonianae Erfurtensis. Erf. 1850. s. 31)
herausgegeben ist. Vergl. Goedeke deutsche dicht. im mittel-
alter, s. 617.
6. Freidank. Die sprüche Freidanks waren mehrfach in die
niederdeutsche mundart umgeschrieben und viele mnd. dichtungen
zeigen bekanntschaft mit denselben. Gerhard hat aus ihnen den stoff
zu fab. 95 und zweimal, Vw. 52 und fab. 24, 51 einige verse ent-
lehnt. Vergl. auch fab. 46, 77 mit Freidank 60, 23.
7. Mündliche erzählung. Den inhalt von fab. 89 berichtet der
dichter von könig Waldemar von Dänemark vernommen zu haben,
der augenzeuge des erzählten begebnisses gewesen sei.
8. Unbekannte quelle. Bei zwei fabeln, 91 und 92, ist es mir
nicht gelungen die unmittelbare quelle Gerhards zu entdecken. An-
dere fassungen derselben erzählungen sind dagegen i in den anmerkungen
angegeben.
Es erübrigt schliesslich noch die werke zu nennen, aus denen
Gerhard zwar keinen erzählungsstoff, wol aber eine sentenz oder eine
notiz entlehnte, um sie in seinen fabeln zu verwerten. Oato hater
nach einer eigenen aussage Vw. 49 und vielleicht auch Vw. 54 be-
‘nutzt, auf kenntnis des Facetus deutet Vw. 57, auf kenntnis irgend
eines Physiologus die lange auseinandersetzung über den panther,
welche fab. 71 einleitet.
XXX Einleitung.
V
Heimat, alter und stand des verfassers.
Mit dem worte Dörde, mnd. borde benennt man gewisse ebeno
. und meist fruchtbare landstrecken im linkselbischen Norddeutschland,
und zwar pflegt man mit dieser benennung nicht schlechthin die
ebene zu bezeichnen, sondern sie haftet an ganz bestimmten länd-
lichen bezirken, die Wanzleber börde bei Magdeburg z. b. ist rings
von flachem lande umgeben, ohne dass dieses an der benennung teil
nimmt. Aus guten gründen nimmt ferner Lübben mnd. wörterb. I,
s. 390 an, dass borde ursprünglich einen jurisdictionsbezirk bezeichne,
und erklärt Klöntrup ‘borde ist eine abgesetzte bezirkte sache und
xr7 'e&oyiv ein adelicher oder herr(schaft)licher befang.’
Gerhard gebraucht dieses wort sehr gern, auch an solchen
stellen, wo andere schriftsteller dafür gegend odor land gesagt hätten,
vgl. 27,41. 35,15. 39,3. 40,47. 41,58. 48,20. 60,50. 92,5. 101,147.
Diese verallgemeinerung des begriffes von börde, sowie der häufige ge-
brauch des wortes sind im munde eines bördebewohners leicht er-
klärlich, und wir müssen den dichter für einen solchen halten. Hierzu
stimmt sehr gut, dass in den moralisationen auf städtische verhält-
nisse nie, auf ländliche sehr oft, auf die ammechtleute und vogede,
die obersten gewalthaber innerhalb der borde, mehrfach bezug ge-
nommen ist.
Die börde Gerhards hat sicher westlich der weser und nicht
allzufern von dem rheinisch-holländischen sprachgebiete, also in dem
westlichen teile Westfalens oder Hannovers gelegen, denn hier be-
ginnt das wort pogye (vgl. $ II) unbekannt zu werden und nieder-
ländische worte mischen sich in die niederdeutsche mundart.
Von solchen wörtern gebraucht Gerhard dilde und fer, wie die
diesen band schliessende wortlese ausweist, besonders häufig.
dilde findet sich sonst bei keinem einzigen mnd. schriftsteller,
auch dem schreiber der hs. scheint es unbekannt gewesen zu sein,
65, 14 hat er tilde, 65, 129 dulde daraus gemacht. Ausser Gerhard
ist es im mittelniederländ. belegt, wie J. Grimm Haupts zeitschr. 7, 467
(vgl. auch Oudemans bijdrage s. v. deltheit, wo auf eine ‘belangrijke
mededeeling van M. de Vries in A. de Jager’s Archief IV, bl. 204
en VV’ verwiesen ist) bemerkt hat, der es ‘malus, malignus’ deutet.
Ferner kommt es bei dem aus niederl. quellen compilirten Karlmeinet
zweimal 12, 10 und 192, 24 vor. Wie aus den bis jetzt unbekannten
stellen bei Gerhard hervorgeht, bezeichnet dilde den, der von niedri-
ger herkunft oder gesinnung ist.
Ähnlich steht es mit dem worte fer. Dasselbe ist in mnl. und
niederrhein. gedichten ziemlich oft gebraucht, mnd. kommt es ausser
Gerhard nur in übersetzungen aus dem mnl. in der form fyr vor.
Der schreiber der fabeln scheint es nicht gekannt zu haben, denn os
findet sich öfter ser dafür. Vgl. zu fab. 56, 17.
In die nachbarschaft des Niederrheins verweist auch die fab.
Einleitung. nn xxxI
102, 70 gebrauchte form ek gein “ich sage. Vgl. Bruder Hansens
Marienlieder 753 ich jehn; Anselm 49 bei Schade niederrh. ged. :ch
beyein; W. Grimm Roseng. s. LXXXII; Weinhold mhd. gramm.
Ss. 339. |
Die zeit, in welcher Gerhard sein werk vollendet hat, haben wir
in $ II. als frühestens das j. 1402, spätestens das j. 1410 nachge-
wiesen und haben mit grosser wahrscheinlichkeit auf die jahre 1403
bis etwa 1406 geschlossen.
Damals muss Gerhard schon ein sehr hohes alter erreicht gehabt
haben, schwerlich war er jünger wie 80 jahre.
Denn nicht weniger als 50 jahre vorher (also um 1353--56)
war er an den hof Waldemars von Dänemark gekommen, als ein
mann von ansehen, als der gesandte eines deutschen fürsten, wie
daraus hervorgeht, dass er mit dem dänischen könige zusammensass
und dieser ihm eine geschichte, fab. 89, erzählt, deren politische
tendenz nicht schwer zu erraten ist. Der adler ist Waldemar selbst,
der falke, welcher sich zu tode stösst, Gerhards fürst. Letzterer hatte
sich vielleicht der hoffnung hingegeben, dass der mit den vereinigten
fürsten von Mecklenburg und Schweden damals drohende krieg!)
Waldemar bestimmen könnte ein früher erobertes gebiet zurückzu-
geben, um nicht einen feind mehr gegen sich zu haben. Diese zu-
mutung scheint Gerhard im namen seines fürsten (eines der in Hol-
stein regierenden grafen von Schaumburg?) ausgesprochen zu haben,
Waldemar wies sie zurück und warnte in der fabel vor einem an-
griffe, der für beide gleich gefährlich sei.
Die sendung an den dänischen hof, mit welcher Gerhard be-
traut wurde, lässt voraussetzen, dass dieser damals schon über die
jünglingsjahre hinweg und nicht jünger als dreissig jahre war, und
so rechnend schätzten wir oben Gerhards alter auf etwa achtzig.
Zehn jahr später ist Gerhard in den geistlichen stand über-
getreten. Vgl. 94, 99. Möglich, dass er zuerst in ein Mindensches
kloster aufgenommen ist und dass er hier den decan Gerhard hat
kennen lernen, dessen er im vorworte mit ausdrücken gedenkt, deren
bestimmtheit auf eigene erinnerung, nicht auf kunde durch hören-
sagen deutet.
Als mönch hat er später sein fabelwerk verfasst, durch die bitte
eines anderen dazu veranlasst, wie er fab. 76, 1 andeutet.
!) Ich spreche dieses natürlich nur als vermutung aus, mit hinweis auf die
geschichte der in betracht kommenden jahre (vgl. Dahlmann I, s. 505 ff. Suhm
historie af Dann. XIII.) und auf die nachfolgenden spottreime Waldemars, in denen
er die 77 hansischen städte, welche ihm den krieg erklärt hatten, gleichfalls mit
vögeln (gänsen) vergleicht. ‘“Seeuen und seventigh hensen Hefft seeuen. und seuentigh
gensen, Wo mi de gensen nich enbiten, Na der hensen vrage ick nich en schiten.
XXXII Einleitung.
VI
Die handschrift.
Die einzige bis jetzt bekannte handschrift der vorliegenden
fabeln ist in cinem sammelbande in folio enthalten, welcher sich im
besitze der stadtbibliothek zu Magdeburg befindet und das catalog-
zeichen III fol. 209 quart 75 führt. Derselbe ist in pergament ge-
bunden und trägt auf seinem Vorderdeckel eingepresst die buchstaben
L V M und die jahreszahl 1617, auf dem hinterdeckel den mit tinte
geschriebenen namen LVYDOLF VON MVNCHAVSEN. Von der-
selben hand ist auf dem rücken des bandes sein inhalt angegeben,
doch ist von den auf den handschriftlichen teil bezüglichen angaben
nur noch Otten von Demeringen Reiss Buch Aesopus lesbar,
das übrige ist verblichen. Die einzelnen stücke sind demnach i. j.
1617 zusammengebunden worden und stammen aus der bibliothek
Ludolfs von Münchhausen, herrn auf Oldendorf usw. in Westphalen,
von dem Trouer, geschlechtshistorie der hh. von Münchhausen,
Göttingen (1740) s. 60 ff berichtet, dass er (geb. 1570, gest. 1640),
besonders durch reisen gebildet, die wissenschaften geliebt und be-
fördert habe und deshalb von dem dichter J. Pet. Lotichius gefeiert
worden sei. Seine grosse bibliothek wurde ‘nach seinem tode, weil
man sich nicht darum vertragen konnte, veräussert und an die meist-
bietenden vorkauft und finden sich daher in vielen öffentlichen und
privatbibliotheken bücher, so den namen Ludolf von Münchhausen
auf dor auswendigen seite führen, den cr selbst darauf zu schreiben
pflegte’.
Der in rede stehende sammolband enthält folgende drucko und
handschriftliche stücke:
I. Mariani Scoti — chronica. Adiec. Martini Poloni historiam
— Basileae apud Joa. Oporinum (1559).
IH. Stammbuch Oder Erzölung aller namhaffter vnnd inn Teut-
schen Historien berümpter — Geschlechter — durch Andr. Hoppen-
rod (Strassburg 1570).
Ill. Ein Cronica von anfang der welt — Genant Fasciculus
m Ein burdlin der zoyt (Strassburg 1482?). Wgl. Hain
. 6940.
IV. handschriftlich a) bl. 1—75 eine niederdeutsche bearbeitung
der von Otto von Demeringen veranstalteten übersetzung der orient-
reise des ritters Johannes von Mandeville.
b) db. 76-124 (= U. 1—49 eigener zählung) die fabeln
Gerhards.
c) bl. 124—130 (= bl. 49—-55) die lateinischen sittensprüche
des Facetus nebst niederdeutscher übersetzung.
bl. 131. 152.sind unbeschrieben.
Ä V. handschriftlich, bl. 1—28, die sprüche Freidanks, nieder-
deutsch, geschrieben im j. 1460. Bei W. Grimm hs. Q.
Einleitung, xXXXII
VI. Das puch des edeln Ritters und landtfarers Marcho Polo.
Nürnberg 1477. Vgl. Ebert, allgem. bibliogr. Texicon n. 17671.
An dem handschriftlichen bestandteile des bandes sind drei
vorschiedene hände tätig gewesen, die erste hat den Mandboville, die
„weite die fabeln und den Facetus, die dritte den Vridank geschrieben.
Ferner ist nachweisbar, dass letzterer ursprünglich eine besondere
handschrift ausgemacht hat, während die übrigen stücke von anfang
an zusammengehört haben. Es besteht nämlich der sie umfassende
teil der hs. aus lagen zu je 6 bogen oder 12 blättern, und das ende
des Mandeville und der anfang der fabeln folgen innerhalb derselben
lage aufeinander. Die hs. dagegen, welche den Vridank enthält, hat
andere lagen und ein etwas verschiedenes wasserzeichen, auch weichen
* die heftlöcher der ursprünglichen einbände in beiden handschriften
von einander ab. | |
Die entstehungszeit der handschrift Gerhards lässt sich aus dem
schriftcharacter als das 15. jh., aus dem papier als dessen zweites
oder letztes drittel mit wahrscheinlichkeit bestimmen.
vi.
Wiggerts ausgabe.
Das verdienst, zuerst kunde von dieser handschrift gegeben zu
haben, gebührt Friedrich Wiggert. In dem XI. stücke der
Pädagog. und litterar. mitteilungen herausg. von Matthias (programm
des domgymnasiums zu Magdeburg auf d. j. 1836) und dann in be-
sonderen abzügen, welche den titel ‘Zweytes Scherflein’ führen, hat
er s. 29—70 ausser dem vorwort fab. 1—3. 5. 8. 13. 33. 41. 48.
50. 63. 66. 70 (97) 73. 74. 76. 77. 84. 87. 89. 91. 96. 103 voll-
ständig, fab. 26. 28. 29 im auszuge, von den übrigen die überschriften
mitgeteilt. Wie.er selbst sagt, wollte er zunächst nur einen getreuen
abdruck aus der hs. geben, doch hat er einer anzahl verderbten stellen
seino meist glücklichen besserungen beigefügt, mitunter auch um
reine reime oder einheitliche formen herzustellen stillschweigend
geändert. |
Die schwierigkeiten, welche der erste abdruck eines schwer
lesbaren handschriftlichen textes bot, hat Wiggert, wenn auch ein-
zelne verlesungen nicht fehlen, im allgemeinen glücklich überwunden
und ebenso glücklich ist er in seinen worterklärungen. Dagegen
fehlte es ihm an hülfsmitteln um die fragen, wer der verfasser und
seine quellen seien, lösen zu können.
Er hatte die absicht später eine kritische ausgabe sämmtlicher
fabeln Gerhards zu veranstalten. In diesem vorhaben suchte ihn be-
sonders J. Grimm zu bestärken, der nicht allein in einer höchst an-
erkennenden recension in den Götting. gelehrt. anz. 1837. st. 54. 55.,
sondern auch sonst, in der grammatik IS, s. 263 und in Haupts
XXXIV Einleitung.
zeitschr. 7, 467, den wunsch aussprach, dass Gerhards werk bald
vollständig herausgegeben werden möchte.
Wiggert ist es nicht vergönnt gewesen diesen wunsch zu er-
füllen, noch in seinen letzten lebensjahren beschäftigten ihn, wie mir
herr director Paulsiek mitteilt, einzelne schwierigkeiten, welche die
fabeln boten, aber zu einer gesammtausgabe liessen ihn seine amts-
goschäfte und andere arbeiten nicht kommen.
Wiggert spricht auf s. 29 seiner angeführten schrift von einer
abschrift, die er von den gesammten fabeln angefertigt und an deren
rande er vermutungen zur herstellung des ursprünglichen in worten
und formen angemerkt habe. Meine versuche dieselbe zu erhalten
sind vergebens gewesen, in Wiggerts nachlasse hat sie sich nicht vor-
gefunden, und nur eine anzahl blättchen, auf denen aus etwa 10 bereits
gedruckten fabeln zum behufe eines wörterbuches zu Gerhard nebst
einer kleinen anzahl besserungen verzeichnet waren, konnten mir durch
die güte des herrn director Paulsiek übermittelt werden.
va.
Die überlieferung des textes.
a) Die handschrift enthält zwei fabeln in doppelter überlieferung,
nämlich die fab. 20 und 75 noch einmal als n. 97 und 99. Es ist
kein grund abzusehen, dass der verfasser selbst diese wiederholung
gewollt hat, und wir haben deshalb zu untersuchen, wodurch sie ver-
anlasst ist. Eine vergleichung der verschiedenen texte zeigt zunächst,
dass der wortlaut an beiden stellen im allgemeinen derselbe, wo aber
abweichungen cintreten, die fassung an früherer stelle die bessere ist,
sowol was den sinn als den bau der versc betrifft, ganz abgesehen
von verderbnissen wie 97, 4 beraken für geraken, 99, 8 des wert de
mek für wert dat me mi, 99,11 wel’ für wol, 99, 13 mynen heren für
mine ere. Und doch ist nicht ersichtlich, dass die minder gute
fassung der willkühr irgend cines schreibers ihr dasein verdanke,
denn die erzählung n. 97 entspricht vollständig der hauptquelle des
dichters, dem Wolfenbüttler Esop, auch dieser erzählt, dass das wiesel,
alt geworden, keine maus mehr (durch schnelligkeit) fangen konnte
und deshalb die jungen und dummen mäuse zu beschleichen begann.
In fab. n. 70 ist hinzugefügt, dass das wiesel sich im mehle versteckt
gehalten und die über dasselbe laufenden mäuschen orhascht habe,
ein zusatz, der aus der zweiten quelle Gerhards, dem erweiterten
Romulus, stammt (vergl. anmerk. zu fab. 70). Wir haben also in
fab. 70 die endgiltige fassung, in n. 97 gewissermassen das concept
dazu vor uns. Bei dieser annahme erklären sich auch die verderb-
nisse des textes in n. 97. Der dichter hatte die fabel nach dem
Wolfenb. Esop bearbeitet, dann den Romulus nachgesehen und darauf
in seinem concept änderungen angemerkt. Die von dem dichter an-
Einleitung. | | xXXXV
gefertigte reinschrift wurde von dem ersten abschreiber ohne mühe
richtig gelesen, anders aber stand es mit dem concept, welches
wahrscheinlich weniger gut geschrieben war und über und neben
den oft durchstrichenen worten der ursprünglichen fassung eine menge
änderungen hatte. Hier musste der schreiber oft nach eigenem gut-
dünken den zusammenhang herzustellen suchen, kein wunder, wenn.
er in die alte fassung worte mengte, die für die neue und für einen
anderen zusammenhang berechnet waren, wie z.b. das oben erwähnte
beraken ‘verstecken’, over se für darover (denn ersteres, dass die
mäuse über das wiesel selbst laufen, dürfte sicher nicht von Gerhard
herrühren), ferner v. 8 an dem mele, was zu beraken oder waken ge-
hören sollte.
b) Die annahme, dass der text der Magdeburger hs. zum teil
auf die kladde des dichters zurückgehe, wird aus mehr wie einem
gsrunde auf das letzte fünftel der ganzen fabelsammlung ausgedehnt
werden müssen. Wie in einem besonderen abschnitt nachgewiesen
werden soll, gilt bei@erhard die regel, dass jeder vers vier hebungen
haben muss, dass die senkungen ein- oder zweisilbig sein können,
dass im allgemeinen nur zwischen der zweiten und dritten oder der
dritten und vierten hebung die senkung fehlen darf. An ausnahmen
von dieser regel fehlt es nun zwar auch in den fabb. 1—80 nicht,
aber sie kommen doch nur vereinzelt vor, und es bedarf nur ge-
ringer und oft auch durch andere als metrische gründe befürworteter.
änderungen, um die verse regelrecht herzustellen, so dass man ge-
trost diese fälle der nachlässigkeit der schreiber zurechnen kann. Im
letzten teile der dichtung treten dagegen die ausnahmen massenhaft
ein, und besonders überwiegen unter ihnen die fälle, dass eine hebung .
fehlt, ohne dass der sinn die ergänzung von etwa ausgelassenen
worten heischt, dabei ist die dietion fliessend und zeichnet sich vor
vielen der fabeln, welche von metrischen fehlern frei sind, durch den
mangel von flick- und formwörtern vortheilhaft aus (vergl. besonders fab.
84 und 93). Es liegt demnach der gedanke nah, dass Gerhard bei
seinem ersten entwurfe die regel der vier hebungen nicht allzu
ängstlich beobachtet und die metrische feile für die überarbeitung
aufgespart hatte.
c) Die unförtigkeit tritt jedoch nicht nur in metrischen dingen
zu tage. Die verwirrung, welche der handschriftliche text an
manchen stellen der letzten zwanzig fabeln zeigt (vgl. zu 83, 49.
94,1. 92,55) könnte man allenfalls als verderbnisse der überlieferung
auffassen, schwerlich aber annehmen, dass die längere auseinander-
“ setzung, welche zur erklärung von fab. 80, 50 durchaus notwendig ist,
von einem schreiber übersehen und ausgelassen ist (vgl. die anmerk.
zu dieser stelle und oben s. XX VIII). Gerhards art ist es nicht, der
phantasie seiner leser viel zu überlassen, er tut des guten in or
klärung und ausführung nicht ganz deutlicher züge, wie wir
später zeigen werden, lieber zu viel wie zu wenig. An dieser stelle
XXXVI Einleitung.
war aber eine ausführung um so nötiger, da sic ohne kenntnis von
Gerhards quelle auch für uns ganz unverständlich wäre.
d) Nach abzug der oben ‘erwähnten wiederholung von zweien
fabeln enthält die handschrift genau 101 erzählungen. Bekanntlich
liebte es die gelehrte diehtung des mittelalters den umfang ihrer
werke durch gewisse runde zahlen zu bestimmen, namentlich pflegten
die sammler von fabeln und erzählungen die zahl ihrer stücke gern
auf ein mehrfaches von zwanzig, womöglich auf hundert zu bringen.
Sollte Gerhard von dieser gewohnheit abgewichen sein, nur um davon
abzuweichen? — denn die zahl 101 muss dem verfasser den ge-
danken nahe gelegt haben, durch auslassung einer fabel das beliebte
hundert zu wahren. Und in der tat hat Gerhard nachweislich sein
werk auf hundert fabeln berechnet gehabt, denn fab. 76 hat er, wie
er selbst berichtet, auf fremden wunsch hinzugedichtet und in seine
sammlung eingereiht, vgl. fab. 76, 1—4. Wenn Gerhards werk gegen
seine absicht, die er durch ausstossung einer anderen fabel gewiss
durchgeführt hätte, in der handschrift 101 stücke enthält, so erklärt
sich das am leichtesten durch folgende annahme: Gerhard war, wie
wir $ V gesehen haben, schon sehr alt, vielleicht über 80 jahr, als
er sein werk verfasste. Er hat dasselbe zunächst im entwurfe voll-
endet, darauf eine überarbeitung begonnen, ist aber, ehe er letztere
zu ende geführt hat, gestorben. Vielleicht auf anlass des herren,
auf dessen anregung die fabeln gedichtet sind, hat ein schreiber einer
vorhandenen reinschrift der bereits überarbeiteten fabeln die fehlenden
aus der kladde des verfassers hinzugefügt und dabei übersehen, dass
fab. 97 und 99 sich bereits an früherer stelle befanden, sie deshalb
noch einmal in die sammlung hineingebracht. (Vgl. auch zu fab. 3,
überschr.)
e) Das ergebnis, zu dem die angestellte untersuchung geführt
hat, dass der verfasser vor vollendeter überarbeitung seines werkes
gestorben und der letzte teil desselben aus der kladde abgeschrieben
sei, würde noch mehr anspruch auf wahrscheinlichkeit haben, wenn
sich aus ihm eine folgerung ziehen und diese sich als zutreffend er-
weisen liesse. Es würde das die probe für die richtige lösung der
aufgabe sein, welche die in betracht gezogenen tatsachen stellen.
Eine solche folgerung lässt sich aufstellen. Wenn unsere
annahme richtig ist, muss bei Gerhards tode eine von ihm selbst-
geschriebene reinschrift der überarbeiteten und eine kladde seiner
sämmtlichen fabeln vorhanden gewesen sein. Jene erste oder
eine abschrift derselben hat darauf jemand aus der kladde vervoll-
ständigt und so die älteste hs. des werkes zustande gebracht, auf
welche mittelbar oder unmittelbar die Magdeburger hs. zurückgeht.
Dieser archetypus muss von zwei verschiedenen schreibern geschrieben
sein, mindestens die ersten 70 fabeln von dem einen, der rest von
dem andern.
Eine mittelalterliche abschrift eines werkes in deutscher sprache
kann zwar möglichenfalls ganz treu sein, meistens geraten aber in
Kinleitune m OOXXXVU
die hs. orthographische oder mundartliche eigentümlichkeiten des ab-
schreibers hinein, um so eher, je mehr der letztere auf den gedanken-
zusammenhang achtet. Denn indem sich die aufmerksamkeit des
schreibers auf den sinn allein richtet, wird die gewohnheit der eigenen
orthographie und mundart die buchstäbliche treue der abschrift mehr
oder weniger beeinflussen. In die notwendigkeit auf den zusammen-
hang achten zu müssen, um die gewiss nicht immer deutliche schrift
der kladde enträtseln zu können, muss der zweite schreiber sehr oft
versetzt gewesen sein. Spuren seiner mundart müssen sich, voraus-
gesetzt, dass sie in der neuen abschrift nicht verwischt sind, in dem
letzten teil des werkes also häufig finden. Die spuren des ersten
schreibers werden dagegen voraussichtlich weniger zahlreich sein
oder er müsste seiner mundart zu liebe mit absicht geändert
haben.
Die worte gein geschein sein tein vlein sind in der handschrift
bald mit e oder ee, bald mit ei oder ey geschrieben, und zwar
finden sich
fab. 1— 70 neben 62 e 2 ei, also 31 e auf 1er.
„ 41 8 ,„ 6,9 ” 1, „1-2 ”
” 86—103 ” 4,16 „ ” 1,» „
die vorliebe für ei gegen e ist also, wenn man sie durch eine zahl
bestimmen will, innerhalb der fab. 86-103 über hundertmal grösser
als in den fab. 1—70.
Noch augenscheinlicher tritt. die verschiedenheit der schreiber
in folgendem hervor. Wie die reime beweisen, waren dem dichter
die formen mi dt, nicht aber ihre mundartlichen nebenformen mik
mcek dik dek eigen. Neben dem ursprünglichen und häufigen mi di
bietet die Magdeburger fab. 1—70: nie mek, 2 mal mik, dagegen
fab. 86—103: nie mik (98, 21 dich : mich), 71 mal mek. Letztere
form kommt also fab. 1—70 gar nicht, in fab. 86 ff. sehr oft vor,
und dabei ist beachtungswert, dass auch die doppelt in der handschrift
vorhandenen fabeltexte die mundartliche verschiedenheit im gebrauche
des pronomens zeigen, vergl. 99, 8. 12. 17 wo mek steht, während
in fab. 20 mi sich findet.
Ausser den erwähnten verschiedenheiten lässt sich noch an-
führen, dass ek für ik, sek für sik, ot für « im letzten teile
der fabelsammlung sehr häufig, im ersten nur vereinzelt vor-
kommen.
Die starken abweichungen im gebrauche der aufgezählten formen
erklären sich nur durch die annahme, dass verschiedene schreiber
am archetypus gearbeitet haben. Der zweite muss nach fab. 70 und
vor fab. 86, wo mek sich zuerst findet, seine tätigkeit begonnen
haben, ich glaube zwischen fab. 74 und 80, weil hier schon die en-
dung -ein die nebenform auf -een überwiegt. Wenn meine vermutung
richtig ist, würde sich aus dem umstande, dass mek erst fab. 86,
metrische nebenheiten erst fab. 31 beginnen, folgendes folgern lassen :
der zweite schreiber hat nicht die reinschrift des dichters, sondern
XXXVII Einleitung.
eine abschrift vervollständigt, die soweit reichte, als das werk dem
gönner des dichters mitgeteilt war, also bis etwa fab. 75, vergl. 76,
1—4. Vor seinem tode hat der verfasser noch einige weitere fabeln
in seiner reinschrift nachgetragen, die der zweite schreiber zunächst
abgeschrieben hat. Darauf erst schrieb er den inhalt der kladde ab
und in erklärlicher weise konnten die gewohnten formen der cigenen
mundart dabei leichter in die abschrift hineinkommen.
f) In der Magdeburger handschrift sind die sämmtlichen fabeln
von derselben hand geschrieben, schnell und flüchtig, so dass, wie
die anmerkungen seite 165 ausweisen, öfter einzelne buchstaben oder
ganze silben ausgelassen sind und manche stelle ganz sinnlos ge-
worden ist. Wie die fehlenden reime zeigen, sind sogar ganze verse
übersprungen, vgl. fab. 9, 31 und $ IX. Anderseits hat die eile,
mit welcher die handschrift angefertigt ist, verhütet, dass der schreiber
die in der vorlage vorgefundenen von seiner cigenen mundart ab-
weichenden formen durchweg ändern konnte, dazu gebrach es ihm an
zeit und ruhiger überlegung.
Ganz anderer art war der schreiber, welchem wir dio in der-
selben handschrift überlieferte niederdoutsche bearbeitung der reise
Mandevilles verdanken. Sie ist in schönen und grossen buchstaben
mit grosser sorgfalt geschrieben, fast ohne schreibfehler, und steht,
was wahl des sprachlichen ausdruckes und satzgefüge betrifft, anderen
von mir verglichenen niederdeutschen handschriften derselben reise-
beschreibung selbständig gegenüber. Die sprache zeigt fast überall
dieselben formen und nur selten hat der schreiber aus seiner vorlage
etwas herübergenommen, was der eigenen mundart nicht entsprach.
Jedesfalls wird man von der voraussetzung ausgehen dürfen, dass
der mundart des schreibers die ohne abweichungen durchgeführten
regeln angehörten. Ä
Für die kritik der fabeln ist die kenntnis dieser mundart
deshalb wertvoll, weil Mandeville und fabeln an demselben orte ge-
schrieben sind, sie ermöglicht in einigen fällen zu erkennen, welche
wortformen der Magdeburger handschrift auf deren schreiber zurück-
zuführen sind. Im Mandbeville ist für e vor r mit folgendem con-
sonanten, der nicht wieder r ist, a eingesetzt, also immer barch,
warld geschrieben. In den fabeln ist diese regel nur einigemal zur
anwendung gebracht, ohne zweifel erst durch den schreiber. So heisst
der hirsch gewöhnlich Aert, dafür steht hart 6, 12. 61, 59; scharf
vielleicht 100, 54 für scherf ; gearvet 90, 74 für geervet; warliken 54, 68
für wer(lt)liken 54,68. Ferner istim Mandeville dem langen inlautenden
o ein i oder y in gewissen fällen beigefügt, bei Gerhard findet sich
dasselbe gleichfalls nur vereinzelt z. b. 3, 103 vloyt (: bot), während
3, 93 vlot geschrieben ist; für das gewöhnliche hoden steht hoyden
22, 32. 101, 315. 102, 101, ebenso 74, 20 goyde; 92, 118 armoyt.
Ferner wird das e: des unbestimmten artikels bei Gerhard zu e, wenn
es bei der declination in eine offene silbe tritt, wie z. b. in enes
(aber eins), ener udgl. Die ausnahmen von dieser regel, welche auch
Einleitung, j XXXIX
durch den reim denen : enen bestätigt wird, sind zwar nicht selten,
es sind in den ersten zehn fabeln 7 bei 36 in betracht kommenden
stellen, aber wir dürfen sie gleichfalls auf die mundart dos schreibers,
welche bei einem so häufigen worte die abschrift besonders beein-
flusste, zurückführen, denn im Mandeville heisst es stets eynes
eynem USW. |
IX.
Der reim.
Gleich allen übrigen erzählenden gedichten der mnd. literatur
sind die fabeln Gerhards in reimpaaren geschrieben. Nur einmal
kreuzen sich die reime, fab. 58, 41 dat : wichte : begät : nichte, oft
dagegen tritt reimhäufung ein, d. h. die wiederkehr desselben reimes
bei drei und mehr auf einander folgenden versen. Vereinzelt und
meist unbeabsichtigt kommt sie auch bei anderen mnd. dichtern vor,
besonders im Sündenfall v. 202, 458, 864, 1063, 1135, 1187, wo vier
verse durch denselben reim gebunden sind, ebd. 1894. 1905; Marien-
klage 18. 148 bei drei versen. Ferner hat ein in einer Berliner hs.
erhaltenes mnd. gedicht, ‘der seele und des leibes krieg’, durchweg
vierfache reime.
Gerhard verwendet die reimhäufung so oft und in einer solchen
weise, dass es nicht zweifelhaft sein kann, dass er sich ihrer mit
voller absicht bedient und sie für eine schönheit angesehen hat. Be-
sonders gern wiederholt er vierfache reime zu anfang oder schluss
der erzählungen und in den moralisationen, so vorw. 57—61. 65—68.
69—72; Tab. 8, 61--64. 65—68. fab. 27, 7—10. 11—14. 15—18.
133—136. 143-146. 153—156. 157—160. 161-164. 165—168.
169—172; fab. 53, 1—4. 5—8. 9—12. 13—16. 17—20. 56—60.
61—64. 71—74. 75—78. 83—86; fab. 55, 133—136. 137—140.
141—144; fab. 74, 25—28. 29—33; fab. 86, 3—6. 47—50. 51—54.
95—98. Aber auch sonst finden sie sich, zb. 1,5. 3, 74. 5, 7.
6, 23. 9, 57. 61. 14, 27. 15, 11. 41. 57. 16, 7. 35. 20, 25. 21, 36.
22, 21. 25. 23, 51. 67. 24, 7. 31. 25, 9. 49 usw. |
Drei reime folgen aufeinander 3, 69. 4, 37. 10, 39. 38, 69.
47, 81. 48, 17. 49, 19. 60, 43. 63, 15. 65, 83. 74, 33. 82, 35.
83, 42. 94, 97. 101, 149. u. ö.
Sechs verse reimen zusammen 21, 29 —35. 26, 33 — 38. 30, 19 — 24.
36, 29 —34. 39, 65— 70; acht verse 26, 41—48. 36, 41—48. 54, 52 —59;
einmal reicht der reim sogar über zwölf aufeinanderfolgende verse,
nämlich 3, 33—44.
Bemerkenswert ist ferner, dass 20, 29 das ende der erzählung
und der anfang der moral zwischen die reime fallen. |
Die reime sind bei Gerhard bald stumpf, bald klingend. Ein
mn reim findet sich 92, 35 beklagede : jagede — 93, 25. levede
evede
XL | Einleitung.
Von reimungenauigkeiten begegnen folgende, wobei jedoch nicht
die stellen aufgezählt sind, wo ein langer vocal mit dem entsprechenden
nn sobunden ist; (vergl. Lübben zum R. V. einleitung VIL)
u — mochte : duchte 23, 3. 75, 27. — vorgulden : wolden
55, 12 76, 15.
u — döt : geschut 100, 67 dut 101, 164.
; : ü. Dieser reim beschränkt sich ebenso wie im R. V. auf
das wort gät und ist bei mnd. dichtern allgemein üblich. — yat : möt
3, 136. 9, 35. 10, 39. 27, 13. 131. 29, 37. 30, 49. 47, 59. 49, 140.
60, 9. 80, 11. 81, 29. 87, 118. 92, 27. 100, 33. 57. döt 16, 77.
27, 13. 47, 87. 30, 3. 43, 19. 52, 33. 55. 64, 3. 65, 130. 78, 13.
80, 31. 100, 147. 101, 59. 312. vöt 24, 25. 41. 55, 67. 61, 23.
98, 24. 100, 147. böt 23, 69. — gude : mode 8,19. 79, 45. 17, 21.
102, 171; vol. 16, 69.
i:e — krich : wech 3, 69. — hen : wın 87, 89. — gingen :
vengen 81, 33. — ginge : entfenge 55, 45. enge 92, 59. — schellen :
willen 12, 7. — neste : wiste 31, 37. — ni : twe 101, 204.
a: 6 — steden : gaden 60, 50. — slege : dage 102, 149.
a:0— hd: al 49, 132.
1:ü — twivel : duxel 28, 59. 38, 74. 40, 17. 103, 101.
fl: ou —- ruwen : rouwen 91, 31. 37. vorvroumen 85, 15. —
iruwel : entvrouwet 47, 15. — ruwen : schomren 27, 159. — rouwe :
buwe 82, 9.
MB
& : ei — bereden : beiden 4, 31, wo jedoch wahrscheinlich be-
reiden herzustellen ist.
e : en. Diese reimfreiheit ist gleichfalls unanstössig. — gelde :
3, 55. — bevere : weveren 81, 9. — were : deren 84, 5. —
live : Lliven 55, 77. — mede : seden 102, 116. — kunde : begunden
25, 43. — merken : werke 95, 28.
Ss: st — sist : wis 67.7. pris 69, 47. — blivest : lives 81, 3.
ch : cht — kracht : mach 102, 72.
cht : kt — bericht : sprikt 29, 111.
Ausserdem begegnen: erren : geweren 14, 13. — bestricket
(hs. bestriket) : wiket 67, 27. — Hide : wite (hs. mide) 76, 19. —
kleden : ummescheten 15, 19. — late : Kato, vergl. zu vorw. 50. —
bewarte : strate 91, 4. — vorquicket : spreket 94, 29. —vasten : lesten
101, 1. — generest (wofür levest einzusetzen der zusammenhang nicht
| gestattet) : hevest 101, 77. — (stokarn : hergevaren 84, 85 ist ein
reiner reim, da das e der letzten silbe stumm ist, vgl. 64, 55 Mi,
also richtiger hergevarn. geschrieben wäre).
Unter den zuletzt aufgezählten unreinen reimen sind einige,
91, 4. 94, 29. 101, 77., derartig, dass man sie vielleicht als beispiele
reimloser verse anführen kann, jedesfalls ist es beachtungswert,
dass sie sich im letzten teile des werkes finden, welcher aus den im
vorigen abschnitte dargelegten gründen die letzte feile des verfassers
nicht erhalten zu haben scheint.
Des reimes entbehren folgende verse: 9, 31.32. 83, 25. 86, 7.8.
Einleitung. i | : xu
102, 5, 58. In fab. 9 und 86 deutet der zusammenhang auf den
ausfall von vielleicht je zwei versen, welchen die flüchtigkeit des
schreibers verschuldet hat, und wir können annehmen, dass diese
verse die fehlenden reime enthalten haben. Für die übrigen drei
verse (in fab. 83 und 102) bietet sich diese erklärung nicht, vielmehr
könnten sie selbst recht gut fehlen, ohne dass der zusammenhang
der erzählung dadurch gestört würde, weshalb auch diese stellen der |
unfertigkeit der kladde zuzuschreiben sind.
In dem handschriftlichen texte sind der unreinen reime freilich
viel mehr als oben aufgezählt sind. Die einzelnen schreiber, welche
bei der überlieferung tätig waren, haben die getreue wiedergabe der _
ursprünglichen reimformen sich wenig angelegen sein lassen, und so
finden sich neben einander reime wie wedder : neder 5, 17; weder :
nedder 8, 45; begunden : konden 25, 26; begonden : stunden 10, 111;
hemelicheide : mede 47, 102; underschede : beyde Yw. 62; ben : vlein
85, 26; seen : vlen 53, 69; heit : bet 86, 65; het : geit '86, 52 usw.
Dem reime zu liebe änderungen an der überlieferung vorzu-
nehmen, ist im allgemeinen bei mnd. dichtungen misslich, da in ihnen
der reim selten allzu sorgfältig behandelt ist. Bei Gerhard darf man
jedoch angesichts seiner aufmerksamkeit auf den reim, welche sich
in der zwölffachen wiederholung desselben reimes 3, 33 ff. wie über-
haupt in den vielen reimhäufungen zeigt, mehr sorgfalt voraussetzen,
sicher nicht annehmen können, dass, wo doppelformen einzelner
wörter vorhanden sind, er gerade die dem reimwort nicht entsprechenden
in den reim gesetzt habe. Es kann also wedder : neder und weder :
nedder nicht ursprünglich sein, sondern es ist entweder wedder : nedder
oder weder : neder herzustellen. Das richtige scheint das letztere zu
sein, denn dass dem schreiber das doppelte d geläufig war, geht
daraus hervor, dass es sich auch im Mandeville findet. Ferner findet
sich 3, 130. 9A, 39 der reim ende : vrunde, dagegen 81, 51 das
letztere wort mit e für %. Das für den reim notwendige vrende darf
eingesetzt werden, weil die urkunden westfälischer städte das wort
sowol in der form vrunt als auch sehr häufig in der form vrent
kennen. In dieser weise sind die meisten unreinen reime der hand-
schrift verbessert worden, auch die häufigen infinitive auf — een — en
der s. XXX VII genannten verba gein usw., wozu jedoch zu be-
merken ist, dass das ei der endung schwerlich ebenso gelautet hat
als das ei welches in diesen wörtern die zwischen den Wesergebirgen,
Deister, Harz und weiter bis zur Elbe ansässigen sprechen, vielmehr
hat man an die aussprache zu denken, welche sich in einigen land-
strichen Westfalens und des Rheinlandes findet, wo ei fast wie ein
zerdehnlaut, von & also wie & oder ©e lautet, weshalb auch in vielen
urkunden dortiger gegend sich sein und seen, lein und leen dicht
neben einander findet.
Besonderer rechtfertigung bedarf, dass sämmtliche in der hand-
schrift überlieferten mek, mik, dek, dik in mi, di verwandelt sind.
Durch eine linie, die man sich von Barby nach Magdeburg und weiter
d
XLII . Einleitung.
nach Celle, Minden, Medebach, Münden und von da wieder nach
Barby gezogen denkt, wird ein gebiet umschlossen, welches in ge-
wissen von C. Walther, niederd. jahrbuch I, 92 nachgewiesenen
fällen silben zu schliessen liebt, die das übrige Niederdeutschland
offen spricht. Besonders ist das bei den pronominalformen mik, mek
und dik, dek der fall, neben denen in jener gegend die anderswo
‚überall und ausschliesslich gebrauchten formen ms und di weder für
den dativ noch für den accusativ angewendet werden. Von mnd.
dichtungen, die gerade in den reimen die mundart ihrer bearbeiter
am wenigsten treu zu wahren pflegen, braucht eine grosse anzahl
neben mi, dı auch die formen auf A, weil letztere auf häufig ge-
brauchte wörter reimen. Bei Gerhard sind diese formen jedoch durch
keinen einzigen reim gestützt, während mi, di mit si, bi oft reimen,
vgl. 10, 19. 13, 47. 24, 17. 27, 79. 30, 21. 41 u. 6. Es kann dar-
nach keinem zweifel unterliegen, dass mek auf die mundart eines
schreibers zurückzuführen ist, denn wenn Gerhard dic seiner eigenen
mundart fremde form im reime, den zu finden sie sicher oft erleichtert
hätte, vermieden hat, so hat er sie gewiss auch innerhalb des verses,
wo nichts zu ihrem gebrauche drängte, nicht gebraucht.
X.
Der versbau.
Die metrischen gesetze, denen die dichtungen in den dem mittel-
niederdeutschen nächst verwandten mundarten unterliegen, sind bereits
erforscht und dargestellt, die mitteldeutsche und altsächsische metrik
ist von Amelung in Zachers zeitschrift 3, 253 ff., die mittelnieder-
ländische in Jonckbloets werke Over middennederl. epischen vers-
bouw, Amsterdam 1849, und kürzer in Martins Reinaert, Paderborn
1874, s. 421—437 behandelt. Für die mnd. metrik ist dagegen noch
nicht das geringste geschehen, und erst eine mehrere dichtungen um-
fassende untersuchung kann es ermöglichen, über eine anzahl zweifel-
hafter punkte licht zu verbreiten. Zu meinem versuche, die haupt-
punkte aus den versen Gerhards zu gewinnen, habe ich zu bemerken,
dass der gedruckte text frei ist von änderungen, welche der metrischen
doktrin zu liebe vorgenommen sind.
1. Die einzelnen verse Gerhards bestehen in der regel aus
vier hebungen, zwischen denen sich gewöhnlich ein- oder zwei-
silbige senkungen befinden. Den hebungen kann ein- oder zweisilbiger
auftact vorangehen.
Ein häne söchte na siner wise
üppe dem messe sine spise.
Do vänt he enen eEdelen stein,
de lecht was ünde schöne. schein.
2. Die hebungen sind stets einsilbig und ruhen entweder auf
“
Einleitung. | XLIII
'einsilbigen wörtern oder auf den hochtönigen silben mehrsilbiger
wörter. Silben, welche den nebenton tragen, sind als hebung nur
dann verwendbar, wenn auch die hochtonige silbe sowol desselben
als auch des folgenden wortes zur hebung verwandt ist.
Der hochton fällt in jedem worte auf die erste silbe desselben.
Ausnahmen machen folgende fälle:
a) Die mit den untrennbaren und stets tonlosen partikeln ge-
vor- ver- to- be- unt- eni- ir- er- en- zusammengesetzten wörter haben
den hochton auf der stammsilbe: gemak 10, 9; vorladen 2, 59; ver-
klägede A, 3; tospleien 4, 49; bederven 1, 15; untwiken 9, 22;
irbarmen 2, 57; ennöch 60, 49; enwech 41, 38; enbinnen 22, 15;
enböven 49, 111.
| Stehen die eben genannten partikeln jedoch in zusammensetzungen
an zweiter stelle, so hat die vorangehende silbe den hochton, die
folgende stammsilbe den nebenton: ungemak 8, 6; wmbereit 3, 831;
äfgegän 52, 61; utirkorn 64, 56.
b) Die mit al- und un- zusammengesetzten wörter sind bald
auf dieser, bald auf der stammsilbe betont, nur in wenigen wörtern
wie aldıüs, alse, allene (darnach auch nichein) ist der gebrauch fest:
ünmacht 2,58; unmacht 14, 10; unsalige 25,16; unsalichliken 14, 43;
ulso 30, 23.
c) Die mit mis- vul- und einsilbigen präpositionen zusammen-
gesetzten verba haben den hochton auf der stammsilbe ausser in dem
unter a) vorgesehenen falle: smishägeden 26,'26; mishelde 51, 11;
vulbringet 11, 55; afbreken 2, 61; afdele 37, 46; afsein 26, 20:
ankliven 28, 65; anvechten 50, 31: anrep 26, 29; üttöch 58, 4.
Die mit zweisilbigen präpositionalformen sowie die mit misse-
und vullen- zusammengesetzten verba betonen dagegen sowol die erste
als auch die stammsilbe, die eine mit dem hochton, die andere mit
dem tiefton: misseprisen 7, 4, villenvören A, 16; vöredröch 10, 30;
dwestan 65, 35; dnegeit A, 25.
Die substantiva sind stets auf der ersten silbe betont; af-
gunst 100, 121.
d) Die dreisilbigen feminina auf -inne sind auf der zweiten,
die viersilbigen auf der ersten und vierten silbe betont: vrundinne
10, 15; apinne 85, 27, 38; könninginne 103, mesterinne 62, 9.
e) Die fremdwörter sind der deutschen betonungsregel nicht
unterworfen: kumpan 4, 42; kimpanie 90, 53, river 66, 125; aprille
94, 17; panter 71, 2.
f} In unorganischen zusammensetzungen, also solchen, welche
wie darmede, darane, hirover, jodute, vorwär durch parataxe entstanden
sind und auch getrennt geschrieben werden können, gelten die ein-
zelnen bestandteile als selbständig.
Der nebenton ruht bei zusammengesetzten hauptwörtern
auf der stammsilbe des zweiten wortes und bei zusammensetzungen
mit gewissen durch form und bedeutung hervortretenden bildungs-
silben wie -heit, -hede, -ler, -ere, -lik u. a. auf diesen ; mölenbank 3,16;
d*
XLIV Einleitung.
hüsvrouwe 10, 83, spelman 15, 33; höveschede 3, 13; vögeler 714, 5;
drögeneren 22, 31; innichliker 7, 27.
4. Die nach den angegebenen regeln betonten silben sind allein
zur hebung tauglich, bei den übrigen, den tonlosen, kann jedoch
in dem falle tonhöhung, welche für die hebung befähigt, eintreten,
wenn sie einer anderen unbetonten folgen und das unmittelbar nach-
folgende wort mit einer der unter 2 a) genannten partikeln oder
einem tonlosen mis- oder un- beginnt: girige vorleset 5, 21; ovele
bewende 20, 16; angeste gelöst 53, 92; eigeren gevrös 54, Al; emeten
begunde 56, 1; etendes vortigen 29, 68; vogeld genere 79, 26; drogene
misprisen 70, 21.
Die handschriftliche überlieferung gestattet dem leser nur
die elision eines auslautenden e vor vokalischem anlaute des folgenden
wortes, alle übrigen metrisch notwendigen verkürzungen wie an-
lehnung, synkope usw. sind in der regel bereits von dem schreiber
| vollzogen.
a) Die elision ist bei einsilbigen wörtern unzulässig, dagegen
kann sie sowol von der hebung zur senkung als auch von der senkung
zur hebung stattfinden : lemede ök 61, 106; sine exen 33, 17; ome al
36, 3; unde in 60, 50; unde egen 62, 113; trostede on 27, 122;
schande unde 28, 23; sere enen 23, 1. Bisweilen ist die elision schon
in der handschrift vollzogen, es pflegt dann auslautende consonanz-
gemination vereinfacht zu werden: schud it 14, 8; heb ik 10, 44;
hebb ik 10, 20; um oren 29, 30; lat ik 27, 169. Wird nicht e, son-
dern ein anderer vokal elidirt, so geschieht das stets schon in der
handschrift, vgl. alt für alto 1, 8. 10, 118. 14, 30. 38, 44.
b) Stummes e. Ein durch einfaches r von dem vorhergehen-
den vokal getrenntes nicht betontes e kann verschwiegen werden,
vgl. vuren 73, 23; gevaren 84, 85. Mitunter ist es schon von dem
schreiber ausgelassen : geborn 64, 55; ütirkorn 64, 56; vorlorn 64,58 ;
andern 23, 35. 43. 55, 134. 61, 8.
c) Anlehnung. Mit’vorangehenden verben, präpositionen,
_ pronominibus usw. werden einsilbige pronominalformen mit verlust
des eigenen, vökalischen oder konsonantischen, anlautes in der hand-
schrift oft zusammengezogen : bringet, voddet, woldet, dedet aus bringe
it, vodde it usw. 8, 60. 22, 7. 28, 28. 29, 15; velt aus vel ıt 26, 1;
quemestu aus quemest du 38, 22; ramedes aus ramede ıs 16, 14;
mostes aus moste des 29, 19; behayedem aus behagede dem 6, 32;
geldet aus gelden it 37, 1; uppet aus uppe dat 25, 32; wppen aus
uppe den 3, 67, tom aus to dem 8, 11; tor aus to der 67, 25; gür
aus 9% ir 13, 46; het aus he ıt 9, 65; men aus me on 65, 119; ses
aus se des 15, 46; levet aus leve it 40, 33 usw.
6. Die senkung bilden nebentonige und tonlose silben, sie
kann ein- und zweisilbig sein, in letzterem falle jedoch im allge-
meinen keine selbständigen zweisilbigen wörter umfassen, weil diese
hochtonige silben enthalten: hane 1,1; nein vil 38,43; ein bok 53, 38;
vrunt min 53, 55. — andere 10, 38; dogeden 1, 21; woninge 10,16;
Einleitung. | XLV
hüsvrouwe 10, 19; megentit 30, 40; spraken de 4, 29; unde de 2, 56;
redet ein 2,27; wisheit he 1, 22; schude ök 25,5; wanne min 53,40;
armen be- 2,65; ome ge- 3,19; wil ik af 25,14; om up dem 26,23;
mit stummem e: borden unde (in) 60, 50; blift arm wunde (egen)
61, 103.
Zweisilbige wörter dürfen wie bereits bemerkt ist die doppel-
senkung nicht füllen, nur pronomina, partikeln und das hilfszeitwort
erscheinen zulässig: ome 11, 41. 23, 54. 77, 33, one 25, 43. 49, 48.
53, 80; ene 49, 85; ore 10, 56. 42, 22; juwe 13, 43. 59, 71; enem,
enen 3, 2. 21, 1. 18, 5; unde 10, 42. 23, 27. 25, 41. 27, 16. 50. 29,
64 u. ö.; ane 16, 24. 28,21; uppe 25,51; over 16,11; umme 28,54;
hinder 35, 6; danne 41,42 ; alse 41, 42 ; dare27, 48; were 4,50. Ausserdem
finden sich als senkung vrouwe 31, 13. 62, 9. 85, 27 und here 4, 33
wo vielleicht aber vrou und her zu lesen ist vgl. 13, 43. 16, 46.
{. Fehlen der senkung. Die senkungen und mit be-
merkbarer vorliebe die zwischen zweiter und dritter hebung sind von
dem dichter sehr oft ausgelassen worden. Unzulässig scheint jedoch
die auslassung von mehr wie einer einzigen senkung in demselben
verse gewesen zu sein.
a) Am häufigsten fehlt also die senkung zwischen zweiter und
dritter hebung: Kra/leve 12, 11; möt/wol 53, 95; to/ore 56, 3;
ne/man 49,106; hüslvrouwe 10, 83: "spelllude 15, 44: hast|liken 11, 27:
wärlliken 36, 27; schent/liken 55, 62: 1, 20. 24. 2, 6. 40. 3, 22. 23.
33. 123. 131. 4, 14. 5, 24. 6, 50. 10, 45. 63. 71. 75. 76. 83. 95. 97.
113 usw.
bh) Auch die dritte und vierte hebung folgen häufig ohne
senkung auf einander: dit /schelden 3,46; mi /twinget 3, 70, denst | döt
24, 48; dat! merke 49, 18; kerklhove. 27, "28: dur/vore 3, A: ar/mode
10, 115: bilspele 1.1; ho/mode 59, 88; vor/ware 70, 24 u. d.
c) Die auslassung der senkung zwischen erster und zweiter
hebung scheint vermieden zu sein, wenigstens ist sie in den ersten
achtzig fabeln nur wenige mal mit sicherheit anzusetzen: dus / handelde
9, 58; mit/ schäpkese 10, 58; dut /ninges 28, 14; dat | ergeste 28, 69;
mit höp! 'ricken 29, 70; nelmach 7, 37, vorlichtlliken 34, 19;
dor/gudes 50, 37.
Der auftact kann fehlen, ein- und zweisilbig sein: eın 2,1;
de 2,2; un- 2,3: de ne 2, 12; unde 2, 17. 34 usw. Dreisilbigkeit
des auftactes scheint regelwidrig zu sein, doch würde sie die zahl der
unten aufgeführten falsch gebauten verse etwas verringern (vgl. 2,43.
33,48. 46, 26. 48, 11. 49, 54. 65, 17 u.a... Schwebende betonung,
welche innerhalb des verses vermieden zu sein scheint, hat beim auf-
tacte einigemal statt: de ein/ogede 31, 51; rätigever 55, 112, willich!
liken 55, 96. Bei zweisilbigem auftact ist die zweite silbe nie. über
der ersten betont m. a. von nichein 52, 6; genöch 10, 22.
Aus den in $ VIII dargelegten gründen sind bei den vorstehend
aufgestellten sätzen über die metrik des dichters nur die fab. 1--82
berücksichtigt worden. Die ausnahmen, welche die folgenden fabeln
XLVI Einleitung.
enthalten sind unverhältnismässig zahlreicher, als die aus dem übrigen
teile des workes, obwol dieser ungefähr 5000 verse umfasst, während
fab. 83 ff. nur etwa 1600 enthalten. Dazu ist bei metrisch mangel-
haften versen der letzten fabeln nur an wenigen stellen grund zu
der annahme vorhanden, dass ihre fehler durch die nachlässigkeit der
schreiber veranlasst sind. Es bestätigt sich also auch vom metrischen
gesichtspunkte aus, dass der dichter den letzten teil seines werkes
hinterlassen hat ohne die letzte feile an ihn legen zu können. Vgl.
oben $ VIILb.
Die ausnahmen, welche sich in fab. 1—82 finden, erledigen sich
meist durch die annahme, dass die abschreiber or und ore udgl. ver-
wechselt oder tautologische zusätze sich erlaubt haben: 2, 43 (dins?
vgl. mins 101, 226); 17, 7 (vogele?); 17,12 (ün?); 18, 36 (recht?);
18, 46 unde uneren?); 19, 7 (olde?); 22, 30 (or?); 23, 48 (böt
sinen®); 29, 26 (tilge on oder de?); 30, 58 (auch sonst verderbt) ;
33, 48 (tilge löt unde?); 39, 28 (tilge des?); 41, 41 (oft?2); 43, 14
(G012); 46, 16 (lik?); 48, 11 (de statt unde?); 49, 54 (dreisilbiger
auftact?); 49, 161 (manklacht mit schwebender betonung?); 49, 219
(is nach vullenkomen?); 50, 35 (vielleicht ein beabsichtigter fall von
2 fehlenden senkungen, um dem verse nachdruck zu geben ?); 52, 47
(an dem oldere noch an der joget?); 54, 6 (tilge algader?); 61, 98
(tilge do?); 61, 123 (vjanden?); 65, 17 (went ik möt leider sunder
erven Lichte an minem ende bliven?); 74, 56 (tilge groten?)
Im letzten teile der dichtung finden sich dagegen folgende regel-
widrige verse:
mit fünf hebungen 83, 12. 21. 84, 30. 90, 32. 63. 91, 1, 21.
92, 10. 94, 68. 100, 10. 11. 101, 39. 59 189. 216. 222. 224. 300.
103, 69, 85. 88.
mit drei hebungen 89, 58. 101, 49. 134. 204. — 84, 1. 3. 23.
86, 53. 55. 87, 25. 88, 47. 48. 71. 90, 46. 82. 91, 33. 62. 92, 28.
93, 4. 27. 28. 29. 31. 33. 60. 91. 94, 106. 107. 100, 13. 101, 6. 47.
43. 91. 100. 129. 102, 1. 2. 103, 41.
mit drei hebungen oder auslassung der ersten senkung: 84, 5.
8. 13. 86, 1. 27. 87, 4. 5. 6. 10. 15. 18. 22. 88. 23, 46. 61. 89, 2. 13.
90, 45. 47. 60. 62. 91, 37. 61. 92, 14. 93, 3. 6. 11. 30. 32. 41. 53.
57. 59. 71. 85. 87. 94, 16. 40. 53. 54. 58. 64. 71. 98. 105. 100, 16.
31. 75. 101, 4. 12. 16. 22. 35. 41. 94. 129. 210. 102, 5. 7. 67.
xı
Schluss.
Die dichtung, deren äussere geschichte die vorhergehenden un-
tersuchungen festzustellen suchen, nimmt innerhalb der mittelnieder-
deutschen litteratur eine hervorragende stellung ein. Durch freiere
behandlung des überlieferten stoffes und unabhängigkeit des sprach-
Kinleitung, . LXVI
lichen ausdrucks zeichnet sie sich vor einer menge mnd. werke aus,
welche niederländischen und hochdeutschen vorlagen mehr oder weniger
wortgetreu folgen. Wichtiger ist noch der umstand, dass wir den
doch noch dem 14. jahrhundert zuzurechnenden dichter bereits im
besitze einer ausgebildeten metrischen technik finden. |
| Dieses und die zweimal in übertragener bedeutung gebrauchte
formel ors mit sporen nemen (49, 199. 225), vielleicht auch das formel-
hafte güt dorch ere nemen (100, 5) deuten darauf, dass der dichter
sich an werken älterer dichter herangebildet hat.
Dass er hochdeutsch geschriebene werke gekannt hat, ist un-
wahrscheinlich, möglich jedoch, dass er die niederrheinische oder
niederländische dichtung kannte, und in diesem falle könnte man um
so mehr daran denken, dass durch mitglieder der brüderschaften des
gemeinsamen lebens ihm die kenntnis der fremden litteratur ver-
mittelt sei, als von ihm benutzte bücher, der Aesopus moralisatus und
die distichen des Cato besonders in den schulen der brüderschaften
gern beim unterricht gebraucht wurden. Der zeit nach ist eine be-
rührung Gerhards durch die bestrebungen der brüderschaften nicht
unmöglich, denn schon i. j. 1400 ward ein fraterhaus von ihnen in
Münster gestiftet. | |
Jedesfalls trifft der dichter mit den brüderschaften darin über-
ein, dass auch er seine litterarische tätigkeit der belehrung der laien
widmet. In unterhaltenden beispielen will er zeigen, wie der mensch
gut sein müsse, damit er das heil der seele sichere, und klug und
vorsichtig, damit er sich vor schaden behüte.
Einigemal nimmt der dichter auf den stand, dem er selbst an-
gehörte, die mönche bezug. Sie allein sind im besitze der künste
und besonders der heilkunst, doch rühmen sich betrüger oft gleicher
meisterschaft und richten bei den betörten laien grosses unheil an,
was dann die mönche, an die man sich als retter aus der not zuletzt
wendet, wieder gut machen sollen. Ohne wehr sind sie gegen die
schlechten, ihnen preisgegeben wie schafe den wolle raubenden krähen,
denn den bann, ihre einzige waffe, achten ihre feinde nur gering.
Zwar ist es die pflicht der ritter den klerus gegen anfeindung zu
schützen, aber nur auf das eigene heil bedacht überlassen sie jenen
dem eigenen schicksale Endlich erbarmt sich Gott der mönche und
verleiht den fürsten solchen sinn, dass sie die räuberischen kloster-
"feinde hängen und köpfen lassen, ohne rücksicht auf die dadurch er-
bitterte blutsverwandtschaft der verurteilten. Vgl. fab. 58 und 94.
Mit vorliebe beschäftigt er sich mit ländlichen verhältnissen und
verrät an mehr wie einer stelle seines werkes warmes mitgefühl mit
den durch harte herren bedrängten hausleuten, wenn er sich auch
über den bauer ‘von alter art’ ungünstig ausspricht, weil er nie weise
und gut wäre, und weiss, dass ein mann niederen standes, der zu macht
und ansehen kommt, hochfahrender ist wie alle herren. Er lehrt, der
herr soll treu zu seinen bauern stehen, diese treu zu ihrem herren.
Der vogt, der über sie gesetzt wird, soll erprobt sein usw.
XTLVIII Einleitung.
Seine urteile über die frauen erinnern lebhaft an Gellert. Er
gesteht zwar zu, dass eine gute frau das beste gut sei, was einem
manne der himmel bescheren könne, im allgemeinen ist er aber sehr
schlecht auf sie zu sprechen, sie seien veränderlichen sinnes, wider-
spänstig, ränkevoll, gegen die macht ihrer bösen zunge kann kein
mann und wenn er ein Simson wäre aufkommen.
Die ethischen anschauungen seiner zeit kommen auch in seinen
lehren zum ausdruck: die unwahrheit sei zu meiden, doch dürfe man
den falschen mit klugheit betrügen, auch in not und Jleibesgefahr
durch kleine wie grosse lügen sich vor feinden erretten. Nie jedoch
soll man freunde betrügen oder unwahrheiten aussprechen, die schande
und schaden bereiten können. Vgl. fab. 53 und 46.
Ein grosser vorzug des dichters vielen seiner zeitgenossen gegen-
über besteht in der vollkommenen enthaltung von dunkler gelehr-
samkeit und in dem streben überall klar zu sein. Wo seine quellen
und mit ihnen die meisten anderen fabeldichter Jupiter, Merkur,
Satyrn udgl. in die erzählung einführen, setzt er Gott und mensch-
liche wesen an ihre stelle. Dazu ist er bemüht die unwahrschein-
lichkeit der erzählten vorgänge durch erklärende auseinandersetzungen
aufzuheben, wenn er in seinem vorwort auch ausdrücklich bemerkt,
dass nur erdichtete, nicht wahre begebenheiten den erzählungen zu
grunde liegen.
Zu schluss der einleitung drängt es mich dankbaren herzens. der
vielfachen förderung zu gedenken, die mir allseitig geworden ist. Für
mitteilung handschriftlichen materials oder einzelauskunft bin ich be-
sonders dem herrn schulrat Woltersdorf in Magdeburg, der mir die
längere benutzung der einzigen erhaltenen handschrift des dichters mit
grösster gefälligkeit vermittelt hat, dann den herren director Paulsiek
in Magdeburg, director Holstein in Verden, bibliothekar Pfund in
Berlin, bibliothekar O. von Heineman in Wolfenbüttel, dr. Strauch
in Tübingen, Woeste in Iserlohn, professor Waetzoldtin Bonn, director
Babucke in Bückeburg, vor allem aber herrn bibliothekar Lübben
verbunden, der nicht allein mich in unzähligen fällen aus seinem reichen
wissen beraten, sondern auch mit zuvorkommendster liebenswürdigkeit
sich bei der revision der correcturbogen beteiligt hat.
Bei der correctur bin ich durch freundschaftliche hilfe und besonders
durch herrn John A. Leber in Düsseldorf unterstützt worden, dem ich
auch die zusammenstellung der wortlese zum grossen teil zu danken habe.
Trotzdem übersehene druckfehler sowie ungleichmässigkeiten in
der setzung des circumflexes bitte ich mit nachsicht beurteilen und die
am schlusse des buches vermerkten besserungen DOrNERSIchtlgpn
zu wollen.
10
15
Gi hebben dicke dat gelesen,
dat it to kreken heft gewesen
mör wisheit unde kunst behande
wan anders iergen in dem lande.
Van enem mester ik ök las,
de dar bi olden tiden was,
de dichte mennich vromde mere.
Dat Esopus sin name were,
secht uns de scrift. He was ein man,
de sik örst leit de vöcheit an,
dat he mit gemeliken meren
de lude wolde dogede leren;
went allerhande creature
lifhaftich, dat newan van nature
ne sprak of spreken ne kunde,
bi siner mere spreken begunde.
De wint, de sunne unde de mane
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de weren sprekendes ök nicht ane, .
de wolken, berge unde steine
unde bome spraken algemeine.
Doch wu unmogelik de mere
den luden ök to horende were,
doch mochte men dar leren mede
'tucht, wisheit unde gude sede.
De konnink, de van örst Rome stichte,
het bringen örst al dit gedichte
van krekeschen in dat latin
to leronde de kinder sin.
De konnink Affrus van Engelant,
do he de kunst daran bevant,
heit he it bringen altohant,
dat it al den sinen wart bekant.
Sint heft an dudesch ök ein here
ein döl bracht dusser besten mere,
dat dar ein minsche tucht unde ere
bi unde hovescheit jo lere.
Gerard heit he unde wäs deken
to Minden. So we ök spreken
wolde dat al sunder wän,
dat von Godes bort do weren gän
Niederdentsche Denkmäler, II,
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dusent unde drehundert jär
unde seventich, de hedde wär.
Dit bök uns lust unde vromen brenget,
ernst, mit gemelicheit gemenget,
irluchtet wol der wisen sin;
it gift uns vroude unde gewin.
So we sin vroude nicht latet in,
dem sines sinnes wert de min.
Dat men der sorge ök vroude late,
dat is güt, secht uns her Kato.
Mit dummen dum, mit wisen wis,
secht Vridank, is der werlde pris.
Mit sinne dum, nicht van nature,
in dumheit tit, dat is gehure.
Dit bök gelik is enem garden,
dar men twier dink schal inne warden,
vrucht unde schoner blomen vil.
Vrucht gift uns nut, de blome spil,
kort is de vrucht, lank blomen stil.
Swe nu ir ein of ander wil,
dat mach he nemen mit underschede,
wil he aver, he mach se nomen bede;
went vrucht lört unde de ogenwoeide
der blomen sachtet herteleide.
Krank is min acker, vrucht doch nicht.
De sin is swär, materia licht.
Dat it bedüt is wär, dat dicht
to der unwärheit heft geplicht.
Ein acker is dit ök genomet
mit wärheit unde unwärheit geblomet.
Dusse wärheit sik doget beromet,
de bose unwärheit si verdomet.
De lichten wort an lichter mere
de dreget dicke doget unde ere.
An dorrer schellen schulet gerne
wol smeckende unde sote kerne.
I.
De galloe.
Ein hane sochte na siner wise
uppe dem messe sine spise,
Do vant he enen edelen stein,
de lecht was unde schone schein.
5 Do sprak he sus to deme stene:
‘Mit sokende ik di nicht ne mene,
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went ik achte uppe di harde klene.
Din leger is hir alt unrene;
hedde di aldus ein rike man
10 hir vunden, de mit stenen kan
wol ummegän, de hölde di
wol schone. Mer su des to mi,
ik hedde lever nu to stunden
ein korn of ene bonen vunden,
15 went ik en kan di nicht bederven.
Des möt na di de jene werven,
des wille up dine schone steit,
de mör wen ik van di weit.’
De hane bedudet enen man,
20 de nicht ne wil noch ne kan
mit dogeden sik to wisheit tein.
Wisheit bedudet ök de stein,
der wol genöch sumlich hevet
unde doch ane alle wisheit levet.
25 An den is wisheit so bewant,
so de stein, den de hane vant.
LI.
Van deme lamme unde wulve.
Ein lam üt ener beke drank,
de rasch üt enem berge sprank
— unkundich is mi, wo se hete.
Dar boven van dem sulven vlete
5 drank ein wulf, de ök darto quam.
Do he sach drinken dat lam,
sprak he to ome: ‘Du dumme wicht,
nn sustu dines heren nicht?
Din herschop is ein döl to gröt;
10 dus grote smaheit mi ne böt
ni in dem lande din genöt,
de ne moste darumme liggen döt,
Du dregest wulle unde horn
dorch drogene, dat is mi torn.’
15 Dat lam begunde beven sere:
‘Ik ge des, wil gi sin min here,
unde möt to juwem bode stän.
Wat smaheit hebbe ik ju gedän,
of wat mach ik ju leides dön ?
20 ik bin kranker den ein hön.’
De wulf sprak: ‘Dat is schult genöch
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van di, dat din drank mi geröch,
de mit di moste sin verdomet;
dut vlet drovet unde wlomet,
dat ik is drinken nicht en mach;
dut leit deistu mi allen dach.’
Do sprak dat lam: ‘Gi redet ein wunder,
gi stät boven, ik sta hir under;
van ju to mi geit her de vlöt,
darumme gi unrechte döt,
dat gi uptucket solke wort,
veide unde schult vil ungehört.
So wan ein vrunt beginnet leiden
unde vrunt van vrunde denket scheiden,
ıle möt mit sodanen reden
de wärheit mit unwärheit kleden.’
De wulf an errem mode sprak :
‘Din klapent döt mi ungemak,
din vader ök hir weder mi scalt,
des ome de pils sere untgalt;
ik wone, it si min den ein jär.
Ik wil di seggen dat vorwär:
din klapen unde dines vaders schelden
schal wärliken ök din pils untgelden.’
Do sprak mit angeste echt dat lam:
‘Oft ik sint an de werlt gequam,
sint hir was mines vaders schelden,
unrechte ik des schal untgelden.’
De wulf to deme lamme löp,
erliken he to ome röp:
‘Ja darfstu noch sus vele klapen,
din dink is nu jeto al geschapen;
du bist wol ein verdomet ve!
unde böt ome do den hals untwe.
De scrift sprikt, dat de wulf bedude
de rovere unde de bosen lude,
de sik laten so node irbarmen
de unmacht unde de unschult der armen
unde so mit bösheit sin vorladen,
dat se den luden denket schaden
an lif unde ere güt afbreken.
De moten dichten unde spreken
unwärheit, valsch unde ungevöch,
der se mör kunnen den genöchı,
65 dar se de armen bevellen mede,
so de wulf dem lamme dede.
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| II.
Van der dorpmüs unde vorsche.
Up enem vlete wönde ein müs
vriliken in enem molenhüs,
de lach dar enes vor der dore.
Ein vorsch quam springende darvore
5 unde sprak to or: ‘Vil hovesche vruwe,
nu segget mi up alle truwe,
wes dusse herberge si,
oft men 'hir moge holden bi;
mi is der herberge nöt,
10 de holt mit mi ne wert nicht gröt.’
De müs antworde: ‘Se is min,
gi schullen mi wilkomen sin!
ik wil ju dorch hoveschede,
swat hir is, gerne delen mede.
15 De vorsch de sede ore dank,
se brachte on uppe de molenbank,
dar wart he harde wol beraden ;
mel unde korn vil wol gescraden,
des gaf se alle ome genöch.
20 Nichenes drankes men doch entwöch,
went se is ök sulwen nicht en plach.
Do he dat vornam unde sach,
de vorsch do sprak to der müs:
‘Husvruwe, schone is juwe hüs,
25 6k gut is alle juwe spise,
sere ik ein dink doch misseprise
an ju, dat gi mi nicht en brachten
drinken, ift gi is icht gedachten,
went wol gegeten ane drank
30 is kost vorloren ane dank.’
De müs sprak: ‘Horet, wat ek spreke!
wanne gi komet in de beke,
so drinket ju denne al sat;
min herberge en is nicht nat
35 als juwe is, dat latet ane hät.
Were gi wis, gi segen an dat,
dat ik nicht achte uppen snat
unde ik nicht echt weder en bat,
do nöt unde avent here trat,
40 dat ik ju brachte in min gat
mit gunste unde ök in sulke stat,
daran lach miner spise schat.
Men were gi wreder wen ein kat,
ik en achtede is doch nicht ein blat,
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45 gi en scholen mi mine spise gelden.’
De vorsch sprak vleliken: ‘Dit schelden
is ane nöt nu, vruwe müs,
wolde gi mit mi weder gän to hüs,
dat en is nicht verne hir belegen,
50 so schone wolde ik juwer plegen
beide mit spise unde mit dranke,
dat it ju were wol to danke.’
De müs na dusser vogen rede
de dachte, dat se mere mit vrede
55 gewunne den mit grotem schelden,
went it lege an unwissem gelde
dat mak, dat se dem vorsche dede,
unde lovede om, se wolde mede
unde wolde den arbeit bestän
60 unde an sin hüs mit ome gän.
Des nachtes redde se sik darto
unde gink mit ome des morgens vro
dorch gras, dat was von dowe nat,
des wart se mode unde also mat,
65 dat ir beruwede de vart
unde wolde wesen wederkart.
De vorsch se trostede an den wech
unde sprak: ‘To lovende is de krich,
de na gude unde vroude ringet.’
70 De müs sprak: ‘To lachene mi twinget,
an enem sprunge dat gi springet,
dat ek an sessen nicht vormach.’
“Wi hebbet enen langen dach,’
sprak de vorsch, ‘gi schullen wol gedrogen
75 unde ek schal ju de vroude togen,
der gi jummer gedenken mogen
unde mi vergelden, ift gi mogen.’
Do quamen se beide up dat vlöt,
dat was wol drittich voite bröt.
80 ‘Hirover min herberge steit,’
sprak de vorsch, ‘hir is umbereit
dat schip, wi moten swommen beide.’
Der müs wart to der mere leide,
se sprak: ‘Ik wil weder gän,
85 der vart en wil ek nicht bestän,
ik bin to mode unde alto nat.’
De vorsch sprak: ‘Ik bidde ju, als ik bat,
dat gi vort willen mit mi varen,
vor nöt wil ik ju wol bewaren,
90 dar kan ik guden rät to vinden;
wi willet ennen vaden binden
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'ju umme den hals, mi umme den vöt;
al were breder ök de vlöt,
ik wolde ju wol overluken ;
95 ik kan wol swemmen unde duken,
so wol kan ik ju overvoren,
dat gi nein lit ne dorven roren.’
De müs de dede sine bede,
de vorsch na sinem rade dede,
100 unde worden vast aldus gebunden.
mit enem vaden, den se vunden,
daraf geneget was ein bot. |
Do hoven se sik up de vlöt,
de vorsch swam vor, de müs darmede.
105 Do se geswummen wol twe screde,
röp de vorsch: “Wapen! to jodute!
min kunst, min macht is jeto ute,
van krankheit en mach ik nicht mör;
de lede sin mi also sör, |
110 mi geit dat water in den munt,
ik möt verdrinken alse ein hunt.’
De vorsch de sank to grunde neder,
de müs de kröp to lande weder;
vil dicke töch he se do under,
115 echt quam se up; dat was wunder,
dat se ök jenige were begröp.
Vil dicke se to ome röp:
‘Eia, lät din dukent, leve knecht,
‘ din dukent is mi jo nicht recht;
120 ik se wol, du kanst is genöch.
din spil is mi al ungevöch.’
Ein stokarn wart der müs geware,
de vlöch vil hestliken dare;
he gröp de müs na sinem sede,
125 de vorsch de moste volgen mede,
went nicht or kople do en brak.
De vorsch dus underwegen sprak:
‘Swe jo an drogene pinet sik,
van rechte valt he.an den strik,
130 dar he wil setten sine vrende.’
Se namen susdanen ende.
Horet, wat dit bispel bedude!
it wernet alle valsche lude,
der sin to dregende jo steit.
135 Wo dicke it on ök wol irgeit,
doch sulken ende it nemen möt,
dat se lif, sele, ere unde güt
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to lest darumme moten geven.
So were bat ir dregent gebleven.
IV.
Van dem hunde unde van dem schape.
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Vor enem richter umme ein bröt
dede ein hunt enem schape nöt
unde verklagede it vil sere,
dat it om ein bröt schuldich were.
Dat schäp sinen eit darweder böt,
dat it ne wunne nu dat bröt,
dat it van rechte nu gelden scholde.
De hunt sprak, dat hes om wolde
mit tugen vil güt overgän,
dat he hedde om ein bröt gedän,
de it gehörden unde sagen.
De richter do begunde vragen,
oft he de tuge icht scholde nomen.
De enen man wolde vordomen,
men vant to rechte, dat he scholde.
De hunt do vullenvoren wolde
de klage unde gink an one achte,
de tuge he do vore brachte,
den ruwen wulf unde ene wigen.
‘Got late mi also gedigen,
sprak dat schäp, ‘dat ik ni ne nam
dat bröt, unde dat ik ni ne quam
so na dem wulve, also ik nu bin!
ik se wol, dat min ungewin
mit dussen tugen mi anegeit,
dat bröt is mi vil umbereit.’
De richter echt begunde vragen
de tuge, of se dit levent sagen.
Se spraken, de hunt de hedde recht,
mit eden höchlik, so men plecht.
De richter höt dat schap bereden,
went de hunt nicht wolde beiden,
unde sprak: ‘Here hunt, nu nemet de wullen,
de mach wol juwen schaden vullen.’
De wulf sprak: ‘Jo, darto de hüt!
gink it an dessem winter üt,
van kulde moste it vorderven ;
sin here möt ene anderen werven.
Dat vlösch kan ik nu wol bederven,
de siden wil ik hebben beide.
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Dat hovet unde dat ingeweide-
de wige neme, min kumpän,
de mach dar vil lange over stän;
ik möt jutto to holte weder.’
45 Dat schäp worpen se darneder,
unde wart na wane so gedölt,
dat de wulf dat beste behölt,
unde wart dar up der stat gegeten.
De hüt bi wane wart tospleten
50 ör dat schap in half were döt,
dat se number ne galt ein bröt.
Nu horet, wat echt dut bedude!
Aldus döt jo de valschen lude,
de den truwen willen bevellen,
55 dar nemet se jo to de gesellen,
de nicht wen valsches sik generen,
de wol meinede doren sweren;
de tuget up den rechten man,
de ni undät noch schult ne wan,
V.
Van dem hunde unde kese.
Bi enem dorpe gink ein vlet,
dat was döp unde mate bröt,
ein bretstech ök darover lach,
dar men over to gände plach.
5 Mit enem kese gink ein hunt
darover Ök to ener stunt,
den hölt he vaste an sinem munde.
Des keses schemen he sein begunde
unde hopede, dat he an dem grunde
10 ök enen anderen kese vunde,
gelik ome edele unde güt.
Up den wän sprank he in de vlüt,
he dede girlik up den munt,
de kese entföl ome uppe de grunt,
15 unde vorlör dorch giricheit beide
kese unde scheme. Do wart ome leide,
unde sprak: .‘Hedde ik nu minen weder,
nicht mör ik hir sprunge neder;
to sokende is he mi unwis,
20 wente hir dat‘water vletende is,
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Aldus de girige vorleset
dat sin, als he dat vromede irkeset
unde des mit unwisheit begeret;
sin egen güt van om verot
25 mit schanden unde mit schaden darmede,
also de kese dem hunde dede.
v1
Van dem lowen wu he jagede.
Ein louwe wolde jagen varen;
went het allone nicht bewaren
ne kunde, do nam he darto
den bok, den weder unde de ko
unde treckede mit on in den wolt,
dar he des wildes wiste entholt.
Den weder satte he in de stat,
dar men to bersende jo sat;
he satte enmidden up de warde
10 den bok mit sinem langen barde;
bi den dik satte he de ko,
dar jo de harten lepen to.
De louwe on üt dem dike brachte,
na sinem rechte he do on wrachte.
15 De weder sprak der bute vro:
‘Do ik on sach, sat ik om to,
dat was om to harde torn;
do he fach mine krummen horn,
do vlo he mi also sere,
20 rechte als ik de duvel were.’
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De bok sprak: ‘Do he enware wart,
dat so lank was min grawe bart
unde mine horne lank unde gröt,
mine ogen bernende unde röt,
do moste he vlein dor de nöt,
doch makede ik ome enen stöt.’
De ko sprak: ‘Ik dede ju gelik
unde jagede on hir in den dik.
De weder sprak do mit dem bucke:
‘Her louwe, maket uns vör stucke,
went islik sin del hebben schal.
De rede behagede dem louwen wal,
unde d&lde den hert an vere
_ unde sprak: ‘Ik bin aller dere
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here unde konnink unde al min slechte,
so is de örste döl min to rechte,
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Dat de andere ök mi tegevalle,
went ik bin starker dan gi alle,
dat is echt recht. De dridde darmede
is min dorch mine snellichede.
We sik ök des vörden underwindet,
an mi enen vient he vindet.’
Aldus behölt de louwe allene,
dat orer verer was gemene.
To liker wis ein arm man
unde ein unmechtich nicht en kan
mit kumpanie sik geliken
dem woldigen unde deme riken.
De woldigen van valschen seden
dem armen ni recht ne deden. .
vn.
Van dem deve wu he ein wif nam.
It nam ein echte wif ein d£f,
dat was den dummen luden lef,
dar weder was it löt den wisen,
unde begunden it misseprisen,
want dar nicht gudes ne queme af.
Ein wis man underscheit des gaf
mit enem vromden bispele,
der he bi wane kunde vele.
De scrift de h&t de sunne ‘he’,
an dudesch- hetet ınen doch 'se’.
De wise man sprak dusse mere,
dat it der sunnen wille were
ök wis, dat he wolde nemen
ein echte wif, de ome getenien
van schone mochte unde van art.
In der werlde do kundich wart
den luden dat vil vromede mere,
do worden se bedrovet sere
unde worden alle des to rade,
dat men mit vlite Gode bade,
dat he de vrie erwenden wolde,
went, oft dar slechte afkomen scholde,
van hitte mosten se alle sterven,
sin enes hitte döt vorderven
mannich dink ök unde vorschinen.
Do se aldus begunden pinen
mit vle unde mit innichliker bede,
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Got do alle oren willen dede,
dat sint de sunne allene blöf.
Dat was den wisen alle l6f.
Dit bispel wil de jene leren,
de gerne hedden vele heren,
dat se sik vorwandelen mochten
unde ere der jare vele besochten.
Ein here is ök beter denne twe,
went men gelike jo nicht se
ne mach mit dönste moden.
Dat vorsten vele kinder voden
unde sone van oren echten wivon,
unde de alle gader leigen bliven,
dar is dat lant verdomet mede,
wu güt so sin Ök in dem sede.
vII.
Van dem wulve unde kranen.
Ein wulf dorch sin girichede
gröt löt to enom male dede,
went ho slinden ein ben begunde,
dat he inbringen nicht ne kunde
in den hals. It one do stak
unde dede em vil gröt ungemak.
He sochte rät to allen deren,
hulpe ne vant he neren.
Rät he to allen voglen ök sochte,
oft ir ome jenich helpen mochte.
To lest wart he wist tom kranen,
oft he den icht kunde gemanen
mit mede edder mit groter bede,
dat he bi wane ome hulpe dede.
Ne wulf do to deme kranen sprak:
‘Of gi mi dut grote ungemak
mit jeniger hande kunst vordriven,
to dönste mit macht wolde ik ju bliven,
mit live beide unde mit gude.
So nu mi wärliken is to mode,
dat ik ju eren unde riken
wolde boven juwe geliken.’
De krane sprak: ‘Kunst hört darto
unde arbeit, unde of ik do,
dat ju jutto üt komet dat bein,
up wene schal ik der mede sein?
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De wulf sprak: ‘Wörliken uppe mi.
Wane gi, dat ik so dilde si, |
of gi mi helpet üt der nöt,
dat juwe mede nicht vil gröt
ne werde? Ja ik schal ju lonen
tohant mit enem voider bonen
unde also lange alse ik schal loven
wil ik ju eren unde geven.’
Do sprak de krane: ‘Dat schal wesen,
gi scholen harde wol genesen’
unde getruwede deme deve.
Deme wulve wart unmaten leve,
unde sat dar neder vor den kranen
unde begunde vil wide janen,
so dat de krane wol dat bein
dar verne binnen mochte sein.
Darin den hals he ome do stak,
dat bön he üt mit vrochten brak
unde töch darmede den hals üt weder
unde legedet uppe de erden neder
unde eschede do sine mede.
De ome was vil umberede.
De wulf sprak: ‘Krane, lät din reven
na mede, wente ik di gegeven
medelön hebbe alto gröt,
dat ik di nu en bät nicht döt,
do din hals was in minem munde,
sint mi an also manniger stunde
des vlesches heft gelust van kranen.
Darumme lät din grote mıanen
unde ne moie mi nicht mö£r.
Vorwunnen hebbe ik al min ser;
wultu mi moien icht to vele,
ik bringet di wol üt dem spele.
Dus döt de bose untruwe man,
de doget noch ere ni gewan,
wat men ome ök dön gudes kan,
dat he gedenke icht daran;
wente valsch unde alle dorperhede
is ome to all6n tiden mede
na des untruwen wulves sede,
de aldus bi dem kranen dede
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IX.
Van twen teven.
Ein tö de wile se wolpe dröch,
quam mit list unde groter vöch
to ener anderen tö mit bede,
dat se ök ein döl mit valsche dede,
unde bat se vullen innichlike,
dat se or üt orem huse untwike
so lange, dat se dar enbinnen
mochte ore wolpe gewinnen,
went se or dannen untwiken scholde,
10 to welker tit se sulven wolde.
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De tö do se ore nöt bekande
uude dar ök gunst irkrigen wände,
untwek se or unde löt se in
ane lovede unde ane gewin.
Do se vorwan do ore nöt,
vil dicke brachte fe or bröt
oft wat se anders hadde to helpe,
dat se de bat vodde ore welpe.
Darna wol over seven weken
20 begunde se darumme spreken
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und bat se harde gunstliken,
dat se ore wolde untwiken,
als an der nöt, se löt darinne.
De ander sprak: ‘Nein, sote minne,
des winters kulde is so gröt,
dat mine wolpe dor de nöt,
de noch sin junk unde blöt,
denne weren ane twivel döt,
oft ik mit one dar ute. lege
unde orer mateliken plege.
Darumme en schol gi nicht vorderven — —
mi nu, latet mi bliven
hir so lange, of it ju geteme,
dat dusse winter ende neme,
35 de ju jo doch lank wesen möt. .
Willich was de andere unde güt
an allen dingen unde dede
echt umme dit blivent ore bede.
Do de winter do ende nam
40 unde it to den lechten dagen quam,
begunde bidden de hüsvruwe
de gastinnen mit guder truwe,
_ wente is tit were, gunstlike,
dat se üt orem huse wike,
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went se is nicht lenk wachten wolde.
45 Do sprak de jene, nicht alse scholde,
to der vil bederven hüsvrouwen
‘Latet juwe schelden, juwe drouwen!
wön gi, dat ik ju, min vrouwe teve,
dus rokelose wedergeve
50 min unde miner kinder erve,
dat ek ök sulven noch bederve.
Dar mine kinder sint angeboren,,
van rechte hebbe gi dat vorloren,
darumme latet uns mit vrede,
55 unnutte is juwe wederrede.
Wi achtet juwer drouwe klene,
unser sin sesse, gi allene.’
Dus handelde de unrene
de guden tö in orem lene.
60 Dus döt de voge valsche man
bi dem, de valscheit nu ne wan.
unde sik vorhoden nicht ne kan;
sus kumpt he on mit vöcheit an
.. unde bedreget on mit liste,
65 dat he bewärde, oft het wiste.
X,
Van twen musen.
Ut enem dorpe gink ein müs,
gevöt an enem riken hüs,
unde wolde ein ander dorp besein.
Do vant se underwegen cin
5 vil enge hol bi enem wolde.
De avent beide unde dat. kolde
deden, dat se dar bliven dachte.
Allön se nicht mit or ne brachte,
doch wart gemak ore vullen güt
10 alse unwerndes mennigen döt;
went dar ein veltmüs wönde enbinnen,
de se untfink mit groten minnen
unde dede ir ere unde gemak.
De gast to der werdinnen sprak:
15 ‘Nu segget mi, sote vrundinne,
is juwe woninge jo hirinne,
' wu schull gi hungers ju geweren
hir in dem wolde unde generen.’
De hüsvrouwe sprak: ‘Söt des to mi,
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16
wu klene anders min dore si,
doch hebbe ik hir an minem slote
genöch gersten, eckern unde note,
to enem jare gans genöch,
dat ik an herveste hiran dröch.
25 Dar gi alle af lank scholen besoken
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unde al besein, of gi is roken,
unde wil ju seggen dat vorwär,
wil gi bliven mit mi ein jär,
des geve ik alles ju genöch.
Tohant se ore voredröch
spise allerhande, de se hadde.
Dar se se schere mede sadde,
went se in dem dorpe or nicht en plach.
Do dat de werdinne sach,
dat se so klosterliken at,
se sprak: ‘'Ek se wol, gi sint sat
jutto miner vil kranken spise.’
De andere de sprak: ‘Vil sere ik prise
spise unde hüs, mer juwe möt
unde juwe gunste is so güt,
dat mi is alles hungers böt,
went werdes gunste unde willich lät
vor allerhande werschup gät.
Dat heb ik al an ju gesein,
doch wil ik ju des begein,
dat to also ungelikem prise
steit juwe unde min gude spise,
dat ik wol weit, oft git besochten,
dat gi ök numbermör ne rochten
hir weder komen in dit hol,
min spise smecket also wol.
Darumme schulle gi mit mi to hüs
nu gän.’ Des volgede or de müs
unde gink mit or to dorpe do,
des se wart innichliken vro,
Wonte se ore gunste beden dachte,
up enen spiker se se brachte
mit schäpkese wol beraden,
mit brode unde upgesattem braden,
dar hadden se over güt gemak.
De gast to der werdinne sprak :
‘O we, wu heb ik arme zage
gelevet al mine dage,
dat ik — jo dat Got sulven weit —
so guder spise nu en beit,
darumme wil ik mit ju bliven
17
hir, gi ne willen mi vordriven‘
Ein knape, do se dit gesprak,
in dat slot den slotel stak.
10 De husvrouwe dat bekande wol
unde altohant in or hol
vlo, de andere also lange sat,
went de knecht in den spiker trat.
Tohant wart he der müs geware,
75 se vlo hir, se vlo dare,
vil dicke he na or slöch
mit enem stave, den he dröch.
Tolest se om entvlo mit nöt,
an ener- gruttenmate gröt
80 untschulde se ome unde untsat.
Do he echt vor den spiker trat
unde besloten wart de dore,
do gink de hüsvrouwe hir vore
unde sprak: “Wur bistu, leve derne ?
85 ik hedde di gewernet gerne,
hed ik is vore je gedacht,
mer ek was sulven so bejacht,
dat ik is gedenken nicht en kunde.’
De gast to gän to or begunde
90 unde sprak: ‘Ik bin also bejaget,
dat ik ne wart ni so vorzaget
sint der tit, dat ek wart geboren.
Al juwe werschup is vorloren,
went it angest gegellet hevet.
95 Swe vro an armoden levet,
dem is bet vil den deme riken,
de angestes nicht kan entwiken.
Ik wil weder an min hol;
ne vare ik dar nicht also wol,
100 als gi hir döt, des wert wol rät,
vriheit vor alle spise gät.’
De hüsvrouwe sprak: ‘Me möt jo beide
mit vrouden angest unde leide
hir an der werlde unstede liden,
105 he is salich, de it mach vormiden.’
De gast sprak: ‘Mi möt irbarmen
din wolp, dat du vor den harmen,
vor hunt, vor katten unde vor vallen
unde jo vor den luden allen
110 din lif most hoden to allen stunden.’
Hirmede se sik scheden begunden,
se l&p to hüs, de andere biöf,
ir jowelkem was sin levent lef.
Niederdeutsche Denkmäler. II,
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35
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Mer heft vroude unde gode,
we vriheit anvoget armode
beide an den olden unde an jungen,
den den gröt rikedom is bedwungen.
Mer armode alt ungevöch,
vri ofte unvri, is leit genöch.
XI.
Van dem vosse unde arn.
De vos de hadde leve jungen,
de gingen üt, do quam geswungen
ein arn unde begr£p ir ein.
De vos ne hät is nicht gesein,
men horen scrigen unde lep
do na dem arne, aldus he r£p:
‘Eia, vorste, aller vogel here,
nu denket juwer groten ore
unde gevet mi min wolpen weder
unde latet it mit vöch hir neder,
so dat gi om nicht we ne dön!
ik hale gerne ju ein hön
unde eine gös dar lichte to.’
De arn sprak: ‘Truwen, vrouwo vo,
dorch sulken düfröf, den gi döt,
juwe wolp gegeten werden möt
vil kortliken an minem neste
unde it en blift ök nicht dat leste,
went se alle darna moten varen,
dat gi vil arme scolen bewaren.’
Nu horet, wat de vos do dede;
do he ne mochte nicht mit bede
sin wolp krigen, altohant
dat droge holt, al dat he vant,
nam he unde dröch bi dem böm dat,
darup dat nest des arndes sat,
unde hastliken ein blas
van vure, dat der herde was,
dat he in dat droge holt do stak.
Do dat de arn sach, he do sprak:
‘Her vos, latet mine jungen leven,
ik wil juwe wolpen ju weder geven.’
De vos sprak: ‘Nein, min wolp is döt,
dut vür schal werden also gröt,
dat juwe jungen, de noch. blöt
sin, komen nu in so grote nöt.’
19
‘Her vos, gi schullet dat vür tobreken,’
sprak de arn, ‘ik wil mit eden spreken®
dat ik juwe wolp sunt hir neder
40 ju to bringende geve weder
unde wil ome unde al juwen geven
vrede, al de wil dat ik schal leven.’
Tohant de vos sprak: ‘Dit gesche,
als ik gesunt min wolpen se.’
45 He nam sin wolp, dat vür he brak,
to sinem sone he do sprak:
‘It were bose, dat it wisten
de lude al, wat men mach mit listen
vulbringen wol an mengen dingen.
50 Wan du sust echt de arne swingen,
so gink du weder in din hol,
ik truwe dem vrede mate wol.’
Aldus döt mannich voge man,
dat he mit macht nicht dön en kan,
55 vulbringet he dicke wol mit listen.
Dat it des landes heren wisten,
de mit gewalt de armen dwinget,
wo dicke de arme it darto bringet
mit vöch, dat it on üt dem spele
geit, se ne deden is jo nicht vele.
XII.
Van dem arn unde kreien.
Ein arn vlöch bi ener se,
deme dede ein döl de hunger we.
He sach vil degere unde sochte,
oft he jenigen visch dar vinden u:
5 To lesten he ene sniggen vant,
de was gekropen up dat sant
unde stekede an oren vasten schellen,
dat was ök weder sinen willen,
dat he dar spise wiste enbinnen.
10 ‘Des mote gi anders nu beginnen,’
sprak de kra, ‘leve here,
wil gi dön na miner lere.
De arn sprak: ‘Nu segget, wo?’
Se sprak: ‘Gi schullen on voren ho
15 nu an de lucht an juwen klän
unde laten on vallen, ane wän
so brikt he, valt he up den stein.
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Des ramet, denne mach ju geschein,
dAt ane nöt gi one winnet.
Dat dö gi, oft gi ju vorsinnet.’
Na orem rade dit geschede,
tohant was de kra berede
unde gröp den sniggen unde vlo,
de arn wart dus bedrogen do.
Dus wert de einvoldige man,
de sik vor valschen nicht hoden kan,
bedrogen van den he truwet wol.
Ein minsche doch jo truwen sol
unde hopen sere jo des besten,
allen men dreget jo to lesten.
XII.
Yan dem raven unde dem kese.
Ein jowelk lant heft sinen sede;
ein underscheit gev ik darmede,
dat men spreke nicht van mi,
dat dut bök al ein logene si.
In Vröslant dicke dat geraket,
dat men dar enen kese maket,
des melk ein jenich ko do gaf,
dar men wol hundert makede af
an Doringen ofte an Hessenlant.
Der klenen kese ein raven vant
ök enen wilen ofte stal,
des men ome bat getruwen schal.
In sinem munde in enen wolt
he on do vörde in sin beholt;
up enem bome nam he raste.
Den kese helt he jo vil vaste,
van vrouden he vil lude rep.
To ome ein vos mit haste lep,
dat he vorneme al dusse mere,
wat vroude dem raven mede were.
He sach den kese om in dem munde,
mit valsche loven he one begunde
unde sprak to ome: ‘Her raven, ni man
juwe schone vul loven kan.
Des pawen schone unde des swanen,
der ände hals unde des hanen,
de schone Ök aller isenborde
unde al dat ik ju loves hörde
‘30
21
unde men je creaturen gaf,
vor juwer schone is al ein kaf.
Doch hörde ik gerne juwen sank
de, so mi duchte, sote klank.
Is de mit schone ju gelik,
so ne wart ni vogel so loves rik.
35 De raven des keses al vorgat,
dat he behagede deste bat
dem vosse do mit vullem prise,
höf up unde sank na siner wise
‘roch roch’ alse he best do kunde.
40 Des vel de kese om üt deme munde,
45
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den de vos altohant do grep.
De raven entswöch, de vos do rep:
‘Her raven, juwe sank unde juwe vare
is al gelik, mer vleget dare
echt, dar gi dessen kese vunden,
oft gir dar icht mer vinden kunden,
unde delet denne echt mit mi;
ik wone, dusse min allene si.’
Aldus geschut ök ichteswanne
dem dummen loves gerenden manne,
de dicke güt vorleset grof
dor valscher vrende unwaren lof. -
XIV.
Van enem kranken lowen.
Van oldere ein lowe was so krank,
dat he moste ane sinen dank
bevallen in so grote unmacht,
dat he alle dage unde nacht
5 mit pine moste des dodes geren,
des al dat levet sik gerne weren
wil, al de wile dat it mach.
Do schud it so up enen dach,
dat alle der van allen landen,
10 al de sine unmacht do bekanden,
dat he genesen nicht ne kunde,
ir jowelk moien on begunde
unde ök mit menger wise erren,
went he ne kunde sik nicht geweren.
15 De weder on mit den hornen steit,
de vos on in dat ore beit,
de osse on mit den hornen stak,
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de esel on trat. ‘Dit ungemak’
sprak de lowe, ‘is up mi nu komen,
nu mi min macht is al benomen,
al dat ik dwank, dat dwinget mi,
of ik ein krank hase si.
Min ere is hin, min macht is döt,
min sere, min laster is to gröt,
mi schadet, dem ik ni leit en dede,
mi is mit storme al dat nu mede,
dat mi untförde wilen sere.
Do ik was aller dere here,
do had ik wolt, lof, macht unde cere;
nu bin ik vorsmät unde alt unmere.
Men hed ik gnade mör gedän,
do ik it vermochte, än allen wan
so stunde mi gnaden mer
unde darto minner hertesör.
De hogen werden landesheren
de mogen sik tein bi dussen meren,
dat se mit gnedeliken dingen
Jo ore underdanen dwingen,
dat se mit vrede nicht bestän,
oft it on scholde missegän.
Swe nicht en wil an salichede
jo dön der armen lude bede,
of it unsalichliken ome gät,
van rechte wert sin bede vorsmät.
XV.
Van dem esele unde hunde.
Ein riker man to ener stunt
hadde enen leven hunt,
de makede ome mit sinem spele
‚blitschop vil dicke harde vele,
he sprank up on, wur he on sach.
Do he des plach vil mennigen dach,
begundet ök ein esel merken
unde sprak: ‘Sint ik to allen werken
bin minem heren nutter vele,
den de hunt is mit sinem spele:
wo lichte, of ik ök speles begunde,
dat ek bat den de rode kunde,
dat ik an minem heren vunde,
dat ik behelde on to vrunde,
23
15 so dat he nu an jenger stunt
mi hadde lever den den hunt.’
Nu horet, wo he des anevink!
Do sin her van kerken gink
to hüs mit sinen besten kleden,
20 wolde de esel ummescheten,
mit sinem spele ome to untmoten. .
He sprank mit sinen horegen voten
ome uppe de borst unde uppe sin klöt.
Dat was ome torne unde alto 16öt,
25 he r&p den knechten: ‘Helpet mi!
ik wone, de esel unsinnich si,
sin döfheit is jutto alto gröt,
nu drenget on af, slät on döt!
Mit slegen do vil ungevogen
30 de knechte do up den esel slogen,
dat he dar lach vil na ane sin.
Dus leten se on unde gingen hin.
Tohant do dusse spelman _ |
van unmacht sik ein del vorsan,
35 an sinen danken he sus sprak:
‘Dit ser unde al dit ungemak,
dat ik sus sere bin geslagen,
ne mach ek nu nemanne klagen.
Hedde it ein ander mi gedän,
40 vor minen heren scholde ik gän
mit klage. Nu heft het wol gesein
unde is van sinem bode geschein.
Doch möt ik der wärheit gein,
it is der spellude lein,
45 de ungevoge spel begät,
dat ses vil gerne slege untfät,
darumme möt ik is gegunnen,
dat de jo spelen, de spelen kunnen.
Wo voge is ök jumber min spel,
50 min here it van mi nicht ne wel.’
Wo vele men in dem lande vindet
der lude, de sik underwindet
des esels spel mit ungevöch,
dar on jo kumpt schaden af genöch!
55 Swat sik deme marnne noten |
willen kaitive, schalme stoten
daraf mit worden, of men kan;
is he dan ein unbescheden man,
of he slege winnet daran,
60 ik bin, de is ome wol gegan.
24
XVI.
Van dem lowen unde van der müs.
Ein lowe lach unde slep,
dar vele muse umme one l£p,
to lesten ein up ene sprank,
ein del doch sere än oren dank.
5 De love untscrak, de müs he gre£p,
de arme vlede unde röp:
‘Nu gnadet mi, vil edele here,
want gi an mi vil luttik ere
begät, of ik ök mere were;
10 ne wreket ju alto sere
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an juwem torne over mi vil armen
unde latet ju mine unmacht irbarmen,
dat ik bin ein so wenich wicht
unde ik en ramedes ök jo nicht
unde is mi herteliken let,
des moge gi hebben minen &t.’
De lowe do na sinem sede
bi ore willichliken dede
unde sprak to or: ‘Du sechst wär,
ein man ne scal nicht alto swär
dem de jo gnade soket wesen,
darıumme mostu nu genesen,
went din schult en is nicht gröt
unde min torne was ök ane nöt.’
Dus let he ledich do de müs,
de weder mit vrouden lep to hüs.
Darna sint na unmennigen dagen
begunde des landes here jagen
mit wilde, sine hunde lepen,
de jegere scrigeden unde repen.
De lowe ein del na sinem rechte,
do he gehörde dut gebrechte,
löp he unde wolde de hunde biten
unde mit gewalt de jaget sliten.
Daraf schude om ungevel,
went he löp in ein stark sel,
dat dar dem wilde was gesat.
Dat hält on, dat he up der stat
dar moste bliven, wente de osen
on umme den hals begunden nosen,
dat he ne kunde sik nicht gelosen
mit aller macht van dussem bosen
gevelle. He do lude r£p,
de müs hörde dut unde l&p
25
45 to ome, de he löt wilen leven,
unde sprak: ‘Her lowe, ik wil ju geven
rät unde helpe an juwer nöt
nu dor de woldät, de mi böt
juwe doget, it is noch mate lank,
50 do ek up ju unwetende sprank,
nu swiget unde sittet stille
unde latet mi dön, al dat ek wille’
De lowe de sat, de müs de lep
ome over den rugge unde begrep
55 dat starke strik mit oren tanden,
dat stöf se entwe, als of mit handen
unde mit mesten it were
entwe gesneden. Do sprak se: ‘Here,
stät up, gät hin! gi sint gelöst.’
60 Dar wart de lowe af getröst,
dat he to danken ore begunde
mit alle dem vlite, so he kunde.
Hirbi scholden de landesheren
sik tein unde edele sede leren,
65 dat se dar hedden jo gedult,
dar ein man hedde voge schult
unde ök unwitliken breke,
dat men tohant dat nicht en wreke
an ome also mit hastem mode, Ä
70 dat he an dem live unde an dem gude
daraf vordervet nicht ne were;
dat voget wol or aller ere.
De nicht mach schaden, de mach wol vromen,
it mach vil lichte darto komen,
75 dat ein einvoldich armer man,
de sinem heren gudes gan,
eme hulpe unde alsolken denst döt,
dar he af beholt lif unde güt.
XVI.
Van dem vlasse unde swalen.
Er men de nut des vlasses vunde
unde men erst segen begunde,
< do wart is ein wis swale geware
unde brachte so vele vogele dare,
5 dat it to redende unlöflik were;
se sprak: ‘'Ek segge ju leide mere,
de allerhande vogelen angät,
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set jene man, de seget sät,
dar schal af wassen alsodän vrucht,
darmede we scholen in der vlucht
gevangon unvorwändes werden,
beslagen ane water up der erden
unde ok än allen boten gestricket.
Min eldervader hät it gewicket,
it scholde an miner tit geschein,
darumme let ik it ju sein,
dat gi nu rät mit menem kore
dar scopen unde hode vore.’
De vogele tornen sik begunden
20 unde spraken, de jo wicken kunden,
25
30
de scholden wicken jo wat gudes,
unde vlogen to hüs tornes modes.
De swalen al na desser rede
do makeden mit den luden vrede,
de dussen angest wisten best,
unde makeden in de hüs or nest
unde hebbet dar jo sint geseten,
dar ir vil luttik wert gegeten,
so men wol andere vogele döt,
de men mit garne winnen möt.
So we des wisen mannes rät
dorch stoltheit ofte unsin vorsmät,
of it ome danne an siner dät
misvellet unde missegät,
35 he hedde unwisheit bet vormeden
10
unde hedde vrundes rät geleden,
wente guden rät van guden wisen
schal me vor golt in noden prisen.
XVIL.
Van dem vorsche unde edeberen.
De vors leveden sunder e,
des dede de vriheit on so we,
dat ses geliden nicht ne kunden;
darumme se bidden Got begunden
dat he on wolde enen konnink geven,
went also vri were ore leven,
dat islik al dede dat he wolde.
Do schude on so van rechter scholde,
dat ore bede wart getwidet,
des se noch hude kummer lidet,
27
Ein konnink wart on gröt genöch,
wol slicht an art unde ane töch,
de here van enem berge slöch,
ein balke lank unde ungevöch,
15 he was to beiden enden stump.
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De dede enen also groten plump,
do he vel in dat voge mer,
darinne was der vorsche h£r,
dat se alle worden so vorzaget
unde in de grunt also gejaget,
dat se nicht binnen vertich dagen
dat dorsten oreme konninge klagen,
oft jement unrecht deme anderen dede.
Dus was dar ök ein mester mede,
de sprak: ‘Oft wi vorsunnen weren,
dat were tit, dat we unsen heren
den konnink untfengen wol mit eren,
he mach it anders uns vorkeren.’
He quam mit sinen vrunden dare,
dat he was ane witte gare;
to male se to ome drungen,
up one se alle gemene sprungen,
so dat he wart gesenket mede.
Do gink it echt to ener bede
unde baden echt umme enen heren,
de rechte spreken kunde unde beren,
deme se dor angest mosten denen.
Tohande sando do echt Got enen
serpent, de idrus was genomet,
40 dar worden se mede so verdomet,
45
dat he ir vrat an sinem munt
vifhundert wol to ener stunt,
went sin munt was wit, sin bük gröt.
Den storken alle he geböt,
dat se sine undervogede weren.
Do gink to scaden unde to uneren
‘ore dink al do mit orem heren,
unde woldent gerne wederkeren
50
mit orer bede unde ne mochten,
wo vele se it jo besochten.
Dus möt ore vriheit sik vorkeren,
de under enem guden heren
jo wonet, de al mit duldichede
55
on is in allen dingen mede
unde dan na enem vromden stät.
Vil dicke it on aldus irgät.
28
We heft, dat ome wol genoget,
unde ome daran nicht en noget,
sut he dar wederwillen an,
60 ik bin, des om wol gegan.
XIX.
Van den duven unde dem havike.
Den duven echt aldus geschach.
Umme dat ein wige bewilen sach
in ore nest na oren jungen,
of on de vederen icht updrungen,
5 den havek se do to vogede koren,
dat se ore jungen nicht en vorloren,
unde at he de olden unde let de jungen.
Dus was it one misselungen,
went, alse de olde nicht en quam,
10 de wige den de jungen nam.
Des wart on hir to vullen leide
unde hedden jo des wigen veide
vil gerne unde sine wolt geleden,
dat se hedden den havik vormeden.
15 Ik rade, wat me jo beginne,
dat men beginne dat mit sinne,
dat men prove an dem herten inne,
dat men den ende güt gewinne.
Man schal den minren schaden liden,
20 dat men den meren moge vormiden.
xXX,
Van dem deve unde hunde.
Ein rike man hadde enen hunt,
do quam ein def to ener stunt
an sinen hof ein del mit nöt
unde bröt he deme hunde böt.
5 Do sprak de hunt: ‘Bat were ik döt,
wen ik valscheit so rechte gröt
mit minem heren nu beginge.
Ik were wert, dat men mi hinge,
oft ik vor ein bröt dat vorhele,
10 dat men nu minem heren stele
wol dusent bröt wert unde dar boven.
Wone gi, dat ik so wille doven,
29
dat ik mine ere schole vorlesen,
unde nu dor ene sade gekesen
15 den hunger scole sunder ende?
min here ök ovele bewende,
dat he mi heft so güt gewesen.
Mer, of gi willen nu genesen
unde ör juwe unheil to sere grove,
20 so maket ju hin ute dem hove;
went ik schal ropen minen heren,
de schal bi wane ju vorveren.’
De döf sprak: “Wachte, dat ek rede
mit di noch mer mit gudem vrede!”
25 De hunt do röp, de def do vlo
over enen tün, de was vil ho;
dat he untlöp, des was he vro.
Dat bröt behält de rode do,
dat was ome bi der want untvallen.
30 Aldus gesche den truwen allen,
de truwe is beter denne golt,
Got is den truwen luden holt.
Dat is bewant unde is ök güt,
wat men gudes den truwen döt,
35 want truwe man dan jo besteit,
alse untruwe oren heren sleit.
XXI
Van der su unde wulve.
Ein verkenmoder scholde winnen
ir jungen, dar se lach enbinnen,
quam ein wulf to ir unde sprak:
‘Ik bin hergekomen dor juwe mak
5 unde wil hovemoder wesen
der jungen, der gi schult genesen,
unde wille an noden ju bistän
unde wil se also sachte untfän.
Ek kan se wermen unde baden,
10 ik wolde on harde node schaden,
went se unsen vrunden up der erden
noch mogen wol to leve werden.
De moder sprak: ‘Ik loves wal,
al des ik ju loven schal;
15 mer hedde gi noch al dar gewesen!
Ik bin van vertigen genesen,
dat mi nu hevemoder ne wart
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ein wulf of jement van wulves art.
Des möt ik gerne it ju vorgeven,
were gi in jenem wolde bleven.
Mer wil gi mi nu helpen,
so gät, bewaret juwe welpen
of juwer moder, of so levet.
Gelert mi dat min moder hovet,
of ik bliven wille ane schaden,
so en darf ik nummer wolf geladen
to hüs dor nut of dor nöt.
Ok is min suke nu so gröt,
ne wille gi nicht vil schere gän,
se schal bi wane ju bestän,
unde dat ne mach ök nicht to vro;
se geit mit kraft mi jutto to
de moder.” Dar ein man do quam,
de vlucht de wulf to holte nam,
went were he dar lenger bleven
und hedde sin recht angekleven,
‚de bande weren ome gedreven
unde mannich gröt slach gegeven.
Sus schut bi den valschen luden,
de dreget under schapeshuden
ein wulveherte, dar se mede
jo denket na des wulves sede
vorraden, morden unde stelen
unde mengen unvorschuldes quelen.
XXI.
Van dem lamime unde wulve,
Ein eve, de wile se was gelegen,
begunde bidden ene zegen,
dat se or lam irsogen wolde,
vil gerne se it vorschulden scolde.
De zege dat willichliken dede
unde nam dat lam unde gink om mede
unde voddet harde mengen dach.
To lest ein wulf it dar gesach
unde sprak: “Wat deistu mit der zegen?
dat du der moder hest vortegen,
dar hestu dörliken an gedän.
. Wultu mit mi na ore gän,
ik bringe di dar sunder leide,
ik weit se stän an guder weide.
sl
15 Do sprak dat lam: ‘Nein ik, entruwen!
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35
it scholde sere mi beruwen,
dat ik getruwede dinem vrede;
ik segge di wol ene rede:
so güt is mi min moder de zege,
dat ik der moder al vortege
dorch oren willen, den ik weit,
ir melk is mi jo so bereit.
Din wille an mi nicht vullen geit,
din vader minen vader beit,
des gink van mi, du bose zage,
er ik it nu dem herde klage,
unde he di mit den hunden jage,
dat di geschut vil na al dage.’
Hir bi scholen alle jungen leren,
dat se an wisheit ore sinne keren,
dat se sik vor den drogeneren
behoden kunnen unde weren,
dat se ök sik kunnen irneren
unde orer olden ök untberen
jo beide moder unde vader.
Gi kinder lört dit alle gader!
XXI.
Van dem lowen unde enem herde.
Ein dorne sere enen lowen stak
vore in den vöt. Dat ungemak
dede ome so we, dat he ne mochte
stän ofte gan, als it om duchte.
He sochte rät in allen enden, Ä
he ne wiste, wor he sik mochte wenden.
To lest he enen herde sach, 1
mit pine gink he, dar he lach
vor enem holte an guder weide.
10 Dem herde wart unmaten leide,
do he on sach to sik gän,
noch vlein ne dorste he noch stän.
Des wart de lowe wol geware,
den seren vöt böt he do dare
15 unde gaf ome enen vasten vrode
unde quam on an mit dusser rede:
‘Kun gi mi helpen, bederve man,
went ik it sulven nicht en kan,
dat ik genese an minem vote,
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ik wil ju danken so der bote,
als ik dar al bin an genesen,
dat git mogen wol gewesen.’
De herde om üt dem vote to
den dorn, des wart de lowe vro
unde sprak: ‘Ik wil dat nu reden,
dat ik, de wile ik leve, vreden
ju wille scäp, swine unde rinder,
ju sulven, wif unde kinder.’
Des wart de herde harde vro,
to wolde gink de lowe do.
Darna begunde an tornen dagen
de konnink den sulven lowen jagen
unde gevink on unde geböt,
dat men one nicht slege döt,
he scholde mit anderen lowen wesen.
De vangenen, de nicht genesen
ne mochten, jo de lowen aten,
dar wart de lowe to gelaten.
De herde wart darna besecht
unde unrecht schult up on gelecht
unde wart geworpen mank de der.
Men sin lowe bekende on 6r,
ör jenich der anderen on anvenge;
dat hüs he maket ome to enge,
de on mit grimme antasten dachte.
He was so stark, dat he se brachte,
dat se ne dorsten den man berinen.
Dat sach de konnink unde böt den sinen,
dat se den herde togen üt,
de konnink on vragede overlüt:
wuraf de salicheit ome were,
dat ome geschach so gröt ere,
dat ome de lowe vorstunt so sere.
De herde sede ome al de mere,
wo de lowe gewundet was
unde he om halp, dat he genas.
De konnink vortöch do up de veide
unde let de vangenen ledich beide,
den truwen lowen unde den man,
des he lof van der werlde gewan.
De herde gink do to dorpe bolde,
de lowe ök gink to dem wolde.
Dat men jo guder dät gehoge
unde vorschulde als men moge,
dat is getruwer lude recht.
33
We aver to vorgetende plecht
dor stoltheit ofte dor kergen möt,
of men dor nut of nöt om döt
bewilen löf of kumbers böt,
10 den woldik node heten güt.
XIV.
Van dem perde unde van dem lowen.
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15
Ein: olt ors, mager unde vorreden,
läm, wröt unde van bosen seden,
in ener wesen bewilen lach.
Ein lowe, do het dare sach,
gink he to ome, lichte umme mere.
Des wart dat ors vorveret sere,
went it ne kunde om nicht entvlein,
al hed it on Ök &r gesein,
so bose waren ome de bein.
Des moste it tuge hir vore tein,
dar it ome mede gelosen kunde
mit valscheit, der it aldus begunde;
vil lank it sik begunde strecken
unde ein ben sere van om recken.
De lowe quam to om, he sprak:
‘Ik se wol, dat gröt ungemak
di heft bestän, nu segge mi,
wuraf it di tokomen si.’
Dat ors sprak: “Wilkome here!
20 mi heft gesteken also sere
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ein gröt dorn hinden in den vöt;
ne kan mi des nicht werden böt,
van groter sere möt ik sterven,
oft an dem bene altes vorderven.’
De lowe sprak: ‘Stant up, den vöt
wil ik besein, dat is di güt,
went ik kan vel van arzedie,
ök wil ik di dorch kumpanie
nu helpen. Upstunt do dat pert,
des lones was de lowe unwert,
dat ome van.siner bote schach;
went do he na dem dorne sach,
gaf ome dat pert enen slach,
dat he lange ane sinne lach.
Dat pert tohant to dorpe ran,
unde do de lowe sik vorsan |
unde he des perdes nicht en vant,
Nicderdeutsche Denkmäler, II, 3
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[e) |
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sprak he: ‘De mote sin geschant,
de des untruwen rede gelovet,
went dat betuget wol min hovet,
dat ek ein d&l was alto güt,
do ik des bosen gules vöt
besach unde ik om helpen dachte,
dat he mi lönde aldus unsachte,
dat ik hir lach lange ane sinne;
went dat is wis, dat he gewinne
‘to .aller tit lön mate gröt,
we jo den bosen dönst döt.'
Vil lichte mach it on geruwen,
we den untruwen wil getruwen.
Vridank de sprikt, dat provet an,
neman gensliken sik ne kan
vorsonen weder untruwen man.
De meiste undoget je gewan
minsche, de is untruwer sede,
went dar sin al undogede mede.
xXXV.
Yan der vledermüs.
Hoverdicheit an dummen sinne
heft gewest an anbeginne
unde heft gemaket mennigen strit,
de alle nöt, to manniger tit.
Daraf schude ök wilen Er,
dat alle vogele unde alle dör
to gadere brachten enen strit
up enem velde, dat was wit.
Der groten vogele unde groten dere,
de dar quamen vil mangertere
unde dar bejageden pris unde ere,
der swich ik al. Mer we dar were
de lichtlikeste an beiden siden,
dar wil ik af spreken, de to den tiden
dar hadde bat gewesen to hüs,
dat was de unsalige vledermüs.
De wolde sik also bewaren
mit drogene, dat se an beiden scharen
döl hedde an sege unde an ere,
so wanne de strit vorendet were.
Se truwede den deren best,
went der bi wane was mest,
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unde let sik to der muse scharen.
De vogele quamen dar gevaren,
des strides se to vote begunden,
des se vulkomen nicht ne kunden,
went se de dör al ummedaden.
Ein arn on do begunde raden,
dat se sik hoven in de lucht
30 unde sweveden boven in der vlucht,
al went de dör or schare breken,
dat se sik denne manliken wreken.
De vogele al de klemmen kunden,
went se ane were se dan vunden,
35 höt he on dar uppet hovet vallen
unde breken üt de ogen allen.
Hir waren se alle to berede, I
dat it na wunschen on alle geschede.
Aldus wunnen se den sege.
40 Wo de vledermüs vortege
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der dere unde to den swalen vloge
unde sik an ore selschup toge,
wente se gelik one vlegen kunde,
dat late ik stän. Jodoch begunde
ir valsche dönt de vogele proven
unde dachten, dat se is mör scholde oven
unde vorrätnisse ök anekliven,
unde begunden se do driven.
van allere vogele mönschop do.
De dere deden ök alle so.
Dut leide uppe se ir valscheit do,
der se ni sint ne wart ök vro,
went se ne möt noch bliven neren
wer mit vogelen noch mit deren,
mer dwelet vlegende in der nacht.
Ir valscheit heft se darto bracht.
Aldus schut ome to allen tiden,
de sik dar totut to beiden siden
mit loser unde mit valscher rede,
60 dar vrede is under unde unvrede,
wente men des to lest wert inne.
Dat he den sulven pris gewinne,
den dar gewan de vledermüs,
dat is recht, wan he kumpt to hös,
8%
—,
36
XXVL
Van deme herten.
Icht völt sik "p enen dach,
dat ein hert sinen schemen sach
boschedoliken in
: |
eneni vlete,
He sach, wo it ome allet
5. dat he an
N unde dat behagede om
. mer allerbest Jo si
er loch was om dat lei
ir dat he. dat hadde ecl
stunde torne
15 dat he dar was so lange bleven,
_ went om was na darane vorgeven
ae unde dar ein jJeger quam m
de on al dar do stände vunden.
| Tohant begunde he do vlein,
dat se en kunden on nicht afsein.
; Do sach he wol, dat
ji
‚ om nichein
let nutte was wen sine b
| de ome duchten
unde wer mede reine
i 25 beide anc Spat unde ane leist,
\ de ome mish
’
en om up dem Spore,
b Jeger vaste anrcp.
30 De hert do in dem wolde löp
unde quam an enen dicken
daran beworen sine horn
mit dem brämdorne
mit wedewinden ök
35 dat se nich
ı dorn,
de on antasten do begunden,
went se on ane alle were vunden,
Do sprak de hert: ‘Min dumme wän
40 heft mi dut ıungemak gedän. |
Van dem ik nu gedodet blive,
dat was mi levest an dem live,
Dat mi ök ledest heft gewesen,
dar bin ik dicke mede genesen.
wen
“
it hunden
»
nY/
45 Dat ene is horn, dat andere bein,
dat hebbe ik nu van örst gesein.
Swe hatet, dat ome ere gevet,
unde minnet, .des he laster hevet,
de is ein döl der sinne gemcerret.
50 O we, dat it so mangen werret,
de des ne hevet ncin underscheit!
dat si dem riken Gode leit!
XXVIL
Van enem ridder unde: vrouwen.
Ik bidde de vrouwen algemeine,
of ik toverne spreke ein kleine
in dussem boke up vrouwen namen,
dat sik de guden nicht en schamen,
5 der werdicheit en mach nicht sliten,
dat se is ök mi nicht enwiten;
wente it geboret to dussen meren,
dat hirbi valsche vrouwen leren,
de an undät or sinne keren,
10 dat se bestän an vullen eren
unde on unrechtes werde böt.
Vil sere wone ik, de missedöt,
de alle vrouwen hetet güt,
wente ungelik is ore möt
15 unde leven in grotem underschede,
men vindet gude.unde bose mede;
ik en achte nicht der bosen veide,
to hate der guden is mi leide.
Ein ridder wönde an Haspangouwe,
20 dem was to wive geven ein vrouwe,
de was junk, schone unde rike,
he was wol mit gude or gelike,
gelike se ök van adele waren,
doch ungelik ein del van jaren;
25 went he was an sin older 'komen
- unde hadde se dorch or joget genomen,
wente se was ein kindes wif,
se hadde on löf also or lif.
Do se mit om ein jär besat,
30 so grote suke up on trat,
dat he starf an dem negeden dage.
Dat scrigen, jamer unde klage,
de undult unde de grote unrouwe, -
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de umme on dröf de vrouwe,
de was to horende ungevöch
unde jamerlik ein del genöch.
Do wönde dar ein kotse fer,
ein ridder, junk, stolt unde hör,
de was van art wol or gelike,
al ne was he nicht so rike.
De was dar richter in der borde
unde was sin recht, of ein döf worde
vorstolen van dem galgen dar,
de dar hangen scholde ein jär,
dat he des also vele untgolt,
dat in des landesheren wolt
stän scholde lif unde al sin güt,
also it dare hudes dages döt.
Nu ga wi weder to den meren.
De dode ridder wart mit eren
begän unde to dem grave gebracht,
den dach unde ök de negesten nacht
blöf bi dem grave sin arme vruwe
mit: wenende unde mit groter ruwe.
Ein kastöl van dem dorpe lach,
dar de vrouwe to wonende plach,
der anbegin ik sere love.
De ridder ök bi dem kerkhove
hadde ein hüs unde ein kamenaden
mit raschop ök nicht wol beraden,
went he mit enem werde lach
unde kost darinne nicht ne plach.
Des dages do dusse begraven wart,
wart Ök ein man van deves art
mit rechte in den galgen bracht,
. de wart vorstolen in der nacht.
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Des wart de richter sere unvro,
wente it ome lach vil ho
beide up sin güt unde up sin if.
Des gink he vor dat junge wif,
dar se lach unde screi vil sere,
he vragede, wat dat scrichte were.
Se sprak: ‘It is ein arme wif,
de hir möt enden ore lif
van lede unde van groter ruwe.’
He sprak to or: ‘Nein, leve vruwe,
dat ein so recht stolt junk wif
vordomede ore schone lit.
Mer stät up, vrouwe, gät mit mi,
ik wone, min nöt groter si,
39.
wente mi de def jo is vorstolen,
dat mach unlange sin vorholen
dem heren min, de mach unterven
mi unde an live wol vorderven.
85 Gröt ruwe uns nicht erwerven
kan, wente wi ök moten sterven;
darumme trostet juwen möt, |
it levet noch man also güt
of beter noch den juwe here,
90 unde söt an juwes sulves ere,
wo erlik it ju sulves were,
oft men vreschede dusse gebere.’
De vrouwe sprak: ‘Node ik it do,
doch bringet mi wol de vrost darto,
95 wente mi jutto vrust so sere,
dat ik bi vure gerne were.
Se gink an sine kamenaden,
ein hön löt he or snelle braden,
| wol guden win he ir drinken gaf,
100 de dröf ein döl des ruwen af.
Do se geat, sprak he to der vrouwen:
‘Gi scholen up ininem bedde rouwen,
ik sitte hir wol bi dem vure,
dat vederwant dat is hir dure.’
105 Se sprak: ‘Dat were ein ungevöch,
dat bedde dat is wit genöch,
we ligget dar wol uppe beide,
ik wöt ök wol, ju is so leide,
dat gi nicht ein bose dät
110 mit mi an dusser nacht begät
mit wolt ofte mit ungevoger bede
ofte in jenigerhande dorperhede.’ -
De ridder sprak: ‘Gi segget recht,
ein dorper dorperhede plecht, |
115 ein hovesch man hovescher dät,
al dorperheit mi is vorsmät.’
Sus gink he bi se up dat bedde,
al sunder borgen unde wedde
löt se de degedinge bestän,.
120 alse mannich vrouwe heft gedän.
Se leiden alle sorge neder,
he trostede se, se trostede on weder,
mit dät unde ök mit soter rede
wart dar gebroken dusse vrede,
125 dar af vreschede ik ni klage
sint noch to hove noch to dage.
Do se gelagen ene wile
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nicht vul to ener halven mile,
do suchtede echt de wert ein kleine,
de vrouwo sprak: ‘Vil soite reine,
min ridder, trostet juwen möt,
al juwo dink schal werden güt,
went ik hebbe enen rät bedacht,
de wärliken wert vullenbracht
mit juwer hulpe an dusser nacht,
darane lit juwer ruwe macht.
Wi scholen upnemen minen man,
des ik ome doch nicht ne gan,
unde hän on in des deves stat.
We, won gi, denne spreke, dat
de d£f si ju nu vorstolen ?
dus mach it bliven best vorholen.’
De ridder or do dankede sere;
allein it harde unwiflik were,
up dat he doch lif, güt unde ere
behölde, halp se, dat ir here
mit siner hulpe an der nacht
wart vroliken up den galgen bracht.
Dus wart de vrouwe wol getröst °
unde ök de ridder wol gelöst
van sorgen unde ök van aller ruwe.
Wu desse ridder. unde de vruwe
alle or dink sint anekleven,
wat se begingen ofte droven,
al des ne wart mi nicht gescreven.
Hirmede si desse mere bleven.
Gerne ik beschutte disse vruwen,
de dussen ridder halp mit truwen
van sorgen unde ök van groten ruwen.
Men dat men mochte an or schouwen
de sede van unsteden wiven,
do grote undult na leve driven,
de an on kan unlange bliven,
went se echt willet unstede ankliven ;
went unvast sint der vrouwen sinne,
doch vast genöch an anbeginne
beide up den hat unde up de minne.
Mer unliken d&l darane gewinnen,
— dat lät ik up der vrouwen dät —
de mit der werlde ummegät,
de also unvaste dan bestät,
alse here trit der manne rät.
Disse mere men: bescreven vint.
4
‘De blixem is lichter den de wint,
175 dat min mere jo vil Jichter si
den de blixem, dat steit dar bi.
.,Vrouwen dät lichter sere
sin vele den blixem unde mere.
| XXVII.
Yan dem manne unde sinem wive.
Ein güt man hadde ein bose wif,
der herte, tunge unde al or lif
so bose was, dat ni ne wart
so boses nicht van minschen art,
5 went al or sin de stunt na were.
Was he in hogen, so was se ere,
was he ere, so was se in hogen,
entwei se aldus sere togen.
Do völ it so to ener tit,
10 dat se mit scheltwort enen strit
begunden aldus to gadere bringen.
De twei dor ene wische gingen,
daruppe nochten lach dat gras,
dat ninges gemeiget was,
15 he sprak: ‘Got ere dussen man,
wo rechte wol he meigen kan,
de dut gras gemeiget hevet;
it is wol vrome, dat he levet.’
Se sprak: ‘Gi leget mit uneren,
20 it is beschoren mit ener scheren
beide ane segede unde. ane swaden.’
He sprak echt: ‘Hirmede wil gi laden
‘bi wane uppe ju schande unde schaden."
Se sprak to ome: ‘Wil gi gän baden,
25 ik achte klene up juwe druwen.
He sprak ; ‘Jo doch, so is se truwen
gemeiget.’. Se sprak: ‘It is unwär,
ik woldet herden noch ein jär,
ör ik mi lete ju vorkrigen.’
30 He sprak: ‘Noch radik, dat gi swigen,
ofte ik vorkorte ju dat blat.’
Se sprak: ‘Nu varet an Godes hät,
wil gi de tungen mi vorsniden,
dat scholde ik ök vil gerne liden,
35 de drouwe schole gi wol vormiden,
ofte ik vorgeldet ju mit niden,’
Mit torne he to or löp,
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Van enem manne unde sinem wive.
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bi oren haren he se gröp
unde warp dar neder dat bose wif
unde vel mit slegen up or lif,
dat se mit were klene wrak.
Ein holt he or in den munt stak,
hir üt he ir de tungen töch
unde hölt de vaste ungevöch.
‘Noch sprek ik, dat it nein segede were’,
se sprak, also se do mochte, schere,
‘ein chere ein chere.’ He hölt se vaste,
na sinem meste he do taste,
do se den weke nicht en gaf,
do snet he or de tungen af
unde sprak to ore: “Unreine pute,
nu is al juwe scheldent ute,
dor nöt mote gi nu mere vorswigen,
doch wustik gerne umme juwe krigen.
of des noch icht ein ende were.’
Do schöp se de hant als ene schere
up unde to, oft se screde.
Do he do dat gesach, he sede,
dat dat wif jo än twivel
was noch erger vil wen de duvel,
went men on wol mochte vorkrigen
unde on mit worden dicke swigen.
We scheltwort wil van bosen wiven
mit wederscheldene vordriven,
de revet sik. Wen he schal ankliven,
oft he ane meicheit wille bliven,
sin dink, alse dusse bederve man,
nicht bat he ir gesturen kan.
‘Dat ergeste creature,
dat levet, is ein wif ungehure.
Dat gude wif is, we de hovet,
dat beste, dat up erden levet.
XXIX.
Ene ovele hüt ein bederve man
to siner unsälde echt gewan,
de was van also bosem sede,
dat se mit willen nicht en dede
5 an jenigen stucken sin gebede,
wo löfliken he or Öök was mede.
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Ore wederkrich de was so gröt,
se dede al, dat he or vorböt,
het he se stän, se sat neder,
höt he se gän, se karde weder,
höt he se wesen vro, se gram,
höt he se drinken Ök, se nam
den beker dicke mit der hant
unde warp on dicke weder de want;
se dedet ök to liker wise
vil dicke mit vil guder spise.
Do se do herde mangen dach
mit ome des bosen kriges plach,
do mostes ök ein ende werden,
alse alles dinges up der erden.
Do hadde dusse bederve man
ök ene wisch, dar he an
höw mengen twene sine knapen.
Sin wif de had ök dat geschapen,
dat men al dar orer plegen scholde,
se sulven on de spise bringen wolde,
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dat se to rechte do dede:
ein kint halp or de dragen mede,
went se was on vil wol bericht;
um oren man ne was or nicht,
of he ök vastede al den dach,
des se mit ome dicker plach.
Do is om to lest vordröt,
dat se ome ne löt bör noch bröt
of al des nicht, dat he eten mochte,
ök half, dat se den knechten brochte,
unde dachte aldus an sinem möt:
den knechten is dat wif so gät,
se wel orer wol na wane plegen,
se heft so vele mede gedregen,
du wult gän dar unde eten mede.
Dat an erren he do dede.
Ein water bi der wese vlöt,
dat was van regene worden gröt,
dar up dem over do saten
vrouwe unde knechte, do se aten.
Dus gink de man mit haste dare,
tohant do se sin wart geware,
se sprak: ‘Nu söt, nu kumpt min man,
to deme ik leve ni ne wan
van herten. Dat men one ville!
söt, wat nu hir de modink wille!’
De knechte entfengen oren heren,
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mer se begunde also geberen,
alse se jo plach to allen tiden.
He sat doch neder bi ore siden
unde begunde ök cten vaste,
unde do he na dem vlesche taste,
begunde se ome dat vat entucken
unde van ome unwillichliken rucken.
Dat was ore grote ungelucke,
went alle des overs ein stucke,
dar se uppe sat, do neder völ,
unde se vel mede, unde was so snel
dat vlöt, dat se än orer aller dank
to grunde vor on vordrank.
De knechte de begunden scrigen
unde alle des etendes vortigen
unde begunden ore haken
mit höpricken lenger maken,
de se darto do bunden vaste.
Ir jowelk in den beke taste
darmede unde sochte ore vruwen
mit vlite unde mit groten ruwen
an beiden halven de beke neder.
De man r&p on mit haste weder
unde sprak to on: ‘Gi vromen knechte,
gi döt al juwem dinge unrechte ;
wone gi des, dat se neder vlete?
dat is wis, dat se genete
noch ores kriges also vele,
des se an ernste unde an spele
plach to aller tit bi orem live,
dat se nu weder den strom drive
mit wederkrige, alse se jo plach,
dat ik van or vil dicke sach.
Darumme soke wi uppe dat vlöt,
se is uns anders umberöt.’
De knechte truweden der mere,
allön unmogelik dat were,
unde sochten se upwert tegen den uote
Allön it on or here hete,
se wisten doch wol, dat se neder
jo vlöt unde quam nicht weder.
Wer se wart vunden ofte nicht,
des bin ik noch al umbericht.
Men hevet dicke dat gehört
unde is ein vil mene wort,
Jat wives krich mör machtes hevet
4
100 den al der man, de hude levet.
Ein klene wif vorkrigen kan
wol enen harde groten man;
ein blode wif ök dicke döt,
dat ein wröt man ir wiken möt.
105 Der wive krich de heft de macht,
dat ni van manne wart bedacht,
Sampson van wives kriges nöt
geblent wart unde blöf ök döt,
ök Salomön de rike man
110 bedrogen wart al sunder wän
van wive, des sit nu bericht,
alse de scrift vorware sprikt.
Hirumme wives krich den man
bedreget gerne al sunder wän.
XXX.
Yan enem wive unde manne.
Ein schone, junk wif unde unstade
mit logene unde mit valschem rade,
brak af vil mangem manne güt,
also noch somelik vrouwe wol döt.
5 To lest wan se ök enen man,
de se to wive do gewan,
den ir duchte, dat se wol mochte
ök doren. Dat se sus besochte
unde sprak: ‘Ein aller manne here,
10 min lif, min güt unde al min ere
hebbe ik gensliken to di gelaten.
Got moge de sele min vorwaten,
of ik di drege mit enem hare!
ik was an dem viftegenden jare,
15 do di min herte örst anewart.
Du bist schone, van hoger art,
wert, bederve unde. vullen wis,
des geven di alle de lude pris.
Foven al dit, dat ik vinden kan,
20 is, dat ni an der werlt ne wan
ein wif so vullen soten man,
des wil ik, oft is.mi Got gegan,
di also bliven underdän,
dat du it machst vor güt untfän,
25 ik ne achte ök dines gudes nicht,
sint du bist mi so wol bericht,
mer enes dinges bid ik di,
46
so rechte löf als ik di si:
hebbe ik an kintheit icht gedreven,
30 dat du mi willest dat vorgeven.’
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De man was wis unde bekande
ore drogene unde wort behande
unde sprak: ‘Sote, dat schal sin!
wente du bist min unde ik bin din;
nicht ane di wil ik wesen,
nicht ane di mach ik nesen,
wente du bist ein vil bederve wif;
du bist mi l&f also min Hif,
du bist min tröst unde al min raste,
doch wonik, dat du mate vaste
stäst in der levede weder mi,
went ik wol wone, dat ök si
mör manne, den du hevest untleten
dus grote truwe, de di heten
bliven, aldar se di vunden,
nicht enes, mer to mengen stunden.’
Ut enem stricke ein vogel entvlogen,
nicht lichte wert de echt bedrogen.
De vruwen alle de sin güt,
doch hebben se ungeliken möt,
went weinich is .bederve unde reine,
unde mennich is ein döl alto meine
unde wonet, se dat weten alleine
mit oren amisen lichte teine,
unde wilt sik kuscheit doch beromen —
dat se alle Got mote vordomen!
De hebbet, de sik dit totucke,
unde eweliken darvan al ungelucke.
XXXI
Van der nachtegalen unde havike.
10
Bi orem neste bewilen Er
sat ök ein nachtegale för,
darinne saten ore jungen
so gröt, dat se sik sere drungen.
Do quam ein havik dar geswungen,
de mengen vogel heft bedwungen,
unde gink wol na dem neste stän.
Des wart de nachtegal untdän
unde sprak: ‘It ju Got van hemmele lone,
nu hebbet miner jungen schone, Zu
15
ar
went se ju gegeten helpet klene
mit vederen, vlesche unde mit bene.’
Do sprak de havik: ‘Vrouwe nachtegal,
men secht mi, dat gi singen wal,
so singet mi na juwem sede,
dar schulle gi vordenen mede,
dat ik de wile dat ik leve
‚al juwen jungen vrede geve.'
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Do sprak de nachtegale: ‘Here,
wo gerne ik ju des volgich were,
dat ek al sunge wat ik scholde,
of mi juwe gude entwiken wolde
ein velt oft enen bogenschote,
dat ek der vriheit denne genote,
dat min herte echt to stade queme
unde minen sin echt wederneme,
de altes was van mi gejaget,
went ik to sere bin vorzaget;
sank möt van vriem herten komen,
dat mi vul na nu was genomen.’
De havik untwek na desser rede,
ök wo se truwede dem vrede,
se brachte ore jungen in dat gras,
dar se ir do al velich was,
unde sank sint dicke an blidem mode
undo schöp darvore bi wane hode
sint alle jär mit orem neste,
dat se dat satte, wur se wiste,
dat it dem havike umberede
was. In der megentit dit geschede.
Gelik is deme de nachtegale,
de jo kolset van hoger tale,
mer kumpt ein, des he angest hevet,
dem kolse he denne ende gevet.
Als is vil mannich mesterlin,
de dar wil an ein meister sin
unde wil van meisterie klapen,
dar he is mit ungelörden papen,
mer kumpt dar bat gelart ein man,
tohant de jene nicht ne kan.
De einogede man dar were ein here,
dar blint dat volk gemene were,
ein konnink einoget unde ein here
he an dem lande der blinden were,
10
48
XXXI
Van dem weder unde wulve.
Ein weder enem wulve entlep
in enen hof, dar he begröp
vrede, unde scalt on weder darüt,
dus sprak he to om overlüt:
‘Her def, gi hebbet mi gejaget,
dar ik ein del van was vorzaget,
mer dat mach wol hir na geschein,
dat ik ju make ök weder vlein.’
De wulf sprak: ‘Hedde ik ju beseten,
bi wane hedde ik ju gegeten.’
Dem schape was de rede torn:
des gaven könheit om de horn,
dat he dar lovede enen strit
mit dem wulve up ene tit.
15 Dar he mit mangem weder quam,
de wulf ök alle wulve nam,
de he vant verne unde wide,
unde quam getrecket her to stride.
De weder brachte ök ene schär,
20 twolf hunde, do der wart gewär
de wulf, do missevel om de rede,
unde sprak tohant na enem vrede,
den he behelt mit underschede,
wente om was to den hunden lede.
25 Dat underscheit de wulve vunden,
men scholde antworden on gebunden
to gisele de groten hunde,
de jungen wulve, al de men vunde,
de scholde me darweder geven,
30 unde wolden al mit vrede leven.
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Dut gink al vort, de wulve namen
de hunde. Do se to holte quamen,
do vreten se se sunder were,
wente also gröt was ore here.
De schape de jungen wulve hölden,
dat se on ledes nicht en wölden,
went se en haddens nicht vorstän,
wut mit den hunden was gegän.
De wulve ök sere darna dachten,
40 wo se to hüs ore jungen brachten.
Des streken se an mangen nachten,
dat se jo bi den dorpen wachten,
' dar ore jungen waren binnen,
of se se kunden üt gewinnen,
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45 dat se mit rechte nicht ne kunden.
Mer enes nachtes do begunden
de jungen hulen na orer art,
do dat van oren olden wart
gehört, do lepen se in de koven
50 unde begunden sere doven
unde spraken, dat gebroken were
an on dat lovede bi der ere
unde darto de gesworne vrede,
unde beten sunder wederrede
55 al de schäp, de se iergen vunden,
went de schäp nein hulpe echt en kunden
irkrigen weder der wulven bosen.
Dus kunden se ore jungen losen.
So we den ungetruwen schonet,
60 de viant is, dem wert gelonet
unde gehandelet darmede,
‚alse de wulf den schäpen. dede.
Swe den jenen ök vorleget,
de on to hodende jo pleget,
65 dem mach geschein to mangen stunden,
alse dem schape bi den hunden.
+
XXXIL
Van dem smede unde siner exen,
Ene exen hadde ein smet gemaket
unde hadde de vil wol geraket
beide an schipnisse unde an snede,
der sinne enbrak doch dem smede,
"5 dat he nicht ne wiste selve,
wuraf he makede ir ein helve.
Darumme was he sorichvolt
unde gink darbi in enen wolt
dor vragen, wur he ein helve neme,
10 dat siner exen even queme.
De bome he alle begunde soken,
de dannen, ök unde boken,
de elren, widen unde linden,
de bome al, de he kunde vinden,
15 den hassel, sledorn unde berken,
de bat he al, dat se wolden sterken
darmede sine exen, dat se merken
dat wolden, woraf dat he werken
mochte ein helve vast unde stade,
Niederdeutsche Denkmäler, ]IJ,
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dat dede he al na orem rade.
Do sprak ein &kböm, de was gröt:
‘Her smet, ju is nu hulpe nöt,
darumme mote gi nu keren
to unsem konninge unde heren;
dat is de blanke hagedorn,
den hebbe we darto gekorn,
wat he döt an dussem wolde,
dat men dat jo al stede holde.’
Dat dede de smet. De dorn on sande
to dem ahorne. De bekande
des konninges bot wol unde dede
dor nöt ein del des smedes bede
unde nanı om dat vul na selve
unde gaf dem smede ein schön helve.
35 Do dat was rede, he besochte
AO
an om, oft icht sin exe dochte.
Darna howede he der bome neder
vele unde quam to 'der &k do weder
unde höw or ene grote wunden.
De bome al klagen do begunden,
dat se bewaren nicht ne kunden,
dat se rät Grst darto je vunden,
dat de smet je wart geweret,
des he hadde van on gegeret,
45 daraf on dat let was bescheret,
dat se worden aldus vorheret.
Swelk man 'sinen viant sterket,
l$t unde schaden de sik sulven werket.
XXXIV.
Van dem bure unde sinen handen.
Ein hüsmann hadde eislike hande
unde brede voite, dar he van scande
hadde, als om duchte an sinem möt;
sin lif anders om duchte güt.
5 De versma helt he genöch,
de hande he jo nicht ne dwöch,
de vote he vil seldene scrode,
darumme wart on des to mode,
dat se arbeiden nicht ne wolden,
10 de bük unde hovet sein dat scholden,
so wanne se on nicht wolden werven,
dat se van hungere mosten sterven.
51
Dit schude al, unde dat hovet darf,
bük unde herte beide starf
15 unde al de lode van dem live;
dat quam van dussem bosen kive.
Neman no schal de one vodet
unde ere ome unde lif behodet
vorlichtliken unde vorsmän,
20 ofte ome mach unsälde overgän.
Neman sik ök so nicht ne wreke,
dat he sik sulven nederbreke
an gude, an ere unde an live,
dat he daraf vordomet blive,
XXXV. |
Van deme deve unde wevele.
Ein wevel hadde darto bracht
enen def an ener nacht,
dat he dat lif vorlesen wünde.
De suke aldus an ome begunde:
5 he slep, do quam to ome gekropen
ein wevel unde vant om hinder open
dat gat unde kröp om darin.
Daraf he wünde sinen sin
vorlesen oft van ruwen sterven,
10 went he daraf begunde derven.
He let sek de arsten besein,
de alle des begunden gein,
na orer kunst unde sinem begere,
dat he mit enem kinde were.
15 Do in de borde quam de mere,
do wunderde des den luden sere
unde quamen to ome algemone,
dut grote wunder dar to sene.
To lest was it ein wevel klene,
20 dus wart des wunders ende unrene.
Doch is der lude harte vele,
de beide an ernst unde an spele
gelovet hir unlöfliker mere;
alse somlik arste ök wol were,
25 den ök sin kunst wol mochte dregen,
so dat he moste dicke legen,
de hoger kunst sik wolde romen.
Dat ik den node scholde nomen !
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XXXVL
Van enem manne unde wive.
Ein wif, ichteswan sinnes vul,
de makede oren man so dul,
dat se untredde ome al den dach,
dat he mit sinen ogen sach.
To ener tit sach he mit ere
ök enen man, de se ane were
do beide helsede unde kuste
unde dede vort, wes om geluste.
Do he ir schult hirumme gaf,
se sprak: ‘Der rede komet af,
went ik unschuldich bin der dät,
twe vrunt an minen handen stät,
de mi daraf wol maket reine,
twei vinger ik dar mede meine,
al weret ök vor enem richte.’
De man sprak: ‘Dit no doch to nichte,
dat du der wärheit vorsekest
unde umme unschult mit eden sprekest,
went ik dat mit den ogen sach,
dat ein man jutto mit di lach.’
Do sprak dat wif: ‘Gi dumme man,
dat ju neman geleren ne kan!
wil gi al truwen, des gi seit,
nummer unlust ju unsteit.
He sprak: ‘Ja vrouwe, ik hebbes loven,
des mi neman kan beroven,
dat ik so wärliken bese,
up juwem bedde legen twe,
gi, gude wif, unde cin ander man.’
Se sprak mit torne: “Wil gi dan
mit mi to jenem jutto gän,
juwe wisheit bringen uppe wän?’
Do gingen se dar boven stän,
se het on na dem schenie gän
unde sprak: ‘Dat ju Got werde hat!
nu segget balde, wat is dat,
dat ju wil bi den handen nemen?’
He sprak: ‘Ik se wol juwen schemen
unde minen schemen ök darto.’
Se sprak: ‘Dus was ju hude vro,
do gi bi mi den schemen sagen.
Gi dummeste van juwem magen,
dat gi dat wolden do vordragen
unde gi ne dorsten des nicht wagen,
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45 of twe an minem bedde lagen,
dat gi ne dorsten on nicht plagen,
reten umme sin leger unde vragen,
des mach he sik hirna vorbagen !
Unde wone gi des, vil dulle sot,
50 dat laster ik wille unde. spot
van alle minen vrunden liden ?
ik schal unkuscheit wol vormiden
unde alle dorperlike dät.
Darumme hevet juwe mät,
55 of ju is to sprekende kore,
dat gi jo dat bedenken vore,
dat juwe rede ju wol sta
‘ unde an mine ere nicht ne ga,
oft gi mit eindracht willen leven.’
60 Do sprak de man: ‘Ik wille geven
di mine truwe des, vil sote,
dest ik den sin beholden mote,
dat ik dat numbermer ne do,
ök wat ik se spade edder vro,
65 dat ik di number wille melden
of di dine ungevöchte schelden.’
De vrouwe sprak: ‘So do gi wol.
Ein jowelk man dat weten sol,
dat al de vif sinne in dem live,
70 beide an manne unde an wive,
an orer macht se dicke dreget,
mit holdende de hande leget,
unrechte ök de oren horet,
de munt an smacke wert gedoret,
75 de nese an roke,.de ogen an sene,
dit is den luden vil gemene.
So wo dicke dat ök ju gesche,
dat gi ein dink set vor twe,
— dat heb ik wol an ju irvaren —
80 des rad ik, dat git vort bewaren,
went ik ju wille dat vorgeven.’
Hirmede si de rede bleven. .
Hirbi mach echt ein minsche proven,
wu ein wif, de bösheit wil oven,
85 jo hevet vöcheit unde sinne
mit vöch unde mit ungevöch tor minne.
54
XXXVI.
Van enem manne unde sinem perde.
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To markede ein man brachte ein pert,
dat was wol ener merke wert,
dat ho ök lovede ene mark.
Ein köpman sprak: ‘Dat is jo to stark,
mer latet af den verden d&l,
ik wil it talen up ein hel,
unde geldent hir upper stat.’
De jene sprak darweder, dat
it moste jo de mark gelden.
Vil vaste se dit beide helden.
De köpman sprak: ‘Behaget it ju,
ik wil uns wol vorenen nu.’
De jene sprak: ‘Nu spreket an”
De köpman sprak: ‘So welik man
hir to uns nu gände kome,
ök weme dat schade ofte vrome,
wes ome dit pert dunket wert,
dat ik ju gelde also dat pert.’
De rede behagede on beiden
unde wart gevestenet mit eiden.
Do dar ein wile was gestän,
do quam ein man darto gegän
mit enem ogen, den se baden,
dat he on na wärheit wolde raden
mit korten worden, wes dat pert
to kopende wol were wert.
De jene do he oren willen hörde,
sprak he to on: ‘Mit enem worde,
wer ot draf heft edder telt,
ein half mark is sin gelt
na minem sinne, dar nicht boven.’
De rede begunde de köpman loven
unde sprak, he hedde recht gedölt,
de ander dit wederhölt,
dat he der delinge nicht dogen
ne scholde, went mit enem ogen
de man gesein hadde an dat pert,
dar umme sprak he half sin wert,
went he nicht over half ne sach.
40 Dit hölden se vil na al den dach,
to lesten, dat men willekore,
vorwunne rechte unde trede vore.
Neman ne schal up vromede man
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jo, des he kunde ni ne wan,
dit laten, dat he up sine sele
sin güt ome ofte sine ere afdele.
He is gelik dem einogen,
de sine ere wil so togen,
dat he to delende besteit
dat dink, dar he nicht af ne weit.
XXXVIl
Yan dem duvele unde deve.
Bi eneme dorpe entsl&p ein def,
den hadde satanas vil lef,
- des quam he to om, dar he lach.
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Do he untwakede unde one sach,
ein d&öl ne was ome do nicht leve,
do sprak de duvel to dem deve:
‘Nu zage nicht, ek bin her komen,
went ck dat hebbe wol vornomen,
dat du mi hevest wol gedenet
unde ik darweder di nicht gelenet
ne hebbe noch, dat is mi leit.
Sich, perde, sulver unde kleit
unde alles des du jo. bogerest,
ök wur du in dem lande verest,
dat machstu sunder angest stelen,
du schalt de hode mi bevelen,
went ik schal di also bewaren,
dat du machst sekerliken varen.
Stel anders. wol unde wert ein man,
went di nemant begripen ne kan
mit miner helpe jo mit nichte!
Al quemestu vor ein gerichte, '
ik helpe di mit eren dannen,
so du mi der wort willest manen,
de ik hir spreke weder di,
des machstu vaste sein to mi.’
To dussen reden dussem deve
des viandes wart harde leve,
unde wart dar so getrostet. mede,
dat he sint mannige duve dede,
dar he ni hadde an gedacht.
To lest wart he an ener nacht
begrepen unde vor richte bracht
mit ener groten klederdracht,
de om up den rugge was gebunden,
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de under om al worden vunden.
Do sprak he Erst to sinem vrende,
de om jo was vil behende,
‘Help nu, vrunt, dat ek moge nesen !’
De viant sprak: ‘Dat schal wesen,
nu holt di anders harde wol,
nein unrecht di geschein ne sol.’
De def sprak: ‘Nein, vil leve here,
alt unrecht mi nu dat recht were,
were aver mi lank recht gedän,
vor dussem richte sunder wän
ne drochte ik nicht to bode stän,
des ik nu nicht ne mach untgän,
darumme help mi, des is tit,
50 dat ik nu hiraf werde quit.’
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De viant sprak: ‘Nu wachte ein klene,
du schalt wol sein, wu ek di mene.’
De döf tohant do wart vordelt
unde wart getrecket up dat velt
in de stat, dar he hangen scholde.
Do röp he sinem vrunde bolde
unde sprak: ‘Nu help, vil leve here,
dit beident schadet alto sere,
min truwe vrunt vil höchgeborne,
ik mane di bi dem hagedorne,
darbi du lovede mi unthetest,
dat du mi nummermör vorletest
an noden, du ne hulpest mi.’
De viant sprak: ‘Nu troste di
unde lät di hän mit gudem willen,
dat lantvolk dat mostu stillen,
went ik hebbe on di nu gelenet,
vil lange hestu mi gedenet,
nu mostu on to rechte stän,
des ne mochstu nicht untgän,
darumme lät unnutten wän.’
Aldus wart dusse def bedrogen
unde uppe den galgen getogen.
Sus werdet al de ane twivel
bedrogen jo, de an den duvel
‚gelovet unde ore hopene. latet,
went se werdet mit om vorwatet.
Ok vreschet men des harde vele,
dat beide an ernste unde an spele
van valscheit valschman wert bedrogen
unde mit logene unwär belogen.
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XXXIX.
Van dem wulve.
Deme wulve ruweden sine sunde,
unde up dat he gnade vunde
als ander der an siner borde
unde uppe dat al vorsproken worde,
wat he al ovels jo begink
unde jo dem volke or quek af vink
an holte, an velde, an walde, an koven,
so wolde he dat vl&sch vorloven
unde woldes eweliken miden
unde wolde gerne hunger liden
dor güt gerochte unde ök dor Got
unde sprak: ‘Ik werde wol gevöt,
dat lantvolk mach mi wol gevoden,
ök schal ik orer rinder hoden,
ik ete wol kese unde bröt,
oft it geit an hungers nöt.
Se mogen ök dat weten wal,
dat in den wolt oft in den stal
jo komet weder de rindere al,
als ik dan vlesches miden schal.
Ik mach ök vische wol gekrigen,
des möt ik doch al stille swigen,
went ik ne mochtes nicht geneten,
dat it queme üt. In mannigen vleten
weit ik, dat vischere maken leten,
dat hudevate sint geheten;
de hebbet harde mannich gat,
des nachtes vletet se an manniger stat,
is it dar droge, is it dar nat,
de mi scholen dicke maken sat.
Ik kan wol swummen unde waden
unde sol dat harde wol gegaden,
dat al de vische, de ik vinde
unde levendich ungevlomet slinde,
dat se also an minem magen
beginnen spelen unde slagen,
als in dem ketele ofte in der glöt,
dat number rintvlösch mi ne döft.’
Up dussen tröst unde dussen wän
40 l&t he dut lovede vullengän,
so vast, oft men on scholde hän,
dat hes nicht af wolde stän.’
Do dut geschach, do gink de zage
al ungegeten wol dre dage.
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Do ome do idel wart de mage,
van hungere grep he grote klage
unde gink to diken unde to beken,
oft ome des mochte icht gereken,
dar he des hungers mede botte.
Ein weder vet om do untmotte
vorarret verne van den schapen,
he röp: ‘Heil! to jodute! wapen!
dat ik dit lovede jo bedachte!
. nu mochte ik eten also sachte
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dut schäp, dat ik hir hebbe vunden,
were it mit lovede ungebunden.
Doch weret mi ein ander nöt,
blift hodelös de weder döt,
ik blive an sinem dode schuldich,
men mach ök wesen alto duldich.
Lide ik ök, dat on ein ander neme,
ik wone mi dat nicht en teme.
We mach ök des vorplegen mi,
dat mi sodän visch berede si,
daraf ik moge werden sat?
De vischere ök de hudevat
jo legget in alsulke stat,
dar it so dep is unde nat, |
dat ik mi mach vordrenken bat,
dan ik irwinne ichtes vat.
Ok secht de scrift, dat men berede
si, alse sik aventure gebede;
ök sprak min moder, dat jo was
ein weder beter dan ein las.
Unde ofik schal min lovede breken
dor nöt, we ‘mach darumme spreken,
sint it neman heft gehört?
Ok sint wol valsche sworne wort
unde lovede an untruwe tobroken,
80 ök mer undät wert vorsproken.’
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Dus l&p de wulf an dussen weder
unde warp on bi dem halse neder
unde at on al vor enen las,
went aldus sin lovede was.
De wulf de lude echt al bedudet,
de rovet, stelet ofte hudet
unde dat vorlovet to lest vil dure,
mer reket on dat eventure,
dat se echt moget winnen güt
mit schande, also se dicke döt,
59
er se dan wandelen den vöt,
vorwandelt sik on ore möt,
dat se echt an des duvels namen
stelet, rovet sunder schamen.
XL.
Van der apinnen unde loven.
Ein apinne echt an sinnen blint
begunde loven ore kint
unde sprak, dat ot were also fer,
dat ome neuerhande der
geliken mochte in al dem lande.
Ein jowelk der, dat se bekande
unde was van vreveslikem sede,
dor spot begundet loven mede;
dat orem herten dede sachte.
10 Vor den louwen se it do brachte
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35
unde sprak to ome: ‘“Vil leve here,
dorch juwe konnichliken ere
bidde ik, dat gi. seggen mi,
oft min kint icht loves wert si.’
He sprak: ‘It is also behagel,
dat it hedde enen krummen zagel,
dat it geschapen were ane twivel
als ein junk vorschapen duvel, :
den men dar malet an ein laken.
Wat wil gi van dem apen maken,.
wen dat it ein wunderlik wicht blive
unde ein vorschapnisse an dem live?’
der rede wart de apinne unvro
unde gink to eneme beren do
unde klagede om des lowen wort.
De bere hadde ök wol gehört,
dat se van spotteren gewone
was, dat se loveden oren sone,
unde sprak: ‘Dit kint is, vruwe apinne,
so verne alse ik mi vorsinne,
för unde schone unde alto sote,
ik bidde ju, dat ik nu mote
dorch levet kussen vor den munt.’
Se sprak: ‘Hirvore dusent punt
ne neme ik nicht, dat mi de ere
geschude, dat gi, hoge here,
min kint kussen dorch hoveschede.’
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unde was der mere vullen vro.
40 In sinen hals vorslök het do,
als ift it were ein ripe sle,
dat dede der moder also we,
dat se vil jamerliken scre,
alse se wol mochte, do sprak he:
45 ‘Vrouwe apin, gi sin ein ducke,
dat gi sus gingen mit dem bucke
to al den deren in der borde,
up dat it wol gelovet worde.
Wat mach men loven in den apen,
50 wen dat so wilde unde vorschapen
der ne mochte up al der erden
van Godes creature werden.
Der lude is hude noch genöch,
de dar na stät mit ungevöch,
55 dat men se love unde ore sede.
Wem truwe is unde wärheit mede,
kunde unde ötmodicheit mit sinne,
ik wone, lof de wol gewinne
van Gode unde al der werlt gemene.
60 Lof ane vulbort is unrene;
we dusser doget ne hevet nene,
sin lof is na der wärheit klene.
XLL
Van dem draken unde manne.
Mit enem manne wönde ein drake
mit vrede unde gudem make
in kumpanie mannigen dach.
To hodende ök de drake plach
5 na olden meren groten schat
vul na dem huse an ener stat,
dar he uppe stedeliken sat.
To lest bedachte he ök dat,
dat he den man besoken wolde
10 mit vöch, wu he om truwen scholde,
unde sprak to ome: ‘Ik bin di holt,
ik hebbe sulver unde golt,
dat schaltu mi mit truwen waren,
went ik möt üt dem lande varen.
15 Mer eft du vreschest dat van mi,
dat ik si döt, so hevet di,
went ik es di allerbest gegan.’
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Al güt gelovede om de man
dat het wol wolde waren al.
20 De drake sprak: ‘Mör ik di schal
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uppe dine truwe nu bevelen,
dat schaltu vlitliken helen,
went al min lif dar ligget an.’
Echt lovede entruwen om de man,
oft Got om den sin laten wolde,
dat het also bewaren scholde,
dat he on scholde van rechte prisen.
Ein ei begunde he om. wisen,
dat was ein eich van enem kranen,
echt dure begunde he on manen,
dat he jo to deme eige sege,
went al sin lif daran jo lege,
wordet tobraken dorch jenige nöt,
so were he ane twivel döt.
De man darvore sine eide böt
unde mengerhande lovede gröt.
Na dusser rede de drake vlöch
mit haste enwech, nicht verne doch.
Dem 'manne, so dem valschen döt,
begunde twivelen sin möt
unde dachte, ofte he dus mochte sterven
den draken, dat he danne mochte werven
den schat darmede. Darna gink he
unde slöch tohant dat eich entwe.
De drake wederguam tohant,
de he dat eich tobroken vant,
do sprak he: “Vrunt, nu se ik wol,
wu ik nu ju mer getruwen sol.
‚Gi sin valsch! ovele gedie
min unde juwe kumpanie!
nu varet hen an Godes hät!
‚nicht mör ne wert ju min schat
gegeven, lent efte bevolen.
Dat eich wart enem kranen vorstolen,
dat lif hebbe gi dem kranen genomen,
de dar bi wane mochte af komen.
Min lif is vaster den juwe worde,
klen ofte gröt ei in der borde.’
Wem me gröt dink bevelen schal,
des sede schal me bekennen wal.
Wem men schal hogen rät bevelen,
des is nöt, dat he kunne helen.
Yan dem einsedele unde sinem knechte.
62
De girige untruwe man —
nicht doget an om bliken kan.
XLI,
Ein einsedel sinen knecht besochte,
oft he ome getruwen mochte.
He segede wärliken ome dat,
he wolde gän in ene stat,
unde hedde hemeliken gesat
ene olde müs under ein vat,
de he dem knechte do vorhal.
Bi sinem live he ome beval,
dat he dat vat jo nicht rörde,
10 went he darbi vordomet worde
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unde mochte on beiden schaden sere,
mer alle dat dar anders were,
dat scholde stän to sinem bode;
hir mede beval he on do Gode.
Dem knechte trat de danke an,
wurumme dusse gude man
so dure dit vat ome bevele,
sint he nein dink ome vorhele,
unde dachte, dat het weten wolde,
ök wat it ome schaden scholde.
Hirmede he dat vat anegr£p,
unde de müs ore straten lep.
De man quam weder, de knecht de slöp,
he ome do aldus torep:
‘Nu segge, dat di was bevolen,
hestu it gesein, eft is it vorholen ?’
De knecht sprak: ‘Ja, ik motes gein,
it were van mi bat ungesein.’
Ein wisman möt besoken wol
30 den knecht, dem he getruwen sol.
We truwe is over voge güt
unde darbi also rechte döt,
dat he dar nicht ne wel af stelen,
dem mach me jo wol mör bevelen.
ErE
XLIN.
Van enem hagestolten unde perde.
Ein hagestolt had ök ein port,
dat was ener merke wert,
de bat jo Gode spade unde vro,'
dat he ome ein pert geve darto.
5 Nicht mer he Gode jo ne bat,
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ik wone, hedde het gehat,
dat he darto dat dridde ök wolde.
Do schude om so van rechte scholde,
unde wart dat pert ome vorstolen,
des blöf sin gerunge unvorholen
unde umme ein ander pert sin wille,
wente he overlüt sint unde stille
leide allerhände bede neder
unde bat Gode, dat he ome geve weder
sin pert, dar nogede ome wol mede,
went he nener hande bede
ne wolde dön na sinem sede
umme ein ander pert, dat he jo dede.
Ein man de gerne hedde güt
unde dar nicht anders umme ne (döt,
mer dat he bedet al den dach,
vil lange he des beiden mach,
er Got gröt güt mit om dele.
He schal Erst bidden vor de sele,
dat it ome darna wol irga; |
dat güt volget ome na,
so he sin dink so aneva,
dat he darna mit sinne sta.
XLIV.
Van enem afgunstigen manne.
Ein man alse he in der kerken lach,
sin bet aldus he to sprekende plach,
darto he sine venien sochte |
so lude, dat it horen mochte
ein man, de dar was dicke bi:
‘Ei here Got, wes gnedich mi!
gif mi gelucke in dussem live
unde darto minem guden wive
unde minen kinderen uns gelike
unde anders neman up ertrike.’
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64
Dit moide dem, de dit hörde,
unde sprak aldus mit kortem worde:
‘Ei here Got, dorch mine bede
wes gnedich aller kristenhede
unde vordome dussen man,
de salichede nicht ne gan
der werlt, dat he unsalich blive
mit kinderen unde mit wive.’
Aldus döt ein afgunstich man,
de des geliden nicht ne kan
unde deit ome in dem herten we,
dat jenigem minschen güt gesche,
mer ome unde den sinen alleine.
Vor Got is sin bet unreine.
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XLV.
Van dem vosse et umbra lunae.
Ein vos gink, do de mane schein,
des nachtes up ein velt, dar ein
dep pöl bi sinem wege lach,
dar he des manen schemen sach,
daran om duchte an sinem gebere,
dat it ein schäpkese were.
Went he om duchte also geschapen,
den pöl he begunde ütlapen
up den wän, oft dat water ütqueme,
dat he dar sunder hinder neme
den kese van dem drogen grunde.
Des he af nicht komen ne kunde
eft ök ne wolde Er an der stunde,
dat sin lif drinten so begunde,
dat it an stucken om tospl£t,
sin giricheit ome dat gereöt.
Noch vint me in der werlde genöch,
dat mit so groter ungevöch
de girige na gude strevet,
dat he dat lif darumme gevet.
Dat provet men an mennigem stucke,
deme gire volget ungelucke;
jo dar si Godes angest mede,
wen wat dor güt ieman ie dede
unde noch wil sunder ende irwerven
güt, de möt in der sele sterven.
65
XLVI.
Van dem hanen unde vosse.
Bi enem huse gink up ein gras
ein hane, unde allerhande quäs,
dat ome recht to der spise was,
he scarrende up der erden las,
5 unde ök dat uppe dem krude wös.
Do quam dar gände to ome ein vos
unde sprak: ‘Her hane, guden dach!
den vogel ik noch ni gesach,
de ju gelik mit schone were.
10 De hof de hevet juwer ere;
: ik wone, juwer ök node enbere
. beide juwe vrouwe unde here,
dat ingesinde unde al de hennen,
de juwe macht allene irkennen;
15 dor juwe schone unde juwen sank
de ju so dicke segget dank,
alse he wert van ju gehört.
Mit schone pawe unde isenbort,
duvarn, änt unde grone specht
20 unde al dat schoner vederen plecht
unde in der werlt jo lif gewunnen,
geliken ju nicht ne kunnen;
des moten se ju des prises gunnen.
Se sin der morgenroden sunnen,
25 alse se örst upgeit, an done
gelik. An schoner rode jedoch ik wone,
dat wilen hadde juwe vader
de schone an sinem live algader,
de an ju lecht, jedoch he plach,
30 — dat ik van ome vil dicke sach —
wen he sank spade efte vro,
so dedo he de ogen to,
up dat one nicht an sinem sange
en hinderde, denne sank he lange.
35 Hölden gi dat ök na sinem sede,
güt worde juwe sank darmede.’
Dem hanen was tom love leve;
dat he behagedo dem deve,
höf he up to winkende unde sank.
40 De vos tohant to ome sprank,
in sinen munt he one grep
mit ome he weder to holte lEp.
De herde worden sin geware
unde lepen mit den hunden dare
Niederdeutsche Denkmäler, II,
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mit al dem vlite, de se mochten,
ofte se den hanen beschutten dochten.
De hane to dem vosse sprak:
‘De knechte döt ju ungemak,
dat se ju dus sere jaget,
mer spreket, oft it ju behaget,
dat ik ores heren nicht en si,
went gi hebbet vorgulden mi.’
De vos do dede, dat he ome röt,
unde do he sprak, als he ome höt,
de hane ome dit dem munde glet,
tohant he al sin sument löt
unde vlo dar ho up enen strük
unde sank van vroide kukulük.
Do des de vos do wart geware,
he sach vil jamerliken dare
unde sprak: ‘Vrunt, heddik nu geswegen,
min list mi were wol gedegen.
We spreket, wan he swigen schal,
dat mach vorderven ome wal.’
De hane sprak: ‘Gi segget recht,
we ök to winkende denne plecht
alse he schal van rechte sein,
denı mach dar wol let af geschein.
Mit logene hadde gi mi genomen,
mit vöch binrik van ju komen,
mer gät enwech, so do gi rechte,
mi scholen wol nu dusse knechte
al sunder angest bringen in.
So ik beholde minen sin,
wil ik bewaren, dat gi ne dregen
mi nicht mer oft vorelegen.’
We ane volge loves geret,
de möt is bliven ungeweret,
went jo de doget wol enen man
vor al den luden lonen kan.
‚Valsch möt men wol mit vöcheit dregen
unde ane nöt doch number legen.
We sprikt an tit unde an tit swiget,
sin lof vil dicke an dogeden stiget.
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‚dat ik den havik unde vos,
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XLVI.
Van dem vosse unde der duven.
In wintertit lach ein gröt sne,
de mengem dere dede we.
Do schude it so up enen dach,
dat ein vos ene duven sach,
de do up enem cruce sat,
do was der wint kolt unde nat.
He hedde gerne se gehat,
dat he van or worde sat.
‘Vrouwe duve’, he to or sprak,
‘gi lidet dar gröt ungemak, |
ik wolde, dat gi here vlogen
unde we mit rede to gadere togen
unde ik ju segede gude mere,
went ju mach vresen also sere;
de nate wint is ju to swär,
it is hir beter vil den dar.’
De duve sprak: ‘Vil gude knecht,
dat sprekent mit ju is mi nicht recht,
went gi sint ein valsch verde.
Min moder mi van kinde lörde
unde al de tit, de ek upwös,
wor ik mochte, jo vormede, i
dat ik nicht schaden von on ne lede,
went ik bin krank, blode unde klene
unde bin dat halve jär allene,
dat halve jar hebbe ik enen gaden,
de mi mach komen echt to staden.
Darumme is nöt, so wor ik vare,
dat ik mit vlite dat beware,
dat in der lucht unde up der erden
mi nicht ne moge to schaden werden.’
Do sprak de vos: ‘Nein, leve sote,
ik segget ju wol, dest ek mote,
entruven ik it Ök wol love,
ik bin nu komen Erst van hove,
dar is ein vrede so vast gesworen,
den hebbet ök al de dör gekoren,
dat we on breket sunder nöt,
dat he is ane twivel döt.
Den lowen, wulf, mart unde beren,
de sach ik al den vrede sweren,
ik sulven ök moste sweren mede,
dat ik ein döl vil node dede,
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45 Nichein ne möt dem anderen schaden,
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den wedersaten möt men laden,
de konnink horen möt de sake
unde richten it al mit gemake.
Des moge gi sekerliken vlegen
to mi, ik wolde ju node dregen,
went ik no dorste ju mit lede
ök nicht ansein vor minem ede.
De brevo hebbe ik in dit lant
bracht al den deren, de ik vant,
de hebbet se untfangen so,
dat is al de mogen wesen vro,
de sik up der erden scholen neren
unde sik ne kunnen nicht geweren.’
De duve sprak: ‘De rede is güt,
jodoch ik al hir sitten möt,
ik hore hir wol, wat gi sproket,
ök komet jegere al her gestreket
mit winden, panden unde mit hunden,
ik sach, dat se twene hasen vunden,
de on entlopen nicht ne kunden,
de hebbet se jutto upgebunden,
nu over velt se here jaget.’
De vos do sere wart vorzaget
unde sprak to ore: ‘Vil sote vruwe,
nu ®egget mi up alle truwe,
wu na hebbe gi se hir gesein,
oft ik on moge icht entvlein
nu in den busch oft in dat hol.
De duve sprak: ‘Nu se ik wol,
gi sin hiraf so sere entvrouwet,
dat gi dem vrede nicht wol en truwet.’
De vos sprak: ‘Nein, der hunde döt
noch luttek van dem vrede wöt
oft van den breven, so ik mode,
ik möt darvore schippen hode,
dat ik vor on nu moge nesen.
Were on de bröf ök wol gelesen,
. se scholdens achten ane wesen,
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se sin van also bosem willen. _
Ok mochten mi de jegere villen,
er ik mit on to worde queme,
min balch is one so angeneme.
Mer wo it komet umme den vrede,
ik möt nu korten desse rede
unde holden mi jutto in de vlucht,
gi hebbet den vrede in der lucht,
69
de mi ne kan nicht up der erden
van jegeren unde van hunden werden.
Dem vosse wart do na gesporet,
95 unde wart, so ik wone, upgeboret.
Dorch sinen pils he do starf,
sin vöcheit om aldus vordarf.
’
De duve uns des ein bilde gevet,
dat welk man enen viant hevet,
100 dat he on nicht up sik ne te
unde sine kumpanie vle
mit allerhande hemelichede,
went he dar wert vordervet mede.
XLVI.
Van dem haveke unde duven.
Uns segget dat al olde mere,
de arn si der vogele here,
so is de havik na minem wane
sin richter 'unde sin underdane,
5 so is de valke jo sin schenke,
de sperwer kemerer alse ik denke.
Up enem hogen bome sat
ein arn, do here de summer trat.
Beneden stunt ök do besunder
10 ein havik unde duven darunder,
unde begunden spelen, alse se plegen,
boven sek se de twe nicht en segen.
De havik dus to den duven sprak:
‘Gi döt mi so gröt ungemak
15 unde moiet mi so rechte sere,
dat, oft min konnink nicht en were,
ik wolde ju in truwen loven,
ik wolde ju so helpen doven,
dat juwe vederen alle stoven.’
«
20 Wo vele is richtere in der borde,
. der islik gerne ein havik worde
mit ungerichte ök, ofte de dorsten
vor landesheren ofte vor vorsten!
Darumme is dwank jo over de güt,
25 de gerne wolt den armen döt.
70
XLIX.
Van dem wulve unde wevele.
Ein wulf slöp wilen, de was sat,
vor enem holte an ener stat,
dar was van dorne ein dicke höp.
Ein wevel om in den hinder kröp
5 unde dede om binnen also w£,
dat he untsprank. Do dachte he,
woraf dat sör om mochte wesen,
unde sprak: ‘Wer ik moge icht genesen ?
hebbe ik genomen roredrank ?
10 dat is jo ane minen dank,
went ik ni en böt mit minem willen,
noch revbarbar ofte pillen.
Van spise en is it nicht geschein
ik hebbe so männich rindesbein
15 gesloken, dat mi ni misquam —
mer dat rint, dat ek nu nam
dem wive van dem vorwerke,
de heft als ik dat merke
mi dit tobracht unde ore vlök,
20 de hevet enen stricketes dök
unde kan ein luttek van den bök —
mer mochte mi dat vlokent schaden,
des hed ik mör up mi geladen
den hares hevet al min hüt.’
25 Hirmede kröp do de wevel üt.
Do on de wulf gesach, he sprak:
‘Nu segge, hestu dit ungemak
mi gedän, du worm unreine ?
du bist darumme jo to kleine,
30 dat du mi dedest solke sör,
Ik wönde, dat mi wilen ör
ne scholde nicht so sere irzagen,
oft mi ginge ein kat in den magen.
Du hevest mi so we gedän,
35 mochte ik icht ere an. di begän,
ik ‘dede di weder also wo
unde bete di den hals entwe.’
Do sprak de wevel: ‘Unreine hunt,
of du darnest, do up den munt!
40 ik vare gerne.di darin,
oft du vorlesen wult den sin; .
went ik di mör pine do,
den ik di dede achter jutto.’
De wulf de wart hiraf untdän
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unde hadde des angest unde wän
unde wolde wesen van om gegän.
Do höt de wevel one stän
unde höt one sitten up dat gras.
He stunt, went he unvelich was.
Do sprak de wevel: ‘Su des to mi,
wo klene so ik anders si,
dat ik din harde luttek achte,
unde dede minem herten sachte,
dat twischen dinem unde minem slechte
ik enen strit to gadere brechte.’
De wulf sprak: ‘Ik wil unvorzaget
den strit, oft it di behaget,
annemen unde ök vullenvoren
unde wil .dinen schilt dar roren.
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Dat schal bestän mit miner truwe,
se, dat de rede di nicht ne ruwe?
Do sprak de wevel: ‘So love we,
entruwen, dat it den gesche,
dat du mi nicht en dregest mede
De wulf dit lofte ome dede
_ unde sprak: “Wene schal ik laden ?’
De wevel sprak: “Wör it mach schaden
of vromen, lade al dat dar levet
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unde vör bön up to gände hevet,
lowen, pantör unde einhorn,’
Do sprak de wulf mit grotem tom:
‘Al desse dör sin over mere;
wultu, dat ek de lade here-
dorch enen wevel weder to stände?
des hedden alle wulve schande.’ |
Do sprak de wevel: ‘So is min rät, 4
dat du alle wilt to desser dät
nu ladest, wur du it kanst gevinden,
re, vosse, swin, hert unde hinden;
van tamen lade ök mennich stucke,
schäp, rinder, swin, perde unde bucke, '
de reke, de hofwarden unde winde;
al de men in dem lande vinde,
de lade ök unde gif on vrede
unde nim ene weder vest dor de rede,
dat men van mannigerhande slechte
dan under vrunden nicht ne vechte.’
Dut wart gelovet van on beiden,
velt unde dach darto bescheiden.
De wulf de ladete al de sine,
de he vorgaderde do mit pine.
en ar ae ea NE a a a SE EEE ee re rn
95
12
De wevel ök begunde spreken
al, dat jo biten unde steken
gelerde unde de lude moget
an der tit, so de hoppe bloget,
unde bat se holden dessen strit.
De quamen om al to der tit,
de to dem stride was bescheden.
Dat wart gedän ök van on beden.
100 Hir hölt de wulf, dar hölt de wevel
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enboven der erden alse ein nevel.
Dem herten de banren dede
de wulf, dem was gröt angest mede,
unde sprak : ‘Gi heren, söt ju vore
unde döt jo achter to de dore!
de tochremen neman ne spare,
mer jowelk neme des gude ware,
dat ome nicht achter inne vare
de were oft jenich üt siner schare,
went dat is jo al ore strit.
Darweder si dat unse vlit,
dat we nu dar mit menem kore
rät schippen unde hode vore;
des seges sin we dan gewis.
Ein dink doch al min angest is:
to uns mach he komen; to ungelucke
de hert, de re, de zegenbucke,
de rinder al unde de hinden,
de mach he achter al open vinden;
den winde, hofwarden unde hunde
vint he än hode to manger stunde,
de rekel än zagel geboren ;
hir wert de sege mede vorloren,
ne wert hirweder nicht geschapen.
Dat sulve sprek ik bi den apen,
de zagel ne hebbet ofte kleder;
vor de is mi noch vele leder
den vor mi sulven an dusser tit.
Mer wen her geit de strit,
130 twe hande hebbet se alse ein man,
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mit beiden weren se sik kan,
mit ener achter ore hol
unde mit der anderen overal.
Gi heren, radet mi hirto,
wat men hir hode weder do!
It is wol, oft gis nemet ware,
de merer döl van unser schare,
oft se dus achter blivet open,
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des seges we dorve ne number hopen.’
Do quam ein rät an oren möt,
de on. allen duchte güt,
de an der nöt de beste was,
dat jowelk nam höw ofte gras,
dat se dar hebben mochten wol,
unde stoppede dat vor de hol,
Mer de bannere dat vorsmade,
darumme wart he des to rade,
dat men ome hälde enen schilt.
Do quam ein bret ome, dar ein vilt
was upgenegelt, dar men plach
to serivende up; do het sach,
behagedet ome vullen wol,
went it hadde up dat ende ein hol.
Dar stak he do den zagel vore,
dus wart behöt sin achterdore.
Do dit do was al wol bericht,
ne wart dar do gesumet nicht,
men let en lopen mit den scharen.
De wevele de quam her gevaren
mit sinen in den strit mit macht,
wol boven der erden ene manklacht
— dar mosten de der bliven under --
unde jowelk slechte was besunder
gescaret wisliken in den tiden.
De bein hadden dat vorestriden,
darna de hornten men sach,
darna de wespen, unde lach
des seges vil an den dren scharen.
De wulf bat jo, de sine waren,
de hol dat dar nicht inne queme,
dat on sege unde ere beneme.
Doch halp om luttek desse rede,
went al de worme sunder vrede
so sere staken al de der,
dat ir nichein ni quam ni ör
van wormen in so grote nöt;
se wünden alle bliven döt.
De hert de de bannere dröch,
do one mit sulker ungevöch
dat wormete algemene stak,
gewan des so gröt ungemak,
dat he l&t achter enen krak
so gröt, dat dat bret al tobrak,
dat ome dar hangede vor dem ende;
do erst do dachte he to vlönde.
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Do ome tobroken was sin schilt,
to gadere hölt it doch de vilt,
dat it ome hangende do blef.
De vedere, dar men mede ser&f,
de was vorgeten in dem brede;
de meisten angest ome de dede,
dat ore noch de wevele plege.
De brachte on örst to achterwege,
went de stak on do umme dat hol.
Do wuste he vorwär dat wol,
dat dar de wrede wevel was,
unde dat he ök number do genas
unde dat it do was vorloren.
Dat ors nam he do mit den sporen
unde begunde so sere vlein,
dat ni ne wart nein hert gesein
so engestliken vore hinden
up enem plane vor tw&n winden.
De wulf tohant, do he gesach,
dat neder de bannere lach
unde de hert also sere vlo,
to allen sinen sprak he do:
‘Gi heren, wen ein man gesut,
dat de bannere hinnen vlut,
so möt he wol mit eren vlein.
Uns ist al ovele geschein
mit dussem stride nu to tiden;
de duvel nicht ne kan gestriden,
went it sin alto scharpe wichte,
de uns untstovet dan mit nichte,
al sin se klene, se sin wröt.
Mi is dat innichliken löt,
dat ik is je mit on begunde,
do ik is vullenkomen nicht en kunde.
min hovet hebbet se tosteken,
dat ik nu mach vil kume spreken.
Mer we sin lif nu wil irneren,
de möt sik mit den versen weren;
sik pine ein jowelk hinnen komen.
Ors wart mit sporen do genomen;
was dat gröt dör of was dat klene,
de vlön do hen algemene,
al dat dar komen was to stride,
unde dölden sik do also wide,
dat men se went an dessen dach .
to gadere numbermör ne saeh.
De egel quam dar ungeladet,
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dem wart dar minst ök geschadet,
went welk viant one rörde,
235 van ome he sware wunden vörde.
Dit mör is ein döl ungehovet,
. doch sin lude, de it lovet
240
dor desse gemeliken mere,
dat schedelik alto ernst were
ein rede unde van wisen worden — -
de bliden lude de it node hörden.
Des wulves strit was ungewegen ;
wer he under of boven heft gelegen,
vorlesen moste he den pris.
245 Ein jowelk man to liker wis
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de striden weder sin wif beginnet,
dar nicht wen laster an gewinnet.
Darumme prove ein bederve man,
dar he nicht ere irwerven kan,
dat he dar jummer holde vrede,
went vrouwen krich, ir scharpen rede
mör steket dan wespen ofte bein.
Wo vil des dicke is geschein
in al dem lande unde gesein,
mach mennich man mit lede gein.
L.
Van deme kalen manne unde vlegen.
Ein kale man an sommertit
mit ener vlegen hadde strit,
de on up sine kalewen bit,
went se was snel, dat weder höt.
Vil dicke he na ore slöch,
dat lange vort om klene dröch,
went se jo sinem slage entvlo.
De man sprak to der vlegen do:
‘Dat ik mi geve so mannigen slach,
10 ein slach dat al vorsonen mach;
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tein ‚slege döt mi kleine nöt,
rake ik di enes, du bist döt.
Din biten dat is ungevöch ;
so wanne des speles si genöch,
so schalme des bilken vortien,
to lest ne kan it nicht gedien.’
Ok wat de man sprak ofte. ret,
de vlege or biten nicht en 1öt.
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To lest or vöcheit se bedröch,
20 dat se van ome to spade vlöch,
dat he do gaf ir enen slach,
dat se döt uppe de kalewen lach.
Do sprak he: ‘Du unreine worm,
din biten heft di unde din storm
25 nu unde din krich umbehende
gegeven enen bosen ende.’
De modinge bi dussen meren,
de an rof ore sinne keren,
sik mogen wol tein unde leren.
30 De sunder nöt de landesheren
dor dol jo schedeliken anvechten,
al sin se Ok wol in den rechten,
jodoch so möt it on vorderven,
dat se darumme moten sterven.
3b Gewis is, dat se reven,
de dor nut wagen or leven,
dor gudes unrecht gewinne,
dor stoltheit ofte dor jenge minne,
went dar der selen döt an leget.
40 Unwis sin se alle, de des pleget.
LI.
Van enem berge, qui genuit murem.
Ein berch anken begunde sere;
als oft he mit kinden were,
he bevede, suchte unde drant.
Dit mör quam over’al de lant,
5 dat sere untvrochte, dat darunder
vorborgen were ein merwunder.
Dat he dat scholde nu gewinnen,
des waren vil na ut oren sinnen
van angeste de lude komen,
10 went it en wart ni ör vornomen,
dat sik ein berch so mishölde.
De lude hölden up dem velde,
darbi ne dorsten se nicht wesen,
dar de berch wolde genesen.
15 Tolest mostes ök werden ende,
unde wart den luden also to sende,
dat ener müs de berch genas,
daraf om al dit anken was,
dat aldus lichtlik ende nam.
‘
77
20 Do dut do vor de lude quam,
noch mör spot wart in der borde,
den al de angest ju geworde.
Dus drowet mannich mit groten worden,
dat, of it arıne lude hörden,
25 dar mochten af wol vorzagen,
de it nochten wol .latet dagen
unde ök to lest sik sulven vreden.
Van groter drowe unde groten reden
vorsmät, bespottet mannich man
30 wert, de it nicht vulbringen kan.
UL.
Van enem ridder unde sinem winde.
10
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30
Ein ridder wilen enen wint
hadde alse l&f vil na alse sin kint,
went den wulf unde den hert vink he,
den vos, den hasen unde dat re,
darumme at he scldene morsöl,
des ome ne worde nicht sin däöl;
nichein dink ne wart vor ome gesparet.
Went older harde unlange waret
des hundes, des moste ome afgän,
al wol dat spisen sunder wän
plage one sin here an allen stucken.
Mit oldere komet jo dat unlucke
dem live, sorge, suke, klage,
doch wunschet men is alle dage;
de wint wart mager, vorschalt sin ogen,
sin here en kunde it gedogen
nicht wol, dat he on ansage,
dat makede om older unde plage.
Doch enes he mit om l&p
unde sach, dat he enen hasen gröp,
den hedde gerne he gebeten,
do waren de tene ome vorsleten,
dat he on entholden nicht en kunde.
Darumme tornen sik begunde,
dat he ome entlopen was, sin here,
dat he den armen slöch so sere,
‘dat he vil kome mochte gän.
De wint sprak do: ‘Heb ik gedän
je gudes icht an miner joget,
was an mi jenigerhande doget,
18
des mach ik klene nu geneten,
do gi mi bi ju slapen leten
unde waren mi so rechte güt
unde mi nu so gröt ovel döt,
35 dat mach ju an den eren krenken.
Gi scholen der vordät gedenken,
de mi nichein undät benomen
hät, mer older, dat ju tokomen
wol mach bi wane an korten jaren ;
40 nochten blive gi wol, de gi waren.
Allein untgän si mi de macht,
dar scholde gi hebben an gedacht,
dat gi dat sulven gerne nemen,
dat gi darto mit gnaden quemen;
45 truwe older hevet gi darmede.
Untruwe ik nu bi ju en dede
an oldere noch an joget
Mer döt bi mi na miner doget,
dat it wol juwen eren sta
50 unde mi nicht alto na en ga.’
De ridder hir en sprak nicht weder,
mer dachte aldar, dat dat dönst neder
lege, aldus moste dat lön ök bliven,
unde dachte dussen wint entliven.
55 Wor truwe untruwen dönst döt,
dat lön wert om selden güt.
An wem men valsch ne wöt nichenen,
mit truwen mach men gerne om denen.
Neman de olden schal vorsman,
60 de doget an joget hebbet begän ;
al is on de macht afgegän,
ir herte möt doch jo bestän.
LIII.
Van dem bocke unde wulve.
Ein bok stunt wilen in der weide
bi enem dorpe up ener heide.
Ein wulf, de to om hadde veide,
quam to ome dar, van groter leide
5 wart he vorzaget, do he on sach,
went he wis den döt gesach.
De wulf sprak: ‘Broder, guden dach!
de ju doch kume werden mach.
Went ek ju vinde allene stän,
79
10 so schole gi kume des entgän,
| dat gi dar lön nicht af untfän,
dat gi mi hebbet vore dän,
do gi stunden mit juwen geten ‚
unde ik ein wolpen was geheten,
15 unde mi min hovet so tosteten,
dat gi vor döt mi liggen leten.
De bok untvrochtede one sere
unde sprak to ome: ‘Vil leve here,
vil wol irkenne ik .ök de mere:
. 20 mer söt an juwes sulves ere,
allen heb ik is wol vorschult,
unde hebbet also lange dult,
dat ik doch örst twe missen singe,
dat is ju güt to mangem dinge,
25 ene vor ju unde ene vor mi,
dat wonik mi ök nutte si,
went ik bin ein gewiget prester.’
Do sprak de wulf: ‘Nein, leve mester,
gelevet heb ik mennigen dach,
30 dat ik to horende ni ne plach
de misse of jeniges papen sank,
mer wu der kerle kele klank,
wanne se mi sagen gän,
dat heb ik dicke wol vorstän.’
35 Do sprak de bok; ‘Nu is mi leit,
dat gi sin sunder underscheit,
dat gi des weten nicht en willet,
wanne ein bok mager wert gevillet,
dat vlesch is arger den de hüt,
40 mer wanne min misse komet üt,
so werde ik beter den ein lam,
dat järlank van dem soge quam.’
Do sprak de wulf: ‘Dat mach wol wesen,
de misse latik di wol lesen, |
45 so du de noten latest stän,
went ik schal weder to holte gän.
Do sprak de bok: ‘Misse ane sank,
der weit Got harde klenen dank;
dat men de misse singe ho,
50 dat maket alle de lude vro.
Dat stilnisse ik wol overvare,
dest ik de petze jo beware,
de möt ik di jo sulven geven,
darmede si de messe bleven.’ |
55 Do sprak de wulf: ‘Vrunt min, so sink!‘
De bok gink stän up enen brink,
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80
sin bart was gräw unde lank,
do höf he up ho unde sank,
dat sin kele int dorp klank.
Sin.mester do tohant upsprank
unde rasche knapen, sine sellen,
mit kolven, speten unde grellen,
mit starken hunden unde snellen,
unde wolden den wulf gerne vellen,
went se wol wisten in dem rochte,
dat it wol ein wulf wesen mochte,
mit haste satten se om to
unde quamen up one also vro,
dat he on kunde nicht entvlein
went he den bok had angesein
unde gehört sin schone singen.
Des moste do sin pils dingen,
de hunde up on begunden dringen,
de on nicht neder ne kunden bringen,
went he was stark unde gröt,
de tene he on wederböt.
Doch brachte on in de meisten nöt
der petze macht, de om vordröt,
went do de knechte mit den speten
tolepen unde one wolden scheten,
do r&p de bok: ‘Lät on noch leven,
ik schal om ör de petze geven.’
Dar he tohant was to beröt,
vor sinen kop den wulf he stet,
dat ome dat hovet al tosplöt.
Do sprak de wulf: ‘Vrunt, Got de wöt!
de petze was alto swär,
nicht en vorleve he dit jär,
de de petze so harde bedachte
90 unde se mank de missen brachte,
95
de mi bracht heft an missetröst
unde ie van angeste gelöst.’
De wulf de blöf, de bok entquam,
darmede de mere enen ende nam.
Dorch nöt 'möt wol ein legen,
doch vrunt ne scal me nicht bedregen,
doch möt men an des lives nöt
wol logene voge ofte gröt
. den vianden wol vore leggen,
100
dat me sek darmede moge entseggen;
doch is wärheit güt to allen dingen.
Mer de scande unde schaden bringen
81
kan, de unwärheit de schal me vormiden,
ök wat men daraf schulle liden.
LIV.
Van dem raven unde pawen.
Ein raven döt enen pawen vant.
Do dachte he darna tohant
mit sinne unde mit gudem willen,
dat he den pawen wolde villen
5 unde wolde sin vlösch eten sän,
'algader umme sinen rugge hän
unde wolde mit den pawen gän °
unde wolde de revene al vorsmän.
Dit wart tohant van om gedän,
10 he at dat vlösch unde begröf,
des ome do nicht ne was behöf,
went ni de raven gerne gaf.
He rofte al sine vederen af
unde töch des pawen voderen an,
15 dar he af al sulken homöt wan,
dat he de ravene vorsmäan
begunde unde mit den pawen gän.
He wolde ök gän vil dicke vore,
sin zagel slepede om: in dem hore,
20 oın was unreinicheit mede,
-he at bose na al sinem sede.
De pawen do se dat gesagen,
begunden se mit nide jagen
dorch sine unreinicheit den dwase,
25 den se begrepen up enem ase,
unde howen on neder unde beten,
af se ome de schonen vederen reten
unde leten liggen on vor döt,
gewunt, unsalich unde blöt.
30 Darna do he sik echt vorsan
unde weder ein del der macht gewan,
kröp he echt na sinen magen.
Tohant do se on komen sagen,
begunden se one meine vragen,
35 wor nu komen were sin bagen
unde sin grote hoverdichede.
He sprak: ‘So dörliken ne dede
ni dwäs alse ik, dat ik vorkös
juwer, des bin ik vredelös
40 worden unde bin als ein gös,
Niederdeutsche Denkmäler, IT,
-2-—%.
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d
82
de uppe den eigeren gevrös,
gevillet, blöt unde beroft
unde hebbe den homöt al gekoft.’
De ravene spraken algemeine:
‘Var dinen wech, vogel unreine,
went du bist ein vorwaten def,
din unsälde is uns allen 16f,
to uns ne komestu nicht,
du rechte, bose, snode wicht,
to uns ne kumstu numbermer.
Du woldest wesen alto her
dor dine duve of kranken vunt
der klenen pawenvederen bunt,
de an di stunden sunder grunt,
des bistu sere nu gewunt,
blöt alse ein made unde ungesunt
unde vordreven als ein hunt.
Dat wort ne was di nicht kunt,
dat klöt vorstolen ni wol ne stunt.’
Dus wart he up beidenthalven vorstoten,
van pawen unde sinen genoten
wart he dus schentliken vordreven
unde is ein bose wicht sint bleven.
We ane sin unde .ane rät
ein geistlik levent anegät
unde ome darna missegät,
de wert von geistliken vorsmät
unde van den wertliken darmede,
dat is ein vil mene sede.
Echt welk bür is van so groten
mode, dat he wel sik noten
jo den ridderen van art,
so hetelik dink ni ne wart;
misgeit it om unde wel he weder,
he sit twischen tw&n stolen neder.
LV.
Yan den: lowen unde dem vosse.
De lowe, konnink unde here
der dere, wart der wilen sere.
- Rohant he sinen boden sande
na al den deren in dem lande;
dat se quemen, let he on beden,
unde ome to siner suke reden.
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De quamen al up enen dach,
dar he an sinem denne lach,
dar dicke umme ein dorne was,
dar binnen blomen unde gras.
De wulf do to dem lowen sprak:
‘Al juwes lives ungemak
is uns let allen de hir stät
unde geven ju vil gerne rät,
oft wet kunden, unde dat
ök schullen gi weten, dat vorsmät
de vos nu heft juwe gebot,
de rede hält he vor ein spot,
do wi one herkomen baden.
20 He kunde ju doch best geraden,
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went he wis is unde gevöch
unde kan van fisiken genöch
unde wel dar af ein mester wesen,
he heft dar doch klene af gelesen.
Den puls he tastet mit den tenen,
de hönre se ik on bejenen,
so wanne he wil ene hennen
bi joget edder bi vette irkennen.
He kan ök ane glas gesein,
oft ein kapün drecht enen stein;
mer is dat hane, is dat kapün,
de dar kumpt over den anderen tün,
den stein he ome in- dem live soket.
Hirumnıe, here, of gi des roket,
so latet laden echt den man,
de so vele erzedie kan.
Ein dink segge ik ju darmede,
he is van also schalklikem sede
dat hes gensliken vorseket,
so wanne gi hirumme on anspreket.
Dat he ju dan wat rechtes do,
dar horet grote slege to.’
Dit sprak de wulf al umme dat,
went he dem vosse was vil hat,
oft it hir an om misseginge,
dat he on denne darumme entfenge.
De lowe sprak: ‘Her wulf, dat si!
de bodeschop bevele ik di,
lät one bi minen hulden laden,
oft he wil bliven ane schaden.’
De lowe üt al de dere dr£f,
allene he darinne bi6f.
De vos. darbi hadde in dem dorne
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gestän unde was ome vil torne,
went he de heteliken wort
des wulves hadde al gehört.
Darin he do to dem lowen gink,
de on gunsteliken untfink
unde sprak: “Wur hastu gewesen ?
mi is rechte als ik si genesen.
nu ik di hebbe hir gesein.’
De vos sprak: ‘Here, ik willes gein,
dat ik van erzedie kan
so vele, oft ju nu jenich man
gehelpen schal, dat ik dat do,
went ik wet, wat dar horet to.’
Den vöt leide he up den lowenvöt
unde sprak; ‘De puls is ju güt,
de mage is ju ein del vorkoldet,
went gi nicht rechte tit ne holdet
mit etende, dat schadet sere,
dar wil ik ju af helpen, here,
so gi nu rades volgen willen.
Den wulf den schalme levendich villen,
up dat ik snelliken ju bote;
sin hovet unde sine vote
om genslik ungevillet bliven,
dat he besta echt in dem live;
des zagels he ök nicht enbere,
dat he sik mede den vlegen were.
Mit der hüt schalme ju beslän
al heit unde den bük umbevän
unde den lif vaste darmede bewerken ;
den scul gi eten ein vet verken
mit salsen, de ik ju darto make,
hiraf werde gi tohant to rake.
Ik kan dem wulve ök wol behelpen,
dat he gedän wert als ein welpen
mit ener nigen jungen hüt,
als ik junk här bringe om darüt,
wil he mi wat darumme geven
unde ök na minem rade leven.’
De lowe do dem wulve enböt,
he scholde om geven to siner nöt
de hüt, so mochte he genesen,
willichliken, went it doch scholde wesen.
Dut moste wesen, he löt one villen
doch sere weder sinen willen.
Dem vosse wart de hüt gesant,
den lowen he darane bewant
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so lange, dat he wol genas,
des de vos wol gepriset was.
De wulf sat trorich unde blöt,
om deden de vlegen grote nöt,
105 he ne hadde nochten nicht vornomen,
woraf om was de schade komen.
De vos den wulf do wolde sein
unde wolde om do siner kunste begein,
wo he dem lowen helpen kunde.
110 Den he groten aldus begunde,
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do he on gemoiet van vlegen sach:
‘Rätgever des konniges, guden dach!
de ju doch kume werden mach.
Nu segget mi, wan er geschach,
dat gi ju in dat levent begaven ?
an Sassen, Beigern unde an Swaven
- unde over al dut dudesche lant
so stark ein levent me ni ne vant.
De knottere des nicht ne pleget,
des gi vor juwe sunde dreget:
up blotem live kogelen grawe,
an voten scho swart, hanschen blawe
unde enen vlegenquast dar hinder,
it ne vormogen nicheine kinder,
dat se sik an so swär ein leven
dor nut oft dor nöt icht begeven.’
De wulf sprak: “Vrunt, gi sint vil malsch,
was min rät weder ju icht valsch,
mit valsche hebbe git mi vorgulden,
alse gi unde min here wolden.
Spot volget gerne jo dem schaden,
mit den ik beiden bin vorladen.’
Vil mannich sulven darna vellet,
dat he to valle enen anderen stellet..
135 Wor valsch to valsche sik gesellet
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we.dan den andern dan vorsnellet,
des noch genöch schut alle dage,
des möt ik län ane klage.
Wes rät den heren wol behage,
dem radik, dat he jo vorzage
vor bosem rät up sine geliken,
sin dat de armen of de riken,
of he ute dem rade mote wiken,
dat se om mit vruntschop nicht beswiken.
Des rät mach allerlengest duren,
de truwe is jo sinen buren.
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LVI.
Van der emeten unde vlegen.
Mit ener emeten begunde
ein vlege striden to einer stunde,
mit scheltwort to ore se sprak:
‘Du modink hevest ungemak
dat jär üt al na diner spise,
dat ik na wärheit di bewise.
Korn droge du to hole dregest,
under der stuken du den legest.
Oft in der heide oft in der erden,
wat schal di armen dar gewerden ?
so wanne komet ein derve regen,
we schal di danne to schure dregen?
so bin ik in den husen vri
unde bin den riken luden bi.
Ik drinke win, ik drinke ber,
dat nicht en deit ein ander der.
De vrouwe de en is ni so för,
dat ik ne vlege up ir ler.
Min lichtichkeit mi vroude gevet,
unde al dat jenich vorste hevet,
bedde unde stöl, spise unde drank
is mi mit on än oren dank.’
De emete sprak: ‘Du seggest wär,
ik hebbe to spise al dat jär
korn, dat neman mach upgelesen,
dat möt min wol van rechte wesen;
des heb ik al des ik behove
unde sitte vri an miner grove.
Duve is it al, des du di generest,
mit angeste du hinnen verest
als alle deve to aller stunt,
van enem manne up enen hunt,
van enem hunde up ene ko.
Dar hörde jo vil unsinnes to,
of ik din levent scholde prisen!
mer dat kan ik di wol bewisen,
dat du dat unreineste der
bist, dat is unde wart ie er.
Unreinicheit du mit di vorest,
du unreinest, wat du berorest!
Bewilen arnestu ök dat
unde di is al de werlde jo hat,
went wen de winter her schal komen
unde di din snelheit wert benomen,
45
55
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Ye
so klevestu bi ener want,
so mach me di nemen mit der hant,
so mostu jamerliken sterven
ofte van hungere vorderven.
Do sittik echt an miner grove
unde hebbe al des ik dan behove.’
So dum, so unwert ni ne wart
minsche oft van sodaner art
sin sin, om ne si dat lof to gröt,
dat hebbe jenich sin genöt.
We undät der bosen wel melden
unde se darumme jo wel schelden,
des herte rouwen mach vil selden,
went set mit scheltwort kunnen gelden.
Sotem gröt sote antworde eget,
weder grote bose bose vleget.
Des mannich tunge is ein wret blat,
it maket vruntschop unde hät,
it maket vrede, it maket veide,
it maket vroude unde leide
unde an tavernen mannigen strit;
dit döt de tunge to aller fit.
LVIl.
Van dem lowen unde apen unde vosse.
10
De lowe üt enen hof geböt,
de scholde werden harde gröt,
dar he alle der begunde laden,
we nicht ne queme, it scholde om schaden.
. Do dusse hof scholde untstän,
quam Öök de ape dar gegan,
to deme vosse he sik dede,
dar he gink up dem wege mede
unde sprak aldus: ‘Vrunt, leve vos,
dat ju so lank de zagel wös
unde dat he ju wart also strak,
daraf quam ju gröt ungemak ;
kunde gi one bogen als ein hunt,
dat hulpe ju to manger stunt,
15 went wanne nat is ju dat här,
so möt he werden ju so swär,
went he möt in dat hör hangen,
dar gi mogen bi gevangen
wol werden, oft ju nicht en lette
88
20 de zagel unde ök juwe vette,
went juwe vel is Ju so slicht.
Dorch afgunst dat en spreke ik nicht.
Darweder sin we armen apen
an allen zagel so vorschapen,
25 dat unser nichein also vele
ne heft an ernst oft an spele,
dat he achter sik behude,
darımme bespottet uns de lude;
doch bin ik meist darmede begäan,
30 als ik ju schal to hove stän,
dar vor den lowen, unsen heren,
unde ik mi dan schal ummekeren
unde gän den lichte mit den achten,
so mach he mi sein in den bachten,
35 dat mach ho dan vor ovel holden.
Mostik bi dem dar mit den olden
rätgeven sitten up min hol,
dat let scholdik bewaren wol.
Hirumnie, vos, vil leve knecht,
40 do nu, so vrunt bi vrunde plecht,
bi mi, als ik dat schulle vordenen
beide an dem groten unde an dem klenen,
dat di mer vromen mach den schaden,
unde dinen zagel, dar du vorladen
45 bist mede, dele weder mi,
dat ik so blöt dar nicht en si,
dar komen schal so mannich der
van manger art so vullen fer.’
Do sprak de vos dus to dem apen:
50 “Unnutte bede unde unnutte klapen,
radik, dat jene jo vormide,
de node smelik wernent lide.
Her ape, ek hebbe voger wort
van ju dorch bede vil gehört,
55 de sin unnutte, als is de bede.
Min möt, dar ik nicht af en trode,
is, dat of mi noch mere lengo
de zagel hedde of overswenge,
unde were de drie also swär
60 unde bedestu mi des ein jär,
. du scholdest weten dat vorwär,
dat ek darüt di nicht ein har
ne geve, of ik di sege sterven;
. ik wil one minen kinderen erven.’
65 Sus döt de kerge rike man,
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de des nemanne Ök ne gan,
dat he mit ichte sin genete.
Sin korn he lever derven lete,
sin ovet roten, sine kleder
den worm eten, Er he leder
des jengen minschen wol gegunde,
dat he hiran sin geneten kunde.
LVII.
Van der kreien unde schape.
An enem mere lach bi schapen
ein wulfhunt unde was untslapen.
Up ein schäp dar ein kreie vlöch,
der wulle se ome vele üttöch
unde vörde se to orem neste,
went ir de wulle duchte beste.
To lesten sprak dat schäp: ‘Vrouwe kra,
de wulfhunt ligget ju vil na, |
gi mochten on Ök gerne wullen,
weut he heft hares wol de vullen,
unde geven mi Ök enen vrede.’
Do sprak de kreie: ‘Dusse rede
de is unnutte, wente ik wal
wet, wur ik vlesches miden schal;
de hunt ne slept ni so vaste,
he ne vornemet unde taste,
berörde ik one bi enem hare;
dat mochte werden mi to sware,
he bete mi dat hovet af
unde achtede min denne ein kaf
wrake unde veide al miner mage,
darumme ik it node wage.
Mer di dorn ik to allen tiden
unde andere schäp än angest riden
unde te ju af al dat ik wille;
of ik ju ök de hüt af ville,
gi ne dorven dar nicht weder dön,
wente gi sin kranker den ein hön.’
De herde hadde wol gehört
der kreien unde des schapes wort,
de was ein vil behende man,
här he van enem perde wan,
daraf he stricke begunde dreien
unde vink darmede de sulven kreien
unde andere Ök, de schaden deden
40
45
HU
55
60
65
70
15
30
ome unde up sinen schapen reden,
unde höw on al de hovede af,
ore vlösch he ök den wolpen gaf.
Nu horet, wat dit bispel bedude!
De kreien sin de bosen Inde
unde sin mit alle orer dät
afbrokere unde bose wichte,
de nicht wen roves sik begät
unde ne dogen anders to nichte.
Scäp sin de monke unde de papen,
den jo nein were is geschapen
mer ban, des dusse det unreine
jo achtet twär vele kleine,
darumme is or güt al ere,
went se se weten sunder were.
De riddere dat sin de hunde
de beschermen scholden to aller stunde
de papen unde al geistlik leven,
darumme is on dat swert gegeven,
de darto doch vil dieke slapen
alse de hunt bi den schapen.
Mer, wer se slapet ofte waket,
on sulven se wol vrede makct
vor dussen roveren vorwaten,
wente se dar mosten weder laten
ein pant, des se vil node enberen..
De herde sin de landes heren,
den papen unde riddero denet,
den Got to lest den sin vorlenet,
dat se set in der papen nöt
unde ök der klostere dicke gröt
unde settet strik vil vast den bosen,
dat se van on de guden losen,
unde latet af ore hovet howen,
ök wat ore mage mogen drowen,
up dat vrede in dem lande werde.
Des möt an sik untfän de herde
ore vlesch na rechte mit dem velle,
unde den wulven van der helle,
als ik entvrochte, wort to dele
to groter pine ir armen sele.
2
LIX.
Van enem perde unde esele.
Ein vet schone ors van hogem prise
geziret wol na siner wise
mit breidele unde mit gereide
lep ledich sunder jenich geleide,
5 dat wol dem rede mochte schaden.
Do untmotte om ein esel geladen
mit holte wol na siner lenge
in enem wege, de was enge,
dat he ome entwiken nicht ne kunde.
10 Dat ors sik tornen do begunde
unde sprak to ome: ‘Du ungehure,
unwerdeste aller kreature,
wu dorstu gän an mine mote,
sint ik di wol mit enem vote
15 vorderven mach mit enem slage!
Gink bolde weder, du bose zage,
of ik schal treden di dar neder!
De esel sprak: "Wu gerne ik weder
ginge, of ik mochte, leve here,
20 — dat döt wol vogen juwer ere! —
unmogelik is, dat ik kere,
ik bin geladen also sere,
unde is dat holt,. dat ik nu drege,
ök vel longer, den ik plege.
25 Dat ors van hoverdicheit bolt
van torne wrenschede unde stolt,
doch swigede de cseol stille.
Dat was dem orse wederwille,
dat he dar nicht ne redede weder,
30 dat it mit schult on mochte neder
gereden hebben als it dede,
des wart it dar vorbolgen mede,
so dat it up den esel sprank,
dat dor den bük do ome drank
35 dat holt, dat do de :esel dröch.
De vote ök, dar it mede slöch
den esel, dat holt om dorewöt,
dat vore unde achter jowelk vöt
moste ome vorlamen an korter stunt.
40 Doch bl&f do csel wol gosunt,
unde dat ors wart so gewunt,
dat it hedde nicht ein punt
gegulden, of it veile were.
Dus wart vorgän des orses ere,
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went men it dar slöch in dat gras.
Do it ein d&l gehelet was,
begunden it de knechte riden,
des wart de rugge om unde de siden
tobroken, mager unde gevillet,
so dat sin homöt wart gestillet.
Do quam de esel up enen dach,
dar de gül jamerliken lach
geladen allenthalf mit vlegen,
unde sprak: ‘Leve vrunt, dat is hirjegen,
dar gi nu sin geplaget mede,
de mit so groter kundichede
de armen plagede ane nöt,
Juwe overmöt de was to gröt,
den gi vil mangem perde daden
unde mi, do gi mi nedertraden
dor stoltheit ano mine schult.
Wor is de breidel nu vorgult?
wor is is de sadel vorlasuret ?
Nu ju des tornes is vorduret,
nu Ju de lamen lede turet,
nu is der stoltheit ju gesturet,
de ogen sin ju ingevallen,
de rugge scharp, besat mit gallen
de bein kunstich, ser beide siden,
ein wertman scholde ju node riden.
Dut heft gedän juwe kundicheit
(Lücke.),
dat varende is, dat he in homode
den armen vordrucke up der erden,
went he sulven ök mach arm werden.
LX.
Van dem vosse.
Winberen ripe ein vos sach hangen,
der he ne kunde nicht aflangen,
der om doch luste unmaten sere.
Allene de stok so hoge were,
dat he ir winnen nicht ne mochte,
Jedoch het manger wis besochte,
wu ome des lusten worde geböt.
Do dachte he an sinem möt,
of desse winberen weren güt,-
se stät hir so sere umbehöt,
93
se weren overlank vorgän,
ök we on hedde dat gedän.
Wu lange wil ik denne hir stän ?
went ik des hebbe vasten wän,
15 dat se sin unripe unde sür
(Lücke.)
35 der he gekrigen nicht ne kan,
so radik om, dat he dan,
er he werde vordervet nmede,
dat he do, so de vos nu dede
unde sine sinne daraf kere,
40 ande legge ome vore sulke mere,
dat de vrouwe ök si wandelbere,
allein se si.an vuller ere
unde guden loven ök ute unde inne
an schone, an reinicheit unde an- sinne.
45 De he ane let wol gewinne,
de one weder minne gerne,
allein se si ein arm derne,
de sinem done. si gevöch,
darane hebbe he ennöch
50 beide up der borden unde in den steden.
Ein vogel soket sinen gaden,
den he ütkust, van siner art.
Ein dink so dörlik ni ne wart,
so dat ein minsche darna sta,
55 dar nicht wen schande om volge na.
Hirumme so sprikt men ene rede
van dem vosse, de dar mede
arbeide nacht unde dach anstät,
dat he der winberen ete sat.
LXI. |
Van dem herte unde perde.
Ein hert stunt wilen in der weide
mit enem perde up ener heide,
de waren stolt van joget beide.
Daraf irhöf sik sodän veide
6 do under on von stolter rede,
dat alle vruntschop unde vrede
untsegede dar up der stat
dem andern ein jowelk dorch hät
unde scheden sik mit grotem torne,
10 De hert de dachte mit dem horne
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sik wol dem perde geweren,
dat pert dachte ök vorheren
den hert mit helpe unde mit liste,
went it wol sine reise wiste.
Do wönde dar bi ener mile
ein ridder, de ök plach bi wile
to jagende mit sinen hunden,
de ök mit grotem wilde kunden
wol lopen, alse or here wolde,
unde ök mit anderen vel bolde.
Dat pert to dem riddere l6p,
bi sinem koppe he it grep,
dat ome untwek nicht enen vöt;
ome duchte dat aventure güt,
went it was wilde, üt ener stöt,
unde dat de perde node döt,
dat men se moge so använ
unde se darto dan stille stän.
De ridder sprak : ‘Wes willekome !’
Dat pert sprak: ‘It is din vrome,
dat ik mi an din dönst bede;
vil hasteliken di berede
mit dinen hunden to der jaget:
ik wille di, of it di behaget,
nu up minen rugge dregen,
dat is di vil wol belegen,
dar ein hert steit vullen stolt,
dat he dor di ne wil dat holt
nicht rumen noch dor dine hunde,
dat jo daraf he ne kunde
untlopen nicht van groter vette.
Ik wil ju wisen, wur men sette
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de warde unde wur men one vinde
unde wor he lopet uppe de winde
unde wor he ök to watere wil,
dar machstu hebben sulk spil,
dat it di is schön an to sende,
er he dar neme sinen ende.’
De ridder wart der mere vro
unde legede up dem perde do
den sadel, de darto was recht,
unde enen töm dede om de knecht,
de slicht genöch was, in den munt,
he sulven nam den leidehunt,
de winde namen sine knapen,
to vote dar knechte to geschapen
de namen alle sine hunde.
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To wolde trecken men begunde;
de hert de wart tohant gespört
unde one tohant so verne untvört
van groter snelheit siner bene,
dat se alle umme on wisten klene.
De ridder doch röt up dem spore,
al dar de leidehunt l&Ep vore, ®
de hert de l&p vil lange wile
vil na wol verdehalve mile.
Dat he ni togel up ne to,
des wart dat pert gar unvro,
went it was junk unde ungehornet.
De ridder ök daraf vortornet
wart, went om dat pert sede mere,
dat altohant irlopen were
de hert van ungevoger vette
unde ök ein del van groter hette,
unde höw it sere mit den sporen,
das it vil gerne hedde enboren,
went it is was vil ungewone.
To lest do it quam üt der done,
do sprak it: ‘Holdet, leve here,
ik bin vormodet also sere
unde sin de siden also s£r,
ik ne vorwinnet number mer,
lep ik icht mör än underlät.'
De ridder sprak: ‘Des wert wol rät,
perde is genöch an minem horve,
bi minen truwen ik di love,
al breke di de rugge entwe.,
den hert ik dalink storten se.
unde wert an ome dat gewroken,
dat he di ovele hebbe gesproken.‘
Dat pert sprak: ‘'Lät, here, on noch leven!
ik wil ome mine 'hulde geven,
went he is dum unde is ein sot
unde sprak it wärlik än sin spot.’
De ridder sprak: ‘Mit desser rede
schaltu kume ome krigen vrede
unde höw it mit des up de siden
unde begunde do vil serer riden
ein del, den he vore plach,
so lange, dat vorgink de dach
unde one de swarte nacht afdref,
dat was om let, dem herte lef.
De hert genas, dat pert vordarf,
mit sinem hate it dat vorwarf,
96
105 went schivelbön, spat unde galle,
muke unde lest, de lemede ök alle,
de jenich pert gewinnen mach,
de stunden ome up dessen dach.
Gelik dit bispel is dem manne,
110 de dat dor torne deit ichteswanne,
dar he sulven mede vorderft
an live unde an gude ök unterft,
unde blift arm unde egen unde unwert
in arbeide also ein läm pert.
115 De torn de were bat vormeden
unde smaheit ök ein döl geleden,
dan dus vordervet an den eren.
Hirbi schullen dat de lude leren,
dat se alle wrake laten stän,
120 bet dat de torn si al vorgän,
dan it mach lichte so gereken,
dat se mit schaden mogen wreken,
al sunder schaden oren vianden,
al oren vrunden to schanden.
125 Dorch torn döt dat vil mannich man,
dat he vorwinnen nicht ne kan.
LXII.
Yan der emeten unde heimeken.
Ein heimeke löt hunger gröt
unde kulde in der winternöt,
se gink vor ener emeten hol,
dar se korn inne wiste wol
5 gedragen vil an sommertit,
went se bekande al oren vlit,
wu se dat korn to gadere dreget,
des nicht de heimeken ne pleget,
unde sprak: “Vrouwe emete, mesterinne,
10 ik klage ju, dat ek darinne
ne hebbe korn, mel efte bröt,
darumme döt it mi de nöt,
dat ik to hüs nu ju möt soken,
dat gi nu mi begnaden roken
15 mit spise, dat ik overbringe
den winter unde ek ju echt singe,
schone als ik in dem sommer dede,
dar ik gewan doch luttek mede.’
De emete sprak: ‘Du machst wol gan,
97
20 du machst hir harde lange stän,
ör ik ein korn di wille geven;
vil bat were al din singent bleven,
dan du mit schemeden dor nöt
nu biddest hir korn ofte bröt.
25 Do al dat velt vul kornes lach,
vil dicke ik di daruppe sach,
unde ne drogest nicht to hüs,
men gingest pipen als ein müs,
'darumme mostu hunger liden,
30 des du ne machst nu nicht vormiden.’
Min wille is, dat bi desser mere
ein träch man unde ein ledigere,
de nicht ne kan oft nicht ne hevet
unde dicke kumberliken levet,
35 dat he sette al sinen vlit,
so wanne kome jo de fit,
dat men wol güt irwerven mach,
dat he nacht unde den dach
mit allem sinne darna stä,
40 dat.he nicht hungerich ne g.
We sik mit eren wil begän,
mit vlite möt he darna stän.
LXII.
Van enem manne unde esele.
Ein man to dem markede dröf
mit enem esele, de was schöf,
tobroken, mager, träch unde olt,
daruppe twe korve, daran solt.
5 Hirumme he trächliken gink, |
des he vil mannigen slach entfink.
De esel sprak: ‘Ja, were ik döt,
so queme ik üt der groten nöt
unde üt dussen vil groten slegen.
10 We dan de korve scholde dregen,
darumme scholde ik klene sorgen.’
Dat wunschen in dem dridden morgen
dem armen esele do geschede.
Do was ein bunger dar berede,
15 de dusses esels hüt do golt,
— doch was dat lön vil klene solt —
unde brachte se in sin beholt
unde denede se up sine bungen,
Niederdeutsche Denkmäler, II,
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darna do dern unde de jungen
sint dicke vlitliken sprungen.
Dus was dem esele gelungen,
unde was dat slänt al Er ein kaf
vor dat men so dem velle gaf.
Hirbi schal men de lude merken,
de träch sin to allen guden werken
unde pine lidet, nicht dor Got
mer weder kristeliken bot,
de dodes wunschet alle dage
unde wonet darmede, dat ore klage
vorendet si. Des nicht geschein
ne mach, went ment ore sele tein
schal to den pinen unde slän,
mer den ju bunge wart gedän.
| LXIV.
Yan dem wulve unde sinem sone.
Ein olt wulf sprak to sinem sone:
‘De lude sint van uns gewone,
dat we on mangen schaden döt,
darumme, oft it di dunket güt,
stän wille wi na oren hulden,
oft wi se mogen icht vorschulden.
De ernetit is nu anstände,
unde is dat volk hir bi dem lande
bekumberet darmede sere,
den wol nöt guder hulpe were.
Den wille wi to helpe komen,
dat mach uns to der spise vromen,
de wi mit angeste jo irwervet,
dar mannich wulf dicke umme stervet,
wente ane spise nicht en levet.
Dat lön dat men den knapen gevet,
dat late wi alle wol bestän,
of wi on hebben schaden dän,
dat it darmede blive quit,
dat wol schut, set se unsen vlit.’
Hir mede gingen se uppen acker,
de junge was stark unde wacker
unde warp der vimmen vele neder,
de olde richtede se weder
unde sprak: “Wultu aldus geboren,
de lude scholen uns vorveren
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mit schoten unde mit starken slegen.
Wi scholen to dem wagene dregen
de-gerben al untobroken.
Olt schande dicke wert vorsproken
unde olt schade ök ein d&l darmede.
So ovele minsche ni ne dede,
de gnade sochte, he ne vunde
jo gnade to ichteswelker stunde.’
De gerben vaten se begunden ;
de man de up dem velde stunden,
do se worden ‚der wulve ware,
se lepen mit den vorken dare,
al oren hunden se ök repen.
De wulve weder to holte lepen,
de olde wulf sprak: ‘Leve sone,
we dön echt so we sin gewone
unde biten schäp, swin unde rinder,
perde unde laten gän de kinder
unde laten se al ore korn
inbringen, it is mi nu torn,
dat we on helpen ju begunden.
Allein wi it doch nicht en kunden,
doch wolde wet so verne wisen,
dat se den willen scholden prisen.’
We stelet eins, de höt ein def,
wem de duve is van kintheit 168,
eft he den truwe wat ankleft,
ein wis man gerne dar af on dreft.
) Swe is van schalkes art geborn
unde is van schalkheit ütirkorn,
getruwet men ome, dat is vorlorn
up ende, midden unde to vorn.
LXV.
Van dem lowen unde wulve.
Der dere konnink de lowe sande
na al den deren in dem lande,
dat se to sinem hove quemen
unde sinen willen dar vornemen.
De quamen al up enen dach,
de lowe sprak, do he se sach:
‘Ik segge ju, heren, wes ik gere,
ik wille varen over mere
na minen magen unde vrunden
ri
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unde wil ju enen vormunden
hir setten, of it ju behaget,
de si an herten unvorzaget
unde dorne richten ök na rechte,
al si he ök van dildem slechte.
He mach dar pris an wol irwerven,
went ik bin leider sunder erven
unde möt lichte an minem ende bliven,
he mach sin dink so ankliven,
‚dat ik on noch mer wille hogen.
Den wil ik nu ju allen togen,
dat gi ome wesen underdän.’
Den wulf het he do voregän
und sprak aldus: ‘Söt, dut is de man,
de wol na rechte richten kan,
dor des möt hes sik underwinden,
nichenen beteren kan ik vinden.’
Do sprak de hert: ‘Nein, leve here,
al juwe volk geuneret were,
wolde gi dat richte deme bevelen,
de nicht mer morden unde stelen
ne kan unde hevet des geplogen,
sint he van kinde is upgetogen.
Do sprak de lowe: ‘Here hert,
wo lichte, alse ome herschup wert,
schal he aller bösheit avestän
unde bose nucke om wol vorgän,
went herschop wandelet de sede.
Is ome untruwe ein del icht mede,
he mach dat volk de bat bedwingen
unde ome al underdanich bringen,
went ni getruwe metlik man
gewalt vul over de sine gewan.
Mer döt de wulf dem dinge unrechte,
ik wil on unde al sin geslechte
vordomen, kome ik jumber weder,
unde se an eren treden neder,
dat he sik number mör genoten
ne schal den klenen noch den groten.
De groten dör de spraken do:
‘Here, of it ju gevalle also,
dat de wulf unse herre blive,
bewaret, dat he nicht untlive
de kranken of de moge vorheren,
de sik ne kunnen nicht geweren.
He möt ök loven. unde sweren,
des wi ne willet nicht umberen,
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dat he dat vlösch nu schal vorloven,
de volde ök unde de schapekoven
dat he dar nicht ne schal ingän,
of he an eren wil bestän.’
De wulf de lovede al dat he scholde, . |
went:he de herschop gerne wolde.
De lowe vör, de wulf blef here.
De ere icht lank luste om. sere,
wiltbrat dat he dus gewan.
Vorretnisse echt he löt sik an.
Dat he schult an voge mochte vinden,
he ladede to sik ene hinden‘
unde sprak to ore: ‘Nu segge mi,
oft mi icht güt de atem si’
De hinde sprak: ‘Vül als ein äs
is he, dat provede wol ein dwäs.
De wulf tohant den deren rep,
der vele do to om löp,
he sprak: ‘Gi heren, segget mi,
wat sin broke oft sin bote si,
de mit smaworden sinen heren
beginnet openbare unteren.’
Se spraken: ‘An sin lif it geit.’
80 He sprak:: ‘De hinde de hir steit,
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de heft den laster mi gesproken.’.
Tohant wart se do neder broken,
unde he at an, se aten mede.
Bi dem re he ök sint dat dede,
dat hir ök wart gewernet mede,
unde sinen atem begunde it loven.
De wulf echt begunde doven,
dat it so openbare löch,
tohant men it ök voretöch,
unde wart gegeten up der stat.
Jedoch ne wart de wulf nicht sat,
den apen sint he ök aldus besochte,
den he bevellen nicht ne mochte,
went he sprak noch wär noch unwär.
Darumme wart ome dat herte swär,
went he on bevellen nicht ne kunde:
sek werden he darna begunde
unde sprak, de ape scholde wesen
sin spise, of he scholde genesen.
De dere spraken, he were ore here,
dat he ete, dat ome nutte were.
Dus wart gegeten de ape do,
unde nuttede dit orlof also
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de wulf, dat he at al, dat om wart,
unde dede echt do na siner art
düfröf, mort, schalkheit also gröt,
dat ne dorste ein sin genöt
mer bösheit dön, dan he do dede,
dat ome to lest do quam wol mede;
went do de lowe weder quam
unde he de bösheit al vornam,
de do de wulf hadde begän
do löt he on snelliken vän
unde mit knuppelen wol dorslän
unde up bi den hesnen hän
unde bat do sere unde geböt,
wor men iergen sin genöt
mit schult of ane schult gevenge,
dat men up bi den hesnen henge.
Dat wart gedän, unde döt noch hude
in allen landen de hüslude,
SO wen se enen wulf gevät,
dat se on up bi den hesnen hät.
I
Ein wisman sprak dus wilen är:
‘Van regenwatere ein river
irvullet ein d&l boven recht,
to ruschende dat vil serer plecht,
den Elve, Wesere ofte Rin.
Dem armen dilden mach dat sin
gelik, de herschop unde güt
irwervet, so vil mannich döt;
undogentliker wert he dan,
den ein ho rike edel man.
So bitters ni nicht ne wart
sam woldich man van snoder art.
LXVI
Van dem raven unde wulve.
Ein raven up enem schape sat,
ein wulf üt enem holte trat,
de sprak: ‘Entruwen, dede ik dat,
mi worden al de lude hat
unde jageden mi mit hunden.
Wu heft he dus güt se nu gevunden,
dat se de hunde latet slapen,
de dar ligget bi den schapen,
dat se de raven nicht vorjaget?
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10 — dat si Fr duvele geklaget! =
de mi so gerne jaget na,
so wor ik in dem velde ga.’
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Afgunstich ein untruwe man
nicht enem minschen des ne gan,
of he sik truwe latet an,
so dat men ome getruwen kan.
LXVI. |
Van dem lowen unde esele.
Ein esel enem lowen untmotte,
to ener tit, den he aldus grotte:
‘Got holt ju, broder unde neve!
dat ek ju desse grote geve,
des mach ju wunderen.” Do sprak
de lowe: ‘It were ein ungemak
mi gröt, of du werest wis;
doch segge, wu sibbe du mi sist!
du bist unwert, trach unde ein gül,
unde is mi kundich, dat somelik mül,
der hir ennöch is in der borde
di sibber is, dan ik ie worde.’
De esel sprak: ‘So gevet vrede,.
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dat ik it an juwen hulden rede.’
De lowe sprak: ‘De schal bestän,
wat mochtik ere an di begän,
sint du mi hevest nicht gedän.
De esel sprak: ‘Dat is min wän,
dat ik ök si van lowenslechte,
dat wil ik di bewisen rechte.
Du bist vore unde ik bin achter stark,
ik weddes wol umme ene mark,
dat it di were ein ungemak,
dat du scholdest so mannigen sak
tor molen dregen vullen swär,.
du scholdest leven kume ein jär. «
Doch weit ik wol, wat bestricket
din zagel, dat dar jo vor wiket
de der, de hir sin in dem lande..
Mit stempne ök lüt unde unbehande
döt al de der Ök sere vlein,
de mi gehoren ofte sein.
Dat. kan ik wol bewisen di,
gink up den berch na mit mi.’
EN TE ee en a EEE
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. 35 Se gingen dar, de esel rep,
dat allent dat to holte lep,
dat dar stunt iergen ofte lach,
dat one hörde ofte gesach.
‘Do sprak de esel: ‘Vil leve neve,
40 nicht mer mi so unwert ne heve,
went mi de der vlet alse di.’
De lowe sprak: ‘Su des to mi,
bekanden se di, alse ik di do,
nein vlent ne hörde den darto,
45 mer dat se di dar neder breken
unde over din ungevöch sik wreken.’
Dus döt vil mannich unmachtich man,
de gerne wolde ofte ne kan
dat maken, dat men vrochte sere,
50 dat he dan machteliken bere
mit grotem rochte unde vorvere
mit drowe unde angestliker mere,
de one irkennen nicht ne kunnen.
Gespottes schal men ome gunnen.
LXVII.
Van dem lowen unde vosse. |
Ein lowe lach ök ichteswanne
van jaget mode in dem danne
unde segede, dat ome were we.
De dör ein del besande he,
5 de swin wilde örst, darna de re,
darna de schäp unde andere ve,
dat se dar sin do scholden vanden.
Der quam dar .vel, de al des wänden,
dat he s&k were unde ungesunt;
10 de he al at in sinen munt.
To lest do quam ein vos ök dare,-
do sin de lowe wart geware,
dat he stunt buten sinem danne,
he sprak: ‘Ik wöndes ichteswanne,
15 her vos, dat. gi örst to mi quemen,
alse gi suke an mi vornemen.
Gät here nu unde segget mi,
van welken saken dat it si,
dat ik dus sere bin geseret.’
20 De vos sprak: ‘Here, mi vorveret,
dat ik dat vötspor hebbe in sein
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so mennich hir gän unde üt nichein.
Darumme wil ik hir buten wesen,
na juwer dät möt gi genesen.’
De is salich, wem vromede schade döt,
dat he vor schaden wert behöt.
LXIX.
Van enem lowen unde manne,
Ein lowe ök wilen unde ein man
an kumpanie worden an,
dat se to gadere vruntschop hölden
an holte, an dorpe unde an velden
.unde alle den luden guden vrede.
Do höf de man up ene rede
dus to dem lowen unde sprak:
‘Ne weret di nein ungemak,
so scholdestu berichten mi,
wu dunket di, wör de lowe si
jo duchtiger ofte ein vrome man.’
De lowe sprak: ‘Oft ik wol kan
nu berichten di des, wat dan?
wat mochstu dar gewinnen an?’
Do sprak de man: “Nu gink mit mi,
so wil ek des berichten di.’ |
Do ledede he on bi ene want,
dar he do uppe gemalet vant,
dat Sampson dem lowen upbrak
den munt, de man to ome sprak:
"Nu merke, wat hir steit gescreven,
dat hir de sege dem manne is bleven.’
De lowe sprak: ‘So segge mi dan, |
‘wer mäldet ein lowe ofte ein man.’
He sprak: ‘Dat is wis, geverde,
‘de lowe malen ni ne lerde,
ein man de hevet dit gedän.’
De lowe sprak: ‘Nu schaltu gän
mit mi, dat ik bewise ök di,
wat macht dem lowen ök bi si.
Ein man, de it kan, mach unvorzaget
wol malen, wat ome behaget..
De lowe gink do mit dem manne
tohant to sines vaders danne,
den se dar vunden vore stän.
Ein man, de dar was vorgegän,
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de lach dar vor om up der erden
unde sprak, he wolde sin egen werden,
dat he ome dat lif geve enen dach.
Tohant do he ök dussen sach,
de dar gegän quam mit dem sone,
do wolde he, als he was gewone,
ök dessen man dar neder breken.
De sone begunde darweder spreken
dus: ‘Vader, stant! lät one leven!
he schal di vorwort des geven
na dessem dage unde pris,
dat du des mannes mester sist,
ök heb ik on geleidet here,
unde steit hir nu al sunder were.’
De vader untwök, de sone sprak:
‘Kumpän, nu hebbe din gemak,
nu holt di wol, du bist genesen
unde segge, wär schal de lowe wesen,
55 de dunket di wreder, ofte de man.’
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)
De man sprak: “Wol ik di gegan
des prises unde al dinen magen,
nicht mör wil ik it dus ho wagen.’
So we nu wolde vragen mi,
wer man ofte lowe vromer si,
nicht wol’ ne kunde ik one berichten ;
doch wel ik to dem manne plichten,
went wi dat hebbet wol gelesen,
dat lude hebbet nöch gewesen,
de starke lowen slogen darneder.
Up dat beduden ga wi weder:
Ik rade, dat an kumpanie
ein vrunt mit vrunde nicht ne twie
mit worden ofte mit jeniger dät,
de vruntschop lange denne bestät,
dat se wol dregen over ein.
Dat wert dicke in der welt besein.
LXX.
Van ener waselen.
Men lest ök, dat ein wasele were,
de was voroldet also sere,
dat se der muse nicht ne kunde
gevän. Des se aldus begunde:
in mele begunde se sik beraken
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d
107
unde begunde darna waken,
alse dar welk junk müs over löp,
dat se de so hastliken gröp.
Ein olt müs dat van or gesach,
wo se jo in dem mele lach
unde welker drogene se jo plach
mit orer kunst nacht unde dach.
De sprak: ‘Drogenersche, olde vinne!
dat du an oldere dine sinne
dus hevest an drogene gelaten,
Got do di jo vorwaten!
De jungen mochstu dus bedregen,
min acht ik din den ene vlegen.’
Beter is bewilen kunst den macht,
ök hebbik dat darto bedacht,
dat ik schal drogene misprisen
beide an dummen unde an wisen.
Hirumme sprikt men openbare
in eneme boke vorware,
dat kunst si beter denne golt
unde geit boven alle riken solt.
LXX.
Van enem pantere.
In vernem lande wönde ein der,
dat is geheten ein panter,
dat is so edele van sede,
dat it ni lede deme ne dede,
de ome ne ledes to ne brachte,
went sin gemode dat is sachte;
als appel gräw, swart unde blank
is al sin lif, klawen hevet it lank,
zagel unde manen als ein pert;
10 den hogen luden is it wert.
Noch vele sneller is dit der
den jenich re, smal unde fer.
is it, unde wilt is sin spise,
de it doch nimpt to voger wise.
15 It vastet dicke mannigen dach,
mer wen it wol den eten mach,
it it sat manges deres dan
unde geit den liggen in sin dan
unde slept dre dage unde nacht üt,
can suchen u TE reihe TE ee
a ET
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108
den steit it up. Rocht also lüt
let it üt sinem halse gän,
dat ök de dere, de vere stän,
dat wol horet unde komet
to ome, went it on sere vromet,
went se soten roke untfät,
de dar üt sinem livo gät
mit dem gerochte, an siner art
dat ni so sotes nicht ne wart.
Wu dit dör örst sin dink anklive,
wu it sik üt der moder live
jo brikt, ik dat nu nicht en scrive,
up dat de rede de korter blive.
Dat is noch wär. Der dere ein wilen
begunde sere des nachtes ilen
to velde unde völ in ene groven,
des it begunde sere droven.
De dorpere van mengen dorpen
do uppe dat der mit stenen worpen,
mit knuppelen unde mit staken,
so wat se mochten geraken,
unde deden ome gröt ungemak.
Do quam ein bederve man unde sprak::
‘Wat wite gi dessem guden dere ?
were juwer jenich guder tere,
de letet mit gemake stän,
dat ju nicht ledes heft gedän ;
it hedde ledes doch genöch.’
Ein ander güt men ome do dröch
ein gröt bröt, dat he ome do gaf.
De twe de meinheit dreven af,
de hinnen gingen up den wän,
dat it nicht mör ne scholde upstän,
went it lach up der erden neder.
Des nachtes do sin macht quam weder,
sprank it üt unde löp vil bolde
na sinem vrunde to dem wolde.
Nicht lank darna do quam it weder
unde böt dar al de rinder neder
der jenen, de ome leide daden.
Des lives al de herde baden,
went ir nichein entvlein ne kunde,
to on he spreken dus begunde:
‘Nu stät, gi sit unschuldige kinder,
mer ore swin unde ore rinder
de mi dar worpen mit den staken,
Mm REN
109
de wil ik on unnutte maken.
De mi ök gaven ore bröt
unde mi dar hulpen üt der nöt,.
den wil ik helpen al den dach .
70 mit al den dingen, de ik mach,
[)
80
85
weder den wulf, weder den beren,
dat ir nichein se schal vorheren.’
Hirbi mach wol de jene leren,
de sik wil to den dogeden keren,
dat he ome jo mit gude si mede,
de ome ni ledes nicht ne dede.
Dat men barmhertich si,
gebudet Got. Set des to mi,
we jo nicht barmhertich en is,
de wert verloren, dat is wis.
Barmhertich is Got, unse vader;
vorloren were wi alle gader,
of se an om gröt nicht en were.
Darumme rad ik, dat se lere,
dat de kunne barmhertich wesen,
de to der sele wil genesen.
LXXII
Van einem esele unde wulve.
Ein esel lach ök eins sök.
To ome ein wulf hönliken slök
unde taste up one mit sinem vote
unde sprak; ‘Deistu di jenige bote,
5 in welkem lede is it di meist,
10
15
dat sage mi, icht du it weist.’
Do dachte de esel an sinem möt:
dor grote schalkheit he dut döt,
weit he jenigerhande let an mi,
dat nu gans unde geve si,
he split it af unde vrit it al,
dat were mi gröt ungeval,
unde sprak: ‘Got de here, de dankes ju,
dat gi mi dus vraget nu!
gi scholen weten dat vorwär.
Gelegen hebbe ik ein jär
unde is mi leides also swär,.
dat ik nicht also mannich här
ne hebbe, alse ek des dodes gere.
110
20 Min vrunt de vos de quam Ök here,
25
dede vele van arzedie kan,
dar ek af miströst örst gewan,
he sprak: den dröm wil ek ju duden,
me schal ju setten van den luden.’
De wulf tohant van om vlo,
des wart de esel also vro,
dat he gesunt l&öp van dennen ie
to sinem neste uppe dat stro.
So wanne valsches vul valsch man
30 bedregen anders nicht ne kan,
10
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let he truwe den sek an.
He is wis, de dat merken kan.
LXXIL.
Van deme smede unde swerde.
Ein smet ein olt swert wilen vant,
do he dat nam in sine hant,
he sprak: “We hät vorloren di?’
do sprak dat swert: ‘Su des to mi,
ein inich man heft mi vorloren,
unde mannich dat lif van mi hirvoren,
de des vil gerne hedde enboren.
Ok sin vele ede up mi gesworen.’
Do sprak de smet: ‘Dät unde ök romen,
des is tit, dat de di vordomen.’
Dat swert he an sine smeden dröch,
an seven stucke he it slöch
unde stälde sin anbote mede.
Dor sine harde he dat dede.
De scrift secht, dat dut swert bedude
de rovere unde de bosen lude,
dede vele van aller schalkheit domet
unde orer bösheit sek beromet,
des on nicht lank möt up der erden
sele unde lif vorloren werden,
de dicke stervet sunder ruwen.
De hellesmet möt de bluwen
unde vuren ore sele in der esen.
Dut möt ore lön ane ende wesen.
j1i
LXXIV.
Van den vogelen unde orem vengeren.
Up enem velde vogele stunden,
de junk waren unde unbevunden
unde aten, dat se vinden kunden;
up middendach se des begunden.
5 Des wart ein vogeler gewär,
10
15
mit sinem touwe quam he dar
unde bredde sine nette,
dat he de do hemeliken sette.
De vogele almeistich dat gesagen,
de nicht en wisten, dat he on lagen
dus wolde, unde spraken: ‘Dusse man
uns alles makes wol gegan.
Söt, wo he kneit, wo he sik meit,
wo he uns al de wege streit!
söt, wo bi ome de vogele stät
ane angest! provet sin gelät,
wo he van arbeide swetet,
wo sine ogen van tranen vletet!
Dat kumpt daraf, dat wi vil armen
20 dor sine gode ome sere irbarmen.’
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30
35
40
Do sprak ein vogel olt unde vil wis:
‘Gi gevet dussem manne pris,
de ju dat levent gerne neme,
icht it ome nu darto queme.
En prove gi des nettes nicht,
dat lank dar in der vore licht,
dat he behudet dar mit rusche?
Sin hutte is Ök dar in dem busche.
A] sürogede is ök de man,
dat he nicht wol gesein ne kan.
De vogele stät ök dar gebunden,
wolden se enwech, dat se ne kunden.
Ik hebbe des vil vasten wän,
wil gi icht neger ome gän,
went ju dat net schal beslän,
so vare gi al in sinen sak.’
He vör up, do he dut sprak:
‘wede mede wille, de vare up jutto,
went dat ne schut nicht alto vro.’
de wisen vlogen alle mede,
de jungen na der jungen sede
wolden dar den hert besein,
unde der enguam do nicht ein.
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112
Des voren se alle doin den sak,
alse de wise vogel sprak.
So wes dumme sin noch gerne vorsmät
des olden unde des wisen rät,
vil dicke it ome missegät,
dut prove men bi desser dät.
Dede mit lucke unde mit sälden
herlikes levendes wille walden,
de schal de lere siner olden
mit sinne vlitliken holden
unde stedes dön nach orer lere.
De bliven bi dogenden unde der ere,
unde vor maniger groten swaren nöt
bliven se to allen tiden behöt.
LXXV.
Van der poggen unde ossen.
Ein olt pogge gesprungen was
mit sinen jungen in dat gras
üt ener beke, de dar vlöt.
Do gink darbi ein osse gröt, _
do sprak de pogge: ‘Leven kinder,
nu söt, wo gröt sint desse rinder,
al min macht schal mi untwiken,
ofte ek wil mi nu geliken
mit grote, unde he begunde to jenen
unde sik engestliken denen,
dat des den jungen al vordröt. _
He sprak: ‘Bin ik noch icht so gröt,
so de osse ?’ ‘Nein,’ spreken se,
‘wi wonet, dat des nicht en sche.’
He denede sek echt jo de mer,
dat al de lede om worden ser,
unde sprak echt: ‘Kinder, segget mi,
wör ik gelik om noch icht si.’ |
‘Nein,’ spraken se, ‘'kump af, lät bliven,
du wult anders di untliven.’
Hirumme se it noch nicht en let
unde denede sek, dat se al tosplet.
Vil mannigem manne is aldus geschein,
de boven sine art sek wolde tein
25
unde sik van dumheit wolde liken
deme edelen, wisen unde riken
113
unde dat mit gude nicht vermochte
unde mit valscheit, als it om duchte.
Hoverdicheit sik dicke erboget;
30 so weme an siner art genoget
unde holt sik götliken daran,
de höt wol ein bederve man.
LXXVL
Van dem kranen unde vosse.
De mi bat, dat ik dut bök screve,
uppe dat dar achter nicht en bleve,
begunde he mi dicke manen,
dat ik ök screve van deme kranen,
5 wo he den vos ök wilen bat
to hüs, dar he wart mate sat,
wente de spise was in der kruken,
dar kunde se de krane ütluken,
der he deme vosse nicht en gunde,
10 went he der winnen nicht en kunde.
De vos sint weder den kranen bat
unde göt de spise in ein gröt vat,
de dunne do was unde nat,
der ök de krane luttek at.
15 Mit valsche wart valsche vergulden
alse ore valsche nucke wolden.
Dat schalk mit schalkheit schalk besnide
'unde dat dor vruntschop nicht en mide,
oft he dar schalkheit weder lide,
20 ik bin, de nummer dat en wite.
LXXVI.
Van der ulen unde orer moder.
Ein ule wart s&k, up der stat
se do ore olden moder bat,
dat se dorch ore leve dede
unde al de hilgen sere bede
5 van der kerken, dar se plach
to wonende an nacht unde dach,
dat se or hulpen van der sere,
dar se gepinet mede were.
Do sprak de moder: ‘Leve derne,
10 de bede dede ek also gerne,
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114
oft it di hulpe. Ik bin gewis,
al dat hir hillich binnen is,
is di hat an rechter schult,
darumme hebbe guden dult,
15 der ik di kan vil wol vormanen.
De cruce, belde unde vanen
unde meinliken al de altär,
de hestu vil mannich jär
ane angest jamerliken unrenet,
20 dat se darumme dicke wenet,
unde van torne dicke swetet,
dat it one uppe de vote vletet.
Dat hebbe ik dicke wol gesein
unde du sulven, wultu des gein.’
25 Swe daran set al sinen vlit,
dat he enen man to aller tit
unreinen wel unde on unteren:
wil he to ome bede keren,
so is he dummer wen ein sot
30 unde wert daraf der lude spot.
Is dat de vrouwe, is dat de man,
de doget unde ere beden kan,
he kumpt to lesten, de des ome lonet. 1
Swe ök unteret unde honet
35 de lude jo mit achtersprake,
dat blivet selden sunder wrake.
LXXVIH.
Van dem wulve unde van dem vosse.
Ein gröt unwille eins wös
twischen dem wulve unde dem vos,
de quamen vor den lowen beide,
dat he na rechte se vorscheide,
5 ein jowelk sprak sines sulves wort.
De lowe do he do gehört
hadde ore wort, he sprak: ‘Gi heren,
gi kunnen wol de rede keren
na rechter klage mit gevöch,
10 dem vosse truwede ek genöch,
mer dat he also gerne luget
unde viant unde vrunt bedruget,
dat is, dat twivelen mi döt.
Des wulves rede de is güt,
15 des vosses beter na wane,
20
115
oft he der logene were al ane.
Darumme möt ek hebben rät
mit den, dede mit one ummegät,
“de hirto mi wol raden kunnen
unde one gelike beide gunnen.’
Wer de rät vortgink ofte nicht,
- des bin ik noch al unbericht.
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25
Gewis is, dat de vos bedude
de valschen unde untruwen lude,
de al ore sinne in logene keret,
dar se sek sulven mede uneret,
unde icht se ök wol spreken wär,
de rede si licht edder swär,
it si in ernste edder in spil,
dat des nemant loven ne wil.
LXXIX.
Van dem pawen.
Ein pawe stolt mit ungedult
gaf sinem schipper de schult, _
dat sin stempne is so rechte unsote,
dat jowelk vogel one mote,
wo lichtlik he is ök, jo vorsmän.
De schipper sprak: ‘Dum ein wän |
di heft uppe desse rede bracht,
sint ik hebbe al mine macht
gelecht an diner vederen schone,
dat du mi undank gevest to lone.’
De pawe sprak: “Wat helpet mi dat?
der vederen schone enbere ek bat,
wen dat ek van allen vogelen were
vorsmät dorch minen hals so sere.’
De schipper sprak: ‘Leve knecht,
it is aller creaturen recht,
dat jowelkem schal genogen,
dat om sin nature mach gevogen.
De lerke unde de nachtegale,
de drösle unde de wedewale
unde andere vogele me priset
dorch oren sank. De raven bewiset
unde andere vogele ore nature,
arn, valke unde de dure,
gevoge vrome sperwere.
Dat sik der vogele genere
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dit edele godes creature,
dat is or recht unde ore nature.
De ule möt der muse leven;
dat ungelucke is or gegeven,
dat se möt alle vogele vlein,
dat se des dages or nicht ne sein.
Darumme lät di wol genogen,
went di nicht mer mach gevogen,
mer dat du hebbest van diner art;
so schone nu nein der ne wart.’
Jowelkem minschen schal sin art
behagen wol, dar he ane wart
in dusser werlt geboren.
Het des ein ander icht tovorn,
des schal he ome wol gegunnen.
We icht mit Gode het gewunnen
ere ofte güt, de des ome vorgan,
dat is ein unbescheden man.
Rike is de, deme an sinem gude
genoget; arm Ök in dem mode
is de rike, dede vele begeret,
went he der vriheit weder enberet.
Swem genoget, dat is ein man,
deme Got unde de werlt wol gan.
Hirumme late sek malk genogen,
so schut ome güt mit grotem vogen.
LXXX,
Van dem lowen unde vosse.
Ein lowe wart sök, de besande
de der gemene van dem lande,
dat se ome to siner suke reden.
De quamen, unde se alle geden,
dede icht van arzedie kunden,
dat se wol rät darto vunden,
dat ome wol gehulpen worde.
Der wisesten sprak ein van der borde:
‘De hert het in dem herten ein bein,
dat heft mannich wol gesein,
dat is to mannigem dinge güt,
dat herte men ütwinnen möt,
dat schal so warm de lowe slinden,
so mach he rät der suke vinden.’
15 Dut wart gedän, dat herte nam
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ein, de to hove dickest quam,
unde leide dat, dar de lowe slöp.
Ein vos it stilliken do grep
unde at it. Do de lowe do entsprank,
sprak he: ‘Gi heren hebbet dank,
wo wol gi mi der sunt gegunnen!
Wor is dat herte, dat gi wunnen ?’
Do spraken se alle: “Wi wönden, here,
dat it an juwem live were;
nu se wi wol, it is vorstolen,
‘dat mach unlange sin vorholen.’
Gröt degedinge hiraf gewös,
to lesten vordachten se den vos,
dat he dat hedde gedän,
went he do was van one gegän,
also nu jo de jene döt,
dede valsch sin unde mate güt.
Hirumme sprak men one do an,
he sprak: ‘Den möt ek nu ne wan,
dat ek so groten schaden dede
dem lowen, ök so we des mi bede.
Des bidde ek, latet mi mit vrede;
oft ik mi vor ome entrede,
dat ek des wol unschuldich blive,
so latet mi denne in dem live.’
Do spraken se alle, it were on le£f.
Nicht lange he do bi one en bi6öf,
mer he gink, do he den lowen sach,
dar he an sinem denne lach,
unde sprak dus: ‘Here, guden dach
geve ju Got, dat he wol vormach!
ik bidde ju horen mine wort.
Gi hebbet dit vil wol gehört,
do me den hert nu tastede an,
wo he berät jo dries wan
unde hedde vor uns jo wol genesen,
hedde an em jo hertes icht gewesen.
Sin herte segget se vorloren;
dede ane herte wart geboren,
in ome wart gesocht genöch
dat herte, des he nicht en dröch.’
Do sprak de lowe: ‘It mach wol wesen!
prove anders, wo ek moge genesen.
De arzedie de is hin,
went ik din vrunt van herten bin.’
Dus wert vil mannich bederve man,
65
118
de sik vorhoiden nicht en kan,
bedrogen van der valschen det.
Swe nu van valsche nicht ne wöt
unde des nicht en döt noch en kan,
den het men enen dummen man,
wo wis he anders jummer were
to dogende unde to rechter ere.
LXXXI
Van dem wulve unde egele.
Ein wulf to enem egele sprak:
‘Du hest tware güt gemak,
du bist velich dines lives,
ök wor du in dem lande blivest.
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Wultu mi loven kumpanie,
ik love, dat ik din nicht vortie,
dat si döt ichte in jeniger nöt.
Ok hestu jo veide gröt
van minschen unde van dilden weveren
dede wärliken van enem bevere
dat vel vor din vel nicht ennemen,
dar so to hope beide quemen
unde dat castorium darmede.
De duve höt ök ir aller sede.
De wil ek helpen di vorheren,
du en kanst di anders nicht generen.
Ok schaltu proven meist daran,
dat di nein hunt gewinnen kan
unde dat se number di ne bitet,
de dicke mi dat vel tosplitet.
Darto machstu mi nutte wesen,
dat vor on ik schal wol genesen,
wente wan wi to hope gät
unde ein schäp ofte ein verken vät
unde uns de hunde denne bestät,
so legge di neder, dat is min rät.
So lange bellet se di an,
dat ek or wol gelosen kan.’
De egel sprak: ‘De rede is güt,
de selschop ek di leisten möt
unde schal se holden di mit truwen,
al scholde it sere mi beruwen.
Bi ein dorp se do gingen,
dar se ein klene schäp vengen,
I
35 Des me ein d&l do wart geware,
40
45
119°
mit hunden jageden se dare,
dar de wulf mit dem schape lep.
De egele to dem wulve r£p:
‘Wur lestu mi nu, geselle?
nu möt ik dingen mit dem velle,
hir wonet so vele wevere enbinnen,
de ot mi kunnen wol afgewinnen.’
De wulf sprak: “Wat mach ik di dön?
ik lete varen, were it ein hön,
dat schäp. De busch is uns so vere,
doch hope ik, dat di nicht en were;
de wever sin up orem stelle.’
Do sprak de egel: ‘Vil leve geselle,
doch kusse mi eins dorch kumpanie,
50 nu ek dorch nöt hir din vortie,
55
60
dat kundich werde minen vrenden
min truwe unde ök in allen enden.’
De wulf van stunt böt om den munt,
de egel alse ein betesch hunt
vaste on bi der nese gröp.
De wulf ome to mit torne röp:
‘'Lät af, ofte mi moten sterven beide.’
De egel sprak: “Vroude ofte leide
ne maket nicht of jenich veide,
dat ek jummer van di scheide;
dat is getruwer selschop recht.
Güt wert sin lön, we truwe plecht.’
Do se do quamen in den wolt,
de egel let af, in sin beholt
65 quam he, dat was ein dicke brake.
Do sprak de wulf: “We de vruntschop make
. mit dem egele unde kumpanie,
ek rade, icht he wille, dat se die,
dat he dat kussent jo vorlove,
70 ofte de modink der truwe dove,
dat ome de nese blive hedl,
des ek nu weit wol minen del.
Do sprak de egel: ‘Leve kumpän,
ek rade ju, dat gi weder gän,
75 unde halen dat schäp, dar ot nu blef,
etet dat allene, ot is mi l£f.
Bi wane sin de hunde untweken,
dat se ne scholden ju nicht anbleken.’
Do sprak de wulf: ‘Alle kumpanie
80 bidde ek Got, dat se jo die
mit ju, alse se is mit mi gedegen.’
Hirmede der mere si geswegen.
120
Vıl mannich wil dregen enen man,
de weder wert, er he sek kan
85 vorsinnen, sulven jo bedrogen.
90
Swe dregen kunne, si getogen,
went he vint den, de it ome vorgelden
wol kan. Wolde ek de valschen melden,
der ek bekenne vel bi namen,
se scholden sek van rechte schamen:
doch is de valsche schemendes ane
unde logener na minem wane.
LXXXI.
Yan enem manne unde sinem ossen.
10
15
Ein man hadde enen ossen 16f,
mit dem he sinen mes ütdröf,
do he one do mit dem menele stak,
so dat de hüt ome tobrak,
mit torne ome de osse to sprak:
‘Du deist mi ser unde ungemak;
nu denkestu nicht, bederve man,
dat ik vil seldene gewan
ie dages raste edder rouwe?
din korn ek vlitliken buwe,
des ek doch werde seldene sat,
nochten bistu mi so hat,
dat du mi desse unreinichede
üttrecken döst, moste ik mit bede
dat leggen af, ik dede dat gerne.’
De man sprak: ‘De bede ek di werne,
nu segge mi, we het den mes gemaket,
de dicke wert mit stro beraket,
unde echt to messe dat getreden ?’
20 De osse sprak: ‘Al ungebeden
berichte ek di wol dusse mere,
ik wone, ik dat jo sulven were.’
Do sprak de man: ‘Du sechst recht,
ein biwort men jo to sprekende plecht:
25 jo sulven dede, jo sulven heve.
30
Nicht ene raste ik di ne geve,
dat segge ik di overlüt,
&r dusse mes io kome üt.’
Na dussem ossen dicke plecht
to dönde ein unbescheden knecht;
icht om gebüt wat sin here
ee
121
to dönde, des he wol enbere,
35
mit scheltwort he darweder kritet,
sinen truwen denst he ome vorwitet,
nochtan it truwe nu ne wart.
Stolt papenknecht van dilder art
nu to dEnste truwe ne wart;
he ne kan singen edder lesen,
nochtan gelik wil he om wesen.
LXXXII.
Van den hasen unde schapen.
De hasen klageden oversere,
dat ore slechte so blode were
beneden alderhande dere,
des were ore lif so unmere,
dat se sek wolden drenken,
‚al scholden se ore slechte krenken,
se wönden, se it wolden bestän,
' ök wu it one scholde irgän.
10
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30
Dat spreken se alle üt enem munde,
tohant sagen se dar hunde
unde jegere komen al mit winden.
Tohant leten se sek jagen unde binden
unde begaven sek der were
unde wolden springen in dat mere.
Bi der vlucht do in der weide
stunden vele schäp, den wart so leide,
dat se alle begunden vlein.
‚Sint quamen echt de hasen bi ein
mör, dat d&p was, nicht also gröt,
ein beke midden darane vlöt,
darbi schäp gingen weiden in der lucht.
Do bi se quam de hasenvlucht,
do sprungen de schäp an de beke neder.
Do se nicht en quemen weder,
do wünden de hasen, se weren vordrunken.
De ene sprak: ‘Nu set dusse wichte,
de sint vorzaget gar lichte
an herten, icht dat ju behaget,
— sint ander der also vorzaget,
dat se uns vlöt unde ök sik drenket —
umme unse lovede ju bedenket,
dat we des schere wederkomen,
dat mach bi wane uns allen vromen.
We leven echt na unser art;
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so duchtich hase noch nu gewart,
do one ein hunt gevink,
dat it ome wol darna gegink.
Dat we dor zacheit uns ök drenken,
is dörheit, we moten denken,
also we dicke hebben gedän,
wu we den netten mogen untgän
unde wu we bruken unser bein,
dat we den zagel dor de busche tein,
dat uns de hunde nicht en sein;
aldus moge we bet genesen.’
Se spreken .al, dat scholde wesen,
‘dat gelucke dat is jene wolt,
we lopen hen in dat holt.’
Swe wil vordriven de nature,
de an ome is, dat wert om sure,
unde darna stän mit orem sinne,
doch moten se bliven al darinne,
he mach des wol ein d&l beginnen,
doch schal he klene daran gewinnen.
LXXXIV.
Van dem hasen ein mere.
Dar lach ein stolte hase
unde schülde an dem grase,
de gaf grote schult
sinem schipper mit undult,
dat he geschapen were
ane were vor anderen deren.
Alsus lach he unde dede
to Gode sine bede,
dat he om sette ein herteshorn.
Ome was dat l&t unde torn,
dat he sik nicht en kunde
geweren enem hunde.
Sin schipper dorch den krich
gaf ome ein hertestwich,
15 dat was van twie seven tacken,
unde sattet vaste an sinen nacken.
Darvan wart he stolt genöch,
dat he ein twich lik eneme herten dröch.
Men do it was so ungevöch,
20 dat it ome sin hovet vorwöch,
do he des nicht geboren kunde,
123
sin krich ome begunde
unde sin homöt sere leiden,
unde were gerne darvan gescheiden, _
25 uppe dat sine snellen bein
ane were mochten vlein.
Dut wone ik, dat bedude
de dummen ungelarden lude,
de sik herschup underwindet
30 unde to lesten an den eren vorswindet,
dede verne is boven ore macht,
de werden dicke darto gebracht,
dat se der herschup gerne enberen,
up dat se bleven bi den eren.
!
e ; LXXXV.
Van dem lowen unde apinne.
De lowe des to rade wart,
dat he al de dör van hoger art
mit oren jungen laden scholde,
went he de tucht proven wolde
5 unde laten leren na konninges sede.
Ein jowelk dat gerne dede,
se quemen al up enen dach.
Do de apinne dat gesach,
dat men brochte to hove de jungen,
10 quam se darto gedrungen
‘Her konnink, set, icht gi mit eren
min kint mogen laten leren!
It kan jo so wol geberen,
dat it wol mach stän vor den heren.
15 Nu segget, here, an Godes truwen,
darmede moge gi mi vorvrouwen;
is hir jenich kint so wol gedän?
set, wo vrolik ome sin ogen stän,
sin ogenbrän, wangen unde nesen
20 mochten wol enes konninges wesen;
sin zire munt, sine witten tande,
sin slichte lif, sine blanken hande,
sine siden unde sine vote,
de sin loves wert gar sote.
.25 Dat kind is wert, dat gi it leren
unde boven andere kindere eren.’
Do sprak de lowe: "Vrouwe apinne,
so verne alse ik mi vorsinne,
m ET in ne u Ta
-
124
so sach ik nu so lötlik der,
30 wente nu wart geboren Er
unde numbermer wart geschapen
so eislik nicht alse gi apen.
Darumme draget den rappolt
to den anderen wolpen in dat holt.
35 Ot is ein so vorvloket ve,
mi gruwet, wen ik ot anse.’
Van sulken worden desse apinne
was vil na komen van dem sinne
unde begunde sere scrien,
40 des jungen wolde se vortien,
wente se angest hadde der mere,
dat or kint vorwesselt were,
went to lesten ein spegelglas
bewiset or, dat it was
45 or gelik an aller done,
dat ek des sekerliken wone,
dat se den konnink sere vordachte.
Do se or kint to sinem vader brachte,
he sprak, se were an sinnen blint,
50 icht se nicht en sege or egen kint.
Alsus schut vil manniger vruwen,
de des nicht wil getruwen,
dat or kint si loves ane,
went se is jo vaste in dem wane,
55 dat loves wert si ore kint,
unde wil de lude maken blint,
dede wol kunnen gesein;
des möt ik wärliken gein.
LXXXVI.
Van enem dobelere.
Ein dobeler, ein wilt knecht,
de l&p also it was sin recht
uppe enem velde blöt.
De dre hadden one bracht in de nöt,
. 5 der selschop ome nu vordröt.
De kolde wint was also gröt,
dat om vrös an sin hemmede unmate — —
do l&t he do groten smerte
unde ilede hen to wolde,
10 dar he des dages henne scholde,
went ome kundich was de mere,
125
dat de busch unde wolt half kledinge were.
He 1&p darinne lange wile,
mer wenne to ener ganzen mile.
15 Do ome des dages schin gink af,
do l&p he sneller den ein draf;
he ne wuste, wur he l£Ep.
Wat he wunschede unde r£p,
dat en halp ome nicht ein här,
20 des wart ome sin herte swär.
To lesten sach he ein vür schinen,
‘dar ran he to mit groten pinen;
ein busch van dornen stunt darvor.
dar kröp he mit unsälde dor,
25 he vant darbinnen enen koten,
de was al vaste besloten.
He kloppede vor der dore,
do sprak de wert: “We is dar vore
He sprak: ‘Ein knecht vil na vorvroren
30 de sine kleder heft vorloren.’
De wert stunt up unde leit on in.
De knecht hadde na den sin
vorloren, dar he den wert ansach,
went om so lede nu geschach.
35 Sin antlät was so vorschapen
al sin lif alse enem apen,
ru was sin lif, arm unde bein;
sin kl&öt stunt ome boven den knein
gelodert ho unde tohouwen,
40 de arme blöt al sunder mouwen.
De knecht de was sere untdän,
he ne dorste nicht to dem vure gän,
men he stak de vingere to dem munde,
icht he se so untwermen kunde.
45 De wert on do vragen begunde,
wes he al so dörliken stunde
unde sine vingere also ete
unde bi sin vür nicht en sete.
‘Dat do ek dor de rede,
50 dat ek se werme unde bede
mit minem atmen, de mi heit
ein del van deme live geit,
doch is mi de sweit
‘an der hüt mate heit.’
55 ‘Bistu heit enbinnen,
wu mach di denne de kulde winnen ?
men icht di. nöt des vures si,
so gä unde werme di.’ ;
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126
Do gink he sitten bi den hert
60 up de anderen siden tigen den wert.
De wert wolde one maken vro,
ein supent brachte he om do
van berensape unde van mele,
dat wart van sek sulven gele.
65 Vil klene was it ome to heit,
darumme he des nicht en beit,
he bl&s darin mit sinem munde,
icht he des icht gekolen kunde.
Do sprak de wert: “Wat deistu echt
70 ‘Ik koile dut supent’ sprak de knecht
‘mit enem winde, de mi kolde
nu geit üt dem munde bolde.’
Do sprak de wert: ‘Nu horet wunder!
heit unde kolt, itlik besunder,
75 geit dat beide van dinem live,
ungerne ek denne bi di blive.
Du bist bi wane ungehure,
gemak hirinne wert di dure;
. kanstu leschen unde entfengen,
80 so machstu maken mannich plengen.
Löp van hinnen dine strate,
nicht lenk ik di hir binnen late?
Hirmede stotte he on üt der dore,
dre wulve stunden al dar vore.
85 Wo de or dink mit ome ankleven,
daraf ne vinde ek nicht gescreven.
De valschen lude sint vil rechte
gemarket bi dem bloten knechte.
De dreget honnich in dem munde
90 unde gallen in des herten grunde,
we hitte to der kulde menget
unde under vrunde orlige brenget.
De döt dat sulven vür der leve kolden
unde wil darvor de veide holden,
95 des ‘ja’ mot me vorstän vor ‘nein’,
unde des doch nicht willen gein,
der hebbe ik leider vel gesein;
des mote one lede schein.
127
| LXXXVL.
Van enem kalen ridder.
Men saget, dat bi olden jaren
de kalen lude unwerder waren
ein gröt d&l, wen se nu plegen.
Ein dorp dat was gelegen
5 bi Mersborch up der Sale,
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dar wönde ein ridder kale,
gräw unde arm genöch,
de nerde sek van der plöch.
Do leide ein keiser enen hof,
de scholde werden grof,
als icht he were to Arforde.
Do de kale man dat hörde,
he dachte ök varen to hove
unde stän nach eren unde nach love.
15 Aldus he dat begunde;
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mit al deme, dat he kunde,
he wan perde, rosse, smide, kleder,
darumme lt he leder
ossen, schäp, zegen, swin, rinder;
des entgulden sere sine kinder,
wente it schade one mannich jär.
Do nam he vrouwen här,
schone göl unde krüs,
dat hadde he mit sek in dem hüs,.
Van den sulven saken
mit lime begunde he maken
up sinem kalen kop här behande,
des ein vromde minsche wände,
dat dat här sin egen were.
Doch malede dat sin antlät sere,
wante it kruser was wen sin här,
unde se seden darumme wär.
De hof de wart. De ridder quam,
vil klene men siner wär nam.
To allen mannen he sik böt, :
des mangen vromen manne vordröt;
he wolde denen unde schenken.
De hovetman begunde denken,
van wannen de olde junge here
alsus to hove komen were.
De vrouwen wolden on alle schouwen,
des begunde he sik sere vrouwen,
Ein sappel hadde he van siden;
nein dink wolde he vormiden,
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de he an dem hove nicht begunde,
wo sere ome Öök dat missestunde.
Der versten, greven unde der vrien
dar en wolde he jo nicht vortien,
he ne were jo darmank,
wo me up on stotte efte drank.
Do begunde men borderen
up enem plän vor den feren,
dat de stolten jungen vrouwen
dat mochten sein unde schouwen.
55 De jene mit dem krusen hare
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de röp lude unde openbare:
‘Wur bistu, Lentfrit, bose wicht,
en halestu min ors nicht ?’
De knecht vil lange sek bedachte,
to lesten dat ors he ome brachte.
He sat up unde rande mede,
den schilt sin hüshere ome dede,
de was van roder sabel vare,
dat me deste bet neme sin ware.
al sunderliken he ök rande,
up dat me on de bet bekande.
Sin ors was ök mate stark,
wol kostede ot vöftehalve mark.
To lesten quam he her gevaren
mit stoltheit twischen al den scharen.
Do entmotte ome ein wint also swär
unde weide om af al sin här.
Do helt he dar al blöt
unde was ök al der lude spot.
Do rep on an wif unde man,
daraf he solke schemede gewan,
dat he ne wiste, wat he dede,
wer he bleve efte van dennen rede.
Binnen des wart he nicht geware,
wu her kumpt ein ander schare;
de r&öt one neder, dat he belach.
Des repen, se alle, we dat sach,
unde de vrouwen openbare:
‘Is dat de mit deme hare,
dat van vrouwen wart gebeden ?
is it nu an dat quät getreden,
so licht he sulven al dar neder.’
Des moste he schemeliken weder
upstän unde riden hen,
lichte an ere unde ane win;
schemeliken quam he to lande.
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We do ome quitede sine pande,
dat is mi unwitlik genöch;
men he vör weder bi de plöch.
95 Dusse mere is wär unde it geschach,
des is bi wane mannich dach.
Hirto dat me geliken mach,
icht we dat spreken dorsten:
ammechtman, vogede hoger vorsten,
100 der somelik levot, somelik döt,
de treden arm in unde blöt,
de maken ore dink also gröt,
dat nicht ein or genöt
sik on mach noch geliken.
105 Der edelen lude noch der riken
. achten se nicht ein här.
Doch dicke, ör vorgän dre jär,
wert on de homöt afgeweit
unde or gelucke also vorstreit,
110 dat se daraf werden vorstoten.
Denne moten se weder to oren genoten
al sachte uppe der straten gän.
Den se denne l&t hebben gedän,
de stän bi wane darna,
115 dat over se dat sulve ga,
des se vorhen mit on begunden,
do si dat geweren nicht en kunden.
Gebeden klet, bevolen güt —
de daraf winnet overmöt,
120 unrecht he sinen dingen döt,
went des om wol wert geböt.
LXXXVII.
Van der ck unde van dem rete.
Up enem berge stunt ein 6k,
do nu vor dem winde en wök,
wente se was stark unde gröt.
Der breden wortelen se genöt,
5 dat se vorstunt vil mannigen stöt,
de or de wint vil dicke böt.
To lest ein wint to mechtich quam,
de se üt der erden nam
unde ore wortelen darmede |
10 — ein dwerwint wone ek dat it dede —
unde warp se an ein water dep,
Niederdeutsche Denkmäler, IT,
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dat snel üt dem berge löp.
De wint unde dat snelle vlöt
dref se do dar bi ein röt
unde in enen broke, dar se belach.
Do de &k dat röt besach
lank smal unde grone stän,
do sprak se: “Wat hän ek gedän
unde wat hät Got an mi gewroken,
dat ck hir ligge aldus tobroken,
want ek stark in allen stucken was
unde du steist grone also ein gras,
krank also ein jokelmore?
Wu machstu stän dem winde vore,
dat he di nicht entwe en breket,
de sek sus over de bome wreket?’
Do sprak dat ret: ‘Dat is nein wunder,
de kranke jo möt liggen under
unde möt dem sterken jo untwiken,
alse de arme döt dem riken.
De arme möt to bode stän,
dat hän ik mine dage dän
unde möt ik dön, de wile ik leve.
Wente ek mi der were begeve
to stände weder dem winde,
dat he ane schult mi vinde,
so wike ek vore, wen he komet.
To miner krankheit mi dat vromet,
tobreken ek nicht en mach,
et si nacht edder dach.
Du wult dem winde wederstän,
des is ot di aldus gegän,
dat du an dem hore legest,
went du to wikende nicht en plegest.
Din tröst vul na daranne steit,
dat dine wortelen breit
behoden di vor valle,
de sint mit di alle
hir an dut quät gedreven.’
Aldus si desse mere gebleven.
De &k bedudet den- stolten man, :
dede nicht en wel noch en kan
entwiken enem hogen heren,
deme he moste mit eren
entwiken, wen he is wis.
Men he wil darmede pris
krigen, dat he ome wedersta,
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up dat it ome eweliken wol ga.
Doch mach it ome vorderven,
ein here mach on ök enterven
mit alle sinem slechte
dor sine kundicheit mit rechte.
Hoverdich man nu wis en wart,
wol is he van hoger art.
Is he arm, des sit gewis,
dat sin dumheit deste groter is.
Dat rör bedudet de ötmoden,
de alle unleve gerne vorgoden,
unde sinnet, wor he jummer mach,
dat si nacht edder dach,
wo se oren geliken
unde den woldigen entwiken.
Salmon sprikt: de wisheit hevet,
mit duldicheit he an gude levet.
Otmodich man sunder arch
is so dat re&t ane march.
LXXXTX.
Van dem arne unde valken.
Ik wil ju sagen ein mere,
dat sede mi ein here
unde ein konnink, it were wär,
dat sint wol veftich jär.
To Denemerken lit ein stein
in der se, den hän ik gesein.
Daruppe ein wit valke stunt,
de hadde to etende begunt,
enen äntvogel, den he vink
in der weide, dar he gink.
Ein arn to ome geswungen quam
unde den vogel ome nam.
Des moste de valke wiken,
also de arm möt dem riken
unde ein kranke deme starken.
Konnink Woldamar van Denemarken
mit sinen ogen dut gesach,
unde it schude up enen middach.
De stein ök van dem lande lach
so verne, alse ein boge scheten mach.
De valke vlo tegen den wint
verne in de lucht und quam sint
wol hoge boven den arn weder
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unde schöt snel also ein pil neder,
unde enen stöt dem arnen gaf,
dat ome sin hovet wischerde af
unde gink do van sinem buke,
also icht ot were ein olmech stuke,
undo stotte sek sulven döt
weder den stein, went he lach blöt;
allein dat des ome dede nöt,
de wrake was doch alto gröt.
De konnink höt twene knapen varı,
den valken unde den arn
unde dat van on gebleven was,
dat leit he bringen up ein gras,
dar he under enem bome sat
an ener wunnichliken stat.
Dar sat ek mit ome under
unde sach dat sulve wunder.
Bi dussem valken mach men merken,
dat me dat herte bi den werken
enes mannes best geproven kan.
It is vil mannich kone man,
de an sek sterke nu gewan
unde sulke dät wol klevet an
dor dörheit, de on vordervet,
unde sulven darumme stervet.
Dumkone man dem mach gelucke
biwilen komen an enem stucke,
dat he darna anegät
dink, daraf kumpt gröt quät.
Ein rike man, kone unde wis,
de mach beholden lengest pris,
wan he an nener dät en wel .
vorgeven noch verraden sin spel,
dat he mit jenigerhande toge
untwischen vorlesen moge.
XC.
Van der katten unde vosse.
Ein katte up enem velde gink,
dar se bewilen muse vink,
dar schone korn vil dicke wös.
Do quam to or gegangen ein vos,
ein hagedorn stunt ök al darbi.
He sprak to or: ‘Got olde di!
133
du geist to verne van den husen,
ik wone du ök wol kunnest musen,
dat hebbe ek hir van di gesein.’
10 De katte sprak: ‘Des möt ek gein,
ik va des jares mennige müs
beide up dem velde unde in dem hüs.
De vos de sprak: ‘Du bist min nichte,
)
. der wärheit ek di ök berichte,
15
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lange hebbe ek darna gestän,
dat ek mit di wolde ummegän,
des en mochte mi nicht geschein.
Wenne nu ek han di gesein,
so wil ek di loven kumpanie,
dat ek nummer din vortie.
So du mit mi willest bliven,
so schul wi mannige müs untliven.
25
Icht du mi jagest üt dem hove
de hönre, deste mör ek di love.’
Do sprak de katte: ‘lLeve neve,
nicht ein lovede ek di darup geve,
wante me mi sere scholde slän.
Wat ek muse kan gevän,
de scolden to dinem bode stän,
30 icht ik mit di scholde ummegän.
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Nu segge, eft ek dut nu besta
unde uns lichte ein nöt des lives anega
wo jowelk denne sin dink aneva,
dat we to hüs denne wederkomen da.’
De vos sprak: ‘Angest legge neder,
ik wil di truwe loven weder,
ök sint wi der kunste wol vorvaren,
dat uns nein leit kan wedervaren,
darumme have din gemak.
Noch so hän ek enen sak
vul, de ne wert nicht upgedän,
er al de anderen sint vorgän.
’
Wenne ek den sak upbinde,
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so vele kunste ek denne vinde
d&p, hoge unde swinde,
quemen wol de winde
mi na:up enen strede,
dat ik mi wol loste mede.’
De katte sprak: ‘Dat mach wol wesen,
dat du wol vor winden mogest nesen,
ik bin der ein, de di des wol gan.
Sint ek nicht mer ene kunst en kan,
so is ungelik din kumpanie.
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Icht ck din an nöt vortie,
des on schaltu mi nicht vorwiten,
wonte ek mi node late biten.’
Do desse rede enen ende nan,
ein knecht mit twen hunden quanm,
de l&t he to dem vosse springen.
De vos begunde slingen
an den dorn, de dar stöt.
De busch was mate gröt,
de katte sprank up enen dorn.
De rede was dem vosse torn,
dat se so lange hadde gewesen,
went he kunde nicht genesen.
De katte to dem vosse sprak:
‘Al dine kunste sint nu swak,
nu is des tit, bint up den sak,
oft du most liden ungemak.’
De vos de blef, de katte entquam.
Alsus desse rede enen ende nam.
Van manger kunst mannich vordervet,
van ener kunst wert dicke geervet
cin man, dat he bi gude blift,
oft he de truweliken drift.
We güt mit valscher kunst erwerft
unde icht se sinen kinderen erft,
dat is wis, dat se vorderven
unde an der sele sterven
beide dochter unde de sonc,
dut wert one to lonc.
Cl.
Van twen gesellen unde hüsmanune.:
Twene kumpane gingen bedevart,
ein hüsman or geverde wart.
Vor roveren dat se Got bewarte,
went it was gröt angest up der strate,
verne mosten se ummevaren.
‚Darumme or gelt nicht lange waren
ne mochte, dat se hadden mede,
wan jowelk sin güt vordede;
des moste sin or herte sör.
10 Do so do en hadden nein gelt mör,
wenne mels allene to enem brode,
doch wolden se openbaren node
135
dem bure, dat se sin enboren
wol hedden, do he dar bevoren
15 was güt kumpän in aller dät.
Darumme vunden se den rät,
wu se on des mels bedrogen,
dat se ome ein del des entogen,
wente it on allein was to klene.
20 Darumme sprak do de ene:
‘Dussen kerle vorde uns de duvel to;
it is sin schult, dat wi so vro
nu hebben unse güt vortert.
Nicht mör he mit uns en vert;
25 mi is to siner selschup leide,
wente he vrit mör wen wi beide.’
De ander sprak: ‘Des swich al stille,
went ek ütwech uns geven wille!
we scholen one bekloken.
30 We willen backen enen koken,
darunder slapen unde rouwen;
so wille wi loven des ungetruwen:
wes dröm na dem slapen
de wunderlikest si geschapen,
35 dat de den koken ete allene.’
Dat wart gedän. Sc al gemene
dat loveden sik in truwen;
darna se begunden rouwen.
De hüsman dachte an sinem möt:
40 dut lofte se darumme döt,
dat se di mogen bedregen mede,
wente dregen is:al or scde;
doch schal on kume dat gedien,
al scholde ek sere mit one twien.
45 He stunt up — se slepen vaste —
na dem koken he do taste.
dat des nemant wart gewär.
Allein he nicht en was al gar,
al vrat he up an sinen munt
50 unde lach echt neder. An korter stunt
darna sprungen up sine geverden,
or lofte dachten se vul herden.
Do sprak or ein: ‘Hir dar ek lach,
an enem drome ek wunder sach.
55 Mi duchte, wu twene engel quemen
unde mi lifaftich mit sik nemen
unde vorden mi mit groten eren
to hemmele vor Got unsen heren;
de entfink mi wol.’ De ander sprak:
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‘Darwoder had ek gröt ungemak:
"Mi duchte, trüt geselle,
wo mi to der helle
hedden gevört twene ovelgeiste;
dat düchte mi wol de meiste
nöt wesen, de ek ju besat.’
De jene de den koken at,
wu vele me one anrepe,
he lach also icht he slepe.
To lesten sprak he: ‘Sit wilkomen !
min dröm de mach ju klene vromen.’
De cne sprak: “Wat was din dröm, geselle ?’
‘Juwer ein wart gevört in de helle,
de ander duchte mi in den hemmel gevört.
Do ek hadde dicke dat gehört
van prestern unde van predigeren,
dat men wol etendes moge enberen
beide uppe dem hemmele unde in der helle,
darumme at ek up snelle
den koken sunder arge list. -
Mer hedde ek juwe komen gewist
also snel, ik hedde it wol gelaten.’
Se spreken: ‘Dat du sist vorwaten!
beide dröm unde du slindige man!
Vorkloken di nemant en kan.
Wi wolden di bedregen, dat missevel,
din schürheit was uns darto to snel.’
Untruwe nu nicht gudes en reit,
de truwe der untruwe wedersteit,
de truwe nu vorderven en leit.
Den untruwen man untruwe sleit
jo mit valle ores heren.
AI de sik an untruwe keren
unde untruwe ore kinder leren,
de moten to lest der &re enberen.
XCHI.
Van dem wulve unde vosse.
‚Bi enem dorpe lach ein putte,
de was al dem volke nutte;
ein wolt lach darbi gröt,
dar klene waters inne vlöt,
wante it was ein hoge borde;
up dat on water worde,
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so was dar gemaket mit gevöch
ein putte, de gaf des on genöch.
Twene ammer darto hingen,
dar se dat water kunden mede ütbringen,
ein gink up, de ander neder
unde quam ök vul waters weder.
Ein vos de quam ök darto
an enem morgen vro,
do erst upgink de morgensterne;
de ene ammer en was nicht verne,
dar de vos vil snel in sprank.
Do he vlitliken drank,
unwitliken ane sinen dank
de ammer weder mit om sank,
de ander gink üt, alse he plach.
Do de vos dat gesach,
dat he so verne was beneden,
he sprak: ‘Nu ga ek to der weden,
dit drinkent were bat vormeden,
also hedde ek dorst mör geleden,
wente ek hirumme sterven möt.
Min balch is so güt,
dat ek des möt gelosen;
de wif begeret miner hosen,
dat se listen daraf maken;
veide hän ek ök van anderen saken.
De sake lit mi alto na,
dat ek der duve so vele bega.’
Do de vos sck aldus beklagede,
ot schude, dat me den wulf sere jagede.
De wulf quam darbi dor dorstes nöt,
de vos om sinen gröt böt:
‘Her wulf, sit willekome!
söt des to mi, it is juwe vrome
unde mi ein hulpe unde ere gröt,
eit gi mi hulpen üt desser nöt,
dar ek nu mede begrepen bin.
Hir is ein weder gekomen in,
de mi den borne maket drove,
dat ek wol hulpe behove.’
De wulf sprak: ‘Sage mi, wo quam he dar?’
De vos sprak: ‘Des is mannich jär,
dat ek hirto gröf ein hol;
dat wuste dusse moding wol,
dat ek hir to drinkende plach
unde hät hir vil mannigen dach
gegän, dat-ck des nu en sach.
55
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138
He is so vet, dat me mit om mach
wol toschudden al ein vlet- vullen,
des mach he wol dinen magen vullen,
wultu dön na minem rade.’
De wulf sprak: ‘Wu gerne ek dat dade!
wuste ek, wur de wech inginge,
dat he mi nicht en were to enge.’
De vos de sprak: “Wen ek di ütbrenge,
so machstu sein de wide unde de lenge,
sitte an den ammer unde var hir neder,
ek bringe di mit eren weder,
wultu weder in den wolt,
unde denne vort in din beholt.’
De wulf do in den ammer sprank
unde vil snel he to grunde sank,
den vos he mit wichte vorwöch ;
dat was dem vosse 1l&f genöch,
dat sin wage up van lichte slöch
unde on up to dem dage dröch.
Do de vos tegen den wulf quam
unde ein orlof to ome nam,
75 de wulf sprak: “Wur wil gi hin?
ik sege gerne, dat gi min
nu leisten de kumpanie.’
De vos sprak: ‘Dat ek din vortie,
des döt mi endeliken nöt,
80 de dusternisse is mi hir alto gröt,
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ik möt de lucht hir boven entfän.
Ik se de werlde aldus henne gän,
dat ene geit up, dat ander neder,
icht ek ga, nicht kome weder,
so seit sulven an juwen vromen,
dat gi bi tiden van hinnen komen,
dat is ju güt na minem wane,
went gi sint veide selden ane.’
De wulf sprak: ‘Dit sint bose mere,
ik bin bedrogen alto sere
mit desser wage in dussem putte,
dat lichte wichte is so nutte,
dat alle de sware wert vorsmät.
Her vos, doch gevet mi den rät,
wo ek mi weder late wegen.’
De vos sprak: ‘Kunde ek des plegen,
ik sedet ju, so verne ek kunde.
Me plecht to wegende hir de sunde;
we de aldermeist hät gedän,
100 darnach möt weder sin wage slän.’
139
De wulf sprak: ‘Heddek dat vorstän,
wu node hedde ek hir in gegän!
Mine sunde sint grover wenne de dine,
des möt ek liden nu de pine.’
105 De vos sprak : ‘Rinder hestu gegeten
vil mer wen ik hönre, dat schaltu weten.
Eft hir Iude komen gegän
unde di denne vän unde slän,
dat schaltu duldichliken untfän,
110 so mach it vor dine sunde stän.’
De vos l&p weder in den wolt
mit groter vroude in sin beholt.
De wulf ök sine bote untfink,
so dat he nein schäp mör ne vink.
115 Alsus geit de welt up unde neder,
de ene vert, de ander kumpt weder,
de ene valt, de ander sticht,
de ene armöt, de ander güt irkricht.
Alsus gedän unstedicheit
120 is, dar de welt mede ummegeit.
XCIH.
Van dem lowen unde esele.
Et wönde cin man to Judea,
de hadde enen lowen da,
gröt unde ungevöch,
darbi tam genöch.
5 He was nutter dan de hunde,
want he bewaren kunde
an velde unde an wolde
sin quek, wanne he scholde.
Wen one de wulve sagen,
10 de in dem wolde lagen,
de mosten on vlein
unde van dem queke tein.
Do de lowe was döt,
do was sin meicheit gröt,
15 den lowen he villen leit
unde enen esel halen heit,
de was mechtich unde stolt,
he dröch secke unde holt,
dat se ome des lowen hüt
20 antogen, he scholde üt
mit sinem queke gän
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unde den wulven wederstän
unde mannigem wilden dere,
dat sc wünden, we it were
unde noch de lowe levede,
dar on dicke vor bevede.
Do de esel sochte
to wolde, wat he mochte,
mit dem lude vorjagen,
dat dede he vorzagen.
Do he des geplach
mank den wilden mannigen dach,
do quam ein vos dare,
de wart snelloe des geware,
dat it ein esel was,
wente he at de stengel unde gras,
ök sach he dat bi den oren.
‘Nu sint we alle doren,’
sprak de vos to den wulven unde beren,
‘dat we uns nicht en weren
ne kunnen noch ne mogen
unde so vele nicht en dogen,
dat we enem esele wederstän,
des möt unse ere gans vorgän.
Dat ein esel uns vorjaget,
her wulf, dat si ju geklaget;
wreket ju over den def.’
De wulf sprak: ‘Isset ju allen lef,
ik wil one nederbiten
unde beide hude ütspliten,
dat he uns nicht mör vorjaget,
bi wane morgen alse it daget.'
Do spraken ök de bereon:
‘En moge gi on nicht vorheren,
we wille ju to helpe komen,
dat he des nummer winnet vromen.
De wulf den esel böt
unde al an stucke splet.
>
Nu provet leven lude,
wat dut mere bedude:
De rike man bedudet de heren
unde de vorsten, dede mit eren
alle ore herschop vorstät,
darto des ammechtmannes rät
möt helpen unde sin dät,
icht he sin dink wol anevät.
Oft he van dode ofte van live
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141
sin man nicht lenk en blive
unde mit eren tredet üt
unde sin here des lowen hüt
tut enem esele an
unde maket enen ammechtman
enen bür van older art,
dede güt, wis, truwe nu ne wart,
de mit des esels rochte
wolde gerne, icht he mochte,
dat volk vorjagen unde vorveren
unde engestliken geberen.
Wen ein man wart vrom unde wis,
des mach he hebben cere unde pris;
wen he aver ene hüt up sek dröch,
dor sine dörheit ungevöch
wert he bekant vor enen doren,
also de esel bi den oren;
so wert om afgebroken
name undo güt; sus wert he gewroken.
Sin dorperlige dät _
dem bosen, untruwen sus irgät.
Ik hän gevreschet ichteswanne,
dat van enem bosen ammechtmanne
wol vorlös ein here
beide lude, lant, güt unde ere.
Darweder den guden ammechtman
neman vullen loven kan,
95 bi demo bestät des heren hof
‚an ganzen eren unde sin lof,
de sin güt bewaret, sin lant behüt
unde aldus to den eren is güt.
. ZCIV.
Van den poggen unde storke.
Ein pogge unde ein vorsch is al ein
— de hän ik beide wol gesein —
grön is de vorsch, de pogge bi£ek,
misvar, also ift he sek
5 hobbe gelegen mannigen dach.
10
An enem dike dut geschach,
dar vele poggen inne lach.
Do ein olt pogge dat gesach,
de wiseste van sinen magen,
dat se uppe dem rugge lagen
unde nicht en hörden noch en sagen,
15
142
enen heket begunde he vragen:
van welken dingen it queme;
icht he one de suke beneme,
icht he ein mester mochte wesen.
Se scholden wol genesen,
sprak de heket, in dem aprille.
De pogge sprak: ‘Dut is min wille,
ik late se er upstän.’
20 Do quam ein stork darto gegän,
de was do Erst to lande gekomen,
de pogge vör to sinem vromen
vil hasteliken to grunde,
dar he sik behuden kunde.
25 Want de april anstände was
30
unde ein itlik pogge genas,
do sprak de olde or genöt:
‘Gi poggen weren alle döt,
nu hebbe ek ju vorquicket,
dat gi nu echt horet unde spreket.
Ik hän gewesen to Munpeler,
he si vogel ofte dör,
van allen suken ik di wol lose,
sunder de stork, de is so bose,
35 icht ek den unmechtich vunde,
dat ek mi sin nicht underwundc.
Nu bidde ik ju, vrunt unde mage,
dat ju min wille nicht vortrage,
unde kundigen dat in allen enden,
40 dat vigenden unde vrenden
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55
werde kundich min mesterschaf,
dar sin gi alle geeret af.’
De poggen kundigen begunden
mit alle dem vlite dat se kunden
des poggen kunst unde wort,
de se hadden van om gehört.
Der meister sprank up ein gras,
dar ein dep beke was
unde krüt stunt mannigerhande,
des he klene bekande.
Der dere quam vele dare
unde der vogele mannich schare,
de pogge sprak: ‘Nu horet!
of gi sint umbedoret,
so wil ek seggen, wat ek kan.
In dem lande is nein man,
de an kunst mi gelike;
wol vörtich konninkrike
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65
143
nach kunst hän ek dorvaren,
des kan ik ju bewaren °
vor mannigerhande stucke,
darto hän ek güt gelucke.
De twei vil dicke meister maket,
wan se tosamende raket.
Scholde ek seggen al to male,
dat ek kan an dem orgenale
unde an dem pulse tasten,
minen genoten unde minen gasten
wolde ek ök de kunst ütspreken,
70 ju moste der tit sere unbreken.’
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Sint quam ein vos gegän,
do he de dör sach stän,
unde sprak: ‘Gi sinnelose d£t,
dat gi den gek nicht an en sit,
de ju mit worden druget
unde unbeschedeliken luget;
des moge gi nemen ware
an siner jamerliken vare
unde an der suke, de he drecht,
wente se vil gerne plecht
aftoleggende Öörst ein man,
de icht van erzedie kan.’
Alsus slöch he se daraf,
dat me ome pris vele gaf.
Ein edebere unde ein stokarn
quemen sint dar hergevaren,
des wart de meister vorzaget
unde van der stede jaget,
dat he aller kunst vorgat,
wolde enwech unde it was to lät,
de arn vink on an dem sprunge.
Dar bi om sat ein junge,
den de edebere vorslant.
Alsus wart sin kunst bekant.
Bi dem poggen mach men proven,
de mennige kunst willen oven.
der se kunnen nicht ein här
— ek spreke dat vorwär,
we se lörde vertich jär —
dat he nicht so vele ne kan. |
Sus is mannich drogenaftich man,
de nu güt fundament ne wan
van päpheit unde leit sek an,
dat he wil ein meister wesen,
144.
105 de nichtes nicht kan losen
noch der boke vorstän.
Wat de mordes begän,
Gode möt ek dat bevelen,
leigen mogen se dat vorhelen,
110 de van päpheit nicht no kunnen;
des möt men one des namen gunnen,
went sek de papen des vorstüt,
darto dicke geven rät.
Dar ein unkunst wert openbare,
115 so holt men se so ware
unde vordrift se darmede, .
so de vos den poggen dede.
xXCV.
Van dem mule unde vosse.
Bi dem mere dat gescach,
dat ein mül an dem grase lach,
ein vos darbi to gände plach,
do he den mül ansach,
5 he sprak: ‘Nu en sach ek Er
so wunderlik geschapen dör.
Et mochte wol ein hinde weson,
wenne sin munt unde sin nesen
sint bi wane van esels art;
10 ein hase ök nu so gröt ne wart,
de hedde gelik dem esel oren.
Ik wil vragen dessen doren,
wat wunder wichtes dat it si’
unde sprak to ome: ‘Sage mi,
15 wat is din name, wat is din slechte,
wat is din dönt, bistu ök echte,
we was din vader, we was din moder?’
De mül sprak: ‘Miner moder broder
was ein vil schone pert
20 unde was wol twier punde wert.
De vos sprak: ‘We was din vader?’
De mül sprak: ‘Dat is mi alle gader
vorholen unde ek ne wetes nicht,
min moder starf ane bicht.’
25 Do sprak de vos: ‘It mach wol wesen;
bi dinem rugge unde nesen,
ök diner moder bicht schal me merken:
dar hadde ein esel wesen to werke.’
u Ze
30
1
Na des mules degedingen
al de dummen schevelingen
beginnen doven unde bagen
‚35
40
unde van den besten magen,
de hogest sin, to allen tiden;
der armen unde der siden
vil ungerne se gedenket.
Doch is dicke an on enket,
wan se bagen an dem lande,
alsus bredet se ore schande,
wenne nicht de dät en volget mede.
So schut one so dem mule geschede,
xXCVt |
Yan dem wulve unde duven.
Ein wulf bi enem holte was,
dar klene spricken de duve las
dar se wolde nesten mede,
also se vore dicke dede.
5 De wulf sprak: ‘Du vil leve derne,
10
15
ik wuste ütermaten gerne,
eftu mi nu seggen woldest,
wat du mit den spricken soldest,
de du hir lest al den dach,
sint ik nu vor hir af en sach
di maken echt ein solk hüs,
darbinnen schulen mochte ein müs.’
De duve sprak: ‘Du segest wär.
So hevestu vil mannich jär
de „schäp vorstolen unde de rinder,
unde ik en sach nu dine kinder \
noch di bat gekledet daraf.’
De duve dat ome tor antwerde gaf.
Den roveren mach dut wol geliken,
20 de daraf nicht kunnen geriken,
eft se des roves vil begät,
went on de duvel gift den rät,
dat se mit Gode willen twien.
Daraf en mach it on nicht gedien.
Niederdeutsche Denkmäler. IT, 10
EEE ABEL ZEERZLEERERBE a RR EREÄENGE
146
XCVIL.
Yan dem krevete unde sinem kinde.
10
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Ein krevet üt enem beke gink
mit siner moder, dat he vink
de lucht, de dar soite was,
unde do se quemen uppe dat gras
unde do de moder dat gesach,
wo he to rugge jo to gände plach,
do was se so tornich sere
unde sprak: “Wanne! dat di Got unere!
wo geistu over rugge so?
du makest mi darmede unvro
unde schendest di dar sulven mede,
went it din vader nu en dede
efte iergen van dinem slechte.
Stant! unde gank up dinen benen rechte,
also l&f also ek di si!
en deistu des nicht, ek hate di.’
To der moder sprak de sone:
‘Des gändes bin ck gewone;
wultu mi rechte leren gän,
dat wil ik gerne noch bestän.
Gank rechte! na ik volge di,
do ek des nicht, vorwitet mi.’
Do sprak de moder: ‘Dat is güt,
so su wol evene an minen vöt
unde prove, wo ek vore ga
unde tret mi so evene na”
De sone stunt unde se gink dort
mer wen dre spanne to rugge vort.
Do sprak de sone: ‘Leve nanne, .
alsus gink min vader ichteswanne,
alse du geist unde is unse art.
Geschuldiget ek noch nu ne wart
umme min gänt, wen nu van di,
dat wone ek, dat umbillik si.
Sint dat alsus geit al unse slechte,
so scheldestu mi nu unrechte.
Vil mannich des anderen missedät provet;
dat he sulven dickest ovet
unde des an sek sulven nicht en weit
noch weten wel — dat missesteit.
147
C.
Van mester Girlink unde Afgunst.
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Ein konnink leide up enen hof,
de scholde werden also grof
van kost unde van mildechede,
we dar queme dorch de bede
unde güt dorch ere nemen wolde,
dat he rike werden scholde;
de hof an pinxten scholde untstän.
De rede möt ek overslän,
dut wart alle gader dar gedän.
Do de hof was vorgän,
twene kumpane alto spade quemen,
de ök güt dorch ere nemen.
Dut waren twe knapen,
de ene was also geschapen,
alse icht he nummer worde vro.
De andere leit also,
alse icht he nummer worde sat.
De konnink was on beiden hat,
do he gesach ore leven,
doch wolde he one beiden geven.
Des enen kleder unde pert
en was nicht seven schillinge wert;
de ene was ein junk kumpän,
sin pert was do vil wol gedän
unde sine kleder ök dar mede.
Doch was bose orer beider sode,
also noch manniges is up der erden,
doch wolden se gerne rike werden
unde gingen beide vor den heren,
de se entfink mit groten eren.
Sus groten se den vorsten:
“We beden gerne, icht we dorsten,
dat du uns gevest ök din güt;
dat di Got sende an dinen möt!
Wol sint wi to spade komen,
doch mochtet di an eren vromen.’
De konnink sprak: ‘So saget mi,
wat juwer beider ammecht si,
darto juwe kunst unde wo gi heten,
darto moge gi min geneten,
wente na der kunst schal me jo geven.
Hir is noch so vele gebleven,
dar ek ju wol mach leggen af,
wo vele ek ök to dem hove vorgaf.
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De olde sprak: ‘Dut mach wol sin,
ik hete mester Girelin,
unde en levet nicht ein min gelike
mit giricheit in al dem rike,
wente ek begere al dat ek se
unde deit mi herteliken we,
oft et mi werden nicht en mach.
Ok ruwet mi nacht unde dach,
den avent spade unde den morgen vro,
wen ik ein scharf vordo
unde des mit anderer have
under de erden nicht en grave.
De wärheit ek ju seggen möt,
nicht ein dink geit mi vor dat güt,
noch lif, noch sele, noch ere,
noch vrunt, noch mäch, dat wetet, here,
dat ek der kunst nicht mör en kan.’
Do sprak de ander junge man:
‘Afgunst, here, bin ek genomet
unde bin an sinnen so vordomet,
dat mi ök döt van herten we,
wen ek dat vresche ofte se,
dat jengem minschen güt geschut.
So we dat minem herten döt,
dat ek ne kan werden blide,
went ek der lude lucke nide,
de se ek degelikes vele,
des geit it mi jo üt dem spele.’
Do sprak de konnink: ‘Dat is gewis,
dat juwe kunst nicht selsen is
an alle minem rike;
mit beider kunst wol juwe gelike
vil node doch wolden des gein,
wo vele der wert von mi gesein.
Wenne nu gi bekennen der wärheit,
nu schal ju min gave sin bereit,
doch mit solkem underschede,
dat gi nicht cn bidden bede.
Juwer ein bidde Erst allene,
it si gröt edder klene,
golt, sulver, want, wes he geret,
des schal he sin geweret,
so schal de ander vor mi treden,
dem wil ek geven ungebeden
twe werf so vele de ersto bat,
dat schal he hebben sunder hät.
Des vindet snel wech umme den kore,
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_ welk juwer erst bidde vore.’
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So gingen se beide in de achte,
des de konnink lange wachte.
Do sprak Girlink: ‘Leve kumpän,
du hest den konnink wol vorstän,
bidde one dorch mine leve vore,
wente ek daranne so vele vorlore,
icht ek one bidden Erst begunde,
Van di he it lichte bet vorstunde,
ünde bidde jo dat wat si gewert
noch umme want noch umme pert,
wenne bidde umme dusent mark.’
Afgunst sprak: ‘Dat were to stark,
scholdestu de twevelt untfän,
so scholde me uns beide hän.
We schippen hir än enen vöch,
des is an ener mark genöch,
wente me den willigen man
vorschonen to vele nicht en kan.
We bidden on dar nicht en boven,
nochtan so wil wi one loven,
dat he uns gnade heft gedän, |
sint dat al sin hochtit was vorgän.’
Girlink sprak: ‘Dat wil ek sweren,
icht du des nicht wult enberen,
dat ek mit aller kumpanie
unde mit vruntschop din vortie,
unde ek ewich diner ane ga,
er wen din bede besta.’
Do sprak Afgunst: ‘So wel ek swigen
unde laten mi vorkrigen
unde leggen dussen storm neder.’
Se gingen vor den konnink weder.
Afgunst sprak: ‘Dicke hän ek gehört,
dat jo wär si der konninge wort,
darumme döt nu mine bede
dorch juwe grote edelichede,
dede openbar is unde lüt,
latet mi ein oge breken üt,
darna latet sunder wederspreken
beide ogen snellich ütbreken
mester Girlinge minem kumpane,
so werde gi unser beider ane;
dat he dorch mi de sunne vorlese,
vor alle gave dat ek nu kese.’
De konnink vromeliken dede
unde twidede ome siner bede,
im. im
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dre ogen se tohant vorloren,
also Afgunst hadde lange koren.
Vör ogen brachten se an den hof
unde ein weder üt. Gode lof!
Dat giricheit al vorblindet si,
dat is dar openbar bi,
dat nemant den girigen man
mit gudem willen saden kan,
went he jo valt up dat güt,
also de blinde bromese döt.
Ein girich man is to der gave träch,
et si lif, ere, vrunde edder mäch,
dat latet al de girige man,
icht he dar güt gewinnen kan.
Afgunst sut noch mit enem ogen,
doch bewile mach he dogen,
dat sinem vrunde güt gesche,
doch deit it ome ein luttek we.
Cl.
Van dem wulve, vosse unde esele.
Et schach in ener vasten,
als ik it wone in der lesten
tit unde in der palmweken,
do quemen her gestreken
dre kumpane in dem lande,
ein vos vil behande
unde ein wulf na sinem sede,
ein esel quam Ök dar mede.
De dre weren des bericht,
dat itlik dede sine bicht,
so he innichlikest kunde.
De wulf do erst begunde
bichten mit groter klage
unde sprak: ‘Ik bin ein bose zage,
ein rover unde ein döf,
ein landschade nemande lef,
mit giricheit hebbe ek nenen gaden,
kume mochte mi geschaden
ein gröt osse edder ein pert,
des were ek wol des galgen wert.
An bicht is bose de wärheit vorswegen,
schäp, rinder und zegen
der hebbe ek mör gegeten,
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den jenich herde moge weten.
Eia, esel, vrunt, leve kumpän,
ik hebbe ök sunde an ju gedän,
ichteswanne bet ik juwe moder,
tohant darna juwen broder,
so vrat ek juwen vader
unde juwe slechte vulna al gader.
Dut schal gi mi vorgeven,
ik schul dat bewaren, möt ek leven.
Ene su sach ek gän alleine,
de hadde verkene wol teine,
de mosten sin vordorven,
an vroste edder an hunger storven;
want se ne kunden sek nicht generen,
do warp ek se in alse artberen.
Nu, leve vos, vor desse sunde
unde ander, de ek nicht en kunde
bi manniger tit geseggen,
dar schaltu mi vorleggen
unde setten mi de bote.’
Do völ he ome to vote.
De vos höf on up unde sprak:
‘Broder, have din gemak!
güt rät schal di werden.
We mach up der erden
leven ane sunde?
we is so bose, de ök gunde
den jungen, dat se vordorven,
icht on de olden nicht vorworven?
dat is nein duve, dat du ein swin
halest den jungen din,
wente se eten jo dat korn,
dat is mannigem buro torn.
De zegen betänen ök de poten,
der mannich minsche hedde genoten.
Machstu den sturen, dat is güt,
de so groten schaden döt.
Wat ane hode is, dat is din,
zege,-schäp, rint, pert, swin.
Scholdo dat lant din enberen,
dat volk kunde sek nicht genoren.
We scholde dem korne weren?
se laten dat dat quek vorheren,
Dar mochte men slecht af gedien.
Des ne mach me di nicht tien,
dat du mit rove di generest,
70 wente du dem gemenen lande werest.
152
Geistu to dorpe under wilen,
al de dar sint beginnen ilen
na di mit kulen unde mit grellen,
icht se di kunnen vellen.
75 Umbilk na dusser rede
wanderstu än jengen vrede,
doch deistu recht, dat du di generest,
nene schult du daranne en hevest,
hestu schult to enem hare,
80 din ruwe is daranne openbare;
wente istu dat du sust mene sin,
en sotte ik di noch mer noch min.
Men do di de vil armen,
de verken, begunden to vorbarmen,
85 de sek nicht en kunden generen
unde du se slokest alse artberen
vor angest der hungernöt,
dat jagent unde rochte gröt,
dat de bür mit di begän,
90 dat möt vor dine sunde stän.’
‘Dat wil ek annamen’
sprak de wulf ‘unde ramen
des besten, dat is min wille.’
Hirmede swöch he stille
95 unde gink sitten weder.
De vos völ ök dar neder
unde sprak: ‘Vader unde here,
ek hebbe gesundiget. also sore,
dat al de lude tigen mi,
100 dat ek ein schalk si.
Dat is ein del al wär,
geplogen hebbe ek des mannich jär,
unde hude noch des plegget
al min slechte, so men segget.
105 To der schalkheit bin ek govöch
unde kan vorretnisse ennöch
unde untruwe bin ek in allen saken.
To voren kan ek ök wol maken,
dat de vogele des nicht vorstän
110 en kunnen, — dat heb ek dicke gedan —
swindicheit dorch lives nöt.
So late ek, icht ek were döt,
de tunge lach mi buten dem munde,
vele kreien do begunde
115 to mi vlegen mit oren gaden
unde dachten sek van mi to saden.
So wart dat ummegekart,
120
153
ik vrat se an minen bart.
Ok gink ein henne alleine,
de hadde kuken wol sesteine,
de moder vrat ik mit den jungen;
ein wige quam dar boven geswungen,
hedde ek darbi nicht gewesen,
se ne weren doch nicht genesen.
125 Wat scholde dön ein ander sunde?
130
135
140
145
150
we is so bose, de ök gunde
den jungen, dat se vordorven weren ?
dat hön kunde se nicht generen.
Wen ek se ök gr£p,
orer nein mi entlöp,
do slant ek se in den kragen,
unde quemen als krunsberen in minen magen.
Vorswege ik it, dat were bose,
ende, hönre, gose
der hebbe ek vordomet ane mate.
Doch hope ek, icht ek dat men late,
wat ek anders anegän,
dat darto mach wol gnade stän.
Umme dut unde mine sunde alle gader,
bidde ek di, mester unde vader,
dat du mi bote darvor bevelest
unde du dat truweliken helest.’
Do sprak de wulf: ‘Vil leve knecht,
dat dunket mi wörliken unrecht,
dat di de dät dunket bose,
dat du hönre, ende, gose
aldus vordomet in der borde.
So rechte ik ju icht worde!
dat volk dat deit di dicke leide,
du hest to one vulle veide,
de man willen din vel jo to kleide,
de vrouwen Ök diner hosen begert.
Ichtu enen ossen ofte ein pert
togest üt orem stalle
155 unde ore schäp alle,
dat scholdestu mit one. Herden,
wan se din gewar werden,
so jagen se mit den hunden na,
wo mogeliken ik di denne bista,
160 unde se di mit den hornen doven.
Des kan ek sulven wol geloven.
Darumme is dat recht, dat we beide
to den buren hebben veide,
de uns so leide dicke döt.
154
165 Al unse danke de is dut,
dat de bür mer mit mi is vorladen,
wenne mit di. Den groten schaden,
den ek on stedeliken do,
ein pert, ein weder, ein bok, ein ko,
170 is vele groter wen ein hön.
175
Wat machstu on dar schaden ane dön?
Kumstu daraf, du deist unrechte,
wente des geplogen heft al din slechte.
Vorlust ök ein hön ein man
van diner list, ift he di kan
gegripen mit den hunden dan,
den pils den du hevest an,
tut he di hastliken af.
Neman so guden köp ne gaf
180 dan umme ein hön vel unde lif;
185
190
195
200
205
210
darumme der sunde ane angest blif.
Hirmede der rede ein ende si!
Mer enes dinges vrouwe ek mi,
dat ek noch in dem lando se
so vele der truwe, dat du de
vil armen wesen so bedachtest,
dat du de üt den noden brachtest,
dar de hunger unde de kolde nacht
unde de wige hedde se wol to bracht.
Darumme wil ek, dat it di blive
ein krone na dessem live.
Nu sta up, lät den esel spreken,
icht he des icht kunne reken,
dat siner sele nutte si
van siner dät, dat hore wi.
He wonet an dorpe unde is min wän,
dat he icht vele hebbe gedän,
he mochte al solke dät begän,
des me sere one scholde slän,
einvoldich is he unde gemak.’
Alsus he do to ome sprak: -
‘Sprek, broder brumbart, dine sunde?’
De esel dachte, he ne vunde
noch voreschede ni
bichter also gnedich twe
‘Got gaf mi desse kumpanie,
ik hope, dat ik hiraf gedie.
We se beschilt, de deit unrechte,
se sint geslagen üt orem slechte,
dat bose rovere waren
unde se sulven an korten jaren.
155
Darumme wil ek on openbaren
‚unde mine sunde one vorklaren.’
Up sine kne völ he do neder,
215 unde de vos gink do sitten weder
vil dogentliken als ein junkvruwe.
Do sprak de esel mit guder ruwe:
‘Ik bin unwis, träch unde lat,
geschein is vil dicke mi dat,
220 dat ck wol an der straten bret
dem tune gink so na, dat he splöt
den sak to allen stucken, den ek dröch,
darumme mi Ök dicke slöch
de jene, de mi dref, dor sinen torn,
225 do in den drek vel dat korn.
Ik hebbe up mins vader bein
gestallet dicke, des möt ik gein,
dat is gröt sunde, dat weit ik wol.
So hebbe ek mines heren köl
230 bebeten unde dat gras,
dat mines heren nicht en was.
Ok do ek dicke gröt ungemak
deme, de mi schal den sak
upleggen, dat ek one drege,
235 to slände ik one dicke plege;
daranne verdönde ik weder slege.
Ik gink eins up enem wege
— durch ganse bicht ik dit nu do —
dat was up enem morgen vTo,
240 dar quam ein pelegerne mi to,
deme hangede dat stro üt sinem scho,
dat böt ek ome alle gader af;
nicht grote schult he mi gaf. —
Do röp de wulf mit undult:
245 ‘Des dodes heft he wol vorschult!
En dachtestu unsalige wicht
des kruzes unde des vredes nicht,
de al de jene schal bewaren,
de to hilgen steden varen ?
250 de pawes het sinen ban
darover gelegget, welk man -
den breken unde welk wif,
dat gilt de sele ome unde dat Iif.
AI dat du anders hevest gedän,
255 dat lete wi wol overgän,
mer desse sunde is also gröt,
dat du dorch recht most bliven döt.
Dat was röf unde duve beide,
260
265
270
275
280
285
290
295
300
156
deme elenden dedestu leide
ser sinen voten unde schaden.
Mit sunden bistu so vorladen,
alsus men deven tohant plecht,
queme ein klage, dat were din recht.
Dat wil ek, dat wi di nu schonen
unde alle din slechte nicht en honen,
wente schande trit dicke an de erven.
Du most van unsen tenen sterven,
dat schut di, icht dat di behaget.’
De esel sero wart vorzaget
unde sprak alsus: ‘Nein leve here,
gedenket an juwes sulves ere
unde der vil gnedeliken wort,
de ek van groter dät gehört
hir hebbe jutto van ju beiden,
unde latet mit gude uns nu scheiden
unde settet ene bote nu mi,
de mi ichteswat gnedich si.
De wil ik holden unde lesten,
min schult is nicht bi den mesten.’
Do sprak de wulf: ‘Ik wil dat tein
uppe den vos, dat du hest gegein,
unde sulke duve hest gedän,
dat me di van rechte scholde hän.
Ik lete mi mit besmen slän,
dat ek des mochte ummegän,
nu möt ek richten na der schult.
Wenne ek rade, hebbe gude dult!
du schalt, broder, weten dat,
dat doch leve noch dorch hät
schal over di dut richte gan;
icht recht schal in der werlde stän.
Doch wille wi dine sunde helen.’
Alsus gröp he one bi der kelen,
de vos grep on bi der ten,
se aten on up went an de ben.
Sus wart geholden ome de vrede,
dat kostede ome lif unde lede.
We truwen wel dem ungetruwen,
bi wane schal it ome ruwen.
Ik love, dat it ök selden ome die,
icht men an kumpanie
sik to dem untruwen döt,
went he drecht des wulves möt.
Me secht, dat de esel bedude
-
an
305 al de guden hüslude.
De wulf bedudet ök alleine .
de bosen richter algemeine,
de mit gewalt den hüsman heret
unde al sin güt to unrechte teret.
310 De vos de kumpän beduden schal,
de deme hüsmanne also wol
gewinnen kan af al sin güt.
Ok welke wort se ome döt
mit list, mit valscheit unde mit eiden,
315 me schal sek hoden vor den beiden.
CL.
Van den bomen unde orem konninge.
De bome van den worden
des to rade worden,
dat se wolden enen konnink kosen,
deme se wolden underdän wesen
5 mit dönste sunder wän.
$e quemen up enen dach
to hope, dar men sach
vil mannigen böm van hoger art.
De hof dar wol geholden wart.
10 De olden bome unde de wisen
begunden mannigen böm dar prisen,
de dar wol wert der herschop were
unde aller konninkliker ere.
Der dannen böt men äörst de kronen.
15 De sprak, dat one Got moste lonen,
se en dorste sek der nicht underwinden.
Darna boden se se der linden
dor soiten roke unde schone.
Se sprak: ‘Dat ju Got allen lone,
20 dat gi der herschop mi gegunden!
so mannigen beteren gi wol vunden
van togen, der ein vorste plecht.
Hirto bin ik ju nicht recht,
wente ik bin krank unde wek
25 unde ök vil dicke bin ik sek. -
De vuchten, eken unde boken
begunden se sunderliken soken,
icht se der herschup begerden
unde sek nicht darvor en werden,
30 doch en wolden se nicht der ere,
wente der wint ore mester were,
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Widen, ahorn, espen unde berken
begunden dat vil sere merken,
dat nemant konnink wesen wolde,
se spraken, dat men it noch scholde
an den bomen bet besoken.
Do bat me de hageboken,
se sprak, se were sunder vrucht
unde stunde side buten der lucht,
dat dönt queme or Öök nicht rechte,
wente se were van armen slechte.
Den kerseböm sprak me do an,
de sprak: ‘Darto ck nicht en kan
noch mit worden noch mit late;
went ek geladen sta up der strate
sunder hode mit den beron,
so en kan ik ju nicht geweren
den hagestolten mit nenen dingen
noch den megeden, se enspringen
up mi, unde dar to den bucken,
se en spliten mi to stucken.
Icht men des mit konningen plecht,
so mach ek wesen ju darto recht.’
Do stunt darbi lank unde gröt
de walböm, dem me dut böt.
De sprak snelle: ‘Got lone ju, heren,
dat gi mi also wolden eren
boven de bome unde al min slechte!
Wol wasse ek höch went an de lucht,
doch so ne mach ek nummer vrucht
van noten willichliken dregen,
men bringe mi darto mit slegen.
Wo mochte tom konninge de gevogen,
den de lude also döt slogen ?
doch doge ek bet de sterken
slege, wenne ek to Denemerken
ein bemesch konnink were,
wente ek moste sterven schere.’
Do sprak de busch: ‘Men schal ök sein,
de steden bome, de ek gein, |
de de winter mit siner kracht
der blader nicht beroven mach,
dat gi alle wol seit,
unde is de busböm, de jo steit
al dorch dat jär grön alse ein gras;
so wert he is unde ök ju gewas
sin holt allen luden behande,
dat is witlik in dem lande.’
so
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159
De jene spraken: ‘Dat were unrecht,
de mit uns nicht to wonende plecht,
dat we deme herschop scholden gunnen.
Mer jo mit moneken unde mit nunnen -
sin woninge is to aller tit,
des blift he wol der herschop quit.’
Hirna worden se des to rade,
dat me den hagedorn do bade,
dat he sek vrilik underwunde
der herschop, went me nicht en vunde,
de ome likende in dem lande,
he were wis unde behande,
hart, scharp unde swinde,
al unvorzaget vor dem winde.
Do se hadden des ein räm
umme enen konnink, do quam
de brämber darto mit struken mangerhande,
der me ein d&l ök nicht en kande
noch bi namen noch wu gewunnen;
de wolden om der herschop gunnen.
Mit grötem schalle sprak de bräm:
‘Gi hebben mannigen harden räm
umme enen konnink unde heren.
Nu wolde ek ju ein luttek leren,
des ek wol mach gein,
nemant schal de grote ansein,
de stoltheit noch de hogen slechte;
mer me schal dat merken rechte,
dat de stolten werden vorsten
de kunden wol unde dorsten
mit degedingen betucken
mit klökheit unde mit valschen mucken,
de sek vorhoden nicht en kunnen.
De sint, den me wol schal gunnen
dus groten herschop in dem lande.
De heren sin nu behande
mit alsusdanen valschen seden;
or volk wert dar vorsumet mede.
Ik wet or weinich in der borde,
de ju in dusser klökheit worde
vullenkomen sunder mi alleine
120 unde wil ju seggen, wat ek meine.
125
Dut konninkrike is mi bescheret,
went ik werlich bin geweret
van dusser kunst al vorgenomet.
We des nicht wil loven, de wert vordomet,
er. he sik kume kan vorsinnen,
a Ace Tuner wauenl > 2220 „. Sl aD Sala u rc
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wenne sterke so gröt icht gewinnen
mach ein böm wal
vor to vallen unde vorderven al.
Ik hete bräm in minem neste
unde wil wesen ök de beste
konnink, de ju gekoren wart.
En bin ek nicht van hoger art,
doch bin ck klök unde wis,
daranne lit nu der heren pris.
De van den schopen is genomen,
de is nu to dem konninkrike komen.
Darumme keset mi nu alle gader,
ik wil juwer aller vader
mit gunste wesen, nicht ein here!’
Den bomen was de rede unmere,
dat he dorste na der ere
stän, sint he so snode were,
se repen al do overlüt:
‘Du vule stinkende bose krüt!
dornstu di vor enen böm nomen ?
dat di Got mote vordomen!
wultu mit dines schalkessede
herschop vordenen, du schalt mede
werven unsälde unde grote slege
van den alle dage,
de di dar in de tune windet
unde mit groten slegen bindet.
Var hen drade üt unsen ogen!
nicht lenger kunne we di dogen,
di snoden böm so leide.’
Do he vör weder up de heide,
dar he wente up sinen ende blef;
den groten bomen was dat lef.
‚Dus wart mit gansem kore gekoren
to konninge de hagedorn,
de entfink it dorch orc bede,
des he gerne nicht en dede.
Men secht, dat de bräm bedude
de snoden dunkelguden lude,
de an unsinno so voroldet,
dat se sik also holdet.
On dunket, dat in al dem rike
en si nicht or gelike
van sinnen unde van al dem sede,
dar me mach de kloken mede,
de sek nu valscheit nicht vormoden,
161
— dat sint de truwen unde de guden.
De dussen grote bösheit deit, .
mit aller valscheit overgeit
175 unde sprikt, et si der werlde sede
unde wonet ök ore ere darmede,
dat se heten landesvorsten,
darna se denken nicht en dorsten,
icht or valscheit nicht en were.
180 Mit valscheit krigen geistlike ere
en mach nicht lange bestän,
wan Got darover sin ordel gän
let, dat ot möt gewroken werden
beide in der helle unde up der erden.
185 Wol is valscheit nu der werlde sede,
. doch so möt de ere volgen mede,
CI.
Van deme apen, wo he konnink wart.
In dem mere ligget ein wolt,
darinne hebbet ein holt
de wilden apen, de sik vodet.
We sik vor on nicht en hodet,
5 dem wert schalkheit van on gedän,
wel he dar ane were gän.
Hir was ök ein ape mede,
de wuste ein del des konninges sede,
went he van joget an sinem hove
10 gewonet hadde an grotem love;
dat he mit sinem schaden vorlös.
Do he des konninges hof vorkös
unde in dem wolde wonen wolde,
do vorstal he an stenen unde an golde
15 dem konninge mannige mark gewert
unde sinem sonen ein klene swert;
do stal he ein scrin der konniginnen,
dar vingerlin vele was enbinnen,
halsbant unde orer dochter krone.
20 Dat nam he mede to lone
unde vör hirmede to sinen magen.
Do se dut van ome gesagen,
men kös on to konninge na siner bede,
dorch sin golt dat me gerne dede,
25 unde wart daraf ein mogent here,
al sin güt al duve were.
Dat halsgolt he do vorebant
Niederdeutsche Denkmäler, H,
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162
unde töch de vingeren an de hant,
de kronen he up sin hovet nam.
Vel mannich ape darto quam,
dat dönt was dar mannichvolt.
Do quemen dar dor dat holt
twene man gesellen striken,
de ne kunden sik nicht geliken,
doch weren se an older wol gelik.
De ene dröch ein swert bi sik,
de andere gink ane were.
Do se sach der apen here,
do begunde he se beide laden
to siner hochtit sunder schaden,
dat se dat dönst segen,
des ome de apen vorplegen.
To dussen dingen was one leide,
doch gingen se vor ome beide.
De jene de dar dröch dat swert,
de was al der werlde unwert,
wente he nicht wenne logene sprak,
de ander dar nicht ne brak,
wente he gerne spreken wolde
de wärheit, wat dat kosten scholde.
De konnink grotte den mit dem swerde
unde sprak: “Vrunt, du unde din geverde
sint her gekomen to minem hove.
Sprek, wo sta ik an dinem love?
wat mannes dunket di, dat ik si
unde alle, de hir nu stän bi mi?’
De ene sprak: ‘Du bist ein here,
ein schone konnink, mit groter ere
gekronet wol na konninges sede.
De vor di stän, dar schaltu mede
dine viande bedwingen
unde alle underdanich bringen,
wente ot sint vorsten unde greven,
de sik din node begeven.’
De konnink sprak: ‘Al dusse wort
hebbe ek gerne van di gehört.
De konnink kuste en vor den munt
unde gaf om goldes ein half punt
unde sprak to sineme kumpane:
‘Sage mi, vrunt, na dinem wane,
wat volkes sint wi alle gader?”
He sprak: ‘Ein ape was din vader,
du bist ein ape an allem done;
din halsbant, vingerlin unde din krone
163
75 en was van örste nicht din gedrechte
van Godes hant. Van dinem geslechte
is mannich geboren und levet noch,
de nu kronen noch golt gedröch.
De vor di stän, de sin alle apen,
80 vor allen deren jo vorschapen;
dut wet ik wol’ sunder wän.’
Do heit on de konnink wol dorslän,
umme dat he nicht sprak wenne wär.
Do voren se ome al in de har,
85 se begunden one kleien unde biten
unde sine kleder tospliten.
Vil kume he vor one genas;
wenne dat he one vele sterker was,
so were he al dar gebleven;
90 dut lön wolde om de wärheit geven.
De wärheit mach sin geladen
mit sunden, schanden edder schaden,
der swige me in aller sake,
dat me dare nicht ledes mede ne make.
95 Doch steit de wärheit wol to love,
icht se Ök al unwert si to hove.
We wol to hove legen kan,
de hetet nu ein kloker man.
We nicht men mit der wärheit veret,
100 vil kume he sik nu generet.
Gode levet de wärheit ane twivel,
de logene jaget jo den duvel.
Ysopus est herba, Esopus dat bona verba.
HE
Lesarten und Anmerkungen.
nette ee
Vorbemerkung. Die handschrift, welche die vorstehend zum ab-
druck gebrachten fabeln enthält und über welche die einleitung ausführ-
licher berichtet, hat auf jeder seite 2 spalten mit je 36—40 abgesetzten
versen. Die anfangsbuchstaben der letzteren sind mit rotem zierstriche
durchzogene und 2. t. dadurch verdeckte maiuskeln. Ganz mit zinnober
sind die überschriften, das jeder moralischen nutzanwendung vorgemerkte
Sequitur moralitas und die anfangsbuchstaben jeder fabel und anwendung
geschrieben.
Der gebrauch der abkürzungen ist ein mässiger, er beschränkt
sich im allgemeinen auf den strich für n und m, die häkchen ’ und *
für er und re, das unten durchschleifte p für pro. Stets abgekürzt,
bald in uf, bald in ufd, ist unde.
Der ‚schreiber der hs. besass eine geübte hand, war aber sehr
flüchtig. Einige buchstabenformen hält er nur wenig auseinander, so
dass zuweilen der zusammenhang über die lesung entscheiden muss.
besonders nüheren sich die formen für a und e dem zwischen ihnen
liegenden o, auch b und v sind einigemal, st und sc fast durchgehends
ganz gleich geschrieben. Ueber anderes vgl. Wiggert s. 29.
Die vorlage des schreibers muss gleichfalls einige sich einander
annäherende buchstabenformen gehabt haben. Es deuten darauf gewisse
fehler, deren entstehen sich nur so erklärt, h und k sind 2. b. ver-
wechselt 3, 10. 6, 27. 49, 95; b und k 27, 87. 86, 55. 78,25; b undh
3,102. 6,15. 49, 202; m und w 7,73. 10, 114. 49, 202. 76, 20;
ce (k) und t 2; 39. 21, 25. 28, 29. 61. 36, 54. 55, 119. 58, 65.
79, 46. 81, 32.
Äusserste lüchtigkeit zeigt sich auch darin, dass oft silben und
buchstaben ausgelassen sind. So findet sich 14, 13. se für wise; 30, 37.
derve für bederve; 61, 123. anden für vianden, vgl. auch 2, 63. 39, l.
53, 103; ein r fehlt V, 64. 34,7. 88, 77. 45, 14. 67,12. 81,92; ein t
46, 14. 45, 68. 58, 15. 62, 25. 42 usw.
166
Die orthographie der hs. — zu fab. 97 und 99 sind längere
proben gegeben — habe ich nach den von Lübben in der vorrede zum
Reineke Vos s. XIX f. ausgesprochenen grundsätzen geregelt, und ich
merke die hiervon betroffenen abweichungen der hs. unter den lesarten
nur an, wenn sie beachtungswert erscheinen. Verbindungen wie
had ik, heb ik für haddiık usw. habe ich ganz wie sie die hs. bot
belassen.
Auch in der setzung des circumflexes bin ich dem gebrauche
Lübbens gefolgt und nur in einzelheiten abgewichen. Der conjunction
ök und dem adjectiv läm habe ich den circumflex gegeben, mer ‘aber’
denselben genommen.
Die hs. bezeichnet die länge des vocals nur bei gewissen wörtern.
und zwar durch seine verdoppelung, häufig in tijt, hijr, seen, mitunter
in prijs, wijs, gescheen, teen, been, deet, veer «. ä., einmal in daat-
‘die tat’.
In der anwendung des s weichen text und hs. nur in einigen
fällen von einander ab. Sie gibt oft ezel neben esel, immer sage für
zage, sagel neben tzagel, solt neben tzolt, artzedie für arzedie, immer arste.
ı und j gebraucht sie regellos durch einander. Es findet sich
iuwe neben juwe, jennich neben iennich.
Um die anmerkungen von gewissen häufig wiederkehrenden ab-
weichungen von der handschriftl. überlieferung zu entlasten, et ich
dieselben nur hier an.
Die verba gein, (ge)schein, sein, tein, vlein sind in der hs. meist
mit e oder ee, nur an folgenden stellen mit ei oder ey geschrieben :
gein 77, 24. 85, 58. 86, 96. 100, 77. 101, 227. 281. 102, 103. — schein
49, 13. 75, 23. "86, 98. 90, 17. 101, 219. — sein 74, 30. 77,23. 83, 44.
85, 57. 86, 97. 90, 18. 92, 62. 102, 104. — tein 1,21. 75, 24. 83, 83.
101, 280. Vergl. darüber die einleitung.
Die präterita kunden und begunden sind, meist ohne rücksicht
auf den reim, oft mit u, meist jedoch mit o in der hs. überliefert.
Vergl. zu 85, 3.
Das wort vruwe findet sich ausser in En auch noch in der
schreibung vrouwe und vrowe. Für letztere habe ich allenthalben vrouwe
gesetet. Vogl. zu fab. 27.
Die adverbia neder und weder sind mitunter (2, 39. 3, 38. 48. 84.
5,17. 8,46. 9, 49 usw.) mit doppeltem d, die pronomina jene und
jenich 1,16. 7, 31. 31,50. 37,13 u. ö. mit doppeltem n geschrieben.
Bemerkenswert ist, dass im Mandeville derselben hs. für wedder, nedder |
das doppelte, für eder ‘oder das einfache d, für jenne das doppelte n
regel ist.
Es erübrigt endlich noch, hier eines gebrauches der ee
unde zu gedenken, welcher zwar auch in ‚andern denkmälern als dem
vorliegenden, aber in keinem mit so zahlreichen belegen auftritt.
Im mnl. (s. Reingert hg. von Martin s. 454) gilt die regel, dass
ende ohne pronomen pers. einen satz. anknüpfen kann, dessen subject
das object des vorigen ist. Dieselbe freiheit in auslassung des me
167°
waltet in mnd. denkmälern, besonders älterer zeit, und die nachstehenden
belege werden zeigen, wie der conjunction unde die fähigkeit beiwohnt,
einen benachbarten accusativ, dativ oder genitiv als subject auf-
zunehmen. =
Das aufgenommene subject ist in einem accusativ enthalten:
62,27 do al dat velt vul kornes lach, vil dicke ik di daruppe sach,
unde (= u. du) ne drogest nicht to hüs; 69, 51 ök heb ik on ge-
leidet here, unde (= 4. he) steit hir nu al sunder. were; ebs. 4, 45.
65, 90. 103, 25; Namelos 1377 desse rät en wol beväl, unde (= u.
se) senden enen boden; Zberhard 980. 1613; sächs. welichron. 182, 38;
dtsch. chron. II, 594, 21; Korner 165 (W); Dithm. L. R. $ 61.
Ein dativ geht voran 5, 17 der müs wart to der mere leide,
unde (= u. se) sprak; 75, 51 so weme an siner art genoget, unde
(= u. we) holt sek; ebs. 3, 83. 5,7. 8,39. 19,12. 29, 37. 32, 22.
38, 29. 41, 41. 47, 95. 84, 23; Zeno 358. 797; Eberhard 45. 633;
Bruns Ged. s. 341, 2. 13; sächs. weltchr. 93, 23; Lübeck. chron. II
s. 141 med.; Hamb. chron. s. 352; de vorlorne sone (Stockholm. hs.
n. 29) 642; Brandanus 119; Gories Peerse Van Ysslandt (16. jh.)
Wem desse dinge nicht wol gevallen, Unde (= uw. we) desse kost
nicht kan vordouwen alle, De kan sick yn Ysslandt nicht erneren.
Miünst. chron. LI, 139. Vyl. Passional hg. von Köpke 322, 9. 92 u. 6.
‚Ein genitiv oder ein pronomen posses. liegt vor 18, 48 do
gink to scaden ore dink, unde (= u. se) woldent gerne wederkeren;
ebs. 27,15; Wfb. Es. 55, 15 min here miner plecht wal, unde
— u. ik) lide nummer nöt; ebd. 101,33; Namelos 36; Eberhard 1047;
sächs. weltchr. 214, 29 und nachfolgend 180, 35 do he darinne be-
sloten was, unde (= u. se) in nicht utlaten ne wolden, he slöch ire
vile döt; de vorlor. sone 746 Do hadde de jungelink vornomen
Der thover ein vil grote dat her, Unde (= u. se) nemen ene al
sunder wer Unde vorden ene an der hellegrunt. Ebs. Stat. Brem.
s. 240. 248. |
Die auslassung des pron. person. vor zeitwörtern, wie sie 2. b. in
der sächs. weltchron. und bei Eberhard (s. Weiland s. 395) vorkommt,
erlaubt sich Gerhard ausser in füllen, welche unter die oben aufgestellte
regel fallen, 18, 35 do gink it echt to ener bede, unde baden. Ofter
fehlt das unpersönliche it, wo es die nhd. sprachregel verlangt, nicht
aber die mnd., 2. b. 10, 10. 54, 66. 49, 54. 98, 31. 100,5.
Abkürzungen. Die meisten der in den anmerkungen angewandten
abkürzungen sind die aus Schiller und Lübbens mnd. und Lexers mhd.
wörterbuche sowie aus Oudemanns Bijdrage tot een middel- en outneder-
landsch woordenbock bekannten. Nach der neuen ausgabe in Deutsche
Ohroniken bd. II. 1876 (bearbeitet von L. Weiland, mit glossar von
Ph. Strauch) ciire ich die sächs. welt- und Eberhards reimchronik,
nach der handschrift den Wolfenbüttler Esop. Durch ein vorgesetztes
‘Ties’ sind einige druckversehen des textes gebessert.
Erklärung bedürfen folgende Abkürzungen:
168
Aes. mor. — Aesopus moralisatus cum bono commento. Impressus a.
MCCCCXCIIL (Hain n. 311). Einige besserungen ergab die
vergleichung einiger sonst weniger .correcten ausgaben. (Panzer,
ann. typogr. I p. 343 n. 492; Hain 304 u. a.)
An. Nev. = Anonymus Neveleti in der Mythologia Aesopica (7610)
des letztern, wieder abgedruckt in der Zweibrückener ausgabe des
Phaedrus s. 1883—202. Ich citire ihn nur, wo er in der reihen-
folge der fabeln vom Aes. mor. abweicht.
Olignett = Bijdragen tot de oude Nederlandsche Letterkunde, door
Jac. Arn. Olignett. In’s Gravenhage 1819. 8,
Romulus = Romulus. Die Paraphrasen des Phaedrus und die aeso-
pische Fabel im Mittelalter von H. Oesterley. Berlin 1870. 8.
Wiggert = Zweytes Scherflein zur Förderung der Kenntniss älterer
deutscher Mundarten und Schriften von Fr. Wiggert. Magde-
burg (Programm des Domgymnasiums) 1836. 8°. Ausserdem
bezeichne ich ebenso einige handschr. hinterlassene besserungen des
verfassers.
Wfb. Es. = Wolfenbüttler Esop. Vgl. Hoffmann von Fallersleben in
Pfeiffers Germania bd. 13, 469—478 und Niederdeutscher Aesopus.
Zwanzig Fabeln und Erzählungen aus einer Wolfenbütteler Hs.
des XV, Jahrhunderts. Herausg. von H.v.F. Berlin 1870. 8.
Vorwort. Abgesehen von v. 17—24, bei welchen der prologus des
Wfb. Es. von v. 7 an benutet ist, liegt für v. 1—36 die prosaische,
für v. 43—76 die metrische einleitung des Aes. mor. als quelle vor,
deren wortlaut zur vergleichung hier folgt. Graecia disciplinarum mater
et artium inter ceteros, quos mundo tulit sapientes, unum edidit
memoria dignum Aesopum nomine. erat enim ingenio clarus, studio
sedulus et placidus facundia. qui inter cetera quae scripserat utilia
fabularum exempla utilibus plena etiam litteris commisit et in unum
redegit opusculum. in quo et parvuli diligentes instruantur et jocundi
reddantur adulti. liber igitur iste primo graece conscriptus est ab
Aesopo; post hunc a Romulo imperatore romano ad instruendum
Tiberium filium suum in latinum venit. deinde rex Angliae Afferus
in anglicam linguam eum transferri praecepit. Aesopus itaque de
fabulis agens res inanimatas introducit loquentes videlicet et bestias
‘et volucres et fabulose de eis scripsit, sed de singulis moraliter
concludit. Darauf folgt in distichen UÜt iuvet et prosit conatur pagina
praesens, Dulcius arrident seria pieta jocis. Hortulus iste parit
fructum cum flore, favorem Flos et fructus emunt: hic sapit, ille
nitet. Si fructus plus flore placet, fructum lege: si flos Plus fructu,
florem: si duo, carpe duo. Ne mihi torpentem sopiret inertia sensum
In quo pervigilet, mens mea movit opus. Ut messis pretium de vili
169
surgat agello, Verbula sicca, deus, implue rore tuo. Verborum lenitas
morum fert pondus honestum, Ut nucleum celat arida testa bonum.
Die erste seite der hs. ist Jhesus Maria rot überschrieben. — 3 behande,
im mnd. wich. nur in der auch von Gerhard einigemal gebrauchten
form behende und der bedeutung ‘geschickt, listig’ belegt, findet sich noch
30, 32. 67, 30. 87, 27. 101,6. 102, 77. 90. 114. Das gleichbedeutende
gehende ist mhd. und mnl. auch im sinne von ‘bei der hand, gegen-
wärtig, nahe’ gebraucht, vergl. Lexer s. v., Oudemanns II s. 417.,
Clignett s. 8311. Denselben sinn hat behende bei dem mundartlich dem
mnd. nahestehenden compilator des Karlmeinet 878, 14 vgl. Elegast 305,
und auch für Gerhard trift die angegebene bedeutung sicher an folgender
stelle zu: 38, 37 de (der gerufene teufel) ome was vil behende (die
lat. quelle hat qui protenus astans), ferner 102, 77 ök ju gewas sin
holt allen luden behande. Auffällig ist: der mangel an belegen für die
bedeutung ‘schnell, alsbald’ vgl. Kilian behend agilis, citatus, pernix,
an die erinnert wird, wer 80,32 de man was wis unde bekande ore
logene unde wort behande mit dem wortlaut der quelle ille autem
iuvenis mox eius fraudem considerans vergleicht. Erst in späterer zeit
überwiegt dieser sinn z. b. Schöne Künstiyke Werldtspröke (Hamborch
1601) bl. 15 Richt dy thom Dode unde see upt end, Idt ys nicht vern,
ydt kümpt behend, welcher sich in älterer zeit nur darin geltend macht,
dass behende besonders der genannt wird, welcher, schlagfertig in wort
und tat, sofort das nötige zu tun weiss, es ist behendicheit deshalb auch
das eigentliche wort für die routinen der processführung. — 5. 55 eynem
7 vromde mere bedeutete in der schulsprache ‘allegorien, apologie’ vergl.
Schueren ‘vremde rede. Allegoria. alienaloquium et huius sunt
VII species.’ Vgl. 7,7. — 14 ne wan 15 ne Wiggert) he 18 waren
22 ök fehlt, vgl. indess Lübben zu R. V. 78. — 23 mocht 25 über
Romulus und Alfred vgl. Oesterley im Romulus s. XXI und XXVII,
— 39 die redensart sunder wän, bei Gerhard noch 29, 116. 52, 10.
102, 5. 103, 81. (häufiger bi wane 7, 8. 25, 22. 32, 10. 41, 56. 81, 76.
84, 33. 93, 52. 95,9) u. ä. sind ziemlich bedeutungslos und finden sich.
in den meisten nınd. dichtungen älterer zeit, Namelos 64. 102. 175. 187.
509. 1019. 1207, 1295. 1300 u. ö.; vorlorn. sone 689. 890; Segheler
86. 109; deif van Brugge 29. 56. 169. 222. 801. 882. 421 u. Ö.;
Laiendoci. s. 12. 20. 29. 58. 68 u. ö.; Wfb. Es. 70, 57. 98, 9. 99, 45.
102, 50, 114,3 u. ö.; holt des h. eruzes 326. 517; Anselmus 64. 775;
Stockh. Theophilus 62; Eberhard 128; wucherers paternoster (in Pfeiffers
altd. übgsbuch) 60; Van den dren koningen (im Hartebök) 39. In
späterer zeit scheint man ihrer überdrüssig geworden zu sein, im Beinaert
häufig, findet sich sunder wän im R. V. gar nicht, ebensowenig im
Dodesdanz u. a., vereinzelt bei Lüntzel Stiftsf. 197, und sunder twivel ist an
seine stelle getreten. — 40 we’ 43 bringet die form mit e ist zwar
nirgend in der hs. überliefert, aber häufig in den westlichen teilen West-
falens. 44 mit Wiggert) rad 47 wes 48 ‘dem wird seines sinnes, des
sensus moralis (der genitiv ist abhängig von min), desto weniger zuteil’.
Die in den text aufgenommene besserung ändert an der handschriftl.
Niederdeutsche Denkmäler, II, 12
170
Überlieferung de synes sines nur wenig, doch würde zu dem v. 47. 48
gesagten de sines sinnes werde in ‘wer für die lust an der erzählung
unempfänglich ist, der werde wenigstens der moral inne’ besser stimmen.
— 49 Catonis dist. III, 7 Interpone tuis interdum gaudia curis Ut
possis animo quemvis sufferre laborem. Dieselbe stelle übersetzt Bar-
tolomaeus im arzneibuche (Gothaer progr. 1872 von Regel, s. 6) Mester
Katho leret unvorborgen, By stunden mennige (!. menge) vrouden de
(l. unde) sorgen. — 49 Der reim late : Kato ist so auffällig und war
so leicht zu umgehen, dass man meinen muss, der dichter habe her Kate
geschrieben, wie er nach schülerbrauch in seiner jugend nach analogie
von Otto Otte, Anno Anne gesagt haben mochte. Ueber Cato als schul-
buch vgl. Die dieisce Oatoen, witg. d. Jonckbloet (1845) prol. 24 een
boec es dat die clerke lesen als sie erst ter scolen gaen und ebd. s.
VIII — 50 Freidank 85, 13. — 54 vgl. Cato II, 18 Insipiens esto
quum tempus postulat aut res Stultitiam simulare loco prudentia
summa est, — 57 vgl. Facetus bei Wiggert s. 7 hic quoque facetiae
(d. i. hovescheit) ortulus undique flores deutsch dut bök gift blomen
unde vrucht, dat is hovescheit unde tucht, wovon die letzten worte
bereits oben v. 35. 86 verwendet sind. — 62 beyde vgl. 3, 98. — 64°
der Wiggert) de 73 mere) were 75 dorer, vgl. Boner Nachwort 15 Ein
dürre schal dik in ır treit Ein kernen grözer süezekeit.
Fab. I. Quelle ist Aes. mor. 1., vergl. Wfb. Es. 1. — Die ähn-
lichkeit mit dem mnl. Esopet, bei Cligneit s. 12. Int mes daer een
hane sochte Spise, die hi eten mochte Dar vant hi enen dieren
steen Doe seide die hane: haddi en Ghierech man aldus hier vonden
usw. erklärt sich aus der Benutzung des Anon. Nev. — 3 sten 4 schen
s. 45,1. — 8 unreyne s. 85, 20 — 12 su und seit des to mi, eine
bei Gerh. häufig wiederkehrende redensart, s. 10, 19, 49, 50. 67, 42.
71, 78. 73, 4. 92, 40., finde ich sonst nur noch Namelos 1478. Wie
Gerh. 38, 26 zeigt, ist die bedeutung “vertraue mir darın, glaube mir P
— 14 eyne 19 wil Wiggert) wis 22 den stein 23 sunlich.
Fab. II. Quelle ist Wfb. Es. 2 und Aes. mor. 2. — Die über-
schrift fehlt. — 3 wo) wat ‘wie der bach hiess’ — 9 deil 16 ık ge
‘concedo’ 24 "wlomen’ hier intrans., Wfb. Es. 2, 13 transitiv, die be-
deutung ist ‘turbare’ vgl. J. Grimm, kl. schriften V. 261. Das wort
ist noch heute in Westfalen gebräuchlich, vlom sagt man vom lehmfar-
bigen wasser, Herrig Archiv 55 (1876) s. 158. — 26 tach 33 leiden,
gegensatz zu leven leiven ‘wann einem die freundschaft verleidet wird’
vgl. 84, 23; Flos 151 Jedock en wil ik di or nicht leiden Unde Öök
se nicht van di scheiden; Braunschweiger reimchronik 837 des konninges
hof begunde leiden Dem jungen hertzogen klar. — 38 clappent
39 scalt) sik stalt 41 mynder eyn jar 42. 51 clappen. Der reim ver-
langt den 57, 50 und auch sonst wenn auch selten im mnd und mal.
belegten einfachen inlaut. — 44 wanliken-gelden 50 to ore 51 darustu
55 die moral ist sequitur aliud capitulum de sensu morali überschrieben,
171
in den übrigen fabeln nur Sequitur moralitas. 61 an liff an ere
63 unwärheit Wiggert) warheit.
Fab. III. Als quelle sind Wfb. Es. 3 und mehr noch Aes.
mor. 3 benutzt, aus dem ich folgende mit dem Romulus Gottingensis
gleichlautende stellen zur vergleichung ausziehe: Mure in ostio molendini
super limen residente supervenit rana ex campo, et mure .salutato,
cuius illa domus esset, eum interrogavit. Quam suam esse respondit.
Rogavit ergo rana murem, ut ipsam nocte illa in hospicio susciperet.
Cui mus benigne eam intrare concessit . ... apposuit ei grossam
farınam ... * Et placuit ranae locus et cibus, sed cum potus diu
expectatus non venit rana ergo potu assueta sitibunda tristis recedit
(mus) de illo beneficio recompensam se velle habere dixit.
INis auditis rana respondit, quodsi secum. ad sua vellet transire sibi
reddere vellet cibum cum potu in copia. Cui mus assentiens pariter
iverunt per prata ad fluvium. Erat autem rore plenus.. volebatque
desistere, sed ipsum rana confortavit et in vicino domum suam esse
dixit.. Tandem itaque prato a mure vix pertransito venerunt ad
fluvium et ait rana: hanc aquam transire debemus, quod domus mea
ultra est .. . mus sic inquit . . hospictum tuum adire nequeo,
quod rore prati gravatus adhuc gravioribus aquis me committere non
audeo. Ait ergo rana .. . filo nos alligabimus tu in collo et ego in
pede ıneo et sic te adiuvabo ... Ipsis itaque in medio fluminis jam
positis rana exclamando dixit ‘ego confisa nimis meis viribus, iam
deficio et ad profundum ducor’ peritura sponteque se. submergens
muri machinata est naufragium. Et sic mure’ adhuc existente ad
litus fraudem. intellexit, et sic orta est ibi lis magna inter ambas
partes .... rana namque ad fundum traxit et musadlitus.. Milvus,
qui forte spectatrix erat .. murem unguibus accipiens et annexam
ranam similiter trahens. Qui cum ad mortem trahi videret, sic fertur
locuta fuisse: ‘qui socio suo parat opprobrium non immerito cadit
in Jaqueum. — In der hs. lautet die überschrift Van der dorpmus
unde veltmus, wer sie gesetzt hat, meinte also fab. X vor sich zu
haben, Die verwechslung beweist, dass die überschriften erst nach-
träglich gegeben sind. Ich habe unde vorsche geschrieben, denn den
artikel verlangt der sprachgebrauch bei einem mit unde angereiheten
substantiv auch dann nicht einmal, wenn es von dem ersten im geschlecht
abweicht, wie 34, 10 de bük unde hovet; 93, 36 de stengel unde gras;
die überschriften zu fab. 12. 17. 21. 27. wa; zuR. V IIL2.
III, 8.; Dodesdanz 712. 1229; dtsch. chron. Il. 591, 14 zeigen. Auch
wenn zwei substantiva in gegensatg zu einander gesetzt werden, kann
der artikel bei einem derselben fehlen. So mangelt er dem ersten sub-
stantiv Vw. 58. 63, dem zweiten Vw. 59. 65. 66. — 2. 73. 91 eynd
5 vrowe 8 holden bi ‘herbergen’ 10 holt) kolt. Es bedeutet wie be-
holt ‘aufenthalt, herberge’ vgl. 103, 2. — 25 doch) dar 26 doch fehlt
39 do) de ‘und dass ich ferner dafür nichts verlangt habe, dass ich
euch in mein loch führte, als mit dem abend die not an euch herantrat,
172
ihr also gezwungen waret, mir für die bewirtung jeden preis zu zuge-
stehen’ 45 Vielleicht ıst nu statt mi zu schreiben 65 de mus dat or,
86 Wiggert vermutete mat für nat, vgl. indess oben rore gravatus
aquis me committere non audeo — 87 ju) di 91 lies enem 92 unde
mi 94 juk 102 bot) hot ‘bot, ende, endchen’ ist zwar im mnd. wich.
s. u. but nicht belegt, aber um so unbedenklicher herzustellen, als b und
h von dem schreiber auch sonst verwechselt sind. Vgl. Ed. Krüger,
Uebersicht d. heut. plattd. spr. (1843) s. 50 bott ende, länge eines
strickes; Laiendoctr. hg. von Scheller s. 216 bot ende; brem. wich.
VI, 15 bot nennen die kinder das garn, womit sie einen drachen
steigen lassen. — 103 vloyt Dass der mundart des schreibers oi für
ö geläufig, beweisst der Mandeville ders. hs., wo durchweg hoyde, soyte
usw. geschrieben ist. — 113 de mus to kroch 126 cople tobrak
130 dat — vrunde. Wiggert ändert in viende, wogegen zusammenhang
und quelle sprechen. Es ist vrende herzustellen. Dem schreiber war
diese form, wie auch die verderbniss 13, 52 beweisst, nicht geläufig, und
er änderte stets in vrunde 2. b. 38, 37 (:behende). 94, 41 (:enden),
nur einmal 81, 51. hat er sich die form mit e entschlüpfen lassen.
Fab. IV. Quelle ist Wfb. Es. 4, vgl. Aes. mor. 4 — Der gang
des processes, welchen die fabel erzählt, ist folgender. Das schaf ist
von dem hunde, welcher die rückgabe eines brotes verlangt, vor gericht
geladen. Das schaf läugnet, je ein brot von dem hunde erhalten zu
haben. Zum beweise ihrer aussagen bietet das schaf den reinigungseid,
der hund das zeugniss wissender. Die schöppen des gerichts beschliessen
letztere zu hören und vertagen die sache. In einem späteren termine
wird nach anhörung jener zeugen das schaf verurtelt den hund zu
entschädigen. Diese entschädigung muste, je nachdem das gericht be-
schloss, sogleich oder nach sechs wochen erfolgen. Zu sofortiger be-
zohlung verurteilt, muss das mitiellose schaf mit seiner wolle den hund
entschädigen. Der weitere verlauf der erzählung entspricht nicht mehr
streng altdeutschem gerichtsverfahren. — 1 eynem 10 hat om. 14 woldö
17 eyne 19 truwen 21 ne fehlt 30 höchlik) hof ich 31 Einige
rechtsdenkmäler unterscheiden bereden ‘überführen’ und bereiden 'be-
zahlen’. Wahrscheinlich wird die letztere form, die auch durch den
reim verlangt wird, hier herzustellen sein. — 38 enö 42 wye 43 vullange
54 wil 56 wen) men. 2
-Fab. V. Quelle ist Wfb. Es. 5 und Aes. mor. 6 (An Nev. 5).
— 3 bret stech Sinngemässer als ‘breiter steg’ ist bretstech d. :. eın
steg, welcher, wie es meist der fall ist, aus einer von ufer zu ufer
reichenden bohle besteht. — 6 eyner 8 he an sen 15 lies vorlös
16 Vom verluste des schattens spricht auch Aes. mor. cum os aperuit,
amisit tam carnem veram quam umbram carnis. In diesem verse
heisst der accus. scheme (36, 34 der dat. so), oben v. 8 und 36, 41
schemen, v.9 ist grunt als masc., v. 14 als fem. gebraucht. Dergleichen
wechsel von geschlecht und form findet sich bei Gerh. häufig, vgl. fab. 75.
‘
173
wo pogge in der überschr. und v. 21. 22 mascul., v. 2. 9. 11. 15 aber
fem. ist. — 21 lies girge. Aes. mor. beginnt die nutzanwendung alle-
gorice per carnem intelligitur homo parcus vel avarus, qui quaerit
bona aliena et quem contingit, quod taliter ex nimia cupiditate amittit
bona propria. |
Fab. VI. Quelle ist Aes. mor. 5, vgl. Wfb. Es. 6. — 1 lauwe
13. 40. 43.lowe 6 wilde 9 an mydden 14 do) to 15 bute) hude
17 de ko) do he 29 bocke vgl. 40, 46. 49, 81. 31 islik) ielik
32 behagedo den 35 unde al min slechte steht formelhaft, vgl. Namelos
307, 1240. 1409. 1757. 1775. 2053; R. V. 580. — 48 dö riken
49 woldige.
Fab. VII. Quelle ist Aes. mor. 7 und Wfb. Es. 7. — 5 quam
7 vgl. zu V, 7. — 9 der dichter weist auf das männliche Geschlecht
des lat. sol hin, um zu erklären, wie die Sonne in den aesop. fabeln
sich mit einer frau verheiraten kann. 14 wis) wiso 22 oft dat 31 vgl.
Aes. mor. Ista fabula docet, quo melius est habere unum principem
quam plures. nam si plures sint, quilibet sibi vindicat servitium et
honorem, quibus sufficere nequeunt subditi, et illis pro honore discor-
dantibus nescit populus, cui adhaereat vel sub quo tutius vivat.
Der schluss der moral von v. 88 ab ist selbständig vom dichter er-
funden. — 34 des iares Die nhd. schriftsprache fügt den artikel dem
pron. possess. in allen fällen- bei, wo letzteres nicht attributiv oder
praedicativ steht. Die alte sprache dagegen gebraucht ganz wie das nnd.
min usw. für ‘der meinige. Mai 116, 5 swä sine waren kumberhatft,
die löste er; Richisteig Landr. s. 108 tum drudden hore erer aller
rat, er du dinen sechst; ebs. bei Gerh. 5, 17 hedde ik nu minen
wedder; 17. 40 al juwen; 49, 160 mit sinen; hier ere ‘die ıhrigen’.
Der sinn der stelle ist: dieses gleichniss soll diejenigen, welche viele
herren begehren, sie gern wechseln, belehren, damit sie ihren sınn
änderen und sie es mit ihren alten herren noch viele jahre versuchen.
— 37 moden ‘anmuten, zu dank tun’ vgl. die glosse im mnd. wich.
IIl, 106 moden vel anmoden, insinuare.
Fab. VIII. Quelle ist Aes. mor. 8, die benutzung von Wfb. Es. 8
ist nicht ersichtlich.h. — 9 vogelen 13 eder 16 gi Wiggert) du
25. 41 ben 26 ‘ber wem werde ich meinen lohn finden?’ vgl. Richisteig
Landr. s. 98 so vrage vort, uppe wene du des (schadenersatz) sen
scolest. 50 vgl. die quelle: nonne magna meae pietatis munera rece-
pisti, dum de gutture meo caput tibi sanum emisi? si ergo sapiens
esses hoc munere contenta fores et maxime, cum scias gruinas carnes
me desiderare. |
Fab. IX. Quelle ist Wfb. Es. 9 und Aes. mor. 9. — 14 ‘ohne
empfang oder versprechen eines lohnes’. ‘28 "in anbetracht der not, welche
sie darın bitte’, im Aes. mor. propter angustiam domus eam sustinere
non posset, Ueber das fehlende relativ vgl. Lübben s. R. V. 168. —
35 dat er it doch 56 cleyne 57 alleyne 58 unreyne,
u TEEN AR a Tr her
ne
174
Fab. X. Quelle ist Wfb. Es. 10 und Aes. mor. 12. — 2 gevöt
Lübben) genot 12 untfeng 17 lies schulle 20 min) mi 22 eckers
25 dat gi alle aflang 32 dat se 65 bet 79 groven mate 87 so
bequast 94 ‘angst hat mir es vergäll’ 107 de wulf ‘wolp, welp’ ‘das
Junge’ ist vom schreiber auch 57, 38. 85, 34 mit “wulf’ verwechselt, vgl.
über einen ähnlichen fall Vılmar Idiotikon s. v. welf. — 114 vgl.
‘melius est possidere pauca cum securitate et libere quam multa cum
servitute et timore 114 Wer heft 115 we vriheit) warheit 116 ein
den fehlt.
Fab. XI. Quelle ist Wfb. Es. 11 und Aes. mor. 13 (Anon. Nev.
11). — 5 men) wen 13 eyne Äs., lies ene 10 mit my 53 fl. vgl.
Aes. mor. homo fortis et nobilis non debet inferre nocumentum misero
et impotenti, quia saepe contingit, quod pauper et debilis infert
nocumentum diviti et potenti, — 59 vgl. über die redensart it geit üt
dem spele ‘die sache wird ernst, bedenklich” Lübben z. R. V. s. 321
und Franck zu Flandrijs 443. Im mnd. findet sie sich nur vereinzelt
2. b. bei Gerhard noch 100, 72; R. V. 1822; vorl. son. 436; daneben
it üt dem spele bringen Gerh. 8, 60.
Fab. XII. Quelle ist Wfb. Es. 12 und Aes. mor. 14 — 9 ‘dass
die speise drinnen, ihm nicht erreichbar war’ 11.12 de ka 17 sten
20 juk 25 envoldige. |
Fab. XIIL Quelle ist Wfb. Es. 13 und Aes. mor. 15, — Die
einleitung v. 1—9 muss dadurch veranlasst sein, dass Gerh. in einer
gegend dichtete, wo nur sehr grosse käse, die ein rabe nicht hätte fort-
tragen können, bekannt waren. 2 ik gen vgl. 7,16. — 7 ynich 52 dor
valschen ende unde waren loff, vgl. zu meiner besserung die worte des
Aes. mor. Moraliter per cornum intelliguntur leves et minus providi
homines, qui falsis adulationibus et vanis laudibus credunt et sic
saepe falluntur.
Fab. XIV. Quelle ist Wfb. Es. 14 und Aes. mor. 16. — Ueber-
schrift eynen 6 de 13 wise) se 25 ny lede dede 27 mi) nu
30 alt = alto 35 vgl. die lat. quelle nemo debet se nimium extollere
in prosperitatibus suis nec debet nimium aggravare debiliores, quodsi
postea ceciderit et debilitatus fuerit, (ne) contemneretur tam ab ıllis
quibus nocuit etc. — 36 sik tein wie 16, 66 ‘sich bestreben’. 39 dat
'quodsv'. | |
Fab. XV. Quelle ist Wfb. Es. 15 und Aes. mor. 17, — 9 nutte
12 rodde 15 inger 16 mik den dem 17 he do anevenk 19 cleten
21 ome do entmoten 44 len Tehen, lohn’ 54 'was für schelme sich
auch einem manne zugesellen wollen, man soll sie, wenn irgend möglich,
mit worten wegjagen 56 wil en kaytın. |
Fab. XV Quelle ist Wfb. Es. 16 und Aes. mor. 18. — 3 ein
fehlt. 45 wile 46 juk 49 it) de 57 it fehlt 62 so) de 71 were)
worde 75 envoldich, lies arm,
175
Fab. XVIL Quelle ist Wfb. Es. 17 und Aes. mor. 20. — 13 boten)
holen vgl. zu 8, 102. — 31 so wes.
Fab. XVIIL Quelle ist Wfb. Es. 18 und Aes. mor. 21. — 8 do)
du — rechte 12 art) ast 17 mere 38 lies tohant 52 eynem
55 vromden) vrede 60 vgl. 15, 60.
Fab. XIX. Quelle ist Wfb. Es. 19 und Aes. mor. 22. — 1 echt
nimmt bezug auf fab. 18. — 7 das metrum verlangt folgende besserung
unde at de olde unde löt de jungen vergl. v. 9. — 8 tilge it.
Fab. XX. Diese fabel findet sich in der hs. an zwei stellen, hier
und als n. XOIX, — Quelle ıst Wfb. Es. 20 und Aes. mor. 23. —
14 sade ‘sättigung’ 21 schal ik 23 rete 24 vrete 29 bi der
want fehlt. | |
Fab. XXI. Quelle ist Wib. Es. 44 und Aes. mor. 24. — 15 hed
gi 25 ik) id 26 ik) iu 28 suke ‘die gesäugten jungen’ 32 ‚sie
kommt jelet auf mich, die mutter, zw. 33 dar) gar — do) de
37 bande werden die reifen genannt, welche der bötticher um das fass
legt und durch fortgeseiztes schlagen antreibt, vergl. Grimm wich. u.
bandweide und Lexer u. bant. ‘de bande dreven’ ist also s. v. a.
'tüchtig durchhauen’ vgl. Stephan, neue stofflieferungen II (1847) s. 141
der (bösen frau) sal man di reyphe treybe mit knuteln uf deme libe
daz ir di hout czu breche. — 39 vgl. Aes. mor. de quibus dicitur
in evangelio: veniunt ad vos in vestimentis ovium, intrinsecus autem
sunt etc.
Fab. XXI. Quelle ist Wfb. Es. 45 und Aes. mor. 26. — 1 ge-
legen) gesegen 13 lede 15 nen ik 21 de ik wet 22 beret.
Fab. XXIII. Quelle ist Wfb. Es. 47 und Aes. mor. 41 (An. Nev.
38). — 5 in allen enden ‘überall’ vgl. 81,52. — 6 ne fehlt 22 ob
der schreiber gid oder gis gemeint hat, lässt sich nicht entscheiden.
27 Ju) Jo 33 gevenk 34 lies sloge 43 andern 57 vort&ch) verste
‘verzichtete 58 vangen.:
Fab. XXIV. Quelle ist Wfb. Es. 48 und Aes. mor. 42. — 4 do)
de 5 vielleicht um erkundigung einzuziehen 9 ben 11 dar) dat
13 ıt fehlt 17 segget 26 besein) dy sen: 36ff Zu dieser stelle
stimmt der wortlaut des Romulus Gotting. besser wie die oben genannten
quellen (leo) per longam moram caput ercexit ad equum circumspiciens.
ipso non invento sic locutus est: frons mea testatur me nimis fuisse
pium cum volui iuvare perversum — vyl. Aes. mor. (leo cum) post
longam moram caput suum vix erexisset et circumspiciens eguum non
vidisset, ait intra se: merito haec patior, quia mentiebar me esse
amıcum, cum tamen inimicus essem — Wfb. Es. der lewe weder zo
sich quam Ind sinen viant nijt vornam Hie sach em na, alsus hie
sprach Silven han ich dit vngemach Gemachet durch dine pin Dat
176
bezuget wal dat houft myn. — 44 mi) myn 51 vgl. Freidank 44, 7
Nieman sich versüenen kan Mit eime ungetriuwen man. — 55 de
minsche ıs vntruwe sede. Ich habe, um den sinn, welchen der zu-
sammenhang heischt, herzustellen, die ersten beiden worte umgestellt
(vgl. 27,177. 61, 121). Dass minsche im indefinit. sinne des bestimmten
wie unbestimmten artıkels entbehren kann, lehren beispiele wie 52, 55
wor truwe untruwen (der treue den treulosen) denst döt, dat lön wert
om selden güt, vgl. 20, 35. 27, 88; in durch ni negirten sätzen ist die
auslassung des artikels fast regel, 13, 34 is de ju gelik, so ne wart ni
vogel so loves rik; ebs. 13, 23. 54, 38. 59. 65, 41. 135. 88, 65 u. ö.
Fab. XXV. Quelle Wfb. Es. 49 und Aes. mor. 44 — 1 hoverdich
an dummen sinnd 5 net von neden ‘niden machen’ wie Sündenfall
1250. — 8 veldat dat 14 dar fehlt 51 dut let 61 ifine.
Fab. XXVI. Quelle ist Wfb. Es. 50 und Aes. mor. 47. —
1 velt = vel it vgl. 28, 9. 4 se sach 10. 22. 45. ben 11 cleyne
12 eyne 21 nich en 23 alte 25 lest 33 bramthorne 49 deil.
Fab. XXVII. Quelle ist Wfb. Es. 51 und Aes. mor. 48. — Die
hs. bietet, wo ich vrouwe gesetzt habe, steis vrowe, nur v. 20 steht
vrouwe. Ebenso habe ich das handschriftliche ritter steis in ridder ge-
ändert. Wiggert irrt, wenn er zu Wieser fabel bemerkt, dass stets ritter
geschrieben sei, die form mit dd findet sich z2.b. 52, 51. 54, 72. 58, 63.
61, 16. 21. 29. 49. 63. 87,6 u. ö. Es ist zwar sehr oft der fall, dass
mnd. hs. beide schreibarten neben einander bieten, ich habe aber gemeint
im Gerh. die reinnd. form durchführen zu dürfen, weil der schreiber
auch sonst das ober- bzw. mitteldisch. t für d sich hat entgehen lassen.
Wie die form mit tt sich einbürgerte zeigen die urkunden, der nd. adel
begann schon früh, oberdisch. formen in die heimische mundart zu
mischen, und nd. schreiber gewöhnten sich ritter zu schreiben, weil die
ritter selbst so schrieben. — Ueberschr. eynem 19 haspangowe, vgl.
Reinaert ed. Willems (1850) s. 372 Haspegouwen : vrouwe. 27 kindes
für kindesch, s. mnd. wich. IV s.1. — 29 on 30 grot& 33 unrowe
37 für kotse fer hat die hs. botzever, so geschrieben, dass der unlaut
durch zusammenfluss der dinte aus k entstanden sein, das v auch als
b gelesen werden könte. Das von Wiggert gelesene kotzeber hat J. Grimm
Gött. gel. anz. 1837 s. 531 (kl. schr. V, 262) als cuttafer zu deuten
gesucht, kotze bezeichne die tracht des richters oder ritters. Es ist
einfach zu trennen und kotse fer oder kotse her zu lesen. kotse, lat.
cotsetus, casarius, bezeichnet den bewohner eines kleinen baurenhauses,
einer kote (Frisch s, 540) und ist aus kotsate in derselben weise zu-
sammengezogen, wie lanste aus lantsate, droste aus drotsete, s. mnd.
wtch. II s. 625 und 552. Dass der ritter in einer kote wohnte, zeigt
unten v. 58 ff. — 38 ser 54 rowe 55 van ‘ab von 91 unde set
wu erlik 94 doch) do 102 rowen 103 wol) uel undeutlich 112 dorper-
heyde, so wird gern die unkeuscheit genannt s. 86, 53; mnd. wich. s. v.
— 118 ‘ohne bürgschaft und pfand liess sie das verlöbniss vor sich
177
gehen’ eine scherzhafte hinweisung auf die sitte, dass der bräutigam vor
der eheschliessung den ‘brütschat’ gibt, Grimm R. A. s. 421 ff. 127 eyne
160 schowen 168 gewfne 175 min) me — jo) id 177 dat vrowen
lichter.
Fab. XXVII Quelle Wfb. Es. 64, vgl. Romulus app. 57. —
6 in fehlt 7 in) en vgl. üb. ‘in hogen erfreut’ Martin 2. Reinaert 1048.
— 14 gemeyet 25 drowen 29. 61 vortrigen 35 drowe 36 mit syden
44 ungevöch) unde toch 46 vgl. Rom. plena verba formare non po-
terat sed orphise pro forpice dixit. 47 he fehlt 53 nu) mi 58 he
sede fehlt 60 was steht in der hs. zu ende von v. 59. — 60 unde
on) ufi don.
Fab. XXIX. Quelle Wfb. Es. 65, vgl. Romulus app. 58. — 3 bose
sedd 11 gran 13 becker 23 knapen) kumpane 70 höpricken können
heugabeln sein, da die knechte bei dem einbringen des heues beschäftigt
sind. Vielleicht ist aber hoppenricken ‘hopfenstangen’ zu lesen, von
denen der Wfb. Es. redet; jedoch wie kommen letztere auf die wiese?
73 vrowen 75 beyde half 95 im Wfb. Es. fast ebenso Wart sie ge-
wunden offte nicht Nijt ich des weyt des sijt bericht.
Fab. XXX. Quelle ist Wfb. Es. 52 und Aes. mor. 49. —
Überschr. eynem 4 döt) tut 12 lies mote; min) din 27 bid ik) lat
ik 32 s. zu Vw. 3. — 34 ff. vgl. im: Aes. mor. Sis mea simque tuus
‚.. tu mihi sola salus, tu mihi sola quies 37 derve 40 wonich
44 dik boten 49 die hs. beginnt die moralisation erst hier. 53 wonet)
went 54 amise 55 wil 58 ende eweliken dar unde al ungelucke
"und zwar ewig.
Fab. XXXI Quelle ist Wfb. Es. 45 und Aes. mor. 45. — 2 fer)
ser 30 dat) de 47 klappen 54 he fehlt.
Fab. XXX. Quelle ist Wfb. Es. 53, Aes. mor. 52. — 6 van)
nu 9 hede 25 underschet 35 de schape fehlt 40 lies wu 56 nein-
half recht Vgl. zu v. 46 ff. Aes. mor. Cumque ergo catuli luporum
secundum instinctum naturae inciperent ululare, lupi hoc audientes
magno cum furore ad caulas ovium cucurrerunt dicentes 'iam cogno-
vimus foedera pacis statutae a vobis esse fracta, quod catuli nostri
quos penes vos habetis in fortitudine clamant ad nos, auxilium et
defensionem a nobis implorantes. quare iam venimus cum furore
illorum iniuriam vindicare’. et sic oves omni destitutae defensione
succubuerunt. -— Zomulus III, 13 lupini catuli ululare coeperunt,
lupi natos vexari putantes veniunt undique, simul dicunt pacem ab
illis ruptam. haec dicentes, oves laniare coeperunt, nullo tutore
adiutorium praestante, nullo patrono defendente. — Wfb. Es. 32 Zo
eyner zijd nach eirer art Die iungen huleden, als dat wart Van den
alden gehoirt zo hant . Der wulue schair do wart vmant Myt grymme
sie zon schaiffen sprungen Ind sie van aller weir’ drungen. Sie
sprechen das ein gebrochen were Soine, vrede weder ere An eren
iungen, dar mede sie Vordelegeden dat unschuldige vee.
Niederdeutsche Denkmäler, H. 13
178
Fab. XXXIU. Quelle ist Wfb. Es. .54 (bei Hoffmann s. 20)
und Aes, mor. 53. — 1 hat 14 elren boken widen 20 dat = dat it
‘auf dass er das ‘helve' ganz nach ihrem rate mache. 33 wulna 47
vergl. Aes. mor. qui hostem suum nutrit et armat sibi ipsi damnum
et cladem infert. :
Fab. XXXIV. Quelle ist Wfb. Es. 95, Aes. mor. 55. — 2 van
fehlt 7 scode Vgl. Kilian: schrooden, schroyen Mutilare, trun-
care, . . . . resecare, circumcidere. schrooden het ghelt circum-
cidere nummos.
Fab. XXXV. Quelle ist Wfb. Es. 96. — 3 wonde (; begonde)
Die hs. gibt begunde, kunde oft mit u, meist aber mit o in der vor-
letzten silbe. In einer der doppelt überlieferten fabeln ist das eine mal
70, 3. 4 konde begonde, an der anderen stelle in denselben versen n.
96, 3. 4 kunde begunde überliefert. Abgesehen von wonden im vor-
liegenden verse haben alle auf jene praeterita reimenden wörter sicheres
und festes u im inlaute, um nur einige belege anzuziehen 2. b. kunde:
munde 13, 39. 86, 43; : hunde 61, 39. 84, 11; kunden : gebunden
74, 81; : hunden 61, 17; : vunden 13, 45. 33, 41. 80, 5; begunde
: munde 5, 7. 13, 21; : stunde 56, 2. 86, 45; begunden : wunden
(vulnera) 33, £0. Nur die in rede stehende form wonden macht aus-
nahme, doch wird man in anbetracht dessen, dass wunden ‘putabant _
vier verse weiter unten, nämlich v. 8, sowie 49, 177. 83, 25. 93, 24
und im Mandeville belegt ist, diese form auch hier ansetzen und an-
nehmen können, dass der schreiber wie so oft in vruwe, rouwe, ruwe
u. äü. auch hier o für überliefertes u geschrieben hat. — 6 den hinder
14 mit enem kinde ‘schwanger’.
Fab. XXXVL Quelle ist Wfb. Es. 97. — DUeberschrift eynem
16 die gewöhnliche mnd, form ist docht, daneben ist jedoch auch die
form ohne auslautendes t belegt, s. mnd. wich. I, 532, Wfb. Es. 46,
34. — 19 mit) myn 23 set 47 reten ‘schreien, toben’. 54 "darum
bewahrei euch mässigung, mässigt euch’. In der hs. steht für mät
(= mate) mak, was zwar zu den vorhergehenden, nicht aber auch zu
den nachfolgenden versen stimmt. — 55 is fehlt. kore) bore 66 un-
gerochte 77 so)se 80 git) gik 82 ‘hiermit schliesse meine fabel’. In
ähnlicher weise bricht der dichter die erzählung fab. 27, 156. 88, 50.
90, 72. ab. — 34 wu) wen.
-Fab. XXXVII Quelle ist Wfb. Es. 100. Wie weit die wörtliche
entlehnung geht, zeigt die vergleichung der ersten verse, welche in.der
Wolfenb. hs. wie folgt lauten: Eyn man zo marckte brachte eyn perd
Dat was eyner marck gewerd Unde lovede it men eyne marck Eyn
koepman sprach dat is zo starck Men laiss af den dridden deil Ich
will id koeffen uff eyn heil Unde betzalen an disser stat Des weder
sprach der ander dat Der koepman sprach behaget id w Ich wil
uns vornogen nu Der yenne sprach nu redet an Der koepman sprach
so wellich man Der eirst hijr zo uns kommende werd Der settze
179
gelt unde acht dat perd Die rede behageden en beiden Sie beveste-
den die myd eiden Do sie eyn stund dar. hadden gestain Quam eyn
man dar zo gegain Myt einem ouge den sie beden Dat hie wulde die
wairheit reden Myt kortzen worden wes dat perd Zo koepe were
wal gewerd Hie sprach ich weiss nit were it tzelt Off draue, men
sin geld Eyn half mark is, ind nijt enboven. 2 vgl. 43, 2. — 6 talen)
laten ‘sch will die ganze summe auf einmal zahlen’. 29 ‘gleichviel ob
es ein traber oder zelt-, passgänger ist! 43 lies vromeden, die hs. hat
vromede, a
Fab. XXXVIIL Quelle ist Wfb. Es. 101. — 10 ik) ie 10 “ch
dagegen dir noch nichts verliehen habe; siehe, pferde usw’, 24 der dieb
wird mit sammt den gestohlenen kleidern zum richter geführt, zum
zeichen, dass er auf handhafter tat ergriffen ist. 37 vrunde 40 de
viant ‘der teufel? 77 vowatet. |
Fab. XXXTIX. Quelle ist Wfb. Es. 102. — 1 ruwen 17 wol
25 weit) w&t 50 untmote 56 wer 73Ök)ik 84 se went 86 hudet
'hehlen’” 88 on) an 89 güt) god.
Fab. XL. Quelle ist Wfb. Es. 1038. — 7 was van fehlt 10 lau-
wen 32 ju) gik 33 levet = leve it) leve 40 sinen) oren — het)
set 57 kunde) gonde 59 gemeyne 61 unreyne.
Fab. XLI. Quelle ist Wfb. Es. 104, aus dem v. 1—5. 7. 9—14
u, a. fast wörtlich entnommen sind 16 hevet = heve it 29. 44. 46.
54 eig 52 werdet.
Fab. XLII. Quelle ist Wfb. Es. 105. — 6 eyne 15 de danke)
he verner 31 voge ‘klein’ wie 18, 17 und 53, 98.
Fab. XLIII. Quelle ist Wfb. Es. 106. — 1 ök nimmt er fab.
37 bezug. — 10 gerunge Lübben) geringe.
Fab. XLIV. Quelle ist Wfb. Es. 107. — 14 2 alldE 16 sa-
licheide 23 allene.
Fab. XLV. Quelle ist Wfb. Es. 110. — 2 velt) er 14 dinden
‘drinden, drinten anschwellen’, s. Hoffm. h. b. VII (2. aufl.) s. 23.
— 17 vint me) findes Oder ist scudes zu bessern? 22 gire) sune
24 güt) got.
Fab. XLVI. Quelle ist Wfb. Es. 112 (bei Hoffmann s. 36), aus
dem v. 10. 37. 38. 40—44. 52—58 u. a. wörtlich entilehnt ist. 10 ‘der
hof hat ehre von euch 14 mach 23 ju) on.
| Fab. XLVIL Quelle ist Wfb. Es. 118. — 38 der fehlt 42 sag
ik 62 gereket 75 entdrowet 84 ‘wäre ihr wille auch noch so böse’
95 ik) is 102 hemelicheyde, |
Fab. XLVIII. Quelle ist der fast wort für wort abgeschriebene
Wfb. Es. 114 (bei. Hoffmann s. 35), nur die moral ist eigentum des
dichters. T Wiggert und Hoffmann s. 9 lesen hagenbome 9 ok ome
180
do 10 duve 13 to de duven. Wäggert machte irrtümlich to deme
duven daraus, was als beleg für ein mascul. duve in das mnd. wich.
I s. 605 übergegangen und in diesem zu tilgen ist. 22 lies oft se.
Fab. XLIX. Quelle ist Wfb. Es. 115 (bei Hoffmann s. 26 und.
in Pfeiffers Germania XIII, 470) — 20 stricketes dock, der letzte
buchstabe des ersten wortes kann auch — die tinte ist zusammengeflossen
— d gewesen sein. Diese stelle weiss ich nicht zu erklären. Aus den
belegen, welche mir Lübben aus dem manuscript zu seinem mnd. wich.
mitteilt, scheint hervorzugehen, dass strickitte, strickede ein in einem
tuche (kopftuch?) bestehendes kleidungsstück der frauen ist. — 29 dar-
umme) daru'ne 39 darenst 55 ik) mit dy 66 dat schal) dar schut
85 vest) nest 'yib und nimm festen frieden 93 jo) gy 95 hoppe)
koppe 116 he fehlt 120 den ‘ferner) dem 121 houde 123 de
tzege 132 achten 137 deil 142 de) en 151 het) he 153 Es ist
an eine mit pergament überzogene schreibtafel zu denken, welche oben
ein loch hat, um an einem bändchen getragen oder an die wand gehängt
werden zu können 159 quamen 160 sinnen 161 manclaft 165.
252 been ‘bienen’” 178 de de) do de 182 eynen 192 wevele) duvele
199 Über den weitgehenden dichtergebrauch, tieren menschliche gebräuche
zuzuschreiben vgl. Lübben zu R. V. 8516. — 202 hinden) binden
217 innichliken) duveliken 222 mer) wer 237 ‘es gibt leute, welche
wegen ihres scherzhaften inhaltes diese fabel loben, wenig nülze (meinen
sie) wäre eine alzu ernsthaft und belehrend gehaltene erzählung gewesen,
denn fröhliche leute würden eine solche nicht gern hören’ Die gleiche
anschauung begegnet im Gothaer arzneibuche, dessen verfasser (bei Regel
s. 6) sagt Ich geve umme eyn bok nicht eyn stro Sin ende were
gemelich unde vro. — 238 wert 239 alto ernst) aldererst 240 unde
‘und zwar’.
Fab. L. Quelle ist Aes. mor. 32 und Wfb. Es. 116, aus dem v. 1.
2. 12. 19—22 beinahe wörtlich entlehnt sind. — 2 eyner 6 ‘das ver-
schlug nicht viel bei ihm’ s. mnd. wich. I, 564. 15 vortigen 21 einen
36 nut) mit.
Fab. LI. Quelle ist Aes. mor. 25 und Wfb. Es. 21. — In der
überschr. ist qui fast quo geschrieben 2 ‘schwanger 5 untdrochte
14 dar) dat 20 vgl. Aes. mor. Et homines hoc audientes qui prius
timuerunt, ridebant et invicem iocabantur. Hic ponit documentum
quod verbosi et sumptuosi saepe minus faciunt quam homines taciti.
— 26 dagen 'vertagen’.
Fab. LII Quelle ist Aes. mor. 27, vgl. Wfb. 22. — VUeberschr.
eynem ritter 1. 5l ritter 3 vengh 14 tage 38 hat gehört in der
hs. zu v. 37. 39 wol mach dsgl. zu v. 38. 45 gi) sin 52 ‘der riiter
dachte, dass der dienst, den der hund leiste, darnieder liege, also müsste
der lohn auch unterbleiben 53 aldus) aldar 55 vgl. Aes. mor. Hic
ponit documentum quod homo necessitatus servire alteri debeat cavere,
181
‚ne serviat misero etingrato, quia servientibus ingratis saepe frustratur
spes mercedis. — 56 güt) got 57 wemen. we
Fab. LII. Erzählung und einzelne verse sind aus dem Wfb. Es.
117 (bei Hoffmann s. 42) enilehnt. 5 do on an sach 13 ieten
19 irkenne) enken 42 järlank ‘während dieses jahres’, gebildet wie
mhd. tälanc aus tagelanc mnd. dalink, vgl. avetlink, morgelink.. Viel-
leicht ist es aber für unlank der vorlage verschrieben, der Wfb. Es.
bietet gistern. 45 ‘wenn du nicht sings” 49 ho “laut” vgl. Martin 2.
Reinaert 443. — 51 stilnisse der teil der messe, wo unter allgemeinem
schweigen der priester die hostie verzehrt, vgl. nd. jahrb. Is. 71 und
Vorl. sone 743 f. — 52 petze lat. pax, der friedenskuss nach der
stilnisse 55 bleven ‘endigen’ 70 Der bok singt nach dem dorfe zu,
der wolf sieht ıhn an und kann so die vom dorfe heraneilenden nicht
erblicken. 76 tenen 103 kan warheit.,
Fab. LIV. Quelle ist Aes. mor. 35 und Wfb. Es. 120. — 11 des)
de 36 hoverdicheyde 39 vredelös) segelos. Oder ist zagellös zu
bessern? 42 gevullet 66 lies darane 68 wertliken ‘weltlichen’) war-
liken 70 grote 71 wel fehlt.
Fab. LV. Quelle ist Wfb. Es. 121 (bei Hoffmann s, 54). —
9 dar) dat — ein) van 18 holt 21 is fehlt 22 phisiken 25 de
puls 30 Uber den aberglauben, dass der kapaun und hahn im magen
einen stein mit allerlei wunderkraft trage, s. Van den eddele ghestenten
230—252 (im nd. jahrb. II s. 63), mhd. und mnd. unter hanstein und
kappenstein; Gr. Mythol. s. 1169. — 58 untfenk 64 juk 67 lede
86 rake) iake Vgl. mnd. wich. u. rake und reke. — 119 knottere)
knotke’. Dus wort bezeichnet entweder einen kapuziner oder, was für
diese stelle wahrscheinlicher ist, einen geisselbruder. Vergl. Jeroschin
1778 und Frisch 539. — 132 lies beide 141 sinen.
Fab. LVI. Quelle ist Wfb. Es. 122 (bei Hoffmann s. 28) und Aes.
mor. 37 (Anon. Nev. 36). — 8 ‘unter einem baumstumpfe liegst du dann’.
10 di) mi 17 för, wofür der Wfb. Es. v, 21 das ziemlich gleichbe-
deutende her hat, ist bei Gerh. noch 40, 3. 31. 57, 48. 71, 12 belegt,
in anderer form findet es sich Namelos 1418 de ritter fir, auch in Bruder
Hoansens Marienliedern 3835 der lewe fir, 3874 den vil stolsen firen
lupaert, in der form fiere oft im Karlmeinet (s. Bartsch zu K. s. 342),
mni. ist hier häufig. — 23 du du 24 to) wol 34 vele sinnes 40 do)
so 53 om fehli, to) so 54 dat) ne 57 rowen 59 sotem) sote
freundlichem grusse eignet, folgt freundliche antwortet, bösem grusse
böse’ 61 wröt) wert 63 lies vrede unde veide, it maket vroude, it
maket leide.
Fab. LVIL Quelle ist Wfb. Es. 123 und Aes. mor. 56. —
25 user 27 achtene 34 ‘so kann er auf meinen hintern blicken und
dessen entblössung mir übel nehmen.
182
Fab. LVIII. Quelle ist Wfb. Es. 124. — 15 slep 34 venk
38 wolpen) wuluen 48 vel 53 alle 63 de papen unde ridderen
65 set) sek 72 des) den.
Fab. LIX. Quelle ist Wfb. Es. 28. — Überschr. eynem 1 p’se
3 gerede Vgl. über gereide Hoffmann z. Caerl 166. — 6 untmote
20 vogdö 46 deil 56 kundicheyde 57 plaget 62 bredel 64 is fehlt
70 Die untere ecke von bl. 27 ist abgerissen und dadurch hier und in
der folg. fabel eine lücke entstanden. Ergänzt von mir sind in v. 70
die letzten 6, in v. 71 die letzten & buchstaben. Die reste der folg. vv.
lauten 72 de in der werlt nu gr 73 dut moste dit ar 76 hirumme
mogen 75 de stolten riken 76 went he nich 77 beginnt die moral
Hir 79 recht.
Fab. LX. Quelle ist Wfb. Es. 33, — Folgende versschlüsse sind
erhalten 16 ach hir komen eyn gebur 17 hir lit vor al den dach
18 e vorvaren mach 19 mid on io gat 20 t myn beste rad 21 dus-
sen huss 22 sche mus 23 enoge 24 gen 25 komen 26 romen
57 arbeite.
Fab. LXI. Quelle ist Wfb. Es. 36. — 25 stöt ‘einzäunung für
wilde pferde. Oder ist zu ändern wol it was wilde, it evene stöt —
33 jacht 40 jo) is 46 spel 59 de hart — gehort ‘gespört aufge-
spürt, auf der spur verfolgt’ 60 ome 69 ungekornet 74 deil
87 eyntwe 94 wanlik 103 vorderf 121 dan mach it 123 vian-
den) anden.
Fab. LXIIL Quelle ist Wfb. Es. 74; vgl. Romulus IV, 19 (Rom.
Gotting. 88,) zu v. 5. — 10 ju) gik 22 singet 25 vel.
Fab. LXIIL Quelle ist Wfb. Es. 31 und Aes. mor. 57. —
23 lies do für so.
Fab. LXIV. Quelle ist Wfb. Es. 58 (bei Hoffmann s. 41). —
54 af on) an.
Fab. LXV. Quelle ist Wfb. Es. 66. — 14 tildem 23 lies unde
27 leve) lowe 42 gewal 47 iumber 50 ju fehlt 64 ‘dieser ehre
lüstete ihn deshalb sehr, damit er wiltbrei so gewann’ TO ift 71 vül)
wl 115 hesnen ist gleich hesenen vgl. Hoffmann hor. beilg. VII (1845)
s. 12 hecsene of cnieschive. Poplex., ibid. (1856) s. 42 hesene.
Poplex., mnd. wtch. u. hesse. — 125 irvullen 129 dem) de 131 so) se,
Fab. LXVI. Quelle ist Wfb. Es. 111 (bei Hoffmann s. £0). —
1 sat Wiggert) at.
Fab. LXVII. Quelle ist Wfb. Es. 71 (bei Hoffmann s. 53). —
1 eyn lowe enem ezele untmotte 3 ‘Gott sei euch hold’ ‘Goit sei mit
dir’ 5 des) de 12 sibbe 17 mi) min 49 men :ısöt = men en.
Fab. LXVIII. Quelle ist Wfb. Es. 72. — 19 ben 21 vorspore
25 vromet. |
183 |
Fab. LXIX. Quelle ist Wfb. Es. 73. — VUeberschr. eynem
13 wat) went 31 vor diesem verse ist in der hs. v. 27 wiederholt
55 de) wer 66 ga) va 68 twie) tweic. Ä
Fab. LXX. Diese fabel steht unter n. XCVI nochmals. — Quelle
ist Wfb. Es. 34, in dem sich aber nicht findet, dass das wiesel im
mehle sich verbirgt, wol aber sagt das die lat. erzählung Romulus Got-
fing. n. 102, vgl. Rom. IV, 2. — 26 rikes tzolt.
-Fab. LXXI. Quelle ist Wfb. Es. 35, anders her Angegen geschöpft,
was v. 1—32 von dem panther erzählt wird. Die bestiarien, welche
sich mit vorliebe mit diesem tiere beschäftigen, berichten "wenn der
panther sich sattgefressen, legt er sich nieder und schläft drei tage lang;
bei seinem erwachen stösst er em gebrüll aus, wobei ein so süsser athem
aus seinem munde hervorgeht, dass dadurch alle tiere von nah und fern
herbeigezogen werden’ vgl. Kressner, über die thierbücher des mittelalters,
in Herrigs. Archiv bd. 55 (1876) s. 257, Martin 2. Rein. II 5455,
Lübben 2. BR. V. 4955. — 20 rocht = rochte ‘geschrer’, die hs. hat
recht 26 dar de ut 29 Isidor, Origin. XII. c. 2, 9 sagt, dass der
panther nicht mehr wie einmal und zwar drei junge gebäre, denn diese,
meint er, ungeduldig das licht der welt zu erblicken, bahnen sich mit
ihren klauen einen weg nach aussen, so dass die mutter, innerlich ver-
letzt, nicht wieder concipieren kann. — 32 bliven 33 ein wilen) en-
wilen 35 eyne 40 so wort se 86 willen. |
Fab. LXXII. Quelle ist Wfb. Es. 40. — ÜUeberschr. eynem
16 gelegen) gedregen 17 leyder 31 he) der ‘dann versucht er es
mit (geheuchelier) treue.
Fab. LXXIH. Quelle ist Wfb. Es. 42. — 8 Ueber die sitte beim
eide die finger auf das schwert zu legen, vgl. Grimm R. A. s. 165. —
9 daat 19 des on) der er — nicht lank “n kurzem, bald’ 23 vuren
‘glühend machen’.
Fab. LXXIV. Quelle ist Wfb, Es. 69. — 10 de nimmt demon-
strativ das subject de vogele wieder auf 20 goyde 24 keme 42 hert)
vert 50 solden 51 wolden 55 bi der ere.
Fab. LXXV. Quelle ist Wfb. Es. 27 und Aes. mor. 20 (Anon.
Nev. 40). — 4 en 9 genen.
Fab. LXXVI. Quelle ist Wfb. Es. 24 und Aes. mor. 33. —
5 'wie er den fuchs im sein haus eingeladen habe 14 der) de 17 dat
‘quodsi' 20 wite) mide.
Fab. LXXVIL Quelle ist Wfb. Es. 63 (bei Hoffmann s. 34) und
Aes. mor. 19. — 10 also ‘gar sehr’. Das intensive so ‘sehr’ findet
sich häufig bei Gerh. s. 52, 33. 59, 22. 61, 80. 80, 18 u.ö. —
19 unreynet.
Fab. LXXVIIL Quelle ist Wfb. Es. 59, aus dem v. 5.6. 19. 20.
29. 30 fast wörtlich entlehnt sind. — 22 Vgl. 29, 96. — 25 keret) beret,
184
Fab. LXXIX. Quelle ist Wfb. Es. 68 (bei Hoffmann s. 88),
aus dem mehrfach wörtlich abgeschrieben ist. — 1 mit undult 'mit hef-
tigkeit’, vgl. 84, 4 — 6 Vielleicht ist wan aus man verschrieben, vgl.
Wfb. Es. v. 9 de here sprak: ein dumme man heft di gebrocht up
dissen wän und Martin z. Reinaert 105. — 39 dusse 46 arm ök) armot.
Fab. LXXX. Quelle ist Wfb. Es. 125, bekant war dem dichter
die erzählung des Romulus, app. 49, vgl. zu v. 50. — 31 alsome jo
44 denne hier und 55, 8, in der form danne 68, 2. 18. 50 ‘wie er
dreimal überlegen konnte (ob er sich dem tode preisgeben wolte).: Im
Rom. heisst es: ipse (der hirsch) procul dubio cum deberet occidi ut
ipse vidit in prima congregacione cum eum apprehendere vellemus,
vix elapsus est. Et ad secundam venit et vix manus nostras effugit.
Si igitur cor habuisset, ad terciam congregacionem, ubi occidebatur,
non venisset, — 53 vorlorn 54 geborn.
Fab. LXXXI. Quelle ist Wfb. Es. 56. — 6 vortige 9 minschen)
weu’schen — unde ‚und zwar’ — wevere) weu’ — 13 castorium, lat.
castoreum ‘bibergei’ 14 höt) hat ‚raub heisst, ist ihr aller sitte’ Die
nınd. sprache liebt es das verb. substant. durch die verba heten, kennen .
u. ä. zu umschreiben, vgl. 53, 14 do ik ein wolpen was geheten;
64, 51. 75, 32. 22 dat) dar — ik fehlt 32 ıt) ik 41 wont 44 lete
it varen 52 min) mit. Vgl. Wfb. Es. v. 16 Durch kumpanie so kusse
mich Die wijr zo samen hant gehat Und sage mynen frunden dat
Dass wir aldus gescheiden sin Dass yn din truwe werde schin. 68 se)
Lübben) he 92 logene.
Fab. LXXXIL. Quelle ist Wfb. Es. 57. — 9 ie) ik 13 un-
reinicheide 35 trwen,
Fab. LXXXII. Quelle ist Wfb. Es. 46 und Aes. mor. 28. — |
7 it wolden) enweren 8 ome 12 Unklar ist, was binden bedeutet.
19 mör) mer 20 daranne 24 Die schafe weiden auf dem hohen ufer-
damme eines baches und laufen, als die hasen auf sie zu flüchten, die
innere böschung zu dem tiefer unten fliessenden bache hinab. Die hasen
sehen die schafe nicht mehr und meinen, dieselben hätten sich in das .
wasser gestürzt. — 25 dat se 26 de schap dusse wichte 31 ju) gik
35 tuchtech . 36 dede eynen hunt venge 37 geginge 47 jene wolt)
senewolt 49 Swer 53 deil. — Die fehler, welche sich innerhalb der
letzten verse im der construction und dem wechsel des numerus finden,
sind wol aus dem zustand des originals zu erklären, ın das der dichter
hineincorrigiert hatte.
Fab. LXXXIV. Quelle ist Wfb. Es. 87. — 1 Dar Wiggert) Dat
6 anderö dere 19 men) wen 21 ob geboren ‘tragen, nnd. beren’ oder
gevoren in der hs. steht, ist zweifelhaft. 25 ben.
Fab. LXXXV. Der erzählung liegt Avianus fab. 14 als quelle zu
grunde. 4 de tucht fehlt 5 de tucht unde 11 unde sprak her —
3 TEEN OR WEN RFRRUE SAFSESEN SOSRRTAEN
185
icht gi icht 16 vorvrowen 21 sire — witen 34 wolpen) wuluen
5l vrowen 53 si) so.
| Fab. LXXXVIL Quelle der erzählung ist Avianus fab. 29. —
Ueberschr. Van eynem 2 ‘wie er verdient hatte Er hatte auch seine kleider
im würfelspiel verloren. 4 nämlich würfel, deren drei zum spiele gehört
hatten. Vgl. Pfeifferss Germ. 17, 189 sir. 7 her warff drye worffel
uff das bret. — 8 Hiervor fehlen wie die reime zeigen zwei verse.
22 ran) san 25 einen 33 dar) dat 36 einem papen d4se fehlt
Bl. 54. 55 het, dagegen 65. 74 heit 51 mek 53 swet 66 bet
92 bringet 93 de ‘wer’ — döt) dut 94 veide) beyde 96 des = de
des ‘und die, welche das doch nicht zugestehen wollen, der habe ich
leider viel gesehen. Möge ihnen daraus böses erwachsen?
Fab. LXXXVIL Die erzählung ist eine freie umgestaltung von
Avianus fab. 10. Oder liegt, wie der dichter glauben macht, daneben
noch ein von ihm erlebtes oder ihm berichtetes begebniss vor? Überschr.
eynem 3 deil 6. 33 ritter 13 he Wiygert) de 16 es scheint vlite
zu fehlen. 21 ‘es schadete ihnen noch viele jahre Die hs. hat id
schude om, was J. Grimm kl. schr. V, 261 so zu erklären sucht ‘es
geschah ihm vor langer zeit, es ist schon eine alte geschichte, so dass
bereits seiner kinder meldung erfolgen kann’ 28 vromet 35 manne
hove Wiggert) hulpe 41 schawen 42 vrauwen 48 dar) dat 50 wo)
wes ‘wie man auch auf ıhn stiess oder drängte 54 schowen 55 den
yenne 62 ‘der hausherr, bei dem er in Erfurt wohnte 68 Also um
die hälfte mehr, wie Walther v. d. Vogelw. das ihm von Gerhart Atze
erschossene pferd schützt ‘ez was wol drier marke wert’, Gerh. 95, 20
rühmt das maullier von seinem vater, er sei 2 mark wert gewesen;
37, 2 und 48, 2 ist der preis nur 1 mark, — 71 entmote 79 nicht
fehlt 84 de mit) van 85 dat) des 86 it fehlt 92 do) de 99 vo-
gede unde. An dieser stelle ist unde sicher zu streichen, es braucht
aber auch nicht zwischen ammechtman und vogede gestellt zu werden,
weil im mnd. synonyma und homoionyma gern asyndetisch einander folgen,
vgl. 39, 54 dat se echt stelet, rovet sunder schamen; Wfb. Es. prol. 3
van sinne, witten hei was kloch; ds. 70, 25 hertogen, graven makede
he. — 111 denne so 116 on) ju.
Fab. LXXXVIIL Quelle ist eine paraphrase von Avianus fub. 16,
Zur vergleichung folgt die aus Apologus Auiani 1494. 4°. Magna
quercus stetit in alto monte et magnas atque fortes radices habuit,
quae per ventum continue infestata extitit. vento autem cedere noluit,
tandem impetus venti quercum in aquam prope montem fluentem
illico deiecit, quae aqua quercum per diversos fluvios secum duxit.
quercus vero veniens ad arundines sive cannas mirata fuit dicens.
Quando tam fragilis et‘ debilis arundo vento resistere posset, cum
(i. cur) ego resistere non potui, et tamen radices habui in profundum
terrae fixas. Arundo respondit: tu superba ventum contemnens ei
Niederdeutsche Denkmäler, I, 14
e
186
resistere voluisti et ergo suam vim et potentiam ventus tibi ostendit.
Sed ego cum ventus surgit, cedo et sic placans cum mobilitate mea
eum decipio et ventum cum suo flatu transire permitto. Uktlias.
Nemo debet potentioribus resistere sive eis contrariari, quia tales
possunt eum laedere corpore et rebus, et ergo pauper non debet se
opponere diviti vel potenti. Allegoria. Per quercum fortes et po-
tentes huius mundi intelliguntur, qui se suis superioribus .‚subjicere
nolunt, sed eis semper solent obsistere. Par cannam vero sive arun-
dinem humiles intelliguntur, qui suis superioribus ex omni tempore
bene cedunt et obediunt. — 9 ore) sine 15 eynen 19. 34. 36 mek
42. 47 dek 55 wen) wur — wis fehlt 63 en wart) gewart 67 ot-
modigen Vyl. sächs. weltchr. 115, 19. 20.
. Fab. LXXXIX. 1 enemere 2 mek 9 einen — veng 11 kam
40 ‘und vernahm diese wunderbare geschichte 50 eynem.
Fab. XC. Quelle ist Wfb. Es. 89, vgl. Romulus app. 20. —
2 bewile 14. 18. 24 dek 23. 47.48.56 mek 40 have ek 47 ‘mir
nah bis auf einen schrit! 52 eyne 54 di 61 stöt) stont 72 eynen
74 gearvet ‘erhält erbtum’ s. nınd. wich. s. v. geervet.
Fab. XCl. Andere fassungen derselben fabel sind Boner 74,
Meon II 127. -— 2 geverde Wiggert) gewar 14 do he) onse 15 was
he 17 des mels) noch mer 19 'fär sie beide alleın war es schon zu
wenig 20. 71 eyne 31 rauwen 32 ‘ungetreulich, arglistig” 33. 51
nach 37 sik Wiggert) ss 38 rowen 41. 84 dek 54 ek fehlt 57 mek
59 entfenk 61. 62 mik 73.74 himmel 77 do hadde ek 89 en fehlt
90 untruwe) de truwe.
Fab. XCII. Andere fussungen verzeichnet J. Grimm im Reinhart
s. COLXV, vgl. unten zu v. 115. — 1 eynem 8 putte fehlt 16 eyne
24 to der weden ‘zur weide d. ı. strange’, um gehängt zu werden 52
het 54 mit fehlt — one 55 al ein vlet vullen) also eyn vlus wullen
‘so fett ist er, dass man einen vollen. bach mit ihm ganz zuschütten,
füllen kann. 61 utbringe 64 dek 79.95 mek 87 nach 91 dusse
93 wart 113 untfenk 114 venk 115 Vyl. dieselbe erzählung im
R. V., der v. 5604 (= FRein. 6483 Martin) fast wörtlich mit Gerhard
übereinstimmt: Alsus geit de werlt up unde nedder. Dat is nu so
der werlde lope So geit it ok uns beiden to hope. De ene vorneddert,
de ander vorhoget, Darna ein islik heft vele doget. So is nu der
werlde state. 118 eyne armoyt.
Fab. XCHI. Zu grunde liegt der erzählung Avianus fab. 5. —
2 dar 48. 55 juk 60 mere fehlt 63 vorstan 71. 73. 83. 90 eynö
8l eyne 87 dorplige.
Fab. XCIV. Quelle ist eine paraphrase von Avianus fab. 6. —
Die einleitenden 5 verse werden begreiflich, wenn man annimmt, dass
Pd
187
der dichter unter oder für leute gedichte hat, die das wort pogge
nicht kannten und denen es erst erklärt werden muste. ‘pogge und
frosch sind ein und dasselbe, nur durch die Farbe unterscheiden sie
sich. Zu erwähnen ist hierzu, dass man im mittelalter zwei arten
frösche unterschied, den wald- und den sumpffrosch. Die graue farbe
des einen wird vom dichter als grund angegeben, warum der frosch in
der fabel vom fuchse als krank angeschen wird. Dass schreiber oder
leser einer hs., aus welcher die Magdeburger mittelbar oder unmittelbar
geflossen ist, in der tat das wort pogge unbekannt gewesen ıst, beweist
auch der zusatz in der hs. ein utse, sicher nichts, als eın in den text
geratenes glossem zu pogge. Nd. gegenden, wo pogge ungebräuchlich
ist, gibt es mehrere. Vilmar sagt in seimem idiotikon (s. v. höpper),
dass es an der Diemel nur selten gehört wird. Ganz unbekannt ist es
im fürstentum Halberstadt und nördlich davon nach Braunschweig zu,
ebenso in Westfalen da, wo die sprache holländ. charakter anzunehmen
beginnt, auch südlich der Lippe findet sich, wie mir mitgeteilt wird,
pogge nicht. Dagegen ist es im osnabräckschen (Lyra s. 26), Lippischen
(Mundarten 6, 362) und — was für die frage nach der heimat des
dichters beachtungswert ist — im mindenschen und westlich davon be-
kannt. — In der hs. lautet der anfang der fabel 1 Eyn pogge eyn
vtze unde eyn 2 Vorsch is alleyn 3 De han ik beyde wol gesen
4 Gron is de pogge de pogge blek 10 Die frösche liegen im winter-
schlafe 15 ich he icht 31 In Montpelier war eine durch ihre ärzte
berühmte universität 36, 57 mek 40 vrunden 54 of) up 59 vor-
waren 60 ju) mek 66 orgenale, dieses sonst nicht belegte wort ist
wol aus urinale sc. vas entstelli. 70 ju) gik 75 juk 91 venk
109 leyen.
Fab. XCV. Quelle ist Freidank, der von Gerhard Vorw. 52 und
24, 51 mit namen genant ist und bei dem sich 141, 1—4 folgender-
massen die fabel findet: Swer den mül wil frägen Von sinen hoehsten
mägen So nennt er & den &hein Dan vater oder friunde dehein.
Vgl. Grimm z. Reinhart COLXIII. — 1 ‘im mährchen 22 mek
23 wete des 29 nach 32 ‘und zwar’ 35 se fehlt 40 so schut one
so dem mule mit dem vosse dede.
Fab. XCVI. Fast wort für. wort ist entlehnt aus Wfb. Es.
88 (Rom. app. 67), dessen abweichungen ich mit W bezeichne, nur v.
19—24 sind eigen. — 1 bi @ an W 2 sproch eyn duve W. 4 als
sie dar vill dicke W 4 du fellt W 7 des du mich wal berichten
soldest W 8 spriken @ dissen sproche woldest W 9 lest @
sammelst W 10 sint ich dar vuir ne vanensach W 11 off alsodan
huiss W 13 so sprach zo em du sachst all wair W 14 hastu ouch
vl W 16 unde @ doch W nu @ noch W 17 ne de batz dar
cleidet aff W 18 dem wulve sie dit weder gaff.
Fab. XCVII. vergl. zu fab. LXX, lautet an dieser stelle Van
der waselen überschrieben:
188
Men leset dat ein wasel were
De was voroldet also sere
Dat se der muse nicht enkunde
Beraken mer unde begunde
5 Dar na waken wen eyn iunck mus ou’ se lep
Dat se de hasteliken grep
Eyn oltmus dut van or gesach
Wo se an dö mele lach
Unde welker drogene dat se plach
10 Mit der kunst nacht unde dach
Se sprak olde def unde drogerynne
Dat du an oldere dyne synne
Sus hest an drogene gelaten
Dat du motest sin vorwaten
15 De jungen machstu bedregen
Min achte ek din dan ene vlegen
Sequitur moralitas
Beter is bewile kunst wenne macht
So han ek ok so gedacht
20 Dat ek drogene mot misseprisen
Beyde an dö dummen unde an d&@ wisen.
Fab. XCVII. Qucle ist eine paraphrase von Avianus fab. 3. —
Ueberschr.. sinem) dem 2 feng 5 do) dat 8 wane dat dek 11 dek
13 nergen 21 dich 22 mich.
Fab. XCIX. Zur vergleichung mit fab. XX folgt hier der hand-
schriftliche text. Van dö deue vnde hunde.
Eyn rike man hadde enen hunt
Do quam eyn def to ener stunt
An synen hof unde eyn deil mit not
Eyn brot he dem hunde bot
5 Do sprak de hunt bat we‘ ek dot
Denne ek vntruwe also grot
An mynö heren beginge
Ek we‘ des wert de mek henge
Eft ek vor eyn brot vorhele
10 Dat me mynö heren stele
Wet’ dusent brotwert edd’ dar boven
We scholde mek denne loven
Scholde ek mıyn& heren vorlesen
Leuer wolde ek kesen
15 Den hunger sunder ende
Min here ok dat ovele bewende
Dat he mek hedde so gut gewesen
Mer icht gy willen genesen
So maket iu snel vt dö houe
189
20 Et en sy denne dat ek doue
Ik kundiget mynö heren -
De schal gik bi wane wol vorveren
De def sprake beyde dat ek rede
Eyn clene noch myd vrede
25 De hunt de rep de defi de vlo
Ouer eyne want de was ho
Dat he enlop des was he vro
Dat brot blef in d& houe do
Dat was om by der want entvallen
30 Sus is id by dö truwen alle
Sequitur moralitas
Detruwe it beter denne golt
God is den truwen luden holt
Dat is bewant unde is gut
35 Wat men truwen luden dout
Want eyn truwe man dar besteyt
Wur vntruwe sinen heren sleyt.
Fab. 6. Gerhards erzählung ist eine freie umgesialtung von
Avianus fab. 22. — 3 mildecheyde 8 overslän ‘beim lesen eines buches
überschlagen, übergehen’ 19 he se sach 34 ‘dass du dein gut uns
gebest, das möge Gott dir an’s herz legen? 55 ‘wenn ich einen heller
ausgebe und ihn nicht in der erde vergrabe 61 mör en) merken 79 ju)
gik 82 beyde 87. 122 mek 100 Wan dek 107 ‘wir bestimmen ohne
jede billigkeit die gabe 108 eyner 119 ‘ohne dich 135 sune Oder
ıst sinne zu bessern ?
Fab. CI. Quelle ist der bei Grimm Reinh. 397—409 abgedruckte
Poenitentarius s. Asinarius. Vgl. unten zu v. 108 und 218. — 2 ik)
icht — wone) were 5 int 7. 73. 191 nach 17 ‘niemand ist mir an
gier gleich 18. 113, 116. 219 «. ö. mek 24 herte 26 iuk 30 vil
na 33 eyne 52 on) gy 61 houde 67 men slecht) manslacht 68.
74. 89. 145 u. ö. dek 76 än) in 79 hestu) daranne 82 nämlich
busse 84 begonde to vorbermen 101 deyl 103 pleget 104 seget
106 en noch 108 vgl. Poenit. v. 111 ff. In campo iaceo quasi vere
mortuus, artus Corporis extendens, sum velut esca recens: Advolitat
cornix, et motis garulla pennis Assilit, et rostro mortua membra
trahit.... Ad linguam transit, haec dependendo silescit.... Gallinam
vidi pullus ter quinque sequentes ... Arripio matrem, deglutio . turba
misella Clamitat urgente frigore, morte, fame, Jam milvus rapturus
eos cupit etc. — 127 vorderven unde vorheren 132 brunsberen
137 anega 138 mach) nach — sta 139 umme) unde 148 'so wahr
ich bin’ 160 ‘und mit hörnerschall jagen sie dich auf’ vgl. Poenit. 177.
— 172 unrechte) vil rechte 185 truwe)twe, vgl. Poenit. 249 Gaudeo,
quod sit adhuc tantum pietatis in orbe nämlich, weil er verhütet
habe, dass die küchelchen, v. 120, durch frost und hunger umkämen
190
oder von der weihe geraubt würden. — 178 dar fehlt 216 junkvrowe
Vgl. Poenit. 278 ut domicella sedet. — 218 Vgl. Poenit. 291 ff.
Sum piger et tardus, ad sepem frango sacellum Ut cadat in luteum
pulchra farina solum, Prataque depopulor non propria. gramina calco,
Patris perminxi sacpius ossa mei. — 223 me mek 238 gantze
247 cruces 267 alsus) sint — deven) denne 264 Der wolf meint,
dass der escl einer anklage auf raub und dem tode am galgen. nicht
entgehen könne, Damit derselbe jedoch von so schimpflichem tode ver-
schont und sein geschlecht vor schande bewahrt bleibe, will er ihn
lieber auffressen. Vyl. Poenit. 341. — 279 meysten 313 wort) wor
315 hoyden.
Fab. CII. Quelle ist Wfb. Ls. 93 (bei Hoffmann s. 17) vgl.
Rom. app. 72. — 1 Im wuldeckschen werden noch heut zu tage die
waldmarken, waldparcellen word genannt. 5 Dieser vers dankt seine
entstehung dem worte underdän in v. 4., entweder, weil der dichter mit
jenem worte den dann untadelhaften vers schliessen und einen neuen
vers als reim zu v. 8 spüter einschieben wolte, oder, weil der schreiber
der vorlage, übersehend, dass kesen : wesen reimt, den v. 5 eingeflickt
hat. — 10 ‘die alten, weisen bäume’ 17 ein se fehlt. 19. 23. 47 ju)
gik 24 weik 25 seik 50. 51. 62 mek 350 bocken 51 se en) unde
62 Weil die walnuss aufgeschlagen, aufyeknackt werden muss, um ihren
kern zu erhalten. 63 tom) dem — de) dat 67 Diese stelle ist in
der einleitung besprochen. 72 macht 73 set 79 jene) yne 80 de) dat
94. 101 eynen 95 brämber) brammer 96 en kande) bekande 111
vorhoyden 125 van mek er 126 icht) nicht 127 eyn mach 128 to
fehlt 135 schapen Die stelle bezieht sich auf die wahl Iuprechts von
der Pfalz zum könige von Deutschland, der im gegensatz zu seinen vor-
gängern nicht aus königlichem geschlechte stummte. Vgl. die einleitung.
. 145. 146. 151. 154. 155 dek 156 dat he vare 159 gantsem 160
hagedorne 161 entfeng.
Fab. CIII. Quelle ist Wfb. Es. 70 (bei Hoffmann s. 49). —
1 liget 2 holt 'aufenthal®? 8 deil 23 nach. 25 mogent) mager
26. 96 alle 55. 60. 79 dek 75 ‘die insignien der königlichen würde
sind nicht von anfang an, nicht aus Gottes gnade deine tracht, bestimmt
von dir getragen zu werden’ Die hs. bietet gedechte, was das mnd.
wich. als ‘das denken’ erklärt ‘daran dachtest du anfanys nich’. Vgl.
über häufige auslassung des r s. 165. — 76 van) an 85 clegen.
Unter der letzten fubel steht der bekannte versus memortalis
Ysopus est herba esopus dat bona verba und darunter in den dafür
üblichen abkürzungen et sic est finis.
Wortlese.
Te Eee ee SV u www
Achte beratung 100. 98; an be-
stimmten tagen und orten ge-
haltenes gericht 4, 17; die bei-
sitzer, schöppen desselben, übertr.
diejenigen welche dem königlichen
throne am nächsten sitzen 57, 33,
achterbliven unterbleiben 76, 2.
achtersprake verläumdung 77, 35.
al, alle all, ganz, jeder; neutr.
allet 26, 4; allent 67, 36.
al bereits, schon 2,52. 498,1, 90,5;
obgleich 3, 98. 50, 32 u. 6.
allein, allein dat obgleich 89,31.91,48.
almeistich grösstenteils 74, 9.
altes vollständig 24, 24.
amis buhler 830, 54,
ammecht beruf 100, 38.
ammechtinan anımann, verwalter
87, 99. 93, 64. 72. 90.
ammer eimer 92, 9. 10.20 u. ö.
anbleken anbellen 81, 78.
anbote amboss 73, 13.
angest gefahr 17, 25. 91, 4; angst
2, 45. 31,43. 74,16 u. ö.
anken stöhnen 51, 1. 18.
ankliven, ankleven beginnen 28 63.
64.55. 71, 29. 86, 85. 89, 46.
sik anlaten sich einlassen, gegenteil
von ablassen 66,15. 72,31. 94, 108.
Yw. 105. 65, 66.
annamen annehmen 101, 91.
änt ente 46, 19; gen. ände 13,
26; plur. ende 101, 134. 146.
äntvogel schwimmvogel 89, 9.
anvogen zufügen 10, 115.
antworden antworten; überantwor- -
ten 32, 26.
apinne, apin äffen 40,1,45. 85, 27.
arn adler 11, 3. 14 u. Ö.; gen.
arndes 21, 26.
arnen ernten 56, 41.
artbere erdbeere 101, 86.
arzedie medicin als heilmittel 80,59;
als wissenschaft 24, 27. 72, 21.
80, 5 n. 6.
afbreken (jemandes vermögen) ab-
bruch tun 2, 60. 30, 3
afbreker betrüger, dieb 58, 42.
aventure abenteuer 61, 24.
afweien wegwchen 87, 72. 108,
‚afwischern abfliegen 89, 26.
in den bachten auf den hinteren57,34.
baden baden 21, 9; für baten
'helfen’ 28, 242?
bagen rühmen, prahlen 95, 31. 87.
bannere bannerträger 49, 146. 209.
bannere, banre f. Banner 49, 102.
178. 205.
bederve bieder 28, 67. 29, 1 u. ö,
bederven gebrauchen können 1, 15.
192
bedevart gän wallfahrten 91, 1.
bedregen, bedrugen betrügen 29,
114. 78,12. 90, 17 u. ö.
begän begehen, bestehen ; bestatten
27, 51.
behagel stark und hübsch, anmutig
40, 15,
behande, behende geschickt, fein,
listig, bei der hand. s. zu Vw. 8.
beholt behältniss, wohnstätte 13, 14,
63, 17.
behoven bedürfen 56, 27.50. 92, 46.
beiden warten 4, 32. 99, 23.
bein biene 49, 165. 252.
bejagen verfolgen 10, 87. 90.
beke m. und. f., bach 2,1. 3, 32.
29,72. 94, 48. 98,1 u. Ö.
beker becher 29. 13.
bemisch böhmisch 102, 67.
beneden unter 48, 9. 88, 83.
beraden uusrästen 10, 58.
beraken einhüllen 70, 5. 82, 18.
berät überlegung, bedenkzeit 80, 50.
berede bereit 12,51. 25, 37. 89,
1u 6.
bereden, bereiden bezahlen 4, 831.
beren sich geberden 67, 50.
berinen berühren 28, 47.
beschedenliken genau, deutlich 26,3.
bescheren (vom schicksal) zuteilen
833,45. 102, 121.
beseggen verklagen 23, 89.
besenden botschaft senden zu Jemand
68, 4.
beslagen, beslän im netze fangen
17, 12, 55, 81, 74, 35.
besmen besen 101, 284.
besitten ehelich zusammen leben
a7, 29,
besoken versuchen 10, 48. 41, 9.
42,29 u. u. Ö.
bestricken bestricken 67, 27.
betanen anfressen 101, 57,
betesch bissig 81, 54.
betucken beirügen 102, 109.
bevellen zu fall bringen 2,65. 65, 98.
96.
bever bieder 81, 10.
bewaren verhüten,
65, 52 u. 6.
bewenden gut oder schlecht an-
kommen 1, 26. 20, 16. 33.
beweren sich verwickeln 26, 82.
bewerken einhüllen 55, 83.
biholden herbergen 3, &.
bilken billiger weise 50, 15.
binden ? 83, 12.
blas brennendes stück holz 11, 27.
blat zunge 28, 31.
blide vergnügt 31, 35. 49, 241.
100, 69,
blitschop vergnügen 15, 4.
blixem blüz 27, 174. 176. 178.
bluwen durchbleuen 73, 22.
bogen biegen 57, 13.
hüten 83, 41.
(wei)
bogenschote bogenschuss
öl, 28.
bolt, bolde trotzig, kühn, rasch
59, 25. 62. 61, 20.
borde börde, bezirk 27, 31. 85, 15.
39, 3. 40, 47. 46, 58. 92, 5.
101, 47. | |
borderen buhurdiren 87, 51.
borge bürge 27, 118.
borst brust 15, 23.
bot gebot 15,42. 83, 31. 63, 27;
to bode zu diensten 2,17. 88, 31.
90, 29 u. Ö. |
bot endchen band, garn 3, 102.
17, 13.
bote busse, strafe 65, 76. 101, 141.
92, 113 u. ö.; heilung 23, 20.
24,31. 72,4. ;
böt = bote 10, 41. 27, 11.
boten heilen 89, 49. 55. 75.
brake erdspalt 81, 65.
bräm, brämdorn ein strauch (pfrie-
men, spartium, scop. L.?) doch
schwerlich der brombeerstrauch
26, 33, 102, 129, 163. |
breidel zaum 59, 3, 62.
breken brechen; gelübde brechen
39, 75; feuer löschen 11, 45;
durchbrechen 25, 31.
193
brink hügel 53, 56.
broke geldstrafe 65, 76.
broke bruch, stelle wo ein fluss
das ufer durchbricht 88, 15.
bromese bremse 100, 148.
bunge pauke, trommel 63, 18. 33.
bunger trommler 63, 14.
bunt pelzwerk 54, 53.
da da 90, 34. 98, 2.
dach tag; gerichtstag und versamm-
lung 27, 126.
dagen tag werden 93, 52; auf-
schieben, vertagen 51, 26.
dan, danne, denne lagerstätte 55,
8. 68,2. 69, 34. 71,18. 80, 43.
ane dank ohne dank 3, 30; gegen
eigenen oder fremden wunsch
14, 2. 16, 4. 29, 65. 56, AR.
de vor compar., desto 65, 39. 70,
32. 75, 15. 9, 18.
degedinge verhandlungen 80, 27.
95, 29. 102, 109.
degelikes Zäglich 100, 71.
degere sein genau, mit sorgfalt
sehen 12, 3.
delinge teilung 37, 35.
denen ausdehnen 63,18. 75,10. 15.
derven verderben 84, 18. 35, 10.
57, 68.
dest vorausgesetzt dass 36, 62. 47,
34; desto 13, 36 u. ö.
. det volk 80, 63. 94, 738,
‚dicht dichtung Vw. 67.
en a Vw. 1. 11, 55. 57. 15, 4
; breit, groß 81, 65.
äik eich 6, 11. 28.
dilde niedrig (von stand oder ge-
sinnung) 8, 28. 65, 14. 129.
81, 9. 82, 36.
dingen besahlen 53, 72.
dink ding, sache; gericht, proceß
90:97}
dobeler wüärfelspieler 86, 1.
doch ‘taugt’ für docht siche 2.
36, 16.
dogen erleiden 102, 65 u. ö,
dol übermut 50, 31.
Niederdeutsche Denkmäler, IE,
domen schwelgen 73, 17.
dön, done m. und f. art und weise
60, 48. 61, 78. 85, 45. 103, 73.
dön tun; geben, reichen 4,10. 87,
62
doren betören 80, 8.
doren, praet. dorste, wagen 18, 22.
102, 141; 2. pers. sing. dornstu
102, 145.
dorewaten durchstossen 59, 37,
dörliken Zöricht 22, 11.
dorperheit, -hede ungebührlichhei
8, 65. 27, 112 u. ö,.
dort dort 98, 27.
dorven, praet, dorfte, drochte,
brauchen 8, 97. 28, 47 u. 6.
doven lärmen 20, 12. 65, 87. 101,
160; mit doppelsinn taub und
stumm machen’ steht es 48, 18.
döfheit tobsinn 15, 27.
döw tau 3, 68.
draf irab 87, 29. 86, 16.
dregen, dragen tragen 2, 10. 63,
10. 73, 11 u. ö.
dregen, drogen, drugen trügen 83,
154. 189. 12, 30. 30, 13. 94, 75
u. ö.
dreien drehen 58, 33.
drie, dries dreimal 57, 59. 80, 50.
drinden, drinten anschwellen 81, 3.
45, 14.
drogene betrug 2, 14. 25,18. 30,
IEU 6.
drogener betrüger 23, 31.
drogenersche betrügerin 70, 13.
drösle drossel 79, 20.
droven trübe sein 2, 24.
ducke albernes frauenzimmer, dutte
40, 45. |
dul dumm 36, 2.
dunne dünn 76, 13.
dure teuer; hoch und teuer (ver-
sichern u. dgl.) 39, 87. 42, 17;
knapp, rar 27, 104.
duvarn tauberich 46, 19.
duve diebstahl, gestohlenes gut 54,
52. 56, 29. 64, 52 u. Ö,
15
194
düfröf raub, besonders nächtlicher,
11, 15. 65, 106.
dwagen, »praet. dwöch, waschen
34, 6.
dwäs, dwase narr, tor 54, 28. 388.
65, 72.
dwelen herumirren 25, 55.
dwerwint wirbelwind 88, 10.
e gesetz 18, 1.
echt abermals, ferner 2, 45. 3, 115.
13, 45. 47 u. ö.
echte ehelich 7, 1. 14; ehelich ge-
boren 95, 16.
ecker eichel 10, 22.
edder oder 8, 13 u. ö,.
edebere storch 94, 85. 93.
edelichede adel, vortrefflichkeit 100,
128.
mit eden spreken beschwören 86, 18.
eft, efte oder 41, 53; wenn 96, 21.
egen, eignen, zugehören 56, 59.
ei, eich e& 41, 29. 31. 46. 54.
eia interjechion ‘ach’ 3, 118. 44, 6.
101, 25.
eins, enes einmal, einst 3, 2. 72,
1; einmal 50, 12.
einvoldich, einfach, schlicht 16, 75.
eislich, eislik häßlich, grausig 34,
1. 85, 32.
ek eiche 88, 1.
eldervader großvater 17, 14.
elende fremd, fern der heimat 101,
259.
elre, eller 33, 13.
emete ameise 56, 1. 23. 62,
enberen, entbehren 73, 7.
enbreken, mangeln 33, 4.
3. 9.
endeliken bestimmt, sicherlich 92,79.
enket genau 95, 36.
ennöch = genöch genug 60, 49.
67, 11. 101, 106.
entholt aufenthali 6, 6.
entreden ausreden, entschuldigen
80, 38.
entseggen ausreden 53, 100.
entswigen verstummen 13, 42.
entucken wegreißen 29, 59.
entvrochten fürchten 53, 100.
entvrouwet entsetzt £7, 75.
entwegen, gedenken 3, 20.
enware = geware gewahr 6, 21.
enwiten iadeln 27, 6.
erbogen rühmen 75, 29.
ere, erre zornig, ärgerlich 2, 87.
28, 6. 7; Ärger 29, 42.
erlik ärger bereitend 27, 91.
erliken zornig 2, 50.
erren ärgern 14, 18.
erwenden abwenden 7, 21.
erzedie = arzedie 55, 36. 68. 94.
82.
eschen heischen 8, 45.
ese (feuer-) esse 73, 23.
eve multerschaf 22, 1.
even passend, recht 33, 10.
eventure abenteuer 39, 88.
exe axt 33, 1. 10 u. ö. Ä
gade genoße 101, 17; gatte 47, 27.
60, 51.
gader, to gadere zusammen 7, 40.
49, 187 u. ö.
galle Aniegeschwulst der pferde 59,
68. 61, 106
gar gahr 91, 48.
gat loch 3, 40. 89, 27; after 35, 7.
gän gehen, imp. gank 89, 14. 21.
gink 67, 34. 69, 15.
gast gast 94, 68.
gastinne weiblicher gast 9, 22.
gebere aussehen benehmen 27, 92.
45, 5.
gebrechte lärm, geschrei 16, 32.
gedigen gedeihen £, 20.
gedrechte Zracht, schmuck 103, 75.
gedrogen trocknen 3, 74.
gehat feind, gehäßig.
gehogen gedenken. 23, 63.
gehure angenehm Vw. 54.
gein sagen; mit genit.: zugestehen
55, 62. 101, 227.
gek tor, narr 94, 74.
gelät aussehen, benehmen 74, 16.
geleide geleit, leitung 59, 4.
gelingen gelingen 63, 21.
195
gellen vergällen 10, 94.
gelusten gelüsten 8, 55.
gemak raststätte, 10, 13.
gemelicheit scherz Vw. 44.
gemelik fröhlich Vw. 11. 49, 238.
semode gemüt 71, 6.
geraken greifen 71, 40.
gerbe garbe 64, 29. 35.
gereide zurüstung 59, 3.
gereken sich ereignen 61, 121.
gerochte geschrei 71, 27.
geruken riechen 2, 22.
gerunge begehren 43, 10.
get geiß, Junge ziege 53, 18.
getemen geziemen 7, 14.
geve ohne schaden 72, 10,
gevel geschick 16, 43.
gevöch klug 55, 21.
gevogen zutellen 79, 18.
gliden gleiten 46, 55.
gös gans 101. 134, 146.
götliken freundlich, gern 75, 32.
srelle siange, speer 53, 62. 101,
78.
grimmen zornig sein 29, 11.
groven wachsen 20, 19.
grunt, masc. u. fem., 5, 12. 18, 20,
gruwen grauen 85, 36.
gunstlike freundlich 9, 43.
halsgolt goldenes halsgeschmeide
103, 27.
hän aufhängen 27, 139.
handelen behandeln 9, 58. 382, 61.
to hant sogleich 18, 38 u. ö.
harde sehr 1, 7. 3, 17, 6,17. 8,
86 u. 6.
harm leid 10, 107.
hart hirsch 6, 12. 61, 59.
hat .feindlich 55, 44. 77, 18 u. ö,
hät haß 3,35. 27,167. 28,23 u.ö.
have besitz 100, 55,
heil ein ausruf. 39, 52.
heimeke heimchen 63, 1. 8.
heket hecht 94, 12. 17. |
- hel heil, ganz 81, 71; up ein h£l,
auf einmal 87, 6.
helpe hilfe 38, 21. 64, 11.
helsen umarmen 36, 7.
helve, stiel 33, 6. 9. 19.
herde = harde 29, 17,
herde Ahirt 22, 26. 23,7. 10 u. ö.
herden erhärten 28, 28. 91, 52.
heren überfallen 101, 308.
hert hirsch 26, 2 u. ö.
hert vogelheerd 74, 42; li
86, 59.
herte herz 28, 2.
hertelik herzlich 16, 15.
hertesör leid 14, 34.
herteshorn, hertestwich, hirsch-
geweih 84, 9. 14.
hesene hesse, kniebug 65, 115. 119.
123.
hestliken Ahastig 3, 123.
hetelik erbittert 54, 74. 55, 55.
hevemoder hebamme 21, 5, 17.
hinden hinten 24, 21.
hinder hindernis 45, 10.
hinder der hintere 49, 4.
ho laut 53, 49.
höchlik feierlich £, 30.
höchtit fest, feierlichkeit 4, 80.
100, 114. 103, 40,
hode schutg 17, 18. 38, 16 u. ö.
hogen erhöhen 65, 19.
in hogen erfreut 28, 6. 7.
hol höhle 10, 50. 71. 98. 47, 78
u.ö.; after 49, 182. 145. 57, 37.
"holt aufenthalt 3, 10. 103, 2; wald
46, 42. 49, 2.
hön huhn 27, 98. 55, 26.
honen schädigen 101, 265.
hönliken höhnisch 72, 2.
höp haufen 49, 3.
hoppe hopfen 49. 95.
höpricken heugabel 29, 70.
hör dreck 57, 17. 88, 48.
horech schmutzig 15, 22.
hornte hornisse 49, 166. 194.
hose fell des fuchses 92, 30. 101,
152.
hof fürstlicher hof 57, 1. 5. 65, 3;
versammlung daselbst 100, 1. 10,
hovesch hübsch, höfisch 3, 5
196
hovescheit höflichkeit, anstand Vw.
36. 3, 18.
hovetman anordner beim turnier
87, 38.
hofwart hofhund 49, 82. 120.
höw heu 49, 143.
howen mähen 29, 23.
hude heute 29, 100,
huden Ahehlen 39, 86.
hudevat fischkasten 39, 20. 66.
hulen heulen 832, 47.
hulpe, hilfe 27, 135.
hüsman, hüslude bauer 34, 1. 65,
21. 91, 1. 101, 308. 311.
hutte hütte 74, 28.
icht irgend, etwa 8,59. 64. 28, 55.
90, 23. 30 u. ö.; wenn, ob 81,
68. 82, 31. 86, 44. 68 u. Ö.
ichte oder 81, 7.
ichtes irgend ein 89, 70.
ichteswan, -ne einstmals 13, 39.
36, 1. 93, 89. 101, 27,
idrus Üdpog 18, 39.
iergen irgendwo Vw. 4. 82,55.
ift wenn 3, 28. 77. 94, 4.
ilen eilen 86, 9.
isenbort goldammer 18, 27, 46, 18.
islik, itlik jeglicher 48, 21 u. öÖ.
janen mund aufsperren 8, 40.
jarlank heuer 53, 42.
jenen aufblasen 75, 9; bejenen,
anblasen 55, 26.
jenich irgend ein 8, 10. 55, 64.
jeto jetet 2, 52. 3, 107. 8, 25.
jo, ju, jemals, immer 3, 134. 18,
28. 29 u. 6.
to jodute ein ausruf 3, 106. 39, 52.
jokelmore eine rübenart 88, 23.
Jutto bereits 21,32. 47,66. 90 u.ö.
ka dohle (lesart zu 12, 11. 12).
kaitif schelm, schurke 15, 56.
kal kahlköpfig 87,2. 6.
kalewe glatze 50, 38. 22.
kast6l schloß 27, 55.
katte katze 3, 48. 90, 1 u. ö,
kaf spreu, gebraucht als ver stärkung
der negation 13,30. 58, 20. 63,22.
kra krähe 58, 7. 12, 22.
keren, praet. karde kehren 29, 10.
kerge karg 283, 67. 57, 65.
kerke kirche 77, 5.
kerle dienstleute 53, 32. 91, 21.
kesen wählen 100, I36.
van kinde von kindheit an 47, 20.
kindes kindlich 27, 27.
kif zank 34, 16.
klapen schwatgen 2, 38. 48. 51.
57, 150.
kla, kläw, klawe 12, 15, 40, 38.
71, 8.
kledinge kleidung 86, 13.
kleien kratzen 108, 85.
klemmen mit den krallen packen
25, 83.
klet kleid 15, 19. 23.
knei Änie 86, 38.
knein niederknieen 74, 13.
knotter ge:sseler 55, 119.
kogele kapuze 55, 121.
kolde kälte 10, 6: kalt 86, 71.
kolen, koilen kühlen 86, 68. 70.983.
kolse geplauder 31, 44. |
kolsen plaudern 31, a,
kople band 3, 126.
kore entscheidung 17, 17. 100, 91:
wahl 36, 55.
korten kürzen 47, 89, .
kortliken bald 11, 17.
kote kote, bauerhaus 86, 25.
kotse bewohner einer kote 27, 37.
koven stall 82, 49. 99,7.
kracht kraft 102, 71.
krage schlund 101, 130. Ä
krän kranich 8, 11. 15. 23 u. 6.
krank schwach Vw.65. 2,20. 14,22.
krankheit schwäche 3, 108. 88,38.
kreie krähe 58, 3. 30. 34. 101,114,
kreken griechen(land) Vw. 2.
krekesch griechisch Vw. 27.
krich hader, zank 29, 81. 99. 84,
13. 22; eifer, streit 3, 68.50, ©.
kriten schreien 82, 38.
kruke flasche 76, 7.
krunsbere preisselbeere 101, 132.
197
krupen &kriechen 12, 6; »praeter.
kröch 3, 113.
kuken küchlein 101, 120.
kulde kälte 9, 25.
kumber not 23, 69, 18, 10.
kundicheit anmassung 59, 56. 88,62.
kunstich geschick 59, 69.
lagen nachstellen 74, 10.
laken tuch 40, 19.
las lachs 39, 74. 88,
laster spott, tadel 14, 24. 65, 81.
lät benehmen, aussehen 10, 42. 94, 90.
lat lässig 101, 218.
laten lassen ; aussehen 101, 112.
lecht hell 1, 4. 9, 40.
ledich frei 16, 25.
ledigere geschäftlos 62, 82.
löfliken liebreich 29, 6
legen lügen 28, 19. 46, 82. 53, 95
u. Ö
leger lager 1, 8.
leide schlimm, leidig 3, 88. 17, 6.
102, 155.
leidehunt leithund 61, 54. 64,
leiden böse werden 2, 33.
leige leie 7, 40.
lein Zehen, besitz, lohn 9, 59. 15.44
lemede lähmung 61, 106.
lenen verleihen 38, 10. 67; leihen
4, 28, 41, 58.
lenk compar. zu lank 9, 44. 86, 83;
lenger 29, 70,
ler wange 56, 18.
leren lernen 94, 99.
leschen erlöschen 86, 79.
lest leist exostose beim pferde 26,
25. 61, 106.
let glied 26, a2. 72,5. 9. lit 3, 97.
letlik häßlich 85, 29.
letten hindern 57, 19.
levede liebe 29, 41.
lichte vielleicht 11, 13. 24, 5. 49
u. ö.
liste besatz 92, 82.
lifaftich, lfhaftich leibhaftig. Vw.
14. 91, 56.
loderen in unordnung. sein 86, 89.
loven loben 3, 58.
lovede, lofte gelübde 32, 52. 49,
65. 91, 40. 58.
lucht luft 12, 15. 89, 22.
lucke glück 7%, 50.
lugen lügen 78, 11. 94, 76. I
luttek klein, wenig 16, 8. 17, 28.
47, 78. 49, 21 u. Ö.
mäch, mage verwandier 86, 42.
94, 87. 95, 32 u. Ö.
mak bequemlichkeit 3, 57.
malk jeder 79, 51.
malsch verwegen, boshaft 55, 127.
mane mähne 71, 9. .
manen mahnen 8, 56. 38, 60.
mank zwischen 23, 41. 87,49. 98,
32.
manklacht Klafter 49, 161.
manlıken männlich 25, 32.
march das mark 88, 76.
mark, merke die mark 37, 2. 9.
43, 2.
market markt 87, 1. 63, 1.
mart(e) marder 47, 41.
mät = mate mässigung 36, 54.
mate mässig, wenig 5, 2. 11, 52.
24,47 u 6.
mateliken mässıig 9, 30.
mede lohn 8, 13. 26. 30 u. ö.
medelön lohm 8, 51.
megentit maienzeit 31, 40.
meicheit verdruss 28, 66. 98, 14.
meien bemühen 75, 13.
meigen mähen 16, 17. 28, 14.
melden anzeigen 56, 55.
menele stachel 82, 3.
menen gesinnt sein gegen jem. 88,52.
mengen zwischen 29, 23.
mönschop gemeinschaft 25, 49.
mer, men aber 1,13. 20, 18. 21,
21. 14, 31u. ö.; außer 65, 30.
merren stören, hindern 26, 49.
mes mist 82, 3. 17. 19. 28.
mest messer 16, 17.
mesterlin meisterchen 31, 45.
mesterschaf meisterschaft 94, 41.
metlik mäßig 65, 41.
198
midden mitten 64, 68.
mildechede freigebigkeit 100, 3.
mile meile 61, 15. 86, 14.
min weniger 2, 41. 70, 18; minre
19, 19; minner 14, 34.
minne liebe 9, 24; als kosewort
50, 38.
miströst, missetröst schlechter trost
58, 91. 72, 22.
moden zu willen sein 7, 37; ver-
muten 47, 79.
modink nichtsnutz (scheltwort) 29,
52. 50, 27. 56, 4. 56, 4. 92, 50.
mogelike eifrig, gern 101, 159.
mogent mächtig 103, 25.
moien verdruss machen 8, 57. 59.
14, 12. 48, 15.
monk mönch 58, 45.
mör moor 83, 19.
morsel bissen 52, 5.
mote begegnung 59, 13.
mouwe ermel 86, 40.
muke mauke (Fusskrankheit der
pferde) 61, 106.
na, vil na, vul na fast, beinahe
. 86, 32. 15, 31, 22, 28. 31, 30
u. öÖ.
nanne kosewort. für die eltern 98,29.
neden in hass bringen 35, 4.
nein kein 3, 97.
neren nirgend 8, 8. 25, 53.
nese nase 81, 71. 85, 19.
nesen genesen 38, 39.
nest nesit 11, 17; des esels 72, 28;
des baumes 102, 129.
nesten nest machen 96, 3.
newan niemals Vw. 14.
niden hassen 28, 36.
ninges neulich 28, 14.
nochtan, nochten noch 28, 13;
dennoch 82, 12.. 39; obwol 83,
35,
node ungern, kaum 21, 10. 27, 93
46, 11. 47, 44 u. ö,.
nogen genügen 18, 58. 43, 10.
nomen nennen Vw. 69. 4, 13.
nosen hindern 16, 40.
noten zugesellen 15, 55. 54, 71.
nu nun jetzt 11, 36 u. ö.
nu nie 4,6. 41,48. 89,45. 94, 102.
nucke tücke, laune 65, 86. 76,16.
nut nutzen Vw. 58.
nutten nützen 65, 103.
ogenweide genussreicher anblick Vw.
ök und, auch
olden alt werden lassen 90, 6.
olmech verrottet, mürbe 89, 28.
ordöl urteil 102, 182.
orlof genehmigung 65, 103 ; abschied
98, 74.
ors streitross 24, 1.6. 49, 199.
225. 87, 58.
ötmodich, ötmode demütig 88, 67.
75.
ötmodicheit demut 40, 57.
of, oft, ofte oder Vw. 15. 57, 58
u. ö.,; ob 33, 36; wenn 8, 16.
24. 57, 56. 64, Bu.ö
orgenale uringefäss 94, 65.
orlige krieg 86, 92.
ovelgeist Zeufel 91, 63.
oven üben 25, 46.
overgän überführen (vor gericht)
4, 9; a begehen 102,
174.
overlank längst 60, 11.
overluken hinübergiehen 3, 94.
overslän überschlagen 100, 8.
overswenge übermaß 57, 58.
overvaren auslaßen 53, 51.
palmweke palmwoche 101, 3.
pant pfand 58, 60. 87, 92; netz
47, 63.
panter panter 69, 7. 71, 2.
päpheit geistliche dinge 94, 103.
pelegerne pilgrim 101, 240.
petze friedenskuss bei der ‘messe
583, 52. 78. 82 u. ö.
pils pelz 2, 40. 44,
sik pinen sich bemühen,
auf 38, 128. 7, 26. 49. a24.
pipen pfeifen 62, 28.
plengen lügen und trügen 86, 80.
ausgehen
199
plichten verbunden sein, beipflichten
Vw. 68. 69, 63.
plöch pflug 87, 8. 94.
pogge frosch 75, 1. 94, 1. 3 u. Ö.
pöl pfuhl 45, 3. 8.
pote junge pflanze, sproß 101, 57.
proven prüfen 24, 51. 25, 45. 65,
/2 U 6.
puls puls 94, 66.
pute ein scheltwort 28, 51.
putte brunnen 92, 1. 8. 91.
quäs frass 46, 2.
quät böse 87, 86. 88, 49. 89, 52.
quek vieh 89, 6. 93, 8. 12. 21.
101, 66.
quit frei von sirafe 38, 50. 64, 19.
quiten einlösen 87, 92.
rake wolbefinden 55, 86. |
raken treffen 50, 12. 94, 64. 83, 2.
ramen zielen auf etwas, beabsich-
tigen 16, 14.
rappolt ein schimpfwort 85, 83.
raschop vorrat 27, 60.
rast rast 13, 25.
raven, plur. revene rabe 54, 1.8.16.
recken recken 24, 14.
rede fertig, bereit 33, 35.
reden vorbereiten 3, 61.
reise weg 61, 14.
reke, rekel grosser bauernhund 49,
82. 122.
reken darbieten 39, 88. 101. 198.
ret schlf 88, 14, 16. 27. 76.
reten schreien 36, 47.
revbarbar rabarber 49, 12.
reven unsinnig sein 8, 49. 28, 65.
50, 35.
richte gericht 36, 15. 38, 46. 65, 29.
richten in ordnung bringen 64, 24.
riken reich machen 8, 21.
river bach 65, 125.
roch roch geschrei des raben 13, 39.
rochte geschrei 53, 65. 71, 20. 93,
75. 101, 88.
rode rüde, hund 15, 12. 20, 28.
roke geruch 71, 25. 102, 18.
rokelose sorglos, ohne weiteres 9, 49.
roken geruhen, sorgen um 10, 26.
55, 34. 62, 14.
‚romen rühmen 35, 27,
roredrank abführender trank 49, 9.
roren rühren 3, 97; den schilt ro-
ren den kampf annehmen 49, 59.
234.
roten faulen 57, 69.
rouwen ruhen 27, 102.
rugge rücken 16, 54.
rusch binse, schilf 74, 27.
ruwe reue, schmerz 27, 54. 35,9.
73. 21 U. Ö.
ruwe rauh, zottich 4, 19.
ruwen schmerzen 100, 52.
sabel zobel 87, 63.
sachte geräuschlos, bescheiden 87,112.
sachten besänftigen Vw. 64.
sade sättigung 20, 14.
saden sättigen 10, 32. 100, 146.
sagen erzählen 89, 1. 103, 70; seg-
gen 46, 16 u. Ö.
sake streüsache 47, 47.
sälde wolergehen 74, 50.
sän sogleich 54, 5.
sappel kranz 87, 43.
schapekoven schafstall 65, 68.
scharf scherflein, heller 100, 54.
schat schatz 3, 42.
schedelik schaden hervorrufend 50,
31.
schein geschehen, präs. schut 64,20;
prät. schude 47, 3.
schelden schelien 9, 46.
schelle schale Vw. 75. 12, 7.
scheme schatten, gestalt 5, 8. 16.
2,2 u ö.
schemede scham 87, 76.
schemeliken beschämt 87, 88. 91.
schemen schämen 81, 91.
schenden in unehre bringen 24, 38.
schentliken mi# schande 54, 62.
schere scheere 28, 46. 56.
schere bald 10, 32. 21, 29. 102, 68.
schevelink, ein schimpfwort 95, 30.
schipnisse. gestalt 33, 3.
schipper schöpfer 79, 2. 6. 84, 4, 13.
200
schivelben eine fußkrankheit der
pferde 61, 105.
schone schönheit 1, 17, 7, 15. 79,9.
12.25 u. 06.
schope schöffe 102, 135.
schuben schieben, bewegen 28, 56.
schulen verborgen sein Vw. 75. 84,
2. 96, 12.
schür ort, der vor regen u. dgl. ge-
schützt ist 56, 12.
schürheit schlauheit, bosheit 91, 86.
scopen schaffen 17, 18.
scrigen schreien 16,30. 27, 71. 29, 67.
scrichte geschrei 27, 72.
scrin schrank 103, 17.
scroden, scraden schneiden 3, 18.
28, 57. 34, 7.
sege sieg 25, 19. 39.
segede sense 28, 21. 45.
segen sähen 17, 2.
sein sehen; prät. sach, sagen 4, 11.
28; imp.sich 38, 12. su 1, 12 4.6.
sek krank 65, 97. 94,4 u. ö,
selden, selsen selten 77, 36. 100, 74.
serpent schlange 18, 59.
‚sere, ser schmerz, krankheit 77, 7.
15, 36. 49, 7. 30 u. ö,
ser krank 23, 14. 55, 2. 59, 69 u. ö,.
sibbe verwandt 69, 8.
side niedrig 102, 39. 95, 34.
sint darauf, später 54, 63. 76, 11.
89, 22. 94, 86; sintemal 8,54. 96, 10.
sledorn schlehe 33, 15.
slinden verschlingen 8, 3. 101, 131.
slindich gefräßig 91, 83.
slingen sich winden 90, 60.
sliten schleissen, stören, aufheben
16, 34. 27, 5.
smaheit schmach, schmähung 2, 10.
18.
smal schlank 71, 12.
smawort schmähwort 65, 77.
smelik schmählich 57, 52.
smide geschmeide 87, 17.
achten uppen snat es genau neh-
men 3, 37 (snat bedeutet das ab-
streichen des getreides vom schef- .
fel, wenn kein gehäuftes mass
gegeben wird).
snellich, snelliken schnell 55, 75.
65, 113. 100, 132.
snellichede schnelligkeit 6, 40.
snigge schnecke 12, 5. 23.
snode schnöde, erbärmlich 54, 49.
102, 155.
somlik mancher 35, 24.
solt sold, lohn 63, 16. 70, 26.
sorichvolt besorgt 33, 7. |
sot narr 36, 49. 61, 93. 77, 29.
spat spat (pferdekrankheit) 26, 25.
spelman spielmann, gaukler 15, 23.
4A, f
spet spieß 53, 62. 79.
spiker speicher 10, 57. 73. 81.
spliten zerreißen 72,11. 93,58. 102, 51
spör spur 26, 28.
sporen nachspüren 47, 94. 61, 59.
spotter spölter 40, 27.
sprike reisig 96, 2.
stade haltbar 33, 19.
to stade zu ruhe 31, 25.
stake stange 71, 39. 65.
stalen stählen 73, 13.
stallen pissen 101, 227.
stän stehen; imp. stant 24, 25. 69,
45; prät. stöt 90, 61.
stät stelle 4, 48 u. ö,.
stede stets 33,28: dauerhaft 102,70.
'stedeliken beharrlich, stets 41, 7.
101, 168.
stedes stels 74, 54.
stel gestell 81, 47.
steken stecken 8, 5. |
sterken stark machen 33, 66. 47.
sterven töten 41, 41.
stichten stiften Vw. 25.
stilliken still, heimlich 80, 18.
stilnisse Zeil der messe (die wand-
lung 53, 51.
stokarn stossadler 3, 122. 94, 85.
stöt sioss 6, 26.
stöt einzäunung für frei herum-
laufende pferde 61, 25.
stolt der stolg 59, 26.
201
storm stürmischer streit 100, 123.
stoven herumstieben, -wirbeln 48,19;
stöf zerbiß 16, 56.
strak stark 57, 11.
strecken strecken 24, 13. 32, 41.
strede schritt 90, 47.
streien streuen 74, 14.
streken schwärmen,
47, 62.
stricketes ein kleidungsstück der
frauen 49, 20.
striken = streken 103, 33.
stuke baumstumpf 56, 8. 89, 28.
sturen einhalt tun 59, 66. 101, 59.
suchten seufzen 27, 129.
suke krankheit 27,30. 80, 3.14 u. ö.
suke, die gesäugten jungen? 21, 28.
sumlich, somelik mancher 1,23. u. ö.
sunder ausyenommen 94, 34.
sunderliken besonders, abgesondert
87, 65.
sunt "gesundheit 80, 21.
supent Zrank 86, 63.
süroget boshaft blickend 74, 29,
swade schwade (die reihen, in denen
gemähtes heu liegt) 28, 21.
swale schwalbe 17, 3.
swemmen, swommen, swummen
schwimmen 3, 82. 95. 104. 105.
89, 31.
sweten schwitzen 74, 17. 77, 21.
. sweven schweben 25, 30.
swigen schweigen 28, 62. 25, 12.
swindicheit list 101, 111.
swingen fliegen 11, 50.
tacke zacken, enden des. hirsch-
geweihes 84, 15.
tale rede 31, 41.
tam zahm 49, 80. 93, 4.
tan zahn, plur. tene 53, 76; tande
16, 55. 85, 21.
taverne wirtshaus 56, 65.
tegen gegen 89, 21.
tein ziehen 63, 31. 83,43 ; beziehen
101, 280; sek tein sich (über
seinen stand) erheben 75, 24;
etwas auf sich beziehen 14, 36.
einherziehen
Niederdeutsche Denkmäler, IH,
16, 64; sich bemühen, erstreben
1, 21.
tein, teine zehn 50, 11. 30, 54.
telt zeligang des pferdes 87, 29.
temen geziemen 39, 62.
t& zehe 101, 294.
guder tere gutgeartet 71, 44.
teve hündin 9, 48.
tigen, besichtigen 101, 99.
to = teve 9, 1. 3. 11. 59.
to zu; to verne 2u sehr 27,2.
tobreken zerbrechen ; feuer löschen
11, 27; tobroken abgearbeitet
63, 8. |
töch list 18, 12. 89, 57.
togen zeigen 3, 75. 65, 20.
tohant sogleich 41, 44. 45 u. Ö.
tornen zürnen 17, 19. 23, 31.
toschudden zuschütten 92, 55.
tosetten zusetzen, angreifen
6, 16.
tospliten zerreißen 4, 49. 103, 86.
touw dus tau, garn 74, 6.
träch träge 62, 32. 63, 3.
trächliken träge, langsam 68, 5.
trane träne 75, 18.
trecken ziehen 6, 5. 32, 18.
“ truwen traun, gewiss 11, 14.
trüt lieb 91, 61.
tuk list 24, 10.
turen schleppen (von matten beinen )
twär zwar 58, 48; tware in wahr-
heit 81,2.
twevelt doppelt 100, 105.
twich geweih 84, 18.
twiden (einen wunsch) erfüllen
18, 9. 100, 158.
twie zweimal 69, 68. 84, 15.
twien hadern 91, 44. 96, 23.
umbehende unklug 50, 25.
umbedoret nicht betört 94, 54.
umbereit nicht bereit 3, 81.
umbevän umhüllen 55, 82.
umbilk gegen recht und billigkeit
. 101, 75.
ummedön besiegen 25, 27.
16
202
ummegän umgehen mit etw. 1, 11;
loskommen 101, 285.
ummescheten sich überschlagen
15, 20.
unbevunden unerfahren, 74, 2.
undät untat 4, 59. 27, 9.
underscheit unterschied, wahl Vw.
61. 7,6. 13, 2. 26, 51. 32, 23.
25. 583, 36.
undervoget untervogt 18, 45.
underwegen unterwegs 3, 127. 10, 4.
undult unruhe, leidenschaft 27,33.
162. 84, 4.
uneren beschimpfen 65, 28.
ungedult = undult 79, 1.
ungegeten nüchtern 39, 44.
ungehört unerhört 2, 82.
ungehovet derbe, unhöfisch 49, 286.
ungehure böse, nicht geheuer 28, 70.
86, 77.
ungelucke unglück 29, 61.
ungetruwen ungetreulich 91, 32.
ungeval, ungevel unfall, unglück
16, 35. 72, 12.
ungevlomet wnabgeschuppt
fischen) 39, 34.
ungevöch, ungevoge ungebührlich,
unyebühr, unfug 2, 63. 3, 121.
15, 45. 18, 14. 27, 105. 111. 38,
44. 36, 86. 84, 19. 95, 3 u. Ö.
ungevöchte ungebührlichkeit 36, 66.
ungewegen unbedacht 49, 242.
unlange nicht lange 27,82.
unmacht ohnmacht 14, 3.10. 15, 84;
schwäche 2, 58.
unmaten ausserordentlich übermäßig
8, 38, 60, 3.
unmennige, wenige 16, 27.
unnutte unnütz, 9, 55.
unrouwe, unruhe 27, 34.
(von
unsälde unglück, beschwerlichkeit
29, 2. 86, 24. 102, 149.
unsalichliken unselig ,
| 18, 43.
unsinnich unverständich 15, 26.
unstade, unstede unbeständig, 30,1.
27, 161. 164.
schlimm
unstede unbeständigkeit 10, 104.
untdön erschrecken 49, 44. 86, 41.
unteren entehren 65, 78. 77, 27.34.
unterven das erbe wegnehmen 27.83,
untheten verheißen 38, 61.
untliven entleiben, töten 65, 53.
75, 20. 90, 22.
untmoten begegnen 15, 21. 39, 50.
59, 6. 67,1.
untreden ausreden 36, 3.
untschulen enischlüpfen 10, 80.
untscreken erschrecken 16, 5.
untseggen aufsagen 61, 8.
untsitten entkommen 10, 80.
untstoven auseinander treiben 49,
215.
untvoren entführen 61, 60; fürchten
14, 27.
untvrochten fürchten 53, 17.
untwaken erwachen 38, 4,
untwischen unterdes 89, 58.
unvaste unbeständig 27, 171.
unvelich unsicher 49, 49.
unvorschuldes unverschuldet 21, 48.
unvorwändes unvermutet 17, 11.
unwerndes unerwartet? 10, 10.
unwille feindschaft 78, 1.
‘ unwis nicht gewiss, unsicher 5, 19.
'unwitlik unbekannt 87, 98.
unwitliken ohne jemandes wissen
92, 19.
upboren aufheben, erlegen 47, 95.
updringen herauskommen 19, 4.
upheven beginnen 46, 39. 55, 58,
uptucken fälschlich behaupten 2,31.
ute aussen 9, 29.
ütlapen aufschlürfen #5, 8.
ütluken herausziehen 76, 8.
ütspliten aufschlitzen 93, 50.
ütwech ausweg 91, 28.
valsch falschheit 8, 65. 9, 4.
vanden besuchen 68, 7.
vare farbe 13, 43.
vasten fastenzeit 101, 1.
vederwant beitstück 27, 104.
veide fehde, streit 2, 32. 28, 87.
27, 17. 53, 3.
203
veile verkäuflich 59, 23.
velich sicher 31, 34. 81,3.
vellen erlegen 53, 64.
fer stolz, schön, hehr 27,37. 31,2.
40, 3. 31. 56,17. 57,48. 71,12.
87, 52.
verde genosse 47, 19.
vere fern 71, 22.
verken ferken: 55, 84. 81, 24.
verkenmoder saw 21,1.
verne weit, fern 3, 49. 26, 27. 32,
17. 71,1 u. ö. ; so verne insofern
85, 28.
verse ferse 49, 223.
versma verachtung 34,5.
viant, vient, vigent feind 3, 131.
6,42. 33, 47. 94, 40 u. ö.
villen das fell abziehen 29, 51. 54,
4. 42. 53, 88.
vilt file, pergament 49, 149. 188,
vinne, ein scheltwort, 70, 18.
vimmen getreidemandeln 64, 23.
vinger, vingerlin ring 103, 18. 28.
74
fisike arzneikunst 55, 22.
vle bitte, flehen 7, 27.
vledermüs fledermaus 25, 16. 40.
vlegenquast fliegenwedel 55, 123.
vlein fliehen 84, 26 u. Ö.
vleliken fehentlich 3, £6.
vlet bach, fuß 2, £. 24. 3,1. 78
u. Ö.
vleten schwimmen 29, 79; fließen
5, 20. 75, 18 u. 6.
vlitliken fleissig 41, 22. 68, 20.
74, 53. 92, 18.
vlöt, vlüt Aut 2, 29. 5, 12.
vöch fug und recht 11, 10. 86,86.
41, 10. 100, 107 u. ö.
vöcheit klugheit 9, 63. 36, 85. 46,
81. 50, 19; kunst Vw. 10.
voden nähren, erziehen 7,38. 10,
2. 84,17. 39, 12.13 u. ö.
voge klein 16, 66. 18, 17. 42. 81.
53, 98. |
voge klug 3, 53. 9, 60. 11, 53
u. Ö.
vogen gebühren 16, 72. 59, 20.
voider fuder (mass) 8, 32.
volge beistimmung 46, 77.
volgich folgsam 31, 20.
volt horde, eingezäunter raum 65, 68.
vorarret verirrt 89. 51.
vorbagen berühmen 86, 48.
vorbolgen erzürnt 59, 32.
vordät frühere taten 52, 36.
vordenken im verdacht haben 80, 28.
85, 47.
vordomen verdammen 2, 23. 58.
4,14 u. ö.
vordragen ertragen, geschehen lassen
36, 43.
vordrenken ertränken 39, 69.
vorduren vergehen 59, 64.
vore vorn, zuvor 23, 2. 9, 4. 10
u. Ö.
vore furche 74, 26.
vorelegen vorlügen 46, 76.
voren führen 12, 14, 13, 14.
vorenen einigen 37, 12.
voreschen in erfahrung bringen
101, 204.
vorgadern versammeln 49, 91.
vorgelden bezahlen 46, 52.
vorgeven ums leben bringen 26, 16;
aufgeben 89, 56.
vorgoden gütlich aufnehmen 88, 68.
vorheren überwältigen 33, 46. 61,12.
81, 15.
vorhoden, vorhoiden hüten 9, 62.
80, 62.
vorke heu- oder mistgabel 64, 38.
vorkeren zum vorwurf machen 18, 28.
vorkesen aufgeben 108, 12.
vorklokenäberlisten, betrügen 97,84.
vorkrigen bei einem wortwechsel zum
schweigen bringen 28, 29. 61.
100, 122.
vorladen beschweren, überladen 57,
44, 101, 166.
vorlasuret mit blauer farbe bemalt
59, 63.
vorlegen aufgeben, preisgeben 32,63.
vorlenen verleihen 56, 64.
204
vorlichtliken geringschätzen 34, 19.
vorloven durch gelübde entsagen
65, 57.
vorsluken verschlucken 40, 20.
vormoden ermüden 61, 80; arg-
wöhnen 102, 171.
vorolden alt werden 70, 2.
vorplegen vormachen 39, 63. 103, 42.
vorquicken erquicken, lebendig
machen 94, 29.
vorrätnis, vorrötnis verrat 25, 47.
65, 66.
vorreden durch reiten elend ge-
worden 24, 1.
vors, vorsch frosch 3, 4. 15. 23.
18, 7 u. ö.
vorschalt verdorben 52, 15.
vorschapen missgeschaffen, häßlich
48, 18, 50. 52, 15. 86, 35.
vorschapnisse missgestalt 40, 22.
vorschinen durch den sonnenstrahl
versengen 7, 23.
vorseken verläugnen 36, 17, 55, 39.
vorsinnen besinnen 54, 30. 81, 85.
85, 28.
vorslinden verschlingen 94. 983.
vorsnellen beirügen 55, 186.
vorspreken verzeihen 39,4. 64, 30.
vorstän überstehen 88, 5.
vorswinden 2u grunde gehen 84, 30.
vort weiter 3, 88. 50,6, 98, 28 u. ö.
vortien, vortigen verzichten, abstehen
22,10. 28,57. 29,68. 81,6.50 u. ö.
vortragen lässig sein, versäumen
94, 38.
vorveren erschrecken 20, 22, 24, 6.
67, 51 u. ö.
vorvrouwen erfreuen 85, 16.
vorwandelen ändern 7, 33. 39, 92.
vorwaten verfluchen 30, 12. 54, 46.
58, 59 u. ö.
vorwegen an gewicht schwerer sein
84, 20. 92, 69.
vorwerk ein im freien felde gelegenes
ackergut 49, 17.
vorwesselen verwechseln 85, 42.
vorwinnen überstehen 8, 58. 9, 15.
vorwort zugeständnis 69, 46.
vorwiten tadeln 82, 34. 90, 55.
98, AR.
vrede friede 11, 42. 61, 7,
vreden frieden geben 23,26, 51,27.
vredelös ohne schutz 54, 39.
vrent freund 18,52. 81,51. 94, 40.
vreschen erfahren 27, 92. 185.
41, 15 u. 6.
vresen frieren 27, 95. 47, 14.
vreveslik mutwillig 40, 7.
vrie heirat 7, 20.
vriliken frei, ohne Een 8,2.
vro frühe 3, 62. 74, 39.
vrochte furcht 8, 44.
vrochten fürchten 67, 49.
vrome nutzen, vortel Vw. 43. 92,85.
vromen nätzen 37, 16. 57, 83.
vuchte fichte 101, 26.
vulbort zustimmung 40, 60._
vulkomen nicht durchaus nicht
35,26.
vullen füllen 92, 56; ausgleichen
4, 34,
vullen völlig 9,5. 10,9. 49, 152 u.ö.
vullenvoren zu ende bringen 4, 16.
vuren in feuer glühen 73, 23,
wachten warten 9, 44. 20, 283.
32, 42. 100, 94.
waden waten 39, 31. |
waken wachen, lauern 70, 6,
walböm wallnussbaum 103, 55.
walden prät. welt 32, 36. 74, 51.
wandelbere veränderlich 60, 41.
wandelen den vöt einen anderen
weg einschlagen (bildi.) 39, 91.
wanen glauben 8, 28.
wanne, interject. des vorwurfs 98,8.
want gewand 100, 85.
wapen, ein ausruf, 3, 106. 39, 52.
warde wache, anstand bei der jagd
6,9. 61, 48.
wärliken wahrlich 8, 20.
wasele wiesel 70, 1.
wedde pfand 27, 118.
wedden wetten 67, 22.
wede strang 92, 24.
205
wederkeren zurückkehren 3, 66;
zurück, in den alten zustand
bringen 18, 48.
wederkomen abkommen von etw.
83. 32.
wederkrich widerspruch 29, 7.
wedersate gegner 47, 46.
wedewale pyrol, pfingstvogel 79, 20.
wedewinde, ein strauch, 26, 34.
weke woche 9, 19.
weke geven nachgeben 28, 49.
welp, welpen junges der tiere 9, 18.
21, 22. 55, 88.
wer weder, ob 29, 95. 58, 57.
69, 60.
werdicheit wärdevolles betragen
27, 5
werdinne wirtin 10, 14.
were verteidigung 26, 38. 28, 41;
ein ding zum schutz 3, 116.
weren hindern 89, 57. 81, 46.
werken, prät. wrachte zubereiten
33, 18, 48; ein wild ausweiden
6, 14.
werliken wahrlich 8, 27.
wermen erwärmen 21, 9.
wernen (eine bitte) abschlagen 57,
52. 82, 16.
wernen warnen 10, 85. 65, 89.
werren verwirren 36, 50.
werschup wirtschaft 10, 43, 93.
wert wirt 86, 13.
wertlik weltlich 54, 68.
werven streben 1, 16.
wevel käfer 35,1.6. 49, 3.25 u. 6,
wicht wicht 2, 7. 16, 88.
wicken weissagen 17, 14. 20, 21.
wide weit 32, 17.
wige weihe 4, 19,42. 101,189 u. ö.
wile, wilen einst 13, 11. 46, 27.
49, 1u. ö.
willich willig 9, 36. 10, 42.
willekoren vor gericht gehen 87, 41.
wilt das wid 16, 29.
winkendie augen schließen 46,39.66.
afwischeren abfliegen 89, 6.
witenvorwerfen,tadeln 71, 43, 76,20.
witlik bekannt, 102, 78.
witte verstand, 18, 30.
wlomen träbe sein 2, 24.
wol wol, gut; obgleich 87, 68.
woldich mächtig 6, 49.50. 65,135.
wolp, wolpen = welp 9, 1. 8, 26.
10,107, 53,14. 58,38. 11,9 u. ö.
wormete gewürm 49, 179.
wort waldparcelle, hain 102, 1.
wrake rache, sirafe 58, 21. 77, 36.
wreken rächen, strafen 16, 10. 68,
88, 26
wrenschen wiehern 59, 26.
wret grausam, stark 3, 43. 24,2.
29, 104. 49, 196, 216. 56, 51.
wullen wolle von einem schafe
nehmen 58, 9.
zage, ein schimpfiwort, 10, 62. 22,
25. 39, 45. 59, 16. 101, 14,
zagel schwang 49, 122. 186. 67,
28. 71,9 u 6.
zire 2ierlich 85, 21.
ziren zieren 59, 2.
206
Nachträge und berichtigungen.
«
Zur einleitung s. XXIX. Inzwischen ist der Poenitentiarius
von E. Voigt in seinem soeben erschienenem buche ‘Kleinere lat. Denk-
mäler der Thiersage' s. 81—106 von neuem herausgegeben worden. —
s. XXXIV z. 13 lies auf denen wörter.
Zum text. Lies Vw.40 van — 3,24 hüsvruwe — 3,25 güt —
3, 91 enen — 4, 28 lenent — 5, 15 vorlös — 7, 42 sin — 9, 21
u. ö. unde siatt und — 10, 17 schulle — 10, 70 hüsvrouwe —
11, 13 ene — 16, 75 arm — 18, 38 tohant — 18, 41 sinen —
18, 54 mede, — 19, 8 tilge it — 21, 5 hevemoder — 23, 34 sloge —
25, 44 begunden — 30, 12 mote — 33, 23 gi — 34, 1 hüsman —
35, 21 harde — 36, 42 juwen — 41, 46 do he — 41, 64 bliben —
47,35 entruwen — 48, 22 se dorsten — 49, 169 tilge die kommata —
55, 132 beide — 56, 63 vgl. die anmerk. — 61, 76. des —
63, 23 do statt so — 63,31 men — 8.107 lies LXXI — 71,48 man —
79, 24 tilge das komma hinter dure — 81,57 ofte wi — 82, 28 jo —
84, 1 stolt — 85, 25 kint — 88, 73 wisheit — 91, 10 do se —
94, 36 sin — 101,16 lantschade — 101, 147 vordomest — 101, 289
dorch leve — 101, 311 wal — 102, 182 ordöl.
| Zu den anmerkungen s. 166 z. 26 f. füge hinzu sein 102,69;
tein 93, 12. — zu 46, 10 vgl. Kraneshals 278 er ingesinde heft erer
ere — 2u 67, 3 Got holt ju ‘Gott behüte euch’ vgl. Wolfram Parz.
138, 27. 554, 9.
Lu
-
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